HBE Felchen- und Flussrollen / Testbericht

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Rolf
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HBE Felchen- und Flussrollen / Testbericht

Beitrag von Rolf » Do 21. Feb 2019, 11:06

HBE Felchen- und Flussrollen / Testbericht

Ich habe die Bemusterung von 3 Rollen am 28.08.2018 erhalten.

Mein erster Eindruck:

1. Transportschutz / "Schwimmweste" :

Das Ganze macht einen hervorragenden Eindruck. Wirkt sehr innovativ, hochwertig, widerspiegelt Hi-Tech
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2. Die Rollen machen optisch ebenfalls einen hervorragenden Eindruck

Sind sauber gefertigt, schön verputzt und lackiert, keinerlei störende Elemente, man sieht sofort, dass nur beste Komponenten eingesetzt werden.
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3. Trennmechanismus / Arretierung

Manipulationen an der nicht montierten Rolle sind nicht zu empfehlen. Ich hatte meine liebe Mühe, die gelöste Arretierung an der Coregonus wieder zu fixieren. Insbesondere deshalb, weil der Federstahlbügel im Schweizerkreuz keine "Führung" hat, sondern plötzlich irgendwie rumhängt. Diese beiden Mechanismen scheinen mir an der Singularis deutlich besser gelöst. An der montierten Rolle besteht das Problem dann nicht mehr und funktioniert einwandfrei. Ganz hervorragend finde ich den verstellbaren Fuss an der Coregonus. Schade, dass nicht eine der beiden Flusslaufrollen mit montiertem HBE Wendegelenk ausgerüstet ist. Hätte gerne den Unterschied der Wurfweite mit leichtem Zapfen getestet.


Test am Wasser


2. und 9. September 2018 : die COREGONUS II beim ersten Einsatz

Es gab - wie erwartet - keinerlei Probleme. Dank dem zuvor eingestellten Fuss sitzt die Rolle ergonomisch perfekt auf meine Hand und meine bevorzugte Stellung des Bremsfingers. Die 3 Umdrehungen pro Meter Schnur erweisen sich als sehr hilfreich beim Fischen in der Schwebe. Die Schnur läuft wunderbar ab und auch im Drill bewährt sich die Rolle bestens.
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25. September - die SINGULARIS Vers. USA beim ersten Einsatz

Ausgangslage: Werdenberger Binnenkanal, leichte Bise bei schönem Wetter, ca 1 m3 Wasser p/Sec. ca 70 cm Wassertiefe, 0.20 er Fluorcarbon, 2,4 gr Glaszapfen, Nymphe.

Handling;

Der Steg und somit der Abstand vom Griff zur Rolle ist zu kurz. Der Trennmechanismus bei verhedderter Schnur (das kommt vor bei Biswind ..)
geht relativ gut aber das Wiedereinsetzen erweist sich als einzige Katastrophe.

Die zuschaltbare Ratsche erweist sich bei der Landung von Fischen über 25 cm Länge als unbrauchbar. Ein präzises Werfen mit dem 2,4 gr Zapfen erweist sich als nicht machbar und die Schnur läuft nicht von alleine ab.

Fazit: für die Fischerei mit leichtem Geschirr sehr enttäuschend.
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4. September
Äschenfischen am Linthkanal

schönes Wetter, Wasserstand ca 1.40 m , Abfluss 4,1 m3/sec., 7 gr Äschenzapfen und Nymphe

Unter diesen Voraussetzungen lässt sich der Zapfen sehr schön werfen und die Schnur läuft (wie erwartet) sehr schön ab.

Die 2 Hauptprobleme bleiben bestehen:

- der Steg (Abstand der Rolle vom Griff) ist zu kurz bemessen
- die Spule lässt sich bei verhedderter Schnur zwar gut trennen, aber das Wiedereinsetzen gestaltet sich als äusserst kompliziert

Erneut stelle ich fest, dass die zuschaltbare Ratsche in der Drillphase zwar Vorteile bringt, bei der Landung (feumern) hingegen komplett versagt. Die Möglichkeit einer Arretierung (auch zum Transport bei Standortverschiebungen) fehlt meines Erachtens.
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Januar 2019

Ich habe mir erlaubt, sowohl die Singularis als auch die Coregonus an 3 versierte Gastfischer auszuleihen. Die waren zwar allesamt begeistert ob der Leichtigkeit der Rollen, hatten aber doch ihre liebe Mühe mit dem Handling - insbesondere mit dem Trennmechanismus.


Mein abschliessendes Fazit:

Die Rollen begeistern durch Material, Verarbeitung und Gewicht. Sie weisen aber doch gewisse Mängel resp. Nachteile gegenüber einfacher gebauten Laufrollen auf und sind sehr anspruchsvoll resp. gewöhnungsbedürftig in der Anwendung.

F.R. / Jona, 20. Februar 2019
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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Loup
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Re: HBE Felchen- und Flussrollen / Testbericht

Beitrag von Loup » Do 21. Feb 2019, 20:49

Danke Rolf für den Testbericht.
Ich mag Laufrollen überhaupt nicht, wo der Steg zu kurz ist. Eventuell liegt es auch an meinen alten Händen die viele Jahre nicht nur die Tastatur vom Compi bearbeitet haben.
Das beste für mich in dem Testbericht ist der Transportschutz für die Laufrollen. Sowas möchte ich auch für meine Laufrollen.
Gruss vom Murtensee
Loup

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