Die DAM Felchenrute.....

Die Geräteecke für den Gambe/Hegenefischer.
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Rolf
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Die DAM Felchenrute.....

Beitrag von Rolf » Di 19. Sep 2006, 13:29

Die DAM Felchenrute.....





oder wie alles begann.



Ende der siebziger Jahre begannen sich immer mehr Sportfischer für das Fischen mit der Felchenrute zu interessieren. Sie hatten es auf die Felchen abgesehen und auch beim Saibling sowie dem Eglifischen kam ihnen ein feineres Gerät entgegen. Da die Felchen gewohnheits-gemäss sehr fein bissen, war es wegen der Bisserkennung unumgänglich, die damaligen Spitzen der Ruten zu verfeinern.



Das Fischen mit der Felchenrute hat an den schweizerischen Mittelland- und Bergseen Tradition. Massgeblich an der Entwicklung neuer Ruten, war die Thuner Firma Stucki beteiligt. Sie setzte und setzt auch heute noch die Masstäbe was den Fortschritt anbelangt. Auch wenn heute die Firma Stucki nicht mehr in Familienbesitz ist, so sind sich die heutigen Besitzer im Klaren, was sie dem Namen Stucki schuldig sind. Daher wir weiter auf einem hohen Niveau weiter entwickelt!





Anfangs der achtziger Jahre wurden die schweizerischen Fischereiartikel-Grossisten von den Fischereiartikel-Händler immer mehr nach geeigneten Felchenruten angefragt. Einer der Grossen der damaligen Zeit, war Kurt Lienhard, der Chef von DAM Schweiz und Langjährige Redaktor der Schweizerischen Fischerei-Zeitung "Petri Heil". Er war einer der findigsten und es ging nicht lange, legte er in Zusammenarbeit mit den Entwicklern von der Firma DAM eine Felchenruten-Serie vom feinsten auf. Exklusiv für den Schweizer Markt. Die "DAM Senso de Luxe" war geboren.



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Diese Ruten, wurden hauptsächlich der "Schreck Felchenrute" nachempfunden. Fritz Schreck aus Schlieren - ihm gebühren also eigentlich die Lorbeeren! Ich möchte mich von dieser Stelle aus bei Ihm und allen denen bedanken, die es erst möglich gemacht haben, dass heutige Niveau, im Bezug auf den Felchenrutenbau, zu erreichen!





Die Ruten waren in den Längen 1.80 m, 2.10 m und 2.40 m erhältlich. Kurt Lienhard galt als kluger Geschäftsmann und so waren die ersten Auflagen verständlicher weise klein. Pro Länge wurden erst mal 300 Stück in Auftrag gegeben, zu dieser Zeit war der Werdegang der Felchenrute nicht vorher zusehen.





Der Erfolg war Grandios, sämtliche Längen waren innert weniger Monaten Ausverkauft und die schnellstens georderte Nachbestellung liess im Minimum drei Monate auf sich warten. Die Nachfrage war so gross, dass findige Fischereiartikel-Händler kurze, fein Spinnruten kurzerhand "Köpften" und ihnen eine feine, für das Felchenfischen geeignete Spitze verpassten und diese Ruten so ihren Kunden anboten. Alle Felchenruten, ob Steckrute oder Teleskopruten, sie alle konnten in der damaligen Zeit der DAM Senso de Luxe das Wasser nicht reichen.



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Die DAM Senso de Luxe Felchenruten waren von der Rutenspitze bis zu dem Handteil aufeinander abgestimmt. In Kombination mit einer Laufrolle die gleichzeitig für das Flussangeln geeignet war, entstand das für die damalige Zeit perfekte Gerät zum Felchenfischen.





Die DAM Senso de Luxe ist eine zweiteilige Felchenrute aus Kohlenfaser. Sie ist mit den heutigen Hochmodulierten Felchenruten nicht mehr zu vergleichen, doch für ihre Zeit mit 110 gr bei einer Länge von 2.10 m ein wahres Leichtgewicht. Ausgerüstet mit Fuji SIC – Ringen, einem Korkgriff mit Schieberingen für das genaue austarieren der Balance und einem Dunkelgrünen Finish das zu überzeugen wusste. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es noch zu erwähnen. Bei der dritten Auflage hatte ein Verschlecht–besserer die Idee, die Rute mit einem Schraubrollenhalter zu versehen, was vielen Anglern nicht gefallen wollte.



Trotz dem etwas härteren Handteil der DAM Senso de Luxe ist die Aktion der Felchenrute als Voll-Parabolisch einzustufen. Das Entscheidenste und für die Zeit Revolutionärste war aber der Spitz. Die Entwickler setzten auf einen Voll-Kohlenfasernspitz mit dem Durchmesser 2.4 mm / 0.8 mm. Diese Spitzen waren einerseits empfindlich genug auch die feinsten Bisse zu erkenne, sowohl auch stark und flexibel genug einem Drill stand zuhalten.



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Eine weitere Herausforderung an die Fertigung der Spitze stellte das Binden der feinen Rutenringe auf der dünnen Spitze dar. Nach etlichen Versuchen die Ringe maschinell auf die weichen Spitzen zu binden, ging man darauf über diese Arbeiten von Hand zu fertigen. Es wollte erst Jahre später gelingen, eine Maschine zu entwickeln, die in der Lage war derart feine Arbeiten präzise genug zu verrichten.



Da es sich bei der DAM Senso de Luxe um eine zweiteilige Felchenrute handelt, ist der dritte Teil, die Spitze, mit dem Mittelteil verleimt. Das heisst, die Spitze ist nicht auswechselbar. Nachdem so eine Rute vor gefertigt war, wurde in das Mittelteil nachträglich der Spitz eingebracht und verleimt. Am Mittelteil wurde immer darauf geachtet, dass an der Verbindung zur Spitze der letzte Rutenring zur Stabilisierung des Übergans eingebunden wurde. Die ineinander übergreifende Verbindung zwischen Mittelteil und dem Spitz von ca. 7 cm, sowie der Wasserbeständige Leim und die präzise Einbindung des Rutenringes, verliehen der DAM Senso de Luxe eine Stabilität sondergleichen. Diese Technik tat auch der Aktion der exakt parabolischen Aktion der Rute keinen Abbruch. Im Gegenteil, sie ergänzte sich in perfekter Harmonie.



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Die DAM Senso de Luxe war die Felchenrute ihrer Zeit. Die vom Oberländer Stucki gebauten Ruten wahren eher für die tieferen Bergseen gedacht, sie waren auch immer etwas länger und nur Semi-Parabolisch. Das mussten sie auch sein, wenn die Saiblinge aus 40 – 60 m Tiefe erfolgreich angeschlagen werden wollten.



Die DAM Senso de Luxe Ruten-Serie war eine ganze Zeit Konkurrenzlos, wer zur damaligen Zeit etwas auf sich hielt, musste so eine Rute besitzen. Sie hat mir viele Jahre gute und zuverlässliche Dienste geleistet. Nie hat sie mich im Stich gelassen. Heute hat sie an der Wand einen Ehrenplatz und immer wenn ich sie mir anschaue werden alte Erinnerungen wach.



Mitte der achtziger Jahre übernahm der Kurt Lienhard zur DAM noch die Generalvertretung der Firma Silstar Schweiz. Darauf hin legte er nochmals einen drauf und liess unter dem Label Silstar eine Kopie der Senso de Luxe auflegen. Auch diese Serien wurden zum Renner.



Dann kam in den neunziger Jahren Urs Bernhard ins Spiel. Animiert durch die vielen Felchenfischer und deren Nachfrage begann Urs mit neuen, Hochmodulierten Kohlefasern-Blanks zu experimentieren. Es wurden Pläne geschmiedet und gleich wieder verworfen. Freunde testeten was das Zeug hielt und aus all diesen Erfahrungen wurden die besten Elemente zusammengetragen. Die "Bernhard Felchenrute" war geboren. Sie war der Prototyp der heutigen Stucki Felchen Spezial. Für mich ist die Stucki Felche Spezial das Non plus Ultra was zurzeit auf dem Markt erhältlich ist. Angefangen von dem Material, über die Verarbeitung, der Wechselspitzen und dem Preis/Leistungsverhältniss.



Heute gibt es viele gute Felchenruten. Einige Hersteller sind auf den Zug auf-gesprungen, andere werden folgen. Wirklich unbrauchbare Felchenruten habe ich auf dem Markt keine ausmachen können. Somit kann jeder für sich entscheiden was für ein Modell er kaufen möchte und wie viel er für seine neue Felchenrute bezahlen will.



Eine kleine Hommage an die Felchenruten.
Zuletzt geändert von Rolf am Di 19. Sep 2006, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
Gruss Rolf

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Uwe
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Beitrag von Uwe » Di 19. Sep 2006, 13:44

Hi Rolf,



erstmal merci für den ausführlichen Bericht :D :D



Und das schöne dabei ist, die Rute hab ich (1,80m) erst vor kurzem geschenkt bekommen. hab sie aber noch nicht ausprobiert.

Aber allein schon zu wissen so ein edles Teil zu besitzen macht Spass :!: :!:
Gruss Uwe
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Helmut

Beitrag von Helmut » Di 19. Sep 2006, 23:33

Super Bericht Rolf :up:

Ich selbst hab eine Vorliebe für längere Ruten, ist wahrscheinlich Gewohnheitssache und das wir kleinere Boote haben wie Ihr in der Schweiz. Mit längeren Ruten kann man den Fisch besser vom Ankerseil fernhalten, so zumindest unsere Erfahrungen :wink:

Gebo

Beitrag von Gebo » Fr 2. Nov 2007, 10:57

Danke Rolf.

Beim durchforsten des Forums habe ich diesen tollen, informativen Beitrag gefunden. Da weiss man was man hat. Ich fische immer noch damit.

(Habe einige DAM Produkte) :)



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Perti Heil

Gebo

fishcatcha85

Beitrag von fishcatcha85 » Fr 2. Nov 2007, 11:02

Und das schöne dabei ist, die Rute hab ich (1,80m) erst vor kurzem geschenkt bekommen.


ich will auch 8)

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Beitrag von Rolf » Fr 2. Nov 2007, 17:55

Gebo hat geschrieben: Ich fische immer noch damit.


meine hat in der Zwischenzeit einen "Ehrenplatz" 8)



PS: super Rolle, wenn du sie mal nicht mehr brauchst, bitte denke an mich :wink:
Gruss Rolf

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Gebo

Beitrag von Gebo » Sa 3. Nov 2007, 12:58

@ felchenfischer



:) Wenn Du sie nicht mehr brauchst :)



Du bist gut. Die Wende Rolle läuft noch wie am ersten Tag. Wenn ich die anschupse treibt es mir vor Freude das Grinsen ins Gesicht weil die immer noch so gut läuft läuft läuft läuft läuft. Sie wird mich wohl noch etwas länger begleiten. Aber wenn ich sie jetzt anschaue, denke ich bereits an Dich :lol:

(Den DAM Exquisite Multi Picker habe ich auch noch, und so.)



Petri Heil

Gebo

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Beitrag von Rolf » Sa 3. Nov 2007, 16:43

Gebo hat geschrieben:Aber wenn ich sie jetzt anschaue, denke ich bereits an Dich :lol:




das ist aber nett :D



und wenn wir schon beim Thema sind, dass ist meine:



viewtopic.php?t=162



und sie läuft und läuft und läuft und .......................................... :up:
Gruss Rolf

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