Was für ein Fang

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
Antworten
Udo

Was für ein Fang

Beitrag von Udo » Mi 11. Okt 2006, 11:28

Mühlbachabfischen.



Am Samstag den 16. September war es wieder soweit, unser Mühlbach sollte abgefischt werden. Dies wird turnusmäßig alle drei Jahre gemacht, um die nötigen Reparaturen an den Turbinen und den Uferbefestigungen durchzuführen.



Die Aktion wird schon lange vorher geplant. Die Gerätewarte müssen die Aggregate warten, und so manche Wathose flicken. Trotz der ganzen Mühe wollen aber immer noch kleine Risse und Löcher übrig bleiben, so dass es immer feucht fröhlich zu geht bei dem Einsatz. Die Helfer, man kann nie genug haben, müssen auch organisiert werden. Der Einsatz findet bei jeder Witterung statt, und es ist erfreulich, dass dann doch alle erscheinen.

Alle? Nein, es wird auch mal einer vergessen. Ich stand morgens eine halbe Stunde vor der Tür, und wartete auf den Einsatzbus. Zum Glück hilft einem in der modernen Welt das Handy. Es kam dann doch noch ein Taxi. Jaja unser zweiter Vorstand wird auch schon älter, und gegen die ersten Anzeichen von Alzheimer ist noch kein Kraut gewachsen..



Treffpunkt war 7:00 Uhr an unserem Gerätestadel, um das Gerödel in den Autos und Anhänger zu verstauen. Zudem mussten auch die Fischtransportbehälter mit Wasser gefüllt werden und Sauerstoffpumpen angeschlossen werden.



Bild



Der Rest sollte sich gegen 8:00 Uhr auf dem Parkplatz vom Nautilla in Illertissen einfinden.

Hier wurden dann zwei Gruppen eingeteilt, wir hatten ja 9km Bach abzufischen mit 8 Fallenstöcken/Treibwerke.



Bild



Auf den Bilder könnt ihr erkennen wie tief der Nebel stand, doch an diesem Tag war uns Petrus gnädig es sollte richtig schön werden. Diese Nachsicht würde mir auch an den wenigen Tagen an denen ich beim Angeln bin gefallen, aber man kann ja nicht alles haben.



Nun konnte es losgehen. Im Wasser waren bei jeder Gruppe sieben Mann im Wasser, zwei Elektrofischer, zwei Mann mit dem Kescher, zwei Mann die das Boot zogen und einen Totmann. Diesen Posten hatte ich bekommen. Ein Totmann ist für die Stromzufuhr zuständig und läuft immer am Schluß. Sollte vorne einer rutschen oder sonst wie mit dem Wasser in Berührung kommen, gilt es sofort die Stromzufuhr zu kappen. Ja die Sicherheit geht vor.





Beim Elektrofischen schwimmt die Kathode (Minuspol) im Wasser und die Anode (Pluspol) wird am Kescher angebracht. Der Betrieb erfolgt übrigens meistens mit Gleichstrom. Sobald der Kescher ins Wasser eingetaucht wird, wird der Stromkreis geschlossen. Dadurch werden Fische im Umkreis des Keschers von max. 0,5m werden dadurch kurzzeitig betäubt und durch die Galvanotaxis (gerichtetes Schwimmen zur Anode) zum Kescher (Anode) gezogen. Die Wahl der Stromspannung ist abhängig von der Beschaffenheit des Gewässers(in der Regel ca. 600V)



"Elektrofischen gilt als sanfteste Methode des Fischfangs, weil die Tiere fast immer nur leicht betäubt werden".

Elektrofischen dürfen nur Personen, die eine Prüfung abgelegt haben, und eine Genehmigung haben.



Bild



Bild



Selbst aus dem Untergrund wurden die Fische geholt.



Bild



Alles in Allem ist das Waten schon sehr anstrengend, ich fand es war schwieriger wenn das Wasser nur knapp übers Knie ging. Dankbar wurde jeder Gumpen durchwatet das Wasser bis zur Brust versprach zudem noch angenehme Kühlung. In den Gumpen wurde dann auch reichlich Beute gemacht.



Bild



Mit gemeinsamen Kräften wurden die Hindernisse überwunden. Jede Hand wurde gebraucht.



Bild



Das Wetter wurde immer besser, und so mancher kam ins Schwitzen.



Dem Zanker Uli, unserem FISCHERKÖNIG;

war’s in den Watstiefeln zu warm.



Die BlueJeans mussten der sommerlichen Hitze angepasst und dazu stellte Anton Zopf

gerne sein Messer zur Verfügung und war behilflich, es dem Uli erträglicher zu machen.



Bild



Jetzt wird es sich nach der „Kürzung“ angenehmer sein,

sich im Wasser aufzuhalten!?



Bild



So nun kann’s weiter gehen die letzten Meter wollen bewältigt werden.



Bild



Doch so manches Hindernis musste noch aus dem Weg geräumt werden.



Bild



Ja auch für die Müllentsorgung sind wir zuständig, das Fahrrad hat bestimmt kein Angler dort vergessen. Von den Naturschützern habe ich auch keinen in den Fluten getroffen, aber es wettert sich ja besser mit trockenen Kleidern am Leib.



Endlich haben wir unsere Strecke geschafft. Hungrig wurden die Leberkässemmel verdrückt, und ein kühles Blondes löschte den Durst. Endlich sollte Feierabend sein.



FEIERABEND ? weit gefehlt ein Anruf der anderen Gruppe lehrte uns Besseres. Haben die doch am ersten Wehr ihr Boot samt Aggregat versenkt. Das Ding musste komplett zerlegt und getrocknet werden. SOS wir haben erst ein Drittel des Weges gemeistert.



Nun Angler halten zusammen. Schnell wurde alles aufgeladen, und los zum neuen Einsatz.



Bild



Gegen 18:30 Uhr war ich wieder zuhause. Entspannt in der Badewanne träumte ich von den großen Barben, Döbel und Hechte, die sich in dem kleinen Bach fangen lassen. Habe mir die Gumpen gemerkt, und kenne jetzt aussichtsreiche Plätze. Ausloten zu Fuß hat auch seine Vorteile, was mich anglerisch in Zukunft am Mühlbach erwartet, wird mich sicher für das Mühsal dieses Tages entschädigen.



Fangergebnis an diesem Tag:

Regenbogenforellen 50 Stk

Bachforellen 3 Stk

Barsch 22 Stk zum Teil bis 40cm

Barben 182 Stk davon viele über 70cm

Hecht 8 Stk davon 2 Stk mit ca. 1,00 m

Nasen 147 Stk

Zander 1 Stk







Die Fische wurden wohlbehalten in die Iller und unsere Seen entlassen. Mögen sie da auf mich warten.



Petri Heil

Udo Lambert

Benutzeravatar
Bassmaster
Fischerforum Ehrenmitglied
Beiträge: 769
Registriert: Mi 30. Aug 2006, 13:47
Meine Gewässer: Murtensee, Reuss
Wohnort: Basel
Switzerland

Beitrag von Bassmaster » Mi 11. Okt 2006, 11:39

Hi Udo,



toller Bericht und wirklich schöne Bilder, hat sicher Spass gemacht.

Und jetzt kennst du diesen Bach aber genau das ist ein riesen Vorteil.



Gruss



Pädu
Gruss Pädu

Merke: Der schlechteste Angeltag ist immer noch besser als der beste Arbeitstag!

Helmut

Beitrag von Helmut » Mi 11. Okt 2006, 16:29

Super Bericht Udo :!:

Ich mach nächstes Jahr die Prüfung für die Elektrofischerei, bin schon gespannt wie diese Abläuft.

Benutzeravatar
Uwe
Fischerforum Ehrenmitglied
Beiträge: 1501
Registriert: Mi 13. Sep 2006, 19:10
Meine Gewässer: Neuenburgersee /Bielersee - eigentlich überall
Wohnort: Erlach
Hat sich bedankt: 5 Mal
Kontaktdaten:
Germany

Beitrag von Uwe » Fr 13. Okt 2006, 18:21

@Udo



Klasse Bericht mit tollen Bildern :thanks:

Ist schon eine tolle Sache, wenn alle mithelfen. Und wenn auch noch Spass und Gaudi dabei ist, ist's doppelt schön.

:D :D
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Bild

Benutzeravatar
Rolf
Fischerforum Administrator
Beiträge: 4207
Registriert: Mi 30. Aug 2006, 12:34
Meine Gewässer: See und Fluss
Wohnort: Mittelland
Hat sich bedankt: 26 Mal
Danksagung erhalten: 23 Mal
Switzerland

Beitrag von Rolf » Sa 14. Okt 2006, 18:41

Hallo Udo,



das nenne ich einen Einsatz :up:



Respekt den vielen Helfer, dass war Spitze :!:



vielen dank für diesen super Bericht 8)
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

Benutzeravatar
walterone
Beiträge: 601
Registriert: Di 24. Okt 2006, 21:08
Meine Gewässer: südosten des neuenburgersees
Wohnort: dreiseenland cudrefin
Switzerland

Beitrag von walterone » Do 2. Nov 2006, 21:06

vorbildlicher einsatz. hut ab vor allen die da mitgeholfen haben.
ein petri vom neuenburgersee

Antworten

Zurück zu „Fischbiologie“