Neozoen Diskussion

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Martin
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Beitrag von Martin » Fr 14. Sep 2007, 13:24

Hallo zusammen, es könnte natürlich auch sein, dass diese Diskussionen gewissen Usern langsam "verleiden" ist. Da wir schon mal was ähnliches mit der Refo und einer Umfrage hatten. Auf jeden Fall danke für die guten Statements und die im grünen Bereich geführte Diskussion. Es kann aber trotzdem hier weiter dsikutiert werden.
Gruss Martin

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goggy
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Beitrag von goggy » Di 9. Okt 2007, 00:20

Streamstalker hat geschrieben:Hallo T-Rig,



in vielen slowenischen Fließgewässern wurde dem steigenden Angeltourismus (insbesondere durch Fliegenfischer) nicht durch eine Begrenzung der Ausgabe von Tageskarten entgegengewirkt, sondern man witterte den Profit und erhöhte die Ausgabe von Tageskarten, was sich natürlich negativ auf die Fischbestände auswirkte.



Um dem „zahlungsfreudigen“ Fischer genug bieten zu können wurden Regenbogenforellen und Bachforellen massiv besetzt. Die Folge war, dass die Äsche und vor allem die Marmorata verdrängt wurden. Es ging sogar soweit, dass einige Gewässerabschnitte als Trophy-Strecken ausgewiesen wurden und nur mit Großforellen besetzt wurden.



Gruß Matthias


Hallo Matthias,



Ich antworte ein wenig zu spät, hab dies leider nicht mitverfolgt.



Was es die Soca betrifft ist eine traurige Geschichte, jedoch aus anderen Gründen als die du erwähnt hast.



Die ganze Geschichte geht zurück bis zum 2. Weltkrieg, als die Soldaten in kalten Wintern bei starken Fronten die Soca leer gefischt haben mit HG`s. Die damaligen Fischer haben aus Angst vor austerben der Fische Bafos eingesetzt und dies führte zu den fatalan Folgen.



Diese Infos hab ich von meinem Grossvater der Ursprünglich aus Slowenien kam, seine Geschichten bewegen mich dazu einmal nach Slowenien zu gehen, was ich sehr hofe das es nächstes Jahr klappen wird.



Übrigens von einiger Zeit lief eine Doku im ZDF über Soca. Die Sendung hiess "SOCA der smaragdener Fluss" oder so ähnlich. Es empfiehlt sich die Sendung anzuschauen. Sehr schöne Bilder über einen Wunderschönen Fluss.
Gruss Oli

FISCHE, und der Tag ist gerettet!

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Martin
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Beitrag von Martin » Di 13. Nov 2007, 12:51

Hat es an den flüssen die du befischst sonnenbarsche? Ich glaube nicht.

Also sollte es dich auch nicht stören.

Es ist nicht bewiesen das sonnenbarsche andere fischpopulationen beeinträchtigen.

Natürlich ist es nicht in ordnung einfach fische aus einem aquarium irgendwo auszusetzen, aber das hätten zoohandlungen sich zuerst überlegen müssen. Im lago di origlio wimmelt es von katzenwelsen die irgend ein aquarianer ausgesetzt hat. Ich hoffe die fische werden bei euch in der deutschschweiz nie erscheinen, denn dieser fisch hat keine natürlichen räuber und frisst alles was sich bewegt.


Ich beziehe mich hier auf T-Rigs Aussage von einem anderen Thema und heize die Diskussion wieder an.



Ob es an meinen Gewässern Sonnenbarsche hat oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, das dieser Fisch gesamthaft in der Schweiz nichts verloren hat, höchstens hinter Glasscheiben.

Ich könnte ja sonst noch ein paar Guanackos / Lamas, Schneeleoparden, Sibirische Tiger und Rentiere aussetzen, was natürlich wie die Faust aufs Auge in die Schweiz passen würde und dann soll mir noch einer Sagen das sich diese Tierarten sich nicht gegen unsere heimischen Tierarten durchsetzen würden. Das Problem liegt wohl eher daran das es keine rechten Studien gibt, das man Fische vermutlich nicht so gut wie andere Landsäugetiere beobachten kann und das Problem ist immer bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat, doch dies dauert vermutlich zig Jahre.
Gruss Martin

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Helmut

Beitrag von Helmut » Di 13. Nov 2007, 12:58

Schreibe mal meinen Post auch hier noch mal:
T-rig hat geschrieben:
Es ist nicht bewiesen das sonnenbarsche andere fischpopulationen beeinträchtigen.
So stimmt das nicht.

Der Sonnenbarsch ist mit einer der größten Zwischenwirte beim Hechtbandwurm :!:

Dieser Fisch hat bei uns, egal jetzt ab Schweiz, Österreich oder Deutschland absolut nichts verloren :!:

T-Rig

Beitrag von T-Rig » Di 13. Nov 2007, 13:04

Zander und refo haben eigentlich in der schweiz auch nichts verloren, sie sind aber da und man kann damit leben, manche würden sogar sagen sie können ohne nicht leben.

Der sonnenbarsch ist kein sportfisch und deswegen ist er nicht beliebt. Wenn der sonnenbarsch 3 kilo schwer werden würde, wären die meinungen der fischer ganz anders. Sonnenbarsche sind übrigens sehr lecker und können an der fliegenrute gefangen werden, also wer sie nicht sehen will, soll sie essen. :wink:

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Beitrag von Rolf » Di 13. Nov 2007, 13:07

Hallo Freunde,



dieser sehr interessante Input von Kurt (Zuma) gehört sicher auch in diesen Thread :wink:




zuma hat geschrieben:Vielleicht für den ein, oder anderen interessant:



http://www.bafu.admin.ch/php/modules/sh ... A6O0E0.pdf



Die Lektüre kann für die Meinungsbildung empfohlen werden.




http://www.bafu.admin.ch/php/modules/sh ... A6O0E0.pdf



für alle Fischer ein Muss zu lesen :wink:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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Beitrag von Martin » Di 13. Nov 2007, 13:12

Im allgemeinen hätte ich nichts gegen Neozoen, aber wenn, dann nur in geschlossenen Wasersystemen wie es etwa am Oeschinensee (Namaycush und Mykiss) gehandhabt wird.

Natürlich eingewanderte Arten sollten vielleicht belassen werden, daher eben natürlich, sofern diese nur einigermassen Rund um die Schweiz (D, F, A, I) vetreten sind und auch dort nicht eingeschleppt oder eingeführt wurden.



Da kannst du sicher sein, das ich den Sonnenbarsch verspeisen werde, falls ich mal einen landen sollte ;-).
Gruss Martin

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Andal

Beitrag von Andal » Di 13. Nov 2007, 14:14

Mutter Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, als sie die Arten über den Globus verteilte. In dieses System sollte der Mensch tunlichst nicht eingreifen, es geht in aller Regel böse in die Hose.



Im Gegenteil, wenn es irgendwie möglich ist, dann sollte man diese Zuwanderungen wieder rückgängig machen, aber dabei dann nicht auch wieder das Kind mit dem Bade auskippen.



Ich meine hier aber ausdrücklich nicht die Arten, die seit Jahrzehnten hier seßhaft und heimisch geworden sind. Regenbogenforellen, Zander, Welse, Karpfen, Bachsaiblinge kann man durchaus alle als gesamtmitteleuropäisch heimische Arten betrachten.



Wichtig ist nur, dass alles unternommen wird, dass nicht noch mehr tierische und pflanzliche Zuwanderer zu uns kommen. Die Folgen sind niemals absehbar, meistens aber sehr tiefgreifend!

T-Rig

Beitrag von T-Rig » Di 13. Nov 2007, 15:37

Da kannst du sicher sein, das ich den Sonnenbarsch verspeisen werde, falls ich mal einen landen sollte .


Da musst du dir schon ca. 10 stück fangen, denn von einem wirst du nicht satt. :lol: :lol:

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Beitrag von Martin » Di 13. Nov 2007, 18:10

T-rig hat geschrieben:
Da kannst du sicher sein, das ich den Sonnenbarsch verspeisen werde, falls ich mal einen landen sollte .


Da musst du dir schon ca. 10 stück fangen, denn von einem wirst du nicht satt. :lol: :lol:


Der wird einfach beigemischt ;-)
Gruss Martin

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Beitrag von Reen » Mi 14. Nov 2007, 08:42

Sind Sonnenbarsche wirklich lecker? Kann ich mir nicht wirklich vorstellen... Aber muss ich mal ausprobieren wenn ich in Sempach bin. Da hab ich einmal beim Köderfisch fangen mit Made auf einen Köderfisch ca. 10 Sonnenbarsche gefangen, war schön lästig...

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Beitrag von Basler-Felchen-Pimper » Mi 14. Nov 2007, 09:02

@ Reen,



geht mir nicht anders wenn ich mal ein paar Köderfische für meinen Vorrat fangen möchte... :twisted:
Gruss Marco

Andal

Beitrag von Andal » Mi 14. Nov 2007, 09:04

In den USA werden diese Fische Pumpkin Seeds (wegen des kürbiskernähnlichen Fleckes), oder auch ganz allgemein Panfish genannt. Dort werden sie auch deutlich größer (je nach genauer Art bis zu 25...30 cm) und gelten als beliebte Speisefische.



Bei uns, wo jeder Faschingsorden größer ist, als so ein Sonnenbarsch, wirds mit dem Verzehr wohl etwas mühsam werden. Mehr als ein Mokkalöffel voll Fleisch ist ja nie dran. Aber man kann sie ja indirekt verspeisen. Einfach alle gefangenen SB's entnehmen, ordentlich töten und dann damit die Hühner füttern. Die lassen sich dann bequem auf den Bratspiess schieben. :wink:

T-Rig

Beitrag von T-Rig » Mi 14. Nov 2007, 09:33

Sonnenbarsche schmecken besser als egli! :wink:

In kanada hatten wir sie enfach augenommen, entschuppt, in ein wenig mehl gewendet und dann ganz gebraten. Panfish ist lecker!

In dieser grösse reichen 4-5 stück pro person aus. Im luganersee werden sie bis ca. 20cm gross.



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Beitrag von Reen » Mi 14. Nov 2007, 09:33

25 - 30 cm ist wirklich nicht schlecht, so 15 cm Exemplare hatte ich auch schon, davon würden dann vielleicht 10 Stück reichen :-D



Würde gerne mal einen 30er Sonnenbarsch drillen, die gehen bestimmt ganz ordentlich ab...

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