Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Züriseekalmar
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Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von Züriseekalmar » Mi 9. Apr 2014, 15:29

Zur Info:

Dieser und die nachfolgenden Beiträge hab ich vom Eglisaison 2014 Infothread hierher verschoben.

Asti


____________________________


Vorne weg, ich fische erst ca. 9 Monate von daher kann man meine Bermerkung hier natürlich in Frage stellen. Jedoch muss ich Dural in vielen Punkten wiedersprechen.
Dural hat geschrieben:der egli hotspot im klassischen sinn gibt es schlicht nicht,
Wie würdest du denn den Bürkliplatz in Zürich nennen? Das ist doch definitiv ein Eglihotspot im klassichen Sinne. (Gilt für die Sommermonate)
Dural hat geschrieben: das zweite was ich in meiner jugend über die egli gelehrnt habe war, sie sind doch extrem schlau auch wenn man es am anfang nicht annimmt (schwimmen allem nach, beisen auf alles usw.)

Wenn ich sowas höre, und ich höre das des Öftern, dann kann ich mir das Lachen einfach nicht mehr verkneifen. Verbreitet doch nicht solchen Bödsinn! Wenn man die grösse des Gehirns betrachtet, kann man alleine schon daraus schliessen, dass nicht viel Platz für Schlauheit übrigbleibt. Geschweige denn, dass das Egli seinem Eglinachbar kommunizieren könnte, was gerade für Angelköder genutzt werden. Das ist einfach nur lächerlich. Im übrigen bezweifle ich, dass sie soetwas tun würden, selbst wenn sie es könnten, die fressen sich ja selber auf!
Dural hat geschrieben: ihr könnt mich ja verrückt halten, aber ich hatte nicht nur einmal das gefühl das sich die egli untereinander "austauschen" was essbar ist und was nicht, diese anzeichen waren vorallem spührbar wenn man egli zurück gesetzt hat oder im drill verlohren hatte.

Das ist tatsächlich etwas verrückt. Im Übrigen veringert es die Überlebenschancen vom Egli wenn man es zurücksetzen will (was eh verboten ist), davor aber noch hältert, damit es den anderen Egli den aktuellen Angelköder nicht zuflüstert.

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Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von Alet » Mi 9. Apr 2014, 15:38

Ich habe die gleiche Beobachtungen gemacht wie Dural.

aspidelaps

Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von aspidelaps » Mi 9. Apr 2014, 16:13

ach ich sehe schon, vielleicht wirklich auf schrott umsteigen.. dann hat sich dies mit dem reden der "cheibe" egli von alleine gelöst.. :lol: :lol:

@kalamar fische mal noch bisschen auf egli, dann wirst schnell sehen wie schlau die sind.. es hört sich blöd an, aber es ist echt so...
ich bin da immer wieder erstaunt, wie die grossen drauf sind.. die kleinen, klar die sind noch jung und blöd. aber die grossen, da kannst dir echt die zähne ausbeissen daran.. ;)
nicht ohne grund empfehlen hier auch viele, mach strecke auf egli, wen du erfolgreich sein willst.
ich kenne dies von mir selber, ich verweile selten länger als 10-15min an einem spot, dann gehe ich weiter zum nächsten.. ;)

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Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von Züriseekalmar » Mi 9. Apr 2014, 16:26

Ich kann nicht glauben, dass ihr das ernst meint. Aber naja, als Angelneuling hält man besser einfach seinen Mund.

@ Alet: Zwischen beobachten und erklären gibt es einen grossen Unterschied.

@ aspidelaps: Egli ist mit klarem Abstand der Fisch, den ich am meisten aus dem Wasser gezogen habe. Aber es ist auch egal welchen Fisch man rauszieht. Kein Fisch kann dem andern sagen, dass er den Regenwurm jetzt nicht fressen soll, weil da ein Haken drin versteckt ist.
Zuletzt geändert von Züriseekalmar am Mi 9. Apr 2014, 16:37, insgesamt 1-mal geändert.

Shad

Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von Shad » Mi 9. Apr 2014, 16:31

Dann lass es ! Sammle deine eigenen Erfahrungen und Berichte darüber ...

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Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von JJwizard » Mi 9. Apr 2014, 16:38

Ich kann Dural insofern recht geben, dass ich häufig schon folgendes festgestellt habe ......

... da fange ich Egli auf Egli an einer Stelle und nachdem mir der erste Egli im Drill ausgestiegen ist ...... nichts .... kein Biss mehr! Die haben höchstwahrscheinlich schon irgend ein Warnsystem, doch nicht wie wir uns das ev. als Menschen vorstellen mögen.

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Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von Züriseekalmar » Mi 9. Apr 2014, 16:51

Für so ein Verhalten gibts doch 1000 mögliche Ursachen die naheliegender sind.
Aber ich halte jetzt defintiv meinen Mund. Ich möchte es mir nicht mit den Forianern nicht verscherzen, schliesslich habt ihr mir zweifellos viel geholfen. Ich wollte nur verhindern, dass hier falsche Informationen gestreut werden, beuge mich aber der Diktatur der Mehrheit :D

aspidelaps

Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von aspidelaps » Mi 9. Apr 2014, 16:57

Züriseekalmar hat geschrieben:Ich kann nicht glauben, dass ihr das ernst meint. Aber naja, als Angelneuling hält man besser einfach seinen Mund.
Egli ist mit klarem Abstand der Fisch, den ich am meisten aus dem Wasser gezogen habe. Aber es ist auch egal welchen Fisch man rauszieht. Kein Fisch kann dem andern sagen, dass er den Regenwurm jetzt nicht fressen soll, weil da ein Haken drin versteckt ist.
das ist uns absolut ernst, dass kannst du mir/uns glauben. ;)

wie soll ich dir das jetzt erklären, dass du uns das glaubst..
das ist wohl echt eine Erfahrung Sache, nicht böse gemeint.
ich fange dir auch an einem tag 80-100(ist ja auch der am meisten vorkommende Raubfisch bei uns) egli am walensee, es geht hier aber nicht um die masse, sondern spezifisch um die schönen grossen!
teste es mal selber im sommer.. gehe an einen spot, und schaue dich mal erst um.. du wirst sicherlich paar schöne grosse sehen!
dann werfe die mal an.
1-3 würfe: sie werden versuchen den köder zu schnappen, meist kommt ihnen aber ein kleiner zuvor.
4-7 wurf: sie werden noch nachschwimmen und schauen (vermutlich hat schon ein kleiner die erste Warnung rausgeben, und sie glauben es nicht ganz :lol: )
8+ wuf: sie drehen weiter gemütlich ihre runden, vor, neben, unter , über dem köder und lachen dich aus, und interessieren sich null und nada für deine noch so schönen teuren köder..
die kleinen (bis 25cm) werden aber weiter beissen, dass ist schon so. ;)

aber kein Problem, du musst es nicht glauben... ich kenne es aber auch nicht anderst, wie die meisten anderen die hier schreiben. :)

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Re: Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von Alet » Mi 9. Apr 2014, 19:42

Zu oft habe ich Egli auf Egli gefangen, bis einer ausgestiegen ist und dann nichts mehr. Das gleiche wenn man einen kleinen releast und der Rest vom Schwarm nicht mehr beisst.

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Re: Eglisaison 2014 Infothread

Beitrag von Rassler » Mi 9. Apr 2014, 20:57

aspidelaps hat geschrieben:1-3 würfe: sie werden versuchen den köder zu schnappen, meist kommt ihnen aber ein kleiner zuvor.
4-7 wurf: sie werden noch nachschwimmen und schauen (vermutlich hat schon ein kleiner die erste Warnung rausgeben, und sie glauben es nicht ganz :lol: )
8+ wuf: sie drehen weiter gemütlich ihre runden, vor, neben, unter , über dem köder und lachen dich aus, und interessieren sich null und nada für deine noch so schönen teuren köder..
die kleinen (bis 25cm) werden aber weiter beissen, dass ist schon so. ;)
Diese Theorie könnte ich so absolut unterschreiben. :v:
Jetzt wäre die Vergesslichkeitskurve der Egli noch interessant. Ich schätze sie auf etwa 15-20 Minuten bis man wieder vorne Anfangen kann.

Bei mir hat es aber einige Monate gedauert bis ich diese Erkenntnis im Hirn gespeichert habe. Auch jetzt will mein "Grind" es manchmal noch nicht zulassen dass wirklich nichts mehr geht obwohl meine menschliche Intelligenz sagen würde "nimm ein anderer Köder" oder "mache Strecke". :lol:

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Re: Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von Flümi » Mi 9. Apr 2014, 22:24

Manche Fische können Geräusche machen: http://de.wikipedia.org/wiki/Knurrh%C3%A4hne

Aber da es hier um Süsswasserfische geht, ist mir von keinem Fisch ausser den Elritzen bekannt, dass sie "etwas weitergeben". Die Elritzen haben sozusagen ein Vermächtnis an die Artgenossen. Wenn sie gefressen werden, bemerken die Artgenossen an den Scheisshäufchen der Räuber etwas, das sie warnt. Deshalb gehen z.B. Hechte von den Jagdrevieren weg, um an anderen Orten zu kacken, wenn sie Elritzen fressen, um die übrigen Elritzen nicht zu vertreiben. Hab ich irgendwo mal gelesen. Kein Witz :mrgreen:

Da es um Egli geht, lehne ich mich mal aus dem Fenster und sage: nein. Ich glaube einfach an gewisse Zusammenhänge aus örtlicher Überfischung mit bestimmten Köderarten durch eine begrenzte Lernfähigkeit, ein begrenztes Kurzzeitgedächtnis und die Qualität/Natürlichkeit des Köders, für die ein Mathematiker sicher eine Formel basteln kann. Egli sind ja sehr neugierig. Bei jedem Wurf kommt eine gewisse Anzahl an Egli dem Köder hinterher. Ebenso wird bei jedem Wurf der Köder von einer gewissen Anzahl an Egli gesehen, die den Köder aber nicht verfolgen. Je länger man fischt, desto mehr Egli haben den Köder gesehen. Ein gewisser Prozentsatz an Egli von all denen, die vor Ort sind, werden diesen einen Köder bei der Art, wie man ihn halt führt, fressen wollen. Hat man so viele Würfe gemacht, dass alle Egli am Ort gebissen haben, die beissen wollten und alle anderen Egli, die nicht beissen würden, den Köder gesehen, so ist der Spot sozusagen überfischt/gesättigt von diesem Köder. Dazu gibt es aber 3 Faktoren, die den Prozentsatz an beissenden Egli erheblich beeinflussen: die Qualität/Natürlichkeit des Köders, Alter/Erfahrung und die Tatsache, dass sie häufig oder selten/nie jagen. Dazu kommt, dass sie vermutlich während den kurzen Jagdphasen nur halb so lernfähig sind im Fressrausch und es dann mehr auf den Köder ankommt.

Dazu erzähle ich mal von einem bestimmten Tag, wo an einem Hot Spot Butzli waren und die Egli gejagt haben. Sie haben durchschnittlich alle 3 Minuten mal gejagt. Manchmal häufiger, manchmal gabs längere Pausen. Ich hatte den ganzen Tag gefischt mit dem gleichen Wobbler. Ich habe meistens nur dann gefischt, wenn sie gejagt haben. Ich habe bei etwa jedem dritten mal, wenn sie gejagt haben, ein Egli gefangen. Manchmal halt auch Untermässige. Ich konnte 30stk fangen mit dem einen Wobbler. Es waren immer etwa 5 Fischende dort. Einer davon war ein bekannter Eglifischer, der den Dreh raus hat. Er fing 28 Egli. Dann waren noch 3 weitere Fischende vor Ort, die mit der Zeit gewechselt haben. Diese fingen jedoch nur eine Hand voll Egli. Jemand fischte mit Buldo, jemand mit bunten Twistern und jemand sonstwie ... Spinner, Zapfen usw.

Und jetzt etwas, das mich manchmal zum Kopfschütteln bringt. Viele Leute sagen, dass wenn Egli jagen, sie alles fressen. Wenn das wirklich so wäre, warum haben die anderen den ganzen Tag über nur sowenig gefangen? Sie waren am genau gleichen Spot. Warum fing ich 30 und der andere Eglifischer 28? Der andere beherrscht sein Handwerk mit seinem Stickbait. Ich hatte den richtigen Wobbler in der richtigen Grösse und der richtigen Farbe für das klare Wasser, was es damals hatte.

Und dann noch etwas von einer Studie, die ich mal vor vielleicht 10-15 Jahren im Blinker gelesen hab. Man hat an einem Hechtteich mit Kunstköder (Blinker usw) und Köderfisch gefischt und C&R gemacht. Mit Kunstköder fing man in den ersten Tagen gut und dann immer schlechter, bis es dann auf einem tiefen Level eingependelt hat. Mit dem Köderfisch fing man von Anfang bis Schluss der Testphase gleichbleibend gut. Was lernen wir daraus? Je näher Design, Grösse, Farbe und Verhalten des Köders dem natürlichen Vorbild näherkommt, desto länger kann man gleichbleibenden Erfolg haben, würde ich mal behaupten.
Gruss, Stefan
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Re: Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von astacus » Mi 9. Apr 2014, 22:56

Im Fischreich gibt es noch vieles, was wir nicht wissen. Uns ist nur ein Bruchteil bekannt. Selbstverständlich kommunizieren auch Fische miteinander, so wie dies faktisch alle Tiere und übrigens auch alle Pflanzen machen.

Ob sie sich bewusst gegenseitig warnen, würde ich auch eher bezweifeln. Der Zusammenhang, den Flümi erwähnt, ist mit grosser Wahrscheinlichkeit richtig: Die Egli lernen die Gefahr kennen, wenn viel gefischt wird. Fische sind (begrenzt) lernfähig und lernen es erwiesenermassen auch, dass gewisse (Kunst-)Köder gefährlich sind. Das wurde bei verschiedenen Arten nachgewiesen. Wenn nun immer der selbe Köder gebadet wird und das eine Egli sieht, dass ein paar seiner Kollegen, welche gerade diesen Köder fressen wollten, plötzlich weg sind, wird es vielleicht etwas daraus lernen. Vielleicht auch nicht, aber möglich ist es zumindest. Wird es selber gefangen und wieder releast, wird es zweifelsfrei daraus lernen können.

Bestimmt nicht ausgeschlossen scheint mir eine unbewusste gegenseitige Warnung. Dass die Kommunikation im Tierreich nicht über die verbale Sprache funktioniert (den Menschen mal ausgenommen), sondern häufig über die Olfaktorik, ist hinreichend bekannt. Wird nun ein Egli gefangen, wird dieses im Drill allerlei Stresshormone produzieren und ausscheiden. In dem das benachbarte Egli genau diese Ausscheidungen riecht, findet eine Kommunikation zwischen Individuen statt und die Tiere warnen sich in diesem Sinne durchaus gegenseitig. Dazu müssen wir ihnen auch kein altruistisches Verhalten unterstellen.

Wenn wir vom anthropozentrischen Konzept "Kommunikation = verbale Sprache" wegkommen, sehen wir, dass Tiere auf vielfältigste Weise miteinander kommunizieren und es absolut denkbar ist, dass sich Fische gegenseitig warnen.
FISCHEN hat von Natur aus etwas mit ESSEN zu tun Bild

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Re: Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von Dural » Mi 9. Apr 2014, 23:22

...dagegen spricht (oder gerade dafür!?) aber, das ein toter köderfisch der schon mal in einem räuber maul drin war, deutlich mehr beachtung von anderen fischen bekommt, als solche die noch ohne fisch kontakt im wasser sind. Ich konnte das lange selber nicht glauben, bis ich es persönlich ganz klar erlebt habe. :!:
falls es jemand nicht glauben mag :wink:
gerade die hechte fahren voll drauf ab :lol:

Aber auch da weis man leider nicht so genau warum und wie so.

diplont

Re: Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von diplont » Do 10. Apr 2014, 07:51

Die Aussagen von Flümi würde ich mit dem dicksten Stift den ich habe unterstreichen... :wink:

Ich für meinen Teil glaube, dass in der Frage das tiefe Bedürfnis steckt eine Erklärung zu haben warum gewisse Exemplare (typischerweise die alten grossen) so schwierig zu fangen sind... Wir projezieren dann - wies der Mensch so macht - auf uns, und sprechen von Erfahrung und Kommunikation der Fische in konspirativer Absicht etc... :lol:

Ich sage nicht dass Fische nicht kommunizieren, aber wohl nicht im Sinne von: "hey, friss das nicht, das kommt nicht gut..." denn dafür braucht es ein direktes Bewusstsein seiner selbst was Fische bekanntlich nicht haben... Die Kommunikation verläuft wohl eher passiv, gefühlsmässig, hormonal mit erhöhter Alarmbereitschaft bei Aenderung der Umgebung (z.b. Drill -> Ruhe -> erneute Aufruhr beim Ausstieg oder Zurücksetzen).

Wie bei anderen Fisch- oder Tierarten herrscht wohl ganz einfach eine Selektion, dh die älteren, grossen Exemplare sind ganz einfach diejenigen, die von Natur aus vorsichtiger, zurückhaltender und sensibler auf Aenderungen der Umgebung reagieren, und so länger (oder gar nicht) gefangen werden... Darwin lässt grüssen... :wink:
Aber eben...auch hier nur meine Meinung... lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen... hehe

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Re: Können Fische kommunizieren und sich warnen?

Beitrag von til » Do 10. Apr 2014, 08:49

Soweit ich weiss ist bei Weissfischen nachgewiesen, dass sie "Schreckstoffe" ins Wasser abgeben. Da Egli auch Schwarmfische sind, macht sowas bei Ihnen natürlich auch Sinn (für irgendwas muss der Schwarm ja gut sein). In diesem Sinne können sich sogar Pflanzen gegenseitig vor Schädlingbefall warnen. Und im Falle von Egli glaube ich persönlich, dass sie intelligenter sind als Weissfische. Weiss nicht genau wieso, es ist einfach mein subjektiver Eindruck nach 35 Jahren Erfahrung als Fischer.

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