Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Rolf
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Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Rolf » Di 12. Nov 2013, 11:35

Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Von 1990 bis 2006 haben die Fisch-Bestände in der Aare teilweise um bis zu 80 Prozent abgenommen. Eine Untersuchung zeigt warum.

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Ursachen für den Rückgang des Fischbestands sind Hindernisse in den Gewässern, die Präsenz von fischfressenden Vögeln wie Graureiher und Kormoran und nicht zuletzt auch die Fischerei. Das teilte der Kanton Bern am Donnerstag mit.

Die Klimaerwärmung setzt den Fischen zu, weil diese zu mehr Winterhochwassern führt und die Jungfische dabei aus den Laichgruben geschwemmt werden. Das gilt vor allem für die Aarezuflüsse. Zudem leiden die Fische – ebenfalls vor allem in den Zuflüssen – unter den gestiegenen Wassertemperaturen. Sehr problematisch ist die Situation vor allem im Unterlauf der Gürbe, der Rotache und der Zulg, wo maximale Wassertemperaturen von über 25 Grad gemessen wurden. Noch unproblematisch ist die Wassertemperatur in der Aare selbst – obwohl dort die Temperatur in den letzten 30 Jahren um 2,5 Prozent stieg.

Bis zu 80 Prozent weniger Fische

Die Untersuchung geht darauf zurück, dass die kantonale Angelfischerstatistik für die Jahre 1990 bis 2006 einen steten Rückgang der Fische auswies – bei Bachforellen beträgt er 80 Prozent. Weil Fische als ausgezeichnete Indikatoren für den Zustand der Umwelt gelten, waren die Behörden durch diese Zahlen alarmiert.

Durchgeführt haben die Untersuchung Personen aus dem kantonalen Fischereiinspektorat, dem Amt für Wasser und Abfall, der Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag), der Vogelwarte Sempach, Forscher der Universitäten Bern und Lausanne und weitere Partner.

Sie untersuchten die Aare zwischen dem Auslauf des Thunersees bis zum Übergang in den Wohlensee bei Bremgarten bei Bern sowie ihre Zuflüsse. Dies in den Jahren 2009 bis 2012. Ein Hauptaugenmerk galt der Bachforelle.

Eventuell Einschränkungen für Fischer

Die Autoren haben nicht nur Ursachen des Bestandesrückgangs bei den Fischen nachgespürt, sie machen auch Empfehlungen zur Verbesserung der Situation. So raten sie, die Struktur und die Vernetzung der Gewässer zu verbessern.

Lokale Flussaufweitungen wie jene, die vor wenigen Jahren in der Hunzigenau bei Rubigen vorgenommen wurden, trügen bereits erste Früchte, schreibt der Kanton in seiner Mitteilung. Er hofft nun, dass die Renaturierungs- und Hochwasserschutzmassnahmen des Projekts Aarewasser weitere Verbesserungen bringen. Dieses Projekt soll der gesamten Aare zwischen Thun und Bern, dort, wo es möglich ist, wieder mehr Raum geben.

Gegen zu warmes Wasser empfehlen die Autoren des Berichts mehr Schatten und dass weniger Wasser aus Kanalisationen in die Aarezuflüsse eingeleitet wird. Die Wasserqualität lässt sich verbessern, indem man die Pestizide und Mikroverunreinigungen reduziert.

Doch auch fischfressende Vögel und Fischer kommen eventuell nicht ungeschoren davon: Die Autoren der Untersuchung empfehlen ein «Management bei den Fangvorschriften» und «eine situative Regulation der Gänsesäger, Graureiher und Kormorane».

Vortragsreihe in Münsingen

An vier Abenden im November stellen die Autoren des sogenannten Projekts Gewässerzustand Aaretal (GZA) ihre Ergebnisse im Schulhaus Rebacker in Münsingen Interessierten näher vor.



Quellennachweis: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/sta ... y/24161245
Gruss Rolf

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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Loup » Di 12. Nov 2013, 13:14

Ich bin in keiner Art und Weise dagegen, dass die Fischer auch ihren Zoll zu zahlen haben und wäre bestimmt nicht dagegen, wenn es auch für die Aareforelle, gleich wie bei der Aesche eine Fangzahlreduktion geben würde. Es ist aber Augenwischerei, die Fischer dafür verantwortlich zu machen, dass es weiniger Forellen in der Aare Thun- Bern hat. Der Bestand der Fischer in diesem Teil der Aare hat sich in den letzten Jahrzehnten sicher um 50% redudziert, sicher aber die Stunden welche in der Aare gefischt wird. Früher haben viele Fischer viele Fische gefangen. Heute fangen wenige Fischer wenige Forellen. Also muss der Hauptgrund anderswo liegen. Schade müssen die Vögel keine Fangstatistik ausfüllen und kein Patent lösen. So würde wohl einer der Uebeltäter rasch gefunden.
Gruss vom Murtensee
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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Rolandus » Di 12. Nov 2013, 17:42

Und was ist mit unsichtbaren Giften, Chlor, Plastic (an anderer Stelle wurde das diskutiert), Abfall tausender Brätler und Böötler?
Es wird sicher ein Mix sein aus ganz vielen Gründen und wir sollten nicht dem einen oder andern die Schuld zuschieben, sondern jetzt handeln, in allen Bereichen, pragmatisch:
do the possible - und nicht Jahre sich in Diskussionen zerfleischen ohne was zu tun.

Da macht der Kanton sicher keine falschen Vorschläge, was jetzt pragmatisch machbar sein soll.
Da würde sicher auch die Dezimierung gewisser Vogelarten in spezifischen Gebieten dazugehören; das wird ja auch in Betracht gezogen.
Gleichzeitig muss man dem FI ein Kränzchen winden in Anbetracht der Tatsache, dass der Kanton auch hier den Gürtel enger schnallen will.

Dass die Bachforelle zurück in die Alpenbäche gedrängt wird und sich die Leitfisch-Grenzen verschieben werden, das müssen wir wohl so hinnehmen, wenn sich die Erde erwärmt.
Wir fischen dann halt in der Aare, wenn überhaupt noch, vermehrt auf Barben, was ja auch Spass macht.
Desto mehr müssen wir zu den kalten Berggewässern Sorge tragen, damit wir dort die Bachforelle und die Aeschen nicht auch noch verlieren.
Die Beispiele Schwarzwasser und Sense sind diesbezüglich auch nicht ermutigend.

Und Fangbeschränkungen oder allenfalls weitere Moratorien müssen dann halt auch sein. 20 Forellen >30cm im Jahr beispielsweise aus der Aare wäre für die allermeisten Hobby-Fischer auch kein Weltuntergang.
Ich jedenfalls könnte mich problemlos mit dieser Beschränkung anfreunden - es gibt ja immer noch viele andere Gewässer und Zielfische, um Spass am Fischen zu haben, oder?
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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Köfi24 » Di 12. Nov 2013, 22:06

Ich Fische seit über 10 Jahre in diesem Gebiet und kenne es wie meine Hosentasche. Ich kann ganz klar sagen das es sicherlich nicht an den Fischern liegt, weil ich selber erst 2 mässige behändigen konnte und das liegt klar nicht an meinem können und ich habe auch noch nie jemand mit 6 Bafos gesehen, schon 3 sind eine echte Leistung.
Es liegt sicherlich auch daran das es immer wie mehr Fische wie die Barbe oder der Alet in dieser Stecke gibt und auch richtig grosse Hechte über 1 m habe ich selbst schon gesichtet. Diese Fische essen viel Fisch und verdrängen die Bachforellen immer mehr und mehr so wie die Äsche.
Dazu kommt das es weiträumig von Uttigen bis Thun ein begradigten Kanal ist der überhaupt nicht natürlich verläuft und absolut nicht genug vesteckmöglichkeiten bietet um den Bafos Schutz zu bieten gegen Sonne, Hochwasser und andere diverse Faktoren. Vögel wie Kormorane oder andere fressfeinde hab ich in dieser Strecke zum glück der Fische auch noch nie gesichtet.
Was aber abscheulich schrecklich ist, das ich jedes mal wenn ich Fischen gehe einen 35l Kehricht sack mit Müll füllen könnte! Abfall am Ufer wie auch direkt aus dem Wasser oder nahe dem Wasser.
Ich bin leider kein Biologe aber sicherlich ist das Wasser auch nicht mehr so wie es vor 10 Jahren mal war, durch die verschiedenen chemischen Stoffe die in das Wasser gelangen und durch den Regen ist zu wenig nachgeforscht worden um eine Bilanz zu ziehen.
Ich sehe die Zukunft für die Natur so oder so unter einer tief schwarze Wolke die immer grösser wird und nicht mehr zu bändigen ist. Wenn der Mensch immer weiter nur schaut das noch mehr Geld und noch mehr Kapital kommt und die Wirtschaft immer weiter so voranschreitet das immer mehr kommen muss. So ist die Welt einmal nicht mehr fähig zu geben und die Ressourcen werden ausgehen und der Mensch wird arm und nur wenige werden gut Leben können. Es ist ja schon soweit in anderen Ländern nur bei uns denken wir es kommt nie, doch in zehn Jahren werden alle darüber nachdenken weil auch Sie betroffen sein werden früher oder später. Doch dann wird die Armut die ganze Welt getroffen haben und kein Land ist mehr das was wir in der Schweiz noch haben. Solange der Mensch nicht merkt das es zu wenig Platz für so viele Menschen auf der Welt gibt solange werden wir unser Grab selber schaufeln bis wir sterbend hineinfallen. Die Menschheit sollte bei Aktuellen Wert um die hälfte schrumpfen dann wären einige Probleme schon mal weniger gross. Ende!
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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von astacus » Di 12. Nov 2013, 22:31

Köfi24 hat geschrieben:Es liegt sicherlich auch daran das es immer wie mehr Fische wie die Barbe oder der Alet in dieser Stecke gibt und auch richtig grosse Hechte über 1 m habe ich selbst schon gesichtet. Diese Fische essen viel Fisch und verdrängen die Bachforellen immer mehr und mehr so wie die Äsche.
Dazu kommt das es weiträumig von Uttigen bis Thun ein begradigten Kanal ist der überhaupt nicht natürlich verläuft und absolut nicht genug vesteckmöglichkeiten bietet um den Bafos Schutz zu bieten gegen Sonne, Hochwasser und andere diverse Faktoren. Vögel wie Kormorane oder andere fressfeinde hab ich in dieser Strecke zum glück der Fische auch noch nie gesichtet.
Dass das gehäufte Auftreten von Alet und Barben den Rückgang von Forellen (und Äschen) verursacht hat, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Weder besetzen diese Arten die selben Nischen (folglich konkurrenzieren sie sich kaum), noch halte ich gerade die Bachforelle für besonders konkurrenzschwach. Ich denke, hier werden Ursache und Wirkung verwechselt.

Ein Fischbestand ist im Prinzip nichts anderes als das Produkt des Lebensraumes. Gehen die Salmoniden zurück, während die Cypriniden zunehmen, wiederspiegelt dies eine Veränderung des Lebensraumes. Er verändert sich derart, dass die einen darunter leiden, während die anderen profitieren. Ein wichtiger Faktor könnte hier die Gewässertemperatur sein: Während den Cypriniden hohe Temperaturen wenig ausmachen bzw. sie sogar davon profitieren, sind solche für Salmoniden verheerend. Man muss sich bewusst sein, dass die üblichen Gewässertemperaturen in den Flüssen des Mittellandes schon natürlicherweise an der oberen Grenze dessen liegen, womit Forellen und Äschen zurecht kommen. Steigt die Temperatur nur minim (ob der aktuelle Klimawandel nun menschengemacht sei oder nicht, tut da wenig zur Sache), kann dies zum Ausfall ganzer Arten führen. Vergleichbare Auswirkungen haben eine ganze Reihe weiterer Umweltfaktoren (chemische Wasserwerte, Sohlenstruktur und Geschiebehaushalt, Uferbestockung, Artzusammensetzung und Menge von Wirbellosen, usw.). Hier im Detail darauf einzugehen, ist natürlich nicht möglich.

Unsere drei gefiederten Fischerkollegen bin ich übrigens an diesem Abschnitt fast immer begegnet. Kormoran, Gänsesäger, Graureiher - alle drei jagen mehr oder weniger regelmässig im betreffenden Aareabschnitt. Wie ihr euch denken könnt, seh ich das aber eigentlich positiv: Sie zeigen, dass es sehr wohl noch Fische gibt. Und die grossen Vorkommen von Arten wie Alet und Barben zeigen ihrerseits, dass Fischbestände sehr wohl ganz gut mit dem Prädationsdruck von Fressfeinden umgehen können, falls der Lebensraum stimmt. Denn es ist ja nicht so, dass diese Arten nicht durch die Vögel erbeutet werden. Und auch die Resultate des Fangmoratoriums für Äschen haben eindrücklich gezeigt, dass zumindest bei dieser Art der Kormoran und die anderen Fischfresser nicht den negativen Einfluss auf den Bestand haben, wie manche von uns gemeint haben. Es würde mich ernsthaft überraschen, wenn dies bei der Bachforelle anders wäre. Eher werden wir wohl akzeptieren müssen, dass die grossen Mittellandflüsse einfach keine grossen Forellenbestände aufweisen.
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helix
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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von helix » Mi 13. Nov 2013, 13:32

Köfi24 hat geschrieben: Ich sehe die Zukunft für die Natur so oder so unter einer tief schwarze Wolke die immer grösser wird und nicht mehr zu bändigen ist. !
Das sehe ich gar nicht so. Die Natur wird immer Natur bleiben. Arten sterben jeden Tag aus und neue entstehen. Wenn Homo sapiens eines Tages austirbt, wird die Natur trotzdem, oder erst recht, weiterleben.

Insofern ist auch eine Veränderung in der Artenzusammensetzung eines Flusses nichts Abnormales, obwohl es uns als Fischer natürlich schon schmerzt, wenn eine einst hervorragende Äschen- und Aaretiger-Population derart rapide zurückgeht. Auch Klimaschwankungen waren immer Part der Erdgeschichte, egal wer oder was der Verursacher war. Im Thread erwähnte Phänomene wie Wassertemperaturanstiege und insbesondere Spätherbst- und Winterhochwasser (finde ich einen ganz wichtigen Faktor in der Ursachenforschung und betrifft v.a. Forellen) haben ganz sicher entscheidende Einflüsse auf die Entwicklung der Fischzusammensetzung in den Flüssen und dies kann einen Rückgang in so kurzer Zeitspanne meines Erachtens schon fördern. Möglicherweise wird sich aufgrund der nun innerartlichen geringeren Konkurrenz im Fluss die Lage auch wieder etwas erholen. Zu hoffen wäre dies ganz bestimmt :wink:

Im Übrigen kann ich mich den Ausführungen von astacus anschliessen, mE ganz gut erklärt! Obwohl ich den Titel unpassend finde; auch der eingangs von Rolf gepostete Beitrag aus den Printmedien trifft es in meinen Augen (ausnahmsweise) gut.

Irgendwo stösst hier die Beeinflussung Seitens Menschen an die Grenze, wir können (gottseidank) keine Aare runterkühlen und Regenmassen in Schnee verwandeln und somit Hochwasser verhindern. Die Natur wird sich an solche Phänomene anpassen können, wenn auch nicht immer im Sinne des Menschen/Fischers.
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Gruess helix

Pit65

Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Pit65 » Mi 13. Nov 2013, 15:53

Seid ich wieder fische, lese ich solche Berichte sehr aufmerksam. Die Gewässer ändern ihren Charkter und Nahrungsangebot wenn deren ø-Temperatur steigt oder sinkt. Somit wird sich wohl auch der Leitfisch ändern......Fische denen wärmere Temperaturen nichts anhaben breiten sich stark aus. Also muss man wohl eher sagen, der Leitfisch und seine Begleiter sind rückläufig und die "neuen" Leitfische nehmen zu.

Ich frage mich nur ob es uns mit der heutigen Technik nicht möglich wäre, Wärme den Flüssen zu enziehen und diese für den Winter oder sonstige Nutzung im Erdreich zu speichern, wie es bereits bei modernen Solar- und Erdwärme Systemen Stand der Techik ist. Aber das ist ja nicht das Thema in diesem Fred.

@helix, danke genau so denke ich auch. Egal was wir der Natur antun, die Natur überlebt es. Wir rotten also höchstens uns selber aus, der Rest pendelt sich wieder ein :wink: dazu ist fast endlos Zeit.

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Köfi24
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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Köfi24 » Mi 13. Nov 2013, 22:31

@helix, danke genau so denke ich auch. Egal was wir der Natur antun, die Natur überlebt es. Wir rotten also höchstens uns selber aus, der Rest pendelt sich wieder ein :wink: dazu ist fast endlos Zeit.
Genau solches denken ist absolut falsch! Man kann das z.b. anhand der Verschmutzung in China zeigen da gibt es Flüsse die so verschmutzt sind das es sicherlich über 1000 Jahre gehen wird bis sich jeder einzelne dreck selbst auflöst oder so klein ist das man nichts mehr unter dem Mikroskop nachweisen kann.
Alle die Müllberge die im Ozean herumschwimmen soo gross wie eine Stadt.
Plastik das Mikroskopisch klein wird und sich nicht einfach in luft auflöst. Das wiederum die Tiere aufnehmen durch Nahrung und Atmung und wir dann auch zu uns nehmen.
Solange der Mensch sachen erfindet das noch sehr lange nicht abbaubar unter oder über der Erde erhalten bleibt kannst du nicht so denken sonst bist du (Naiv und Dumm).
Radioaktives verseuchtes Plutonium oder andere Atomare bestandteile sind der Beweis das die Erde nicht über alles in der lage ist her zu werden.
„Ist mir doch egal, wer dein Vater ist! Solange ich hier angle, läuft keiner übers Wasser!“

Pit65

Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Pit65 » Mi 13. Nov 2013, 22:48

.....ich sag ja nicht dass ich so handle und das mein Lebensstil ist. Dennoch der Mensch rottet sich selber aus und danach kann sich die Natur erholen. Wir (die Menschheit) ist doch nur noch in der Lage alles zu verschlimmbessern, sprich wir machen eine grössere Grube auf um eine bestehende zu decken und dabei geht immer wie mehr verloren. Somit werden die Löcher grösser und zahlreicher......hat nichts mit vaivität oder dummheit zu tun, eher mit realistischer betrachtungsweise ( wobei zugegeben je nach betrachtungswinkel ist es mal realistisch mal naiv). Ich veerurteile die ausbeutung und respektlosigkeit gegenüber der natur nicht minder als du.... :v: :shock:

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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Würmlibader » Mi 13. Nov 2013, 23:06

@köfi:

die natur rechnet in jahtausenden, nicht so wie wir in tagen ;)
ALLES wird irgendwann, irgendwie abgebaut - vielleicht dauerts halt einfach länger als ein paar menschenleben.
des weiteren sollte unsere ach so schlaue spezies mal betrachten, dass wir auch nicht mehr als ein Tier sind - vielleicht sogar eines der dümmsten, welches die evolution jemals zu tage gefördert hat. Alles was der mensch erfindet, baut und zusammensetzt, besteht aus NATUR, und genau diese Natur wird auch alles wieder in die ursprünglichen Bauteile zurückzersetzen.

soll jetzt nicht heissen, dass ich meinen abfall zurücklasse und mir alles scheissegal ist. aber im endeffekt spielts unter dem Strich dann trotzdem keine Rolle


"Der Mensch sollte endlich aufhören, sich als etwas Besseres zu betrachten - wir kommen aus der Natur, sind Natur und werden Natur"


zurück zum eigentlichen Thema:
Dass die Forellen und Äschen jeweils besonders im Hochsommer akute Mühe haben, lässt für mich eigentlich kaum einen Zweifel offen, dass die steigenden Temperaturen wohl das grössere Problem sind als die Fischer. Wohl werden auch die Verschmutzungen, resp Mikroverunreinigungen ihren Teil dazu beitragen, da ich die Materie aber nicht kenne und andere da wohl mehr Ahnung haben, lass ich mich hier nicht auf die Äste raus.
Wäre das mit den Mikroverunreinigungen aber tatsächlich so schlimm, wie hier einige schwarzmalen, wären nach den Forellen/Äschen aber keine anderen Fischarten am aufkommen - die wären ja dann genau so impotent/steril wie unseren geliebten Leitfische und könnten sich auch nicht ausbreiten.

Ich denke, das ganze könnte darauf hinauslaufen, dass die sensibleren Edelfische halt zunehmends in die kälteren Gewässer zurückgedrängt werden - dass also Bachforellen z.b das Mittelland räumen müssen und sich mit den Oberlandflüssen und Bächen zufrieden geben müssen.

noch ists nicht soweit, und vielleicht entwickelt sich ja auch alles ganz anders.
Regel 1: nicht fischen zu gehen, ist immer die FALSCHE Entscheidung...!

daniel

Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von daniel » Do 14. Nov 2013, 08:14

wir können (gottseidank) keine Aare runterkühlen und Regenmassen in Schnee verwandeln
Das ist falsch - wir sind im Handumdrehen in der Lage diese Veränderungen technisch herbeizuführen.
Da bestehen fixfertige Konzepte und verrotten in den Schubladen. Es geht nicht darum mit einem Haufen Energieaufwand zB die Aare zu kühlen; es geht darum, die Energie der Aare zu nutzen, damit zB Heizungswärme produziert werden kann. Einfach gesagt funktioniert beim Beispiel Wärmepumpe dies: Ich stecke einen Franken Strom in eine Elektroheizung und erhalte Wärme in der selben Menge; stecke ich aber einen Franken Strom in eine Wärmepumpe, erhalte ich nach heutigem Stand der Technik drei mal mehr Wärme! Diese Technik führt dazu, dass, um immer noch beim Beispiel Aare zu bleiben, das Wasser abkühlt, da ihm Energie entzogen wird.
Schweizweit unterliegen solche Projekte einer extrem harten Prüfung und haben eine Realisierungschance um die null Prozent. Glücklicherweise! Und dennoch Schade! Würde wild drauf los gebaut, wären die Folgen wohl schlimm für die Umwelt. Würde aber punktuell geplant und realisiert würde viel Energie gespart und der viel zitierten Klimaerwärmung entgegengewirkt - da profitiert auch der Fisch.

Achtung, das ist jetzt nicht einfach die Lösung schlechthin; das ist ein klitzekleiner Puzzlestein in unserem riesigen Mosaik - aber frei nach "W. Kucher": "je mehr Steine, desto grösser der Berg".

Pro- und Contra-Argumente zu diesem genannten Beispiel sind fast so unzählig, wie die Liter Wasser die täglich das erwähnte Gewässer runterfliessen; ich habe das Glück und darf in verschiedenen Gebieten in unserem Land bei solchen Ideen, Konzepten und Machbarkeitsstudien mitwirken - da werden natürlich verschiedene Interessen vertreten: da ist Profit im Spiel, grün-Denkende, Pessimisten, Lobbyisten, Unternehmer (da gehöre ich dazu), Politik, und und und...
...und ich muss leider zugeben, dass durch diese vielen Interessen eine Art "sich im Kreis drehen" entwickelt; das ist aber vielleicht besser als nachteilig. Denn vielleicht muss gut Ding wirklich Weile haben.

Arts

Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von Arts » Fr 15. Nov 2013, 20:17

Naja,

Wir können heute ja durch Abdecken von Gletscher mit Blachen selbst Gletscher wieder zum Wachsen bringen...

Aber das alles ist nur Symptomebekämpfung...

Solange wir nur technische Lösungen für unser Problem suchen mit dem Ziel uns nicht einschränken zu müssen, solange funktioniert der Kapitalismus/Nihilismus doch perfekt :shock:

Die Natur hält sich leider/erfreulicherweise nicht an diese Werte :!:

In England sind es mitlerweile ja die Rotaugen die Probleme mit Sterilität bekommen. Aber das kümmert den Edelfischer ja nicht.

Das ist alles was ich beitrage, auf diesem dünnen Ast...

Tom

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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von pegasus72 » Mo 18. Nov 2013, 13:08

Eine blöde Frage zum Thema "vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen:"
Könnte der Rückgang nicht auch einfach damit zusammenhängen, dass die Aare in diesem Abschnitt nicht mehr im gleichen Masse besetzt wird, wie es vor ein paar Jahren noch der Fall war ?

Die kritische Antwort gebe ich mir gleich selber:
Die Situtation an der Aare ist für mich ganz klar eine Auswirkung unseres neuen und vielfach praktizierten Gutmenschen-Gewässermanagments.

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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von habakuk » Mo 18. Nov 2013, 16:16

Gutmenschen-Gewässermanagments?

Ich sehe es als Folge der offensichtlichen Dummheit der Menschheit an sich...

Forellen sind Wanderfische. Noch Fragen? :evil:
Darf ein Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben?

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Re: Dramatischer Fisch-Rückgang in der Aare

Beitrag von track » Mo 18. Nov 2013, 19:08

War's bis jetzt eigentlich arg voll bei den Infoabenden? Und hat man die Frage, wie man für mehr Schatten zwecks tieferen Wassertemperaturen sorgen würde, schon behandelt?
Weltformel nicht in Sicht. Vermutlich alles sinnlos.

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