Puff - Forellen

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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helix
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Puff - Forellen

Beitrag von helix » Mo 25. Mär 2013, 15:07

Beiträge wurden hier abgetrennt :wink: edit by Felchenfischer

viewtopic.php?f=90&t=15943&p=203630#p203630


Gratuliere dir auch zu deinen ersten Forellen, Iguchre, sicherlich tolles Erlebnis für dich! :up:
primus hat geschrieben:Gratuliere zu den schönen Fischen
... da muss ich aber nun trotzdem wieder mal nachhaken. Mit "schönen" Fischen hat dies mE gar nix zu tun! Das soll nicht etwa Missgunst sein oder die Freude über die ersten Trouts schmälern, ganz sicher nicht! Für ein solches Erlebnis ist der Lungersee doch perfekt. Jedoch sind die gezeigten Rebos Produkt von Massentierhaltung - und Zucht. Deformationen (Wirbelsäule und Mopskopf) und unnatürlich abgerundete Flossen zeigen ganz deutlich die Grenzen auf, wenn es einfach darum geht, möglichst kostenrentabel Fische zu produzieren. Das muss mE einfach gesagt sein, ansonsten machen wir uns hier ziemlich unglaubwürdig.

Und "Goldforellen" (ist eine Pigmentstörung) zu züchten und dann noch zur Attraktivitätssteigerung auszusetzen, finde ich definitv daneben! :censored:
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ChristianK.
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Re: Lungernsee 2013

Beitrag von ChristianK. » Mo 25. Mär 2013, 16:53

Wir waren am Samstag am Lungerersee mit zwei Jungs von 7 und 8 Jahren, denen zwar beim fischen eher langweilig ist, sobald aber dann doch etwas beisst, sie schlagartig begeistert sind ;)

Unsere Fische sahen gut aus, zwar offensichtlich besetzte, aber das weiss man ja.

Bei unserer Ankunft wurde eine solche deformierte gerade vor dem Container filetiert und begutachtet, man geht der Sache also nach, wie mir scheint.
Petri Heil
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helix
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von helix » Mo 25. Mär 2013, 17:59

Danke Rolf fürs Verschieben!
ChristianK. hat geschrieben:Bei unserer Ankunft wurde eine solche deformierte gerade vor dem Container filetiert und begutachtet, man geht der Sache also nach
Die Missbildung, verursacht meistens als Jungfisch (wenn die Geräte/Knochen noch "weich" sind) durch Parasiten, z.B. Myxobolus, hätte man aber auch bereits vorher erkannt. Da aber in solchen Zuchten oftmals keine Mittel zur Verfügung stehen, um die Selektion bereits vor dem Aussetzen (als Massfisch) vorzunehmen, sind solche Deformationen leider üblich.

Habe meinen Post direkt in den Thread geschrieben, weil es mich stört, dass in einem Fischerforum, wo zahlreiche fachkundige und erfahrene Fischer angemeldet sind, bei Abbildungen solcher Fische von "schönen" Fischen die Rede ist und keiner etwas dazu sagt (oder sagen darf). Genau dann wären wir in meinen Augen, wie gesagt, unglaubwürdig. :wink:
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aspidelaps

Re: Puff - Forellen

Beitrag von aspidelaps » Mo 25. Mär 2013, 18:52

helix hat geschrieben: bei Abbildungen solcher Fische von "schönen" Fischen die Rede ist und keiner etwas dazu sagt (oder sagen darf). Genau dann wären wir in meinen Augen, wie gesagt, unglaubwürdig. :wink:
es darf jeder was sagen..
nur fragt sich ob man in "jedem" zweiten thread was sagen *muss*... ;)
dass thema mopsköpfe ist schon sowas von ausgelutscht, dass es schon fast langweilig ist.
aber ok...

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Rolandus
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von Rolandus » Mo 25. Mär 2013, 19:03

Mir fällt auf, dass gerade jetzt wieder in den deutschen Fachzeitschriften extrem viele Beiträge zum Angeln an Forellenteichen oder -seen kommen (Tremarella, Spirolino, etc.).
Die Deutschen scheinen auch viele solcher Anlagen zu haben und gehen unverkrampfter mit diesem Thema um, eben sogar in den Fischerzeitschriften als wichtiges und etabliertes Thema.
Irgendwie ist es mir lieber, wenn die Fischer, die vod allem viel Fisch rausziehen wollen in solche Anlagen gehen, als wenn wir an allen Gewässern mit Besatz rumpfuschen. Gehe ja selbst 1-2 Mal im Jahr in die Fischzucht mit meinem Sohn. Wo soll man denn den Umgang mit Fisch sonst üben, wenns am Fluss oder auf dem See nicht so frequent beisst wie in Schweden oder wie früher auch bei uns?

Ich finde man soll den Fischern solche Fänge und die Freude über den Fang gönnen und nicht gleich immer zerreden.

Nochmal klar: ich bin für Puffs natürlich im Rahmen der Gesetzgebung und dagegen, dass man in den grösseren und zusammenhängenden Gewässern stark besetzt. Insbesondere keine fremden Arten wie Regenbogenforellen, nur damit die Fischer ihren Spass haben.
Wenn man mit den "deformierten" Forellen nicht leben kann, muss man ja nicht dahin gehen. Bei anderen Nutztieren macht msn auch nicht so ein Geschrei. In einem Gewissen Sinne sind z.B. fast alle heutigen gezüchteten Kühe deformiert, zur Leistungsfähigkeit optimiert und haben nichts mehr mit einem Urochsen gemeinsam.
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von helix » Mo 25. Mär 2013, 19:08

lieber aspidelaps... evtl. sind nicht alle so belesen und tagtäglich so intensiv im Forum wie du (sehr engagiert übrigens deine reihenweise Beiträge und halbe Threadseiten, chapeaux!). Evtl. könntest du auch etwas ontopic beitragen und beispielsweise die tonnenweise "Mopskopfthreads" verlinken :wink: ... oder wenns dich nicht interessiert, es auch einfach sein lassen :? mich interssierts auch immer weniger und deshalb schweige ich auch vermehrt, und angesichts solcher Beiträge immer öfter!
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von helix » Mo 25. Mär 2013, 19:18

Rolandus hat geschrieben: Ich finde man soll den Fischern solche Fänge und die Freude über den Fang gönnen und nicht gleich immer zerreden.
helix hat geschrieben:Gratuliere dir auch zu deinen ersten Forellen, Iguchre, sicherlich tolles Erlebnis für dich! :up:
helix hat geschrieben:Das soll nicht etwa Missgunst sein oder die Freude über die ersten Trouts schmälern, ganz sicher nicht! Für ein solches Erlebnis ist der Lungernsee doch perfekt.
:wink:
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von Iguchre » Di 26. Mär 2013, 13:56

helix hat geschrieben:Und "Goldforellen" (ist eine Pigmentstörung) zu züchten und dann noch zur Attraktivitätssteigerung auszusetzen, finde ich definitv daneben! :censored:
Hallo Helix

Bist du dir da sicher mit der Pigmentstörung?
"Die Goldforelle (Oncorhynchus aguabonita) ist eine Art der Lachsfische (Salmonidae). Sie wurde zunächst als Unterart der Regenbogenforelle beschrieben, wird inzwischen aber größtenteils als eigenständige Art anerkannt. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Nordamerika, in Europa wird die Goldforelle oft in Teichen gehalten."
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Goldforelle

Gruss

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Re: Puff - Forellen

Beitrag von astacus » Di 26. Mär 2013, 14:22

helix hat schon recht mit der goldforelle. bei der goldforelle des wikipedia-artikels handelt es sich un eine andere form, die in der tat eine eigene art ist. goldforellen in schweizer puffs und zuchten sind jedoch nicht mit dieser art identisch, sondern stellen eben nur form der regenbogenforelle mit pigmentveränderungen dar.
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Iguchre

Re: Puff - Forellen

Beitrag von Iguchre » Di 26. Mär 2013, 15:49

Ok, das scheint tatsächlich zu stimmen... (Gegoogelt)
Ist eine art Albino wenn ich das richtig verstehe.

Dann ist es doch aber nicht korrekt diese ebenfalls "Goldforelle" zu nennen, oder?
Das geht ja dann in Richtung "Etikettenschwindel à la Pferdefleischskandal".

Schlussentlich bietet man uns eine Goldforelle an welche eigentlich gar keine ist!

Ob die Zucht solcher Forellen so Schlimm ist, da kann man sich ja wiederum darüber streiten.
Zumindest ist es auch bei diversen Haus-/ und Nutztieren gang und gäbe, dass die gewünschten Eigenschaften durch Zucht hervor gehoben werden.
Und dies sind teils Eigenschaften die dann definitiv nicht dem Wohl der Tiere dienen...

Farbvarianten sind da wohl noch das harmloseste!

Bin jedoch grundsätzlich auch der Meinung, dass jeder Eingriff in die Natur fraglich ist.

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Re: Puff - Forellen

Beitrag von astacus » Di 26. Mär 2013, 18:14

jeder deutsche artname ist und bleibt nur ein trivialname und ist daher absolut belanglos. trivialnamen eignen sich nun mal nicht dazu, die artzugehörigkeit zu bestimmen.

ein etikettenschwindel ist eigentlich bei den fischen noch vieles. demnach wäre ja schon der begriff regenbogenforelle ein etikettenschwindel, denn diese ist keine forelle, sondern ein pazifischer lachs. und die lachsforelle, die ja eigentlich nichts anderes ist als eine überfettete regenbogenforelle, wäre demnach auch ein etikettenschwindel, da sie entweder das eine oder das andere wäre, streng taxonomisch als art der gattung Oncorhynchus also ein lachs.

zerbrich dir nicht den kopf über die deutschen namen. das sind und bleiben nur namen und sagen nichts weiter über die artzugehörigkeit oder so aus.
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von helix » Di 26. Mär 2013, 20:27

Schön, dass doch noch einige "brauchbare" Inputs gekommen sind, danke Igchure und Asti :up:

Betreffend der pigmentgestörten Rebofo kann ich aus meinem Blickwinkel noch folgendes ergänzen:

Diese Pigmentstörungen sind erblich bedingte "Fehler" und kommen bei vielen Lebewesen vor. Auch in der Natur ist es üblich, dass bei verschiedensten Fischarten ab und wann wieder solche Pigmentstörungen vorkommen, welche aber in diesem Fall nichts mit dem Albinismus zu tun haben. Die meisten Individuen werden aber in der freien Wildbahn gar nicht geschlechtsreif, da sie beispielsweise als Beute für Prädatoren aller Art viel besser erkenntlich sind (sind überhaupt nicht der Umgebung angepasst und kaum getarnt) und deshalb leichte Beute sind. Trotzdem gibt es ab und wann auch Tiere, die grösser und auch geschlechtsreif werden, diese haben aber ebenfalls keinerelei Vorteile (im Gegenteil) wenn es darum geht, sich erfolgreich fortzupflanzen. Deshalb haben sich in den Gewässern unserer Breitengrade solche gefärbten Individuen nie durchgesetzt.

Bei der Zucht von Tieren und auch Fischen kann der Mensch bestimmen, welche Individuen er für die Fortpflanzung vermischt. In der Aquaristik und Teichhaltung hat sich beispielswiese der sehr bekannte Goldfisch, eigentlich eine Karausche oder u.a. ein Karpfen schon seit Jahrhunderten durchgesetzt. Das sind aber ganz klar domestizierte Fischarten fürs Aq oder den Teich, die sich unter normalen Bedingungen in unseren Seen und Flüssen nie durchsetzen könnten.

Bei der Rebofo züchtet der Mensch eine Pigmentstörung, eigentlich sozusagen eine Krankheit, um diese als Attraktivitätssteigerung beispielsweise im Lungern- oder auch Melchsee für die Hobbyfischer auszusetzen. Das ist doch "krank" und hat meines Erachtens überhaupt nichts mehr zu tun mit naturnahem Erlebnis am oder auf dem See. Schon der Besatz mit "normalen" Teller-Portionen-Zuchtrebofos ist für mich umstritten, doch dies übertrumpft nun wirklich alles! :wink:
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Re: Puff - Forellen

Beitrag von ChristianK. » Di 26. Mär 2013, 21:26

Ich sehe es wie Rolandus. Mir sind die Fleischfischer an einem FoPu lieber als am See!
Um "schnell mal zum räuchern" ein paar Forellen zu fangen, gehe ich auch an einen Forellensee, wieso auch nicht.

Da es in diesen Angelteichen oft auch vom Stör bis zum Wels alles möglich zu fangen gibt, erhöht den reiz dort zu fischen für sehr viele Fischer.
Man muss auch das eine sehen, nicht jeder hat ein Salmonidengewässer vor der Haustüre, geschweigenden die Möglichkeit einen Stör oder Wels zu fangen.
Das Erlebnis des selber fangens und anschliessendem Gaumenschmaus(räusper) rundet die Sache ab.
Die Monsterforellen(im wahrsten Sinne) tun ihr übriges. Wer fängt schon Forellen von 10 Kilo und mehr? Dort hat man die Chance dazu.

Solange das ganze im Rahmen des Gesetzes bleibt, ist es OK.

Wenn sich nichts geändert hat, braucht man in den Deutschen FoPus auch keinen Angelschein, was die Attraktivität für viele erhöht um mit Kollegen die keinen Schein haben,mal fischen gehen zu können.
Für Interessierte die nicht gleich die Prüfung machen wollen, sondern erst mal testen und auch für Kinder und Jugendliche die sonst nicht fischen dürften.
(in D gibt es kein Freiangelrecht, also entweder man macht einen Wochenlangen Kurs und die Prüfung, oder geht in ein FoPu)
In Bayern gibt es übrigens kein FoPu, die dortigen Gesetze verbieten diese Art der fischerei.
16 Bundesländer, 16 Fischereigesetze inkl. Unterschiedlicher Schonzeiten usw.

Begrüssen würde ich allerdings wenn sich einige der dortigen Fischer mehr Gedanken um die Kreatur Fisch machen würden ...
Petri Heil
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