Meldungen über Fischsterben in der CH

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Doniep

1000 Tote Fische

Beitrag von Doniep » Sa 4. Aug 2012, 16:17


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Re: 1000 Tote Fische

Beitrag von genoni33 » Sa 4. Aug 2012, 19:16

Unglaublich :censored: !! Dann auch noch Bartgrundeln!!! Die Fischerei unterliegt strengen Schonvorschriften und diese ... können walten und schalten wie sie wollen :evil:.
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Re: Fischsterben

Beitrag von berufsfischer » Fr 7. Sep 2012, 22:00

ich stells mal hier ein :wink: http://www.zsz.ch/artikel_85783.html

kann man die berichte über "fischsterben" nicht in einem thread zusammenfassen? dann wäre es übersichtlich und gäbe nicht für jeden vorfall einen neuen thread. mit der zeit wäre dass dann auch eindrücklich zu sehen, wie oft fische aufgrund von "unfällen" verenden müssen...

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Re: Fischsterben

Beitrag von beatZz » Fr 7. Sep 2012, 22:53

Da hast du vollkommen recht!

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Re: Meldungen zu Fischsterben

Beitrag von Martin » So 9. Sep 2012, 15:25

Dank an berufsfischer für die gute Idee, ich habe - hoffentlich - die meisten Meldungen von Fischsterben hier zusammengefügt, nun kann man sie chronoligisch durchlesen.
Ich bitte euch hier nur Meldungen wo es auch wirklich Fischsterben gab einzustellen und nicht z.B. Gewässerverschmutzungen ohne Fischsterben.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

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Re: Meldungen zu Fischsterben

Beitrag von genoni33 » So 9. Sep 2012, 16:24

Martin hat geschrieben:Dank an berufsfischer für die gute Idee, ich habe - hoffentlich - die meisten Meldungen von Fischsterben hier zusammengefügt, nun kann man sie chronoligisch durchlesen.
Ich bitte euch hier nur Meldungen wo es auch wirklich Fischsterben gab einzustellen und nicht z.B. Gewässerverschmutzungen ohne Fischsterben.
:thanks: :up:
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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von genoni33 » So 9. Sep 2012, 17:03

http://www.haken.ch/news/426/fischsterb ... tzung.html Das betrifft mich sogar direkt :(. Hätte bald eine Gastkarte ergattern können :(. Ich durfte auch schon erstaunliche Seeforellen Milchenr und Rogner aus dem Bach in der Fischzuchtanlage Stäfa bestaunen. Nimmt mich wunder was jetzt bei der Seeforellen Laichwanderungen passiert. Steigen die dann dort noch ein?

Das hat ja BF schon verlinkt sorry!
Zuletzt geändert von genoni33 am So 9. Sep 2012, 17:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von berufsfischer » Mo 10. Sep 2012, 13:53

danke martin für die mühe :up:

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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von Kangooroo » Mi 16. Okt 2019, 00:41

Hallo zusammen

Vielleicht habt ihr es heute auch schon irgendwo in den News vernommen. Mehrere "Fisch- und Krebsarten sind in der Schweiz stärker gefährdet als bisher" schreibt heute die NZZ-Online in einem kurzen Artikel. Ganz ähnliches schreibt auch die Aargauer Zeitung. Will man dann genaueres herausfinden, benutzt man halt Google und findet so eine Medienmitteilung vom UVEK, welches eine Vernehmlassung veröffentlichte. Ich habe das ganze mal etwas entschlüsselt und übersetzt.

Bevor ich euch das ganze auftische. Das hier solltet ich wissen, bevor ihr weiter lest. Es gibt ein international angewendetes Kategorien-System, welches die Gefährdungsarten aufzeigen sollen:
0 = ausgestorben
1 = vom Aussterben bedroht
2 = stark gefährdet
3= gefährdet
4 = potenziell gefährdet
NG = nicht gefährdet
DÜ = Datenlage ungenügend

Hier also ein Auszug aus den Dokumenten des Bundes inkl. der Übersetzung der lateinischen Namen.
Auf der Grundlage der neuen wissenschaftlichen Daten erhielten 23 Arten einen neuen Gefährdungsstatus. Die Änderungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
a. Bei zehn Arten verschlechtert sich der Gefährdungsstatus:
- Fluss-Schleimfisch Salaria fluviatilis (bisheriger Status 4; geänderter Status 3)
- Moderlieschen Leucaspius delineatus (bisheriger Status 4; geänderter Status 3)
- Dalmatinischer Zwergdöbel (Triotto) Rutilus aula (bisheriger Status 3; geänderter Status 1)
- Frauennerfling Rutilus pigus (bisheriger Status 3; geänderter Status 1)
- Rohnenforelle Salmo rhodanensis (bisheriger Status 3; geänderter Status 2)
- Äsche Thymallus thymallus (bisheriger Status 3; geänderter Status 2)
- Europäischer Aal Anguilla anguilla (bisheriger Status 3; geänderter Status 1)
- Italienischer Steinbeißer Sabanejewia larvata (bisheriger Status 2; geänderter Status 1)
- Arborella Alburnus arborella (karpfenartiger, verwandt mit dem Ukelei) (bisheriger Status 2; geänderter Status 1)
- Bachschmerle, Bartgrundel Barbatula barbatula (bisheriger Status NG; geänderter Status 4)

b. Bei drei Arten verbessert sich der Gefährdungsstatus:
- Karpfen Cyprinus carpio (bisheriger Status 3; geänderter Status 4)
- Strömer Telestes muticellus (bisheriger Status 3; geänderter Status 4)
- Wels Silurus glanis (bisheriger Status 4; geänderter Status NG)

c. Vier Arten erhalten erstmals einen Gefährdungsstatus:
- Italienische Grundel Cobitis bilineata (bisheriger Status DU; geänderter Status 2)
- Elritze Phoxinus lumaireul (bisheriger Status DU; geänderter Status 3)
- Adriatische Rotfeder Scardinius hesperidicus (bisheriger Status DU; geänderter Status 3)
- Italienischer Döbel Squalius squalus (bisheriger Status DU; geänderter Status 3)

d. Bei zwei Arten muss der bisherige Gefährdungsstatus anhand zusätzlicher Informationen neu definiert werden:
- Finte, Elbe Alosa fallax (bisheriger Status 0; geänderter Status DU): Diese Art galt bisher als ausgestorben, doch vereinzelt scheinen einige Individuen gesichtet worden zu sein (muss noch präzisiert werden).
- Steinbeisser Cobitis taenia (bisheriger Status 3; geänderter Status DU): Bei dieser Art lag eine taxonomische Unklarheit vor. Die Verbreitung der Art muss noch präzisiert werden.

e. Vier Arten gelten neu als einheimische Arten:
- Meerneunauge Petromyzon marinus, eine heute ausgestorbene Art, deren historisches Vorkommen in der Schweiz nachgewiesen ist
- Po Gründling Gobio benacensis, G. obtusirotstris und Hecht (Hechtpopulationen des nördlichen und mittleren Italien) Esox cisalpinus, drei Arten, deren Verbreitung in der Schweiz unsicher ist und für die noch kein Gefährdungsstatus definiert werden kann.
Unter dem Titel "Auswirkungen auf die Umwelt" schreieben die Autoren:
Der revidierte Anhang 1 zur VBGF macht deutlich, dass 74 Prozent der einheimischen
Fisch- und Krebsarten bereits ausgestorben (Status 0) oder vom Aussterben bedroht bzw.
gefährdet sind (Status 1–4). Die notwendigen Maßnahmen für den Schutz der gefährdeten
Arten, die von den Kantonen zu ergreifen sind, sollen eine Lebensraumverbesserung
erlauben.
Eigentlich recht krass, da so auf die Zahlen reduziert nüchtern mitgeteilt zu bekommen. Was dabei für uns Fischer - und in der Regel meine ich dabei den naturliebenden und -verbundenen Fischer - herauskommt, wird sich noch zeigen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass z.B. für den Aal ein generelles Fangverbot herausgegeben wird, was ich auch nicht mehr als recht finde. Im Greifensee sei ja ein Aalfang fast schon wie ein Lotto-6er zu werten.

Amerkung meinerseits: Die Namen fast aller Fische herauszufinden war gar nicht immer so einfach, weshalb auch noch einige wenige Lücken bestehen. Sollte sich jemand noch besser auskennen oder wenn sich hier Fehler eingeschlichen haben, lasse ich mich gerne belehren/korrigieren.

Liebe Grüsse
Kangooroo

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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von CH-Simon » Mi 16. Okt 2019, 11:34

Danke, sehr interessant, müsste ja dann auch mal auf
petri-heil.ch
aufgenommen und erklärt werden

Gruss

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Loup
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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von Loup » Mi 16. Okt 2019, 12:11

Danke für deine Mühe.
Gruss vom Murtensee
Loup

Bad Ass Fisherman
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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Mi 16. Okt 2019, 17:05

Ganz nice, super Arbeit!!

Und ja das mit den Aalen im Greifensee kann ich 100% bestätigen...
In der Kindheit haben wir überall und zu jeder Tageszeit Aale gefangen...

Heute kann man froh sein wenn man noch einen erwischt, dieses Jahr hatte ich wider keinen!!
Letztes Jahr dafür einen 93er.. Aber nur einer...

Dafür stapeln sich die Welse bei uns...
Das kann es ja auch nicht sein...

Ich denke wir Fischer müssen langsam festlegen auf was es sich noch lohnt zu fischen.
Klar Hecht und Barsche sind kein Problem, oder Karpfen...
Aber vieles anderes gehört schon länger unter Schutz gestellt, die Forelle so als Beispiel!!


Mfg
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von DonMiguel » Mi 16. Okt 2019, 17:30

Sehr spannend, danke, dass du auf dieses Thema aufmerksam machst!
Betreffend Bachforelle: Wenn ich das weiterführende Dokument für alle Arten richtig interpretiere, ist diese "nur" "potentiell gefährdet". Damit hätte sie den gleichen Status wie die Barbe, die Felche und der Karpfen...
https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/d ... L%20DE.pdf
Oder wie versteht ihr das?

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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Mi 16. Okt 2019, 17:56

Gehen wir mal nur von =Forelle= aus, würde das aus meiner Sicht so passen...

Aber schauen wir über die gesamte Genetik sieht es ganz anders aus...
Man fängt gerade an zu verstehen das Forelle eben nicht =Forelle ist... Da gibt es sehr spezielle Typen die auf gewisse Gewässer angepasst sind.
Die verschwinden nach und nach.
Leider wird durch falscher Besatz sehr viel kaput gemacht...

Mit ein Grund wesshalb die Zahlen überall kleiner werden von den Fängen.
Aber das Thema steckt noch in Kinderschuhen...

Aus meiner Sicht gehört die Forelle die nexten 5-10 Jahre geschüzt. Und danach mit strengen Entnahmebedingungen wider geöffnet. So, Fangfenster, Fangmax. Für Anzahl aufs Jahr, Sperrzonen in Gewässer zu gewissen Jahreszeiten...

Ohne drastische Massnahmen wird es schwer für den Typus Forelle...
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

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Re: Meldungen über Fischsterben in der CH

Beitrag von Freezy » Mi 16. Okt 2019, 22:41

Bad Ass Fisherman hat geschrieben:
Mi 16. Okt 2019, 17:56
Man fängt gerade an zu verstehen das Forelle eben nicht =Forelle ist... Da gibt es sehr spezielle Typen die auf gewisse Gewässer angepasst sind.
Die verschwinden nach und nach.
Leider wird durch falscher Besatz sehr viel kaput gemacht...
Dies sollte man meiner Meinung nach ein wenig differenzierter betrachten: Die Wissenschaft versteht das schon lange, die Praxis beginnt es langsam zu verstehen. Auch wenn leider nur sehr langsam...

Gruss
Freezy

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