Meldungen über Fischsterben in der CH

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Würmlibader
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Re: Fischsterben im Dorfbach

Beitrag von Würmlibader » Sa 11. Feb 2012, 20:27

die sind dort auch ein bisschen hintendrein... bei zuviel eis wird gesalzt - BASTA! :mrgreen: :mrgreen: :lol: :lol:
Regel 1: nicht fischen zu gehen, ist immer die FALSCHE Entscheidung...!

Wasabi

Re: Fischsterben im Dorfbach

Beitrag von Wasabi » Sa 11. Feb 2012, 21:17

Fehlt noch der Kochsieder und schon gibt's Forelle Blau :lol: :lol:

Aber wie es halt so immer ist, es muss immer erst was schlimmes passieren damit was unternommen wird! Ist Leider so....


Arts

Re: und wieder ein gülle-unfall, im kt. be, ein grosser dazu

Beitrag von Arts » Di 19. Jun 2012, 09:18

Ich habe erst kürzlich den Jahresbericht des FI angeschaut und war allgemein erstaunt wie viele "Fälle" von fischsterben es jedes Jahr wieder gibt. Die meisten gehen aufs Konto der "bschüti"

Im Kt. Bern im 2011 waren es 11 Gülle-Fälle gefolgt von 8 mit Ursache unbekannt.

Total gab es 32 Fälle von Fischstereben, im 2010 "nur" 20

Tom

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Dural
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Re: und wieder ein gülle-unfall, im kt. be, ein grosser dazu

Beitrag von Dural » Di 19. Jun 2012, 09:33

in einem so kleinem Bach leben 10'000 bis 20'000 Forellen, WOW! kann ich mir fast nicht vorstellen.

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Re: und wieder ein gülle-unfall, im kt. be, ein grosser dazu

Beitrag von Redfish » Di 19. Jun 2012, 09:48

Der Kanton Luzern im gleichen Jahr Total 37, obwohl dieser 4mal kleiner als der Kanton Bern ist. Somit seid ihr ein „Vorbild“ für uns.

Schweizer Angler

Re: und wieder ein gülle-unfall, im kt. be, ein grosser dazu

Beitrag von Schweizer Angler » Di 19. Jun 2012, 10:06

@dural
in einem so kleinem Bach leben 10'000 bis 20'000 Forellen, WOW! kann ich mir fast nicht vorstellen.
der bach ist klein aber nicht kurz. und in kleinen bächen leben oft sehr viele fische (werden auch kaum- oder in kleinem mass befischt), und oft auch nicht zu kleine wie man sich es als "otto normalfischer" kaum vorstellt und meist übersieht. und in intakte bäche sind die die besten zubringer für den besatz der gewässer unterhalb des kleinen baches - und oft auch gute laichgewässer. bei den 10-20`000 fischen sind logo alle grössen vertreten, von 1cm bis 50cm.

gruss

sa

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Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von helix » Mi 20. Jun 2012, 12:17

Traurig, traurig, dass es nach wie vor Bauern gibt, die nur einseitig an ihren eigenen Profit denken. Solange der Stellenwert eines intakten Gewässerökosystems nicht erkannt wird, sattdessen sogar als störendes Hindernis angesehen wird, wird es immer wieder solche Fischsterben geben. Konflikte zwischen Fischerei und Landwirtschaft gab es zwar schon immer, sie spitzen sich aber mE eher zu. :|

Irgendwie passen dieser und weitere Vorfälle so gar nicht zum allgemeinen Trend einer sanfteren, biologisch und nachhaltigen Landwirtschaft die mit Schlagwörtern wie Biodiversität und anderen "Parolen" versuchen, den Kunden eine bessere Welt vorzugaukeln. Der Bauernlobby schaden solche Vorfälle viel zu wenig, die Sanktionen sollten massiv verstärkt werden - so kann es doch einfach nicht mehr weiter gehen!
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Gruess helix

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Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von Loup » Do 21. Jun 2012, 11:29

Wenn ich so höhre wie Fischer bei kleinen Zuwiederhandlungen bestraft werden, gehören Gülle- und Chemiesünder nach meiner Meinung beinahe in Haft oder wenigstens Geteert und Gefedert. Jeder "Güller" weiss genau, was für verherende Folgen seine Brühe anrichten kann.
Gruss vom Murtensee
Loup

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ChristianK.
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Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von ChristianK. » Do 21. Jun 2012, 17:51

Wieso redet man eigentlich von Gülle"Unfällen"???

Ich sehe diese taten nicht als Unfall sondern als vorsätzliche Umweltverschmutzung die härtestens gebüsst gehört!!! :twisted:
Petri Heil
Christian

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Arts

Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von Arts » Do 21. Jun 2012, 18:10

Hallo,

Gibt es für das Ausbringen von Gülle eigentlich irgendwelche Vorschriften? Bsp. Anzahl Liter pro Quadratmeter in einem Zeitraum xy? Oder Gesamt Stickstoff auf einer definierten Fläche? Oder müssen die Buchführen wann wieviel wo? Und wird dies kontrolliert?

Ich denke mal da gibts auch Verordnungen dazu :o

Weil wie ChristianK sagt, so ein "Unfall" das müsste ja wirklich zimmlich doof laufen :roll:

Tom

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ChristianK.
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Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von ChristianK. » Fr 22. Jun 2012, 06:32

In meiner alten Heimat hab ich in der Nacht einen Bauern gesehen der einen "Gülleunfall" hatte...rückwärts an den Bach gefahren und den Schieber aufgemacht :twisted:
Die Folge war ein Anruf bei der Polizei die ihn auch auf frischer Tat ertappte.
Welche Strafe er für den "Unfall" bekam weiss ich leider nicht.

Es gibt sicher Vorschriften wann und wie viel Gülle sie verklappen dürfen, aber wer kontrollierts?!
Aus Landwirts kreisen weiss ich das da nicht nur Stallmist ausgekippt wird, sondern gerne die Sickergrube geleert wird, sprich Menschliche Hinterlassenschaften, Waschmaschinenwasser usw ... :doc:
Petri Heil
Christian

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Schweizer Angler

Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von Schweizer Angler » Fr 22. Jun 2012, 09:24

Die bauern haben sehr wohl regelungen fürs bschütten, nationalel wie kantonale. Darin wird geregelt; der minstabstand zu gewässern, die zeiten und maximal eerlaubte menge der ausbringung von gülle. Chemische vorschriften für den stickstoffgehalt der gülle etc. sind fast unmöglich, denn gülle ist im grunde ein naturprodukt und kühe scheissen nicht nach chemievorschriften ;-) .

Die meisten gülleunfälle passieren aus unachtsamkeit, und meist platzt ein gülleschlauch, entweder der schlauch selbst (porös und brüchig durchs alter) oder es bricht eine verbindung (flantsch). Mutwillig passiert somit kaum ein gülleunfall, wenn dann meist durch fahrlässig vernachlässigte werkzeuge. Logo gobt es den einen oder anderen bauer der sein feld bis zum exzess bschüttet oder den mindestabstand zum ufer nicht einhält (mindestens 5m), oder den bach als mülldeponie missbraucht (auch alte traktorenräder, holzblachen etc.)
Gefährlich ist das bschütten bei gefrorenen böden im spätwinter (gülle versickert dann nicht sondern läuft mit dem geschmolzenen schnee dann oberflächlich ab (und dann halt oft in einen bach oder einen sickergraben in den bach), dasselbe auch nach starkregen mit gesättigten böden.

Andererseits muss ein bauer um die hohe nachfrage nach lebensmitteln innert gewinnbringender zeit (leistungsdruck) möglichst oft bschütten, damit innert kurzer zeit viel gras wächst was die leistungskühe fressen können. wir konsumenten fördern das bschütten also in irgend einer form immer mit, wenn wir billiges fleisch und billige milch wollen (und kaufen).

Gruss

sa

Phuehue

Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von Phuehue » Fr 22. Jun 2012, 09:33

@ SA: Vielen Dank! Endlich mal ein konstruktiver Beitrag.

Schon ziemlich einfach, mal mit der grossen Kelle über die "dämlichen und umweltgefährdenden Bauern" abzulästern. Aber dass man als Fischer auch mit Weichmacher versetzte Gummiköder in der Gegend verteilt, da wird dann elegant darüber hinweg geschaut. Klar: Jeder Gülle-Unfall ist einer zuviel. Aber hört bitte auf, in bester SVP-Manier mit dem grossen Verbal-Knüppel über eine ganze Berufsgattung herzufallen. :evil:

Arts

Re: Und wieder ein Gülle-Unfall, im Kt. BE, ein grosser dazu

Beitrag von Arts » Fr 22. Jun 2012, 09:53

Hallo,

Hab hier noch was gefunden:

http://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=d ... Pg&cad=rja

Phuehue... Da hast du sicher recht....

Wenn es also so ist, das die Unfälle aufgrund von altem, schadhaftem Werkzeug und Material erfolgen, dann sind sölche fahrlässig.
Abgesehen davon müsste man dies auch mal in Relation zu der anzahl Gülleausbringungen in Gewässernähe stellen... dann würden wir -vermute ich mal- sehen das solche Unfälle im 1stelligen Prozentbereich liegen werden.
Zu deinem Vergleich mit den Gummis, der brilliert aber auch nicht gerade von wissenschaftlicher Aussagekraft Bild. Die einzigen Fische die nachweislich an Gummiköder sterben sind diewelchen die wir abknüppeln. Bild

Tom

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