Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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Rolandus
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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Rolandus » Mi 18. Mai 2011, 17:36

Nebst dem Fischen gehe ich im Sommer z.B. gerne auch in der Aare oder im Thunersee schwimmen. Da habe ich absolut nichts dagegen, dass das Wasser sauber und klar ist und es meine Kinder, die es teilweise halt auch schluckten :lol: nicht grad den Sch... davon bekommen. Es gibt immer noch genügend andere Gewässer, die mehr Algen produzieren und dementsprechend gewisse Fischarten mehr beheimaten. Man gehe dann halt an den Murtensee oder sonst einen andern Tümpel angeln, wo ich dafür nie schwimmen würde :doc:

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von rocknroll666 » Mi 18. Mai 2011, 22:37

helix hat geschrieben:! Der Mensch muss doch nicht jeden Fleck und See dieser Erde zur maximalen Produktivität forcieren und sollte besser zweckmässiger mit den vorhandenen natürlichen Ressourcen umgehen.
Mercy für den ganzen Beitrag, Helix !!!

Habe nichts entgegenzusetzen.

Gruss
Tom

Schweizer Angler

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Schweizer Angler » Fr 27. Mai 2011, 19:43

so, bin von den fischerferien am brienzersee retour und es war sehr befriedigend - felchen (brienzlig), hecht und rotfedern vom boot mit hegene (hecht mochte rote nymphen), rotfedern mit fliege vom boot, egli von 25-35 vom ufer, hecht 65 vom ufer, sefos (leider "nur" um die 35-40) mit der fliege.

für den berufsfischer am see stimmts wohl nicht, für mich schon 8)


gruss

sa

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helix
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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von helix » Fr 19. Aug 2011, 21:47

Habt ihr das Editorial der neuen PH-Ausgabe und den dazugehörigen Bericht ("Wann ist ein See gesund?") gelesen? :? Unglaublich! Da wird mit Aussagen z.B. wie "ein Nährstoffmanagement sei längst fällig" (z.B. am Brienzer- oder Walensee) und nichts aussagenden Statistiken (hab in diesem Thread schon erläutert warum) für ein völlig unangepasstes, unnötiges, ja m.E. gar kontraproduktives Eingreifen in die Natur mit grossen Risiken auch gegenüber gefährdeten Arten wie die Sefo, wo die Bestände gerade in den erwähnten Seen noch intakt sind, geworben und somit auch politisch Stellung genommen. Wieder mal ein völlig haltloser Käse, den dieses Heft da m.E. verbreitet! Ob jemand von den Autoren wohl die Situation vor Ort wirklich kennt oder diesen Sommer mal am Brienzersee war?? - Die Bestände sind hervorragend, so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr, der Brienzersee erlebt gegenwärtig einen richtigen Aufschwung und ein breites Artenspektrum fühlt sich offensichtlich pudelwohl. Bei den aktuellen Temperauturen rate ich jedem, der das nicht glaubt, einen Ausflug an den See zu unternehmen, da erkennt man fast überall etliche Bläuel- und andere Weissfischschwärme (darunter sind die Eglis und Hechte).

Angesichts solcher Forderungen von PH-Seiten kriege ich wirklich eine Wut im Bauch. Habe die 93 Franken für das Jahresabo gerade einbezahlt und frage mich wirklich gerade, für was :roll: :censored:
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Gruess helix

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von ForellenSimon » Sa 20. Aug 2011, 09:26

Nicht jeder See ist gleich und die Natur entsprechend anpassungsfähig! Ein Ökosystem See hat nicht primär die Aufgabe, dem Menschen und dessen Wunschträumen zu entsprechen.

schön gesagt

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von helix » Mo 22. Aug 2011, 17:45

(Fast) keine Rückmeldungen zu diesem brisanten Thema? Ich finde diese Thematik sehr zukunftsweisend und fischereipolitisch äusserst wichtig. Soll der Mensch der Natur wirklich derart grob reinpfuschen, nur damit primär einige Berufsfischer mehr auf ihre Rechnung kommen? Da sollte man nicht so blauäugig sein und den Profiteuren (diejenigen, die durch Studien und ihre Projekte einen Happen Geld verdienen können, ohne die Situation und die betreffende Fauna genauer zu kennen)alles glauben. Da muss man sich m.E. mit aller Vehemenz und guten Gegenargumenten dagegen wehren. Es braucht allerdings schon etwas Engagement...
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Gruess helix

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Alet » Mo 22. Aug 2011, 20:23

Hier Meine Antwort: Ein nicht zu überbietender Blödsinn.
1. Wir sollten froh darum sein. So überleben Seeforelle, Felchen und Saibling.
2. Die Seen sind für mich kein Acker und müssen keinen maximalen Ertrag liefern.
3. Aussagen wie: " Auch wer als Angelfischer den fischereibedarf seiner Familie auf ökologischste aller Arten decken möchte, hat in vielen "sanierten" Gewässern mittlerweile grosse Mühe, das zu schaffen..." Der Autor war vermutlich seit langem nicht am Wasser... Ich fange mehr als genug. Dabei wird auch der Walensee genannt. Dort sind Hechte beim Seeforellenschleicken eine Plage. Die können sich nicht vor Hechten retten.
4. Der Höhepunkt ist noch der Schluss mit einem geforderten Nährstoffmanagement für Fliessgewässer. Fehlende Nahrung ist ganz sicher nicht der Grund für den Fischrückgang. Und wen dann sind nicht die Nährstoffe daran schuld.

Chrigel

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Chrigel » Mo 22. Aug 2011, 22:08

guter und auf den punkt bringender beitrag, danke alet :v:

Schweizer Angler

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Schweizer Angler » Di 23. Aug 2011, 08:40

für mich gehört das petri schwachsi*n (persönliche meinung) schon lange zu den am schlechtesten recherchierten magazinen ("fischer-blick"), polemik hat mehr stellenwert als guter journalismus, ich könnte geradezu auch eine gewisse parteizeitung lesen, für mich kein unterschied bemerkbar.

gruss

sa

Reverend

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Reverend » Sa 6. Okt 2012, 09:52

Es gibt doch sicherlich auch in der SChweizerischen Fischereigesetzgebung so etwas wie ein Hegeziel:

"Förderung und Erhalt eines den natürlichen Gegebenheiten eines Gewässers angepassten, gesunden Fischbestandes."

Da die Schweizer Seen von Natur aus eher oligotroph sind und dieser Zustand nun wieder hergestellt wurde, wäre es gegenüber diesem Hegeziel doch wohl eher kotraproduktiv, die Gewässer wieder zu eutrophieren...

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Garrick » Sa 6. Okt 2012, 14:38

Hallo die Herren

ihr seit Gegner von genügend Nährstoffen in unseren Gewässern und vertretet nicht die Meinung der grossen Fischergemeinschaft!
Ansonsten würdet ihr differenzierter schreiben und denken. Ihr würdet auch nicht die Arbeit vom Petri Heil zu dieser Sache verunglimpflichen.
Guckt doch mal wer fortwährend über Missstände bei der Übernutzung unserer Gewässer informiert!

Er nennt den natürlichen Nährstoff Phosphat "Dräck". Phosphat wird z.B. aus gewissen Steinen gelöst wenn das Wasser,
sofern es nicht im Druckstollen zu Tal schiesst, gelöst und an die Nahrungskette weitergegeben.

Ja einige Schweizer Alpenrandseen waren eher und sind nun extrem oligotroph. Aber nicht alle Seen pauschal!
Es gibt keinen verlässlichen Nachweis dass z.B. im Brienzersee vor hunderten von Jahren Nährstoffe praktisch inexistent waren.
Sicher ist das es im letzten Jahrhundert ein Übermass gab welches schon lange mit dem Verbot an Phosphat grösstenteils eliminiert wurde.

Hallo Reverend

Was bedeutet für dich oligotroph und eutroph?
Wer verlangt das Gewässer wieder eutroph werden? :?: :?: :?:
Wo fängt die Eutrophierung an?
Nenne mir Fakten und Zahlen.

Ich kenne niemand der eine Eutrophierung a la 1970 wünscht! Weder Fischer, Fischereiverband noch Medien
Gruss Garrick

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Alet » Sa 6. Okt 2012, 17:05

@Garrick

Ob wir Fischzuchtgener in der Minderheit sind, weiss ich nicht. Ich kenne jedenfalls keinen einigen Fischer der für die Düngung ist.

Im Bundesgesetz über die Fischerei steht:

Art. 1 Zweck

1 Dieses Gesetz bezweckt:
a.die natürliche Artenvielfalt und den Bestand einheimischer Fische, Krebse und Fischnährtiere sowie deren Lebensräume zu erhalten, zu verbessern oder nach Möglichkeit wiederherzustellen;
b.bedrohte Arten und Rassen von Fischen und Krebsen zu schützen;

c.eine nachhaltige Nutzung der Fisch- und der Krebsbestände zu gewährleisten;
d.die Fischereiforschung zu fördern.

Im Prinzip widerspricht die Forderung nach Düngung dem Grundgedanken des Fischereigesetzes. Zumindest das Gesetz ist weiter als die Verbandsfleischfischer.

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Flümi » Di 25. Jun 2013, 11:35

http://www.20min.ch/schweiz/news/story/ ... z-26783385

Typisch 20min. Keine Ahnung haben, von was sie schreiben und einfach mal das schreiben, was die einen wollen. Schon der Text unter dem Titel "Die Fischer fordern {...} weniger Gewässerschutz" ist nicht ganz sauber, finde ich. "Mehr Phosphate" ist doch nicht das Gleiche wie "weniger Gewässerschutz"?
Die Zahl der berufsfischer nahm in der Schweiz von 598 im Jahr 1975 auf 310 im Jahr 2010 ab.
ob das ein Zufall ist, dass die Berufsfischer 1975 erwähnt haben? Folgendes ist halt nicht vom Bodensee, sondern Brienzersee.
Rolandus hat geschrieben:Bild
Gruss, Stefan
Schlitzohr, Spassvogel, durchschnittlicher Allrounder und Märchentante Bild

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Alet » Di 25. Jun 2013, 12:55

Soweit mir bekannt waren auf dem Brienzersee früher 3 Berufsfischer, heute noch einer 50% (bitte korrigieren falls ich falsch liege). Das so weniger gefangen wird ist klar. Klar ist ebenfalls, dass im Brienzersee der Ertrag wegen der geringeren Phosphorkonzentration gesunken ist. Jedoch ist der See voll mit Fischen, nur nicht bezüglichen den gewünschten Fischarten und Grössen.

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Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Dural » Di 25. Jun 2013, 13:22

dass eine Anreicherung die Berufsfischer verlangen, kann ich ja noch nachvollziehen.

Aber jetzt noch nach mehr Netzfläche verlangen obwohl man offensichtlich zu wenig Fische fängt verstehe ich irgendwie nicht so ganz.
Soll das nach dem Motto gehen: "wenn es schon nicht mehr so viele Fische hat, ziehen wir jetzt mit mehr Fläche noch die restlichen aus dem See" :roll:

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