Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
Antworten

Benutzeravatar
helix
Beiträge: 1262
Registriert: Di 28. Sep 2010, 18:15
Meine Gewässer: Berner Oberland
Switzerland

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von helix » Di 17. Mai 2011, 07:03

Der Brienzersee ein "fischleeres" Gewässer? So einen Quatsch habe ich schon lange nicht mehr gelesen!!

Nur weil der Hektarenertrag der Berufsfischer aus diversen Gründen massiv zurückging, heisst das noch lange nicht, dass der See keine intakten und auch anzahlmässig starken Fischpopulationen aufweist. Genau solche Aussagen von Forschungsarbeiten und Studien lassen mich immer wieder über deren Zweckmässigkeit zweifeln - lieber im Büro Statistiken vergleichen und berechnen und daraus mehr oder weniger hirnspinstige und falsche Fazite und Aussagen schliessen, als die Gegebenheiten in freier Natur zu beobachten....

Diejenigen, die den Brienzersee als "fischleer" bezeichnen, haben wohl noch nie die kilomterlangen Bläuelteppiche (Lauben) und die massiven Brienzligschwärme, etc. gesehen. Auch andere Weissfische sind auf Vormarsch. Grosse Trüschenpopulationen beherbergen den See. Nur weil dies nicht die Zielfische der Berufsfischer sind und die Brienzlige derart klein und dünn geworden sind, dass sie auch in den angepassten, kleineren Maschen der Berufsfischer noch durchschlüpfen, ist der Brienzersee keineswegs fischarm.

Ich sehe absolut keinen Grund, hier der Natur irgendwie reinzupfuschen, sie hat sich auf ihre optimale Art und Weise der verminderten Nährstoffdichte angepasst und ist vollends intakt. Wer sagt denn, dass es nicht im Sinne der Brienzerseefelchen ist, so klein und für unser Auge "mager" zu sein. Etwa unser menschliches Empfinden? :roll:

Der Brienzer "fischleer" - Stammtischpalaver der billigsten Sorte, aber die Leute glaubens und so tönt es in den Beizen rund um den Brienzersee schon seit einigen Jahren (seit dem dramatischen Konditionseinbruch nach dem Lawinenwinter 1999), die lieben Einheimischen wissen nicht, welcher Fischreichtum sich im oft trüben Brienzersee tummelt und abstruse Hypothesen werden geschmidet, schade, schade...

Also ehrlich, ich nerve mich schon sehr gewaltig, wenn ich solchen Schwachsinn und Trugschlüsse lese...

Gruss helix
Bild
Gruess helix

Schweizer Angler

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Schweizer Angler » Di 17. Mai 2011, 07:58

@helix

:thanks:

mein echolot schreit jedenfalls dauernd ;-)

gruss

sa

Benutzeravatar
gonefishing
Fischerforum Ehrenmitglied
Beiträge: 4287
Registriert: Mi 7. Feb 2007, 09:25
Wohnort: Thunersee
Danksagung erhalten: 3 Mal
New Zealand

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von gonefishing » Di 17. Mai 2011, 09:41

Da kommt man mit viel Aufwand wieder zu einer Wasserqualität, die der Ursprünglichen natürlichen nahe kommt, und schon fällt jemanden ein man müsse Dünger reinwerfen... Schwachsinn!
Entweder man versucht die Gewässer wieder so naturnah wie möglich zu belassen / hin zu bekommen, oder man macht gleich Fischproduktionsgewässer ohne ökologischen Wert daraus. Alles dazwischen ist eh nur Murks, und würde zu endlosen Diskussionen ob mehr oder weniger Dünger, bzw. für welche Fischarten optimiert, führen.
Seit ich direkt am Thunersee wohne und auch ein Echolot habe sehe ich noch besser was da alles rumschwimmt. Den Seeforellenbestand möchte ich als ausgezeichnet bezeichnen, und man sieht riesige Schwärme (wahrscheinlich Saibel) in teilweise über 150m Tiefe. Eine Düngung würde sicher den Seeforellen Probleme machen, und zu einem Absinken des Sauerstoffgehalts in den tieferen Wasserschichten führen.
Zwar würde vielleicht die Biomasse in den gut zu befischenden Regionen zunehmen, aber ob sie es auf den gesamten See tun würde wage ich zu bezweifeln.
Auch würde sicher die Qualität der Fische leiden, sowohl von der Artenzusammensetzung wie auch vom Fleisch an sich (kann man sich gut ausmalen wenn man im Juli gefangene Felchen aus Thuner und Bieler vergleicht).
Gruss, Mattu

Anstatt zu jammern dass wir nicht all das haben was wir wollen sollten wir dankbar sein dass wir nicht all das bekommen was wir verdient hätten. (Dieter Hildebrand)

Benutzeravatar
miKe
Beiträge: 1031
Registriert: Mo 16. Okt 2006, 11:51
Meine Gewässer: vorwiegend Kanton Bern
Wohnort: Am Tor zum schönen Berner Seeland
Danksagung erhalten: 1 Mal
Kontaktdaten:

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von miKe » Di 17. Mai 2011, 10:07

Ich finde den Artikel sehr spannend und ehrlich. Dass der Brienzersee "fischfrei" sein soll, deute ich eher als provokative Aussage. Die Leute, welche diese Studie gemacht haben, sind wahrscheinlich nicht ausschliesslich doof und blind.

Trotzdem bin ich aber grundsätzlich derselben Meinung wie Mätthu. Kann ja nicht sein, dass man sich jahrzente die Mühe macht, Gewässer wieder da hin zu bringen, wie sie einmal waren und kaum hat man dieses Ziel erreicht, zieht man in Erwägung die Gewässer mit der Zufuhr von Phosphaten künstlich aufzupeppen... Wie aus der Studie ersichtlich ist, wird irgend eine Art auf der Strecke bleiben. Lassen wir den Brienzer so wie er ist und freuen uns an den Arten, welche sich dort wohl und zuhause fühlen :wink:
Gruss miKe :wohow:



Fan und Befürworter von Müllfeen

Benutzeravatar
JJwizard
Beiträge: 1714
Registriert: Mo 16. Feb 2009, 14:53
Meine Gewässer: weltweit verteilt
Wohnort: Kt. Zürich
Danksagung erhalten: 1 Mal
Switzerland

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von JJwizard » Di 17. Mai 2011, 10:11

:thanks: Zum Glück haben wir hier im Forum ortskundige Fischer die aus Ihrer Sicht des Praktikers berichten können und den Brienzersee als nicht fischleer sehen. Ich habe gestern auch diesen FIBER Newsletter erhalten, wer weiss was ich mir beim Lesen dabei gedacht hätte, hätte ich einzig diese Quelle gehabt! Merci für Eure prompte Reaktion hier im Forum!

Tight-lines
JJ
Born to fish - forced to work!

Schweizer Angler

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Schweizer Angler » Di 17. Mai 2011, 10:22

die forderung nach mehr fischen im brienzer (und evtl. in anderen seen) kommt schon vorallem von der berufsfischerei. die meisten fischer die ich kenne sind jedenfalls am brienzer zufrieden was sie fangen.
den eawag-bericht sehe ich auch nicht als realitätsfremd etc. an, er gibt einfach weiter was man tun müsste (wenn man wollte) dass die berufsfischer mehr fangen. und der bericht zeigt auch ganz klar dass der brienzer natürlicherweise nie ein "felchen-puff" war, sondern einfach hergibt was er kann, den einen langst, den anderen halt nicht.

die "anderen" beschreiben ihre fänge u.a. hier;

http://schweizerfisch.ch/bulletin_sc.html

gruss

sa

Benutzeravatar
rasch
Beiträge: 489
Registriert: Do 29. Nov 2007, 12:08
Meine Gewässer: Bodensee, Rhein, Aach
Wohnort: am Bodensee
Danksagung erhalten: 3 Mal
Switzerland

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von rasch » Di 17. Mai 2011, 11:03

Wie immer liegt die Wahrheit wohl in der Mitte .....

Die Situation des Brienzersee kann ich wegen mangelder Kenntniss nicht beurteilen, gerne gebe ich jedoch eine Einschätzung zu meinem Hausgewässer dem Bodensee ab.

Auch der Bodensee glänzt mit tiefen Phosphatwerten und einer Wasserqualität die sehr nahe bei Trinkwasser liegt.
Auch bei uns ist ein gebremstes Wachstum der Fische zu verzeichnen und auch bei uns jammern die Berufsfischer schlimmer als jeder Bauer.
Am Bodensee zählen wir Winter für Winter ca. 2500 - 4000 Kormorane (D, CH und A) und die Beständer von Graureiher und Gänsesäger sind rekorverdächtig.

Nun wie war es früher ............
als der Rhein sich noch durch das Bündner- und St. Galler Rheintal schlängelte, dabei Auen und Wiesen mal überschwemmte oder auch nicht, Tümpel und Nebenarme bildete und so ganz gemütlich in den Bodensee floss und dabei eine unmenge an Nahrung und Biomasse in den See spühlte.
An den unverbauten Ufern des See's erstreckten sich kilometerlange Schilfgürtel, Sumpfwiesen, Auen und Kiesstrände. Seegraswiesen und Krautfelder säumten die Flachwasserzonen und boten der Fischbrut Schutz und Nahrung.

Heute ......... fliesst der Rhein im Schnellzugstempo zum See, der kräftige Schwall und Sunk spühlt das verbaute Flussbecken täglich durch, Nahrung und Nährstoffe sind rar.
Auen gibt's nicht mehr, Nebenarme und Tümpel gibt's auch keine mehr, verbaute Seeufer und abgemähte Seegraswiesen sowie der Hormon- und Chemikalienmix der Heute aus den Kläranlagen kommt ................ etc.

Also etwas Dünger könnte vieleicht, eventuell, möglicherweise, nur mal so als Gedankenspiel .... gar nicht so verdammt schädlich sein, denn sind wir mal ehrlich ...... von gesunden und ursprünglichen Gewässern sind wir meilenweit entfernt.
Gruss & Petri
wäre Fischen einfach ... es würde Fussball heissen
rasch

Benutzeravatar
gonefishing
Fischerforum Ehrenmitglied
Beiträge: 4287
Registriert: Mi 7. Feb 2007, 09:25
Wohnort: Thunersee
Danksagung erhalten: 3 Mal
New Zealand

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von gonefishing » Di 17. Mai 2011, 11:40

@Rasch: Vom Grundgedanken gebe ich dir Recht, und der Bodensee ist sicher nicht mit den nähstoffarmen Brienzer- und Thunersee vergleichbar.
Allerdings sprechen viele fischfressende Vögel für einen guten Fischbestand, und man darf nicht glauben dass man durch mehr Nährstoffe unbedingt mehr Ertrag für den Menschen erreicht. Die Zahl der Prädatoren wird mit einem Anwachsen des Futterangebotes auch ansteigen...
Im Endeffekt stellt sich doch wieder die Frage Fischproduktionsgewässer (mit Düngung, Ausrottung oder Aussperrung der Konkurrenz durch Prädatoren, dann wahrscheinlich noch Zugabe von Antibiotika da Prädatoren als Gesundheitspolizei fehlen...), oder ein möglichst naturnahes Gewässer mit einem Gleichgewicht, bei dem wir als einer von vielen Prädatoren halt nur einen gewissen Anteil Fisch entnehmen können.

Es ist sicher möglich dass etwas mehr Phosphat einen eher positiven Einfluss hat. Aber dann gehen sofort die Forderungen nach mehr weiter, bis es dann doch zu viel ist. Von daher bin ich der Meinung wir sollten unser Möglichstes tun um unsere Abwässer zu säubern und die Gewässer naturnah belassen / zurückbauen.
Der von dir angesprochene Effekt könnte evtl. in gewissem Rahmen auch erreicht werden, wenn wieder mehr Überschwemmungsflächen freigegeben werden, was wiederum dem Hochwasserschutz dienen würde.

Jammern gehört ja heute zum guten Ton und da passt doch meine Signatur ganz gut ;-)
Wir wollen immer möglichst viel und immer mehr, aber so wie wir mit der Natur umspringen hätten wir es eigentlich verdient gar nichts mehr zu bekommen....
Gruss, Mattu

Anstatt zu jammern dass wir nicht all das haben was wir wollen sollten wir dankbar sein dass wir nicht all das bekommen was wir verdient hätten. (Dieter Hildebrand)

Benutzeravatar
Dural
Beiträge: 719
Registriert: Do 1. Jul 2010, 18:48
Danksagung erhalten: 11 Mal

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Dural » Di 17. Mai 2011, 13:19

helix hat geschrieben:Nur weil dies nicht die Zielfische der Berufsfischer sind und die Brienzlige derart klein und dünn geworden sind, dass sie auch in den angepassten, kleineren Maschen der Berufsfischer noch durchschlüpfen, ist der Brienzersee keineswegs fischarm.
Das ist aber genau ein deutliches Anzeichen dafür, das im See Närstoffmangel herscht! ;)




Der Bericht ist in sich korekt, wir haben einen Fisch Rückgang weil das Wasser zu "Sauber" ist und die Närstoffe fehlen. Ist deswegen eine Änderung nötig? Sicher NICHT!
Weil der Brienzersee schon von Natur aus Närstoffarm ist, nur weil irgend welche Hobby und Beruffischer gerne mehr Fische wie früher hätten heist das noch lange nicht das sich der Mensch da einmischen soll!

Benutzeravatar
astacus
Fischerforum Moderator
Beiträge: 2020
Registriert: Mo 18. Feb 2008, 22:17
Meine Gewässer: Aare und Emme im Kt. SO, div. Pachtgewässer
Wohnort: Region Solothurn
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:
Switzerland

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von astacus » Di 17. Mai 2011, 13:27

der bodensee ist von natur aus ein oligotropher see, auch wenn früher vi aalpenrhein vermutlich mehr nahrung in den see gelangte. wenn er sich nun wieder dem oligotrophen zustand annähert, ist dies deshalb zu begrüssen, fangerträge hin oder her.
FISCHEN hat von Natur aus etwas mit ESSEN zu tun Bild

Benutzeravatar
Rolandus
Beiträge: 1177
Registriert: Mo 13. Sep 2010, 09:02
Meine Gewässer: Wohlensee, Aare, Schwarzwasser, Emme, Zihlkanal
Wohnort: Bern
Hat sich bedankt: 4 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal
Ecuador

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Rolandus » Di 17. Mai 2011, 13:48

Der See ist da, wo er mal war. Von wegen die Alten berichten immer von super ertragreichen Gewässern und so....
Bild

Ich hatte kürzlich mit einem Historiker in Deutschland Kontakt, der sich ums historische Fischen interessiert, Vorträge gibt und alte Fischereigeräte neu herstellt, nach alter Väter Sitte. Laut seinen Erkenntnissen und vielen Studien gabs auch früher immer wieder Phasen, wo in gewissen Gebieten der Ertrag schlecht war und die Fischer wenig EInkommen hatten.
Grundsätzlich hat die Natur Vorfahrt. Der Mensch kann ja Fische züchten, wenn er unbedingt viele essen will; dies aber bitte auch so umweltverträglich wie es die Chinesen schon vor tausenden von Jahren taten.

Rolandus
ROLANDUS
________________
"So Long, and Thanks For All the Fish"

Arts

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von Arts » Di 17. Mai 2011, 13:58

Hallo,

Ja, aber man kann solche Statistiken auch nicht 1:1 mit heutige Verhältnisse vergleichen. Die Fangmethoden sind auch immer effektiver geworden..... Man könnte die Statistik ja auch so interpretieren:

Man sieht einen Anstieg der Erträge in den 60-80er Jahren.... steigende Nachfrage, Wirtschaftswachstum in den Nachkriegsjahren, effektivere Fangmethoden, Besatz....

Und dann kommt noch die Verlässlichkeit der ehobenen Daten in den alten Jahren..... Fischereipolitische gegebenheiten wie eben gesagt u.a Besatzstrategien, Fangzahlbeschränkungen, Schonbestimmungen usw...

Tom
Zuletzt geändert von Arts am Di 17. Mai 2011, 14:26, insgesamt 3-mal geändert.

Benutzeravatar
albeli
Beiträge: 65
Registriert: So 18. Apr 2010, 21:21

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von albeli » Di 17. Mai 2011, 14:16

interessant zu sehen, was aus dem selben text an verschiedensten dingen herausgelesen werden kann.
der text mag ein wenig übertrieben wirken, das sehe ich auch so.

dieser auszug aus dem text bringt die sache jedoch ziemlich genau auf den nenner:"Der phosphatbedingte Ertragseinbruch ist auch in vielen anderen Schweizer Seen wie zum Beispiel dem Walensee, Vierwaldstättersee oder Thunersee zu beobachten. In dieser (oligotrophen) Situation ist es verständlich, dass die Berufs- und Angelfischer mehr Phosphat in den Seen fordern. Dabei verlangen sie nicht eine gezielte Phosphat-Einfuhr in die Seen. Es wird lediglich die Frage gestellt, ob die maximale und teure Phosphatfällung (Entfernung des Phosphats aus dem Wasser) nach wie vor in allen Schweizer Kläranlagen notwendig ist - oder eher einer schweizerischen Überperfektion entspricht. In anderen Ländern geht man anders mit dem Problem um, so beispielsweise in Kanada, wo Lachspopulationen sogar durch gezielte Düngung erhalten werden."


ich finde diese frage durchaus legitim und diskussionswürdig. klar tauchen fragen auf, doch das ganze als interessenspolitik seitens der berufsfischer abzutun wäre zu einfach und zielt an der eigentlichen problematik vorbei.
möglichst naturnahe gewässer möchte jeder. was naturnah jedoch sein soll, wird bei uns fischern leider gerne verwechselt mit, wie ich es gerne hätte oder mit wie es früher war.
ein gewässer das künstlich gesteuert über kläranlagen nährstoffarm gehalten wird, ist genau so wenig naturnah, wie eines das geimpft wird.

Benutzeravatar
astacus
Fischerforum Moderator
Beiträge: 2020
Registriert: Mo 18. Feb 2008, 22:17
Meine Gewässer: Aare und Emme im Kt. SO, div. Pachtgewässer
Wohnort: Region Solothurn
Danksagung erhalten: 21 Mal
Kontaktdaten:
Switzerland

Re: Mehr "Dräck" - zu gunsten unserer Seen

Beitrag von astacus » Di 17. Mai 2011, 15:09

natürlich, diskutieren und fragen kann man immer, wir tun hier ja nichts anderes.

albeli hat geschrieben:ein gewässer das künstlich gesteuert über kläranlagen nährstoffarm gehalten wird, ist genau so wenig naturnah, wie eines das geimpft wird.
selbstverständlich ist ein gewässer naturnaher, wenn unsere phosphate in kläranlagen herausgefiltert werden! es werden dabei ja nicht die phosphate aus der natur herausgefiltert, sondern bloss aus unserem abwasser. was es mit natürlich auf sich hätte, wenn wir das zeugs direkt ins wasser leiten würden, ist mir wirklich völlig unklar.
FISCHEN hat von Natur aus etwas mit ESSEN zu tun Bild

Antworten

Zurück zu „Fischbiologie“