Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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alpfish
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von alpfish » Mi 1. Sep 2010, 12:16

Möchte man möglichst einen hohen Fischertrag aus unseren Gewässern erwirtschaften um die Meeresfischerei zu schonen, so müsste man analog wie in der Landwirtschaft auch die Gewässer in einem erträglichen Rahmen düngen. Interessant ist dieses Vorgehen vorallem unter dem Aspekt, dass jetzt mit hohem finanziellem Aufwand In den Abwasserreinugungsanlagen besonders der Phospor zurückgehalten wird. Vielleicht sollte man statt der Phosphatfällung besser mit Aktivkohle und/oder Ozonbehandlung die organischen, nicht abbaubare Stoffe mit oft unbekannter Wirkung reduzieren?
mit Gruss alpfish

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astacus
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von astacus » Mi 1. Sep 2010, 13:03

alpfish hat geschrieben:Vielleicht sollte man statt der Phosphatfällung besser mit Aktivkohle und/oder Ozonbehandlung die organischen, nicht abbaubare Stoffe mit oft unbekannter Wirkung reduzieren?
das eine muss das andere ja nicht ausschliessen. die phosphatfällung wird auch weiterhin gemacht werden, zusätzlich werden aber in zukunft ohnehin diverse ARA's noch mit einer zusätzlichen reinigungsstufe aufgerüstet werden (eben mit einer ozonierung oder bestrahlung).
FISCHEN hat von Natur aus etwas mit ESSEN zu tun Bild

smash

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von smash » Mi 1. Sep 2010, 19:31

Schweizer Angler hat geschrieben: er hat lieber 20 felchen a 25 cm als 3 stk. zu 40 cm....
um die züsi-felchen muss sich keiner sorgen machen......da ist jede altersgruppe sehr gut vertreten und fänge von 40up sind keine seltenheit, im gegenteil.

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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Himmeli » Mi 1. Sep 2010, 21:10

of topic .. ohne Wissen zum Thema Zürichsee Aquarium, sondern nur als Mitleser ...
@ SA ..ich staune immer wieder über dein enormes Fachwissen, deine fundierten Recherchen ebenso wie über deine qualitativen, intensiven,informativen und meist sehr ausführlichen Antworten. Respect! Klasse statt Masse, bzw Klasse und Masse , eben nicht nur Petris. Danke dafür; das musste ich nun einfach mal erwähnen. Applaus und Gruss
Gruss Himmeli
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von trueschenfischen.ch » Do 2. Sep 2010, 11:11


Schweizer Angler

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Schweizer Angler » Do 2. Sep 2010, 14:50

im tagi artikel ist aber das foto leider falsch - das sind jungforellen, nicht felchen

jungfelchen sehen so aus;

http://www.felchenfischer.ch/media/DIR_ ... t$2006.jpg

gruss

sa

smash

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von smash » Do 2. Sep 2010, 17:23

endlich kommen mal zahlen und fakten von der fjv. nix mit quersubventionen durch steuergelder.....

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albeli
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von albeli » Do 2. Sep 2010, 19:01

ich möchte mich zu dieser grösstenteils laienhaften diskussion nicht gross äussern.

was einige user schreiben stimmt schon, ob teilweise oder im groben oder gar gänzlich, andere schreiben reinen unsinn...

dass hier ein berufsfischer so zu sagen namentlich in ein schlechtes licht gestellt wird, ist der gipfel...!
sorry u69, aber das wird noch geklärt werden müssen...

wer sich ernsthaft mit diesem thema befasst denkt da halt ein wenig anders, und im besonderen über seinen eigenen nasenspitz hinaus...

und von wegen dem finanziellen, da fliesst jeder franken der in die bewirtschaftung unserer von berufsfischern bewirtschafteten seen gesteckt wird, um ein mehrfaches an bund und kantone zurück...!

hast dich schon mal gefragt wieso du (und du bist nicht der einzige) so erfolgreich auf hecht angeln kannst am zürichsee? der bestand ist nicht von ungefähr so gut...

wünsch dir alles gute zum geburtstag und weiterhin gute fänge.

Schweizer Angler

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Schweizer Angler » Do 2. Sep 2010, 19:05

betriebskosten müssten schon detailierter sein (abschreiber, geräteunterhalt, strom, wasser, miete, futterkosten, kosten der fische, kosten & unterhalt der fahrzeuge inkl schiff/e, sind die lohnkosten & arbeitskosten der nicht billigen (je nachdem wie man es sieht) fischereiaufseher auch drin, wieviele werden beschäftigt und zu welchem anstellungsgrad etc etc.

aber - für den zürichsee schein die rechnung aufgrund der (der aber nicht besonders aussagefähigen zahlen) zu stimmen, was aber noch nichts mit der artenvielfalt und der allfälligen damit verbundenen monokultur aussagt. was würde "kein besatz" bringen, gibt es eine erfolgskontrolle besatz/kein besatz? wäre die wertschöpfung evtl. grösser etc. etc. könnten private fischzüchter die arbeit allenfalls günstiger machen? würde man die patenbeiträge nicht besser in einen renautuierungsfonds stecken wie es ihn ähnlich in bern gibt? was würde es allenfalls dem bestand mehr oder/und was weniger bringen?

in bern erhält und ersieht man diese "betriebskosten" im detail leider auch nirgends.

gruss

sa

Schweizer Angler

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Schweizer Angler » Fr 3. Sep 2010, 08:40

für die zahlenfreaks;

Die tagi-zahlen gibt’s auch in anderer form;

Wie der tagi respektive die zürcher fi-verwaltung auf eine wertschöpfung von 28 millionen für die fischerei in zh kommt, ist mir ein bisschen schleierhaft. Die einzige bekannte und nicht unabhänige untersuchung zum thema (auftraggeber; sfv), spricht von
280 mio gesamtschweizerisch (also für alle kantone). Das scheint mir 28 mio allein für zh viel zu hoch, auch wenn es einige zürcher nicht gerne hören- die ch besteht nicht nur aus zh sondern aus 26 kantonen (280 mio wertschöpfung der fischer :26, gleich durchschnitt 10.7 mio per kanton, und es gibt kantone die fischereilich viel grösser sind als zh (z.b. gr, be, uri, vs), zudem sind in der ökonomie-studie faktioren drin die kaum für den zh-see gelten (z.b. 64 mio ausgaben für auslandferien und die sind von den 280mio gesamt-ch auch abzuziehen), weiter verbringen die meisten fischer die fischerferien in der ch machen ihren urlaub nicht im kt. zh, sondernin den kantonen be und gr (zumnindest laut der besagten ökonomie-studie, dort belegt zh die letzten ränge mit kleinen kantonen.)

Durchschnittliche Zahlen aus den Jahren 2006 und 2007 – 2008-2010 wird es kaum anders sein – die zahlen kommen aus den jahresberichten der Fischereiverwaltung die vermutlich durch die Finanzdirektion abgesegnet werden. Die Zahlen aus dem Tagi muss ich so immer noch hinterfragen.

Patenteinnahmen der Sportfischer für alle Seen laut Jahresbericht der Fischereiverwaltung; CHF 665`000 (im tagi steht 1,3 mio, das doppelte)
Patenteinahmen Berufsfischer (alle Seen) CHF 29`000
Besatz Felchen; 44`565`000 stk
Fang Felchen Berufs- und Sportfischer: (2007;) 246`508 stk, (2006)177`722 stk

Die Kosten, besser der“ marktpreis“ für einen Besatzfisch liegen irgendwo, und auf die art bedingt und wie sie gezüchtet werden , im durchschitt bei 2-60 rappen pro stk (je nachdem ob brütling, sömmerling, menge der gezüchteten fische etc.)., welche grundlage hat der zürcher marktpreis der im tagi erwähnt wird? Im zürichsee werden übrigens dottersack-brütlinge eingesetzt, selbst kenne ich keinen marktpreis hierzu, weil solche in der kommerziellen besatzfischzucht meines wissens nicht verkauft werden.

Gibt es eine erfolgskontrolle über den felchenbesatz? Werden die besetzen felchen markiert und von anglern erhoben und gemeldet, ob diese einen markierten (dann vermutlich besatzfisch) oder unmarkierten (nicht besatzfisch) fangen? Solche erfolgskontrollen finden im besatz der schweizer gewässer kaum statt, sagt zumindest das bafu, und hält die kantone an es zu tun, weil das giesskannenprinzip (fische rein ins wasser aber ohne zu wissen obs was bringt) scheinbar noch zu verbreitet ist.
http://www.bafu.admin.ch/publikationen/ ... CVZ,s-.pdf

Der kostendeckungsgrad der zürcher jagd und fischereiverwaltung betrug laut geschäftsbericht des kt. zh im jahr 2008 83% (ziel ist immer 100% also kostendeckend, was darüber ist, ist gewinn), also muss vermutlich vom steuerzahler draufgelegt werden. Nicht viel, aber es muss. Das widerspricht zumindest zu den kommunzierten zahlen im tagi, ist aber über alles gerechnet, aber nicht nur auf den zürichsee allein.

Folgendes hat nichts mit den kanton zh zu tun, aber wenn man finanzen der fischerei durchleuchten will und diese sauber aufgelegt sind, ersieht man z.b. für den kt. Tg; rund chf 800`000 „verlust“ im jahr 2004. 2009 wurde der kostendeckungsgrad in tg nur auf ca. 25% veranschlagt, allerdings hat der hitzesommer und die massnahmen zur rettung der äschen, sowie die förderungsmassnahmen für die seeforellen auch kosten verursacht.
Im kanton bern habe ich nun auch einige interessante zahlen aus dem geschäftsbericht 2009; patenteinahmen (alle patentarten); 405`000, personalkosten 2,2 mio .

Die frage ist nun allgemein, muss eine fischereiverwaltung „rentieren“, oder darf die natur uns was kosten? Wer bezahlt sie, und welche art natur will er/sie – im grunde ist es ähnlich wie überall – wollen wir eine tiergerechte haltung und für ein schnitzel halt mehr bezahlen als in deutschland, oder wollen wir auch billig-fleisch aus polen? Fragt sich aber ob ein massenfischbesatz mit nicht-, oder kaum nachgewiesenem erfolg (im vergleich zum nicht-besatz) auch „tiergerechter“ wäre – eine allfällige „zucht für die katz“ wäre es aber konsequenterweise wohl eher nicht.

Soziologisch gesehen gehören ca. 60- 70% der fischer laut der sfv-studie eher der ländlichen bevölkerung an, die sich seit jeher gegen „gedanken oder anregungen“ aus der stadt skeptisch bis ablehnend gegenüber stellt. Sie ist damit nicht viel anders als die bauernstände die ebenfalls in diesem raum vorherrschen und „grünes“ gedankengut schwer annimmt und lieber macht ,was man schon seit jahren so macht – neues macht eher angst & unsicher.
Auch politisch sind einige fischerkreise unter diesem blickwinkel eher dem bürgerlichen lager zuzurechnen, welches aber gerade dem für die fischerei wichtigen „grünen“ aspekt kaum rechnung tragen will. Weder fdp noch svp (besonders letztere) sind meist gegen höhere restwassermengen, einbau von fischtreppen, renatuierungen, bekämpfung des klimawandel etc. zumindest so gesehen sind sind diese parteien – aus meiner persönlichen sicht – eher nicht den förderern der fischerei & natur zuzurechnen, lustigerweise bezeichnen sie aber gerne alle anderen als „abschaffer & gegner der fischerei“.


Und für all jene die mich nun auf den mond schiessen möchten und entgegen „trau keiner statistik“ – yep – tu ich auch nicht, aber ich trau weder den kantonalen noch der/den von uns fischern selbst 8)

nachtrag; somit alle obigen zahlenangaben ohne gewähr und mit gesunder vorsicht zu geniessen


gruss

sa

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thymallus
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von thymallus » Fr 3. Sep 2010, 11:18

sa, deine argumentation hat zum teil was, doch es ist zu bedenken:
Schweizer Angler hat geschrieben: 280 mio gesamtschweizerisch (also für alle kantone). Das scheint mir 28 mio allein für zh viel zu hoch, auch wenn es einige zürcher nicht gerne hören- die ch besteht nicht nur aus zh sondern aus 26 kantonen (280 mio wertschöpfung der fischer :26, gleich durchschnitt 10.7 mio per kanton, und es gibt kantone die fischereilich viel grösser sind als zh (z.b. gr, be, uri, vs), zudem sind in der ökonomie-studie faktioren drin die kaum für den zh-see gelten (z.b. 64 mio ausgaben für auslandferien und die sind von den 280mio gesamt-ch auch abzuziehen), weiter verbringen die meisten fischer die fischerferien in der ch machen ihren urlaub nicht im kt. zh, sondernin den kantonen be und gr (zumnindest laut der besagten ökonomie-studie, dort belegt zh die letzten ränge mit kleinen kantonen.)
du vergisst bei deiner rechnung, dass zh der bevölkerungsreichste kanton ist, zb. deutlich mehr fischer aufweist als etwa jura oder uri oder bs. sodann sollte klar sein, dass in kantonen mit grossen seen, wo auch mit motorbooten gefischt werden darf sicher viel mehr geld in umlauf sprich in die wirtschaft kommt. ein bündner bachfischer lässt nun mal weniger geld liegen als ein bootsfischer auf dem zh-see (umfangreiches angelgerät, bootsmotor, benzinkosten, bootsanschaffung, service, bootsplatz etc). dasselbe gilt für die wertschöpfung aus der berufsfischerei (welche es in gewissen kantonen wie etwa gr oder ju oder bs überhaupt nicht gibt und die ist in der sozioökonomischen studie noch nicht mal mit-enthalten). von daher ist für den kanton zh (oder auch etwa be) die ch-wertschöpfung keineswegs einfach :26 zu rechnen...
Schweizer Angler hat geschrieben:Patenteinnahmen der Sportfischer für alle Seen laut Jahresbericht der Fischereiverwaltung; CHF 665`000 (im tagi steht 1,3 mio, das doppelte)
du hast die einnnahmen aus den pachtgewässern vergessen. die sind auch dazuzuzählen. aber es ist eh bescheuert, wenn die presse eine fz mit den fischereiregaleinnahmen eines ganzen kantons vergleicht (siehe unten).

Schweizer Angler hat geschrieben: Die frage ist nun allgemein, muss eine fischereiverwaltung „rentieren“, oder darf die natur uns was kosten? Wer bezahlt sie, und welche art natur will er/sie – im grunde ist es ähnlich wie überall – wollen wir eine tiergerechte haltung und für ein schnitzel halt mehr bezahlen als in deutschland, oder wollen wir auch billig-fleisch aus polen? Fragt sich aber ob ein massenfischbesatz mit nicht-, oder kaum nachgewiesenem erfolg (im vergleich zum nicht-besatz) auch „tiergerechter“ wäre – eine allfällige „zucht für die katz“ wäre es aber konsequenterweise wohl eher nicht.
das ist eine gute frage. die fischereiverwaltungen haben ja noch viele andere aufgaben als fische zu produzieren. die überwachung der fischbestände und der gewässer, abklärungen bei fischsterben und fischereirechtliche bewilligungen und begleitungen von wasserbauprojekten sind gesetzliche aufgaben, die nichts mit der fischereiausübung zu tun haben. in vielen kantonen ist es nicht das ziel, dass die fischereiverwaltung "rentiert"; es kann auch gar nicht sein, dass der fischer für die obengenannten aufgaben zur kasse gebeten wird. mit dem patent oder der pacht erwirbt er lediglich das recht, die fischerei auszuüben (die patente wären kaum billiger -weder für die angler noch für die profis-, wenns keine fischzuchtanlagen gäbe, weil die fischer nämlich grundsätzlich eine regalabgabe ohne anrecht auf eine weitere gegenleistung zahlen). die ganze vergleicherei zwischen angel- und berufsfischern sowie den gesamtkosten einer fi-verwaltung (oder auch nur einer fz-anlage) ist meiner meinung nach daher völlig sinnlos und nicht sachgerecht!!!
Zuletzt geändert von thymallus am Fr 3. Sep 2010, 14:54, insgesamt 1-mal geändert.
God made one third of the earth land and two thirds water which clearly shows that he intended man to spend one third of his time plowing an two thirds fishing!

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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von albeli » Fr 3. Sep 2010, 14:06

danke thymalus für diese sachliche und objektive ergänzung zu sa`s ausführlichem beitrag.
langsam kommt doch licht ins dunkle...

Schweizer Angler

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Schweizer Angler » Fr 3. Sep 2010, 18:50

danke thymallus für deine ergänzungen & erläuterungen!

stimmt, die patente plus pachteinnahmen & berufsfischer sind separat, zumindest im bericht der fischereiverwaltung. so geshen ist das total 1,22 mio.

die frage ob die fischerei "rentieren" darf oder nicht erachte ich durchaus als legitim, denn man muss/darf sich ja fragen ob die ausgaben sinnvoll eingesetzt werden oder besser - zu gunsten der fische/rei eingesetzt werden können.
das kommt ja auch r. schatz argumenten hervor. es spricht niemand davon etwas einfach so zu kürzen oder des abschaffens willens abzuschaffen - ein sinn steht hinter beiden lagern (pro & contra besatz). und ketzerisch - wenn fischer selbst immer mehr besatz fordern (und das tun sie fast unisono,) sollen sie schon dafür aufkommen dürfen (verursacherprinzip), sofern es nicht um reine arterhaltung/wiederansiedlung/initalbesatz geht (nach fischsterben, nach renautuierungen etc.). fragt sich eben ob weniger besatz nicht mehr wäre . vielleicht sogar günstigere patente? oder eben noch mehr der einnahmen in renatuierungen stecken?

die diskussion findet aber derzeit schweizweit statt (auch in D und A und sogar USA), und finde ich angebracht und vorallem interessant.

gruss

sa

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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von thymallus » Sa 4. Sep 2010, 09:38

Schweizer Angler hat geschrieben: wenn fischer selbst immer mehr besatz fordern (und das tun sie fast unisono,) sollen sie schon dafür aufkommen dürfen (verursacherprinzip), sofern es nicht um reine arterhaltung/wiederansiedlung/initalbesatz geht (nach fischsterben, nach renautuierungen etc.). fragt sich eben ob weniger besatz nicht mehr wäre . vielleicht sogar günstigere patente? oder eben noch mehr der einnahmen in renatuierungen stecken? die diskussion findet aber derzeit schweizweit statt (auch in D und A und sogar USA), und finde ich angebracht und vorallem interessant.
ich finde auch, dass das besatzwesen unbedingt hinterfragt und überprüft werden soll (erfolgskontrolle); schliesslich macht es keinen sinn, einfach hunderternötli sinnlos in die gewässer zu kippen. aber deine aussage zeigt schon mal die komplexität der verschiedenen besatztypen, welche kostenmässig nicht einfach grundsätzlich dem fischer anzulasten sind (arterhaltung, wiederansiedlug, initialbesatz). dies ist ein weiterer grund weshalb man die betriebskosten einer fz-anlage schlicht nicht mit den patentgebühren vergleichen kann. im speziellen fall der felchen bin ich aber der meinung, dass dieser besatz sehr effizient wirkt. beispiel sempachersee, wo 99% aus dem besatz stammen wegen der eutrophierung wie die eawag herausgefunden hat. dasselbe gilt für den hallwilersee und den greifen- und pfäffikersee wo die felchen in den 1930er-jahren wegen der zunehmenden eutrophierung ausgestorben waren). weshalb soll bei dieser artengruppe, welche eine sehr spezielle ökologische nische besetzt und welche zudem noch sehr begehrt ist, nicht auch die felchen-carrying capacitiy eines gewässers möglichst gut ausgeschöpft werden, wie dies mit einem besatz in den erwähnten gewässern gelingt? damit wird wertvoller lokaler fisch produziert und viele angelfischer sind auch glücklich (edit: und natürlich auch berufsfischer...). wenn dabei als nebeneffekt auch noch mehr patente verkauft werden schadet dies ja wohl kaum... bei den forellenbesätzen in den fliessgewässern sieht es ja dann doch wieder anders aus; es gibt viele beispiele wo der besatz nicht oder kaum wirkt. ich gehe mit dir einig, dass man da viel zielgerichteter vorgehen sollte und überprüfen muss. da gebe ich auch schatz recht.
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