PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von astacus » So 20. Dez 2009, 13:52

Quelle: http://www.baselland.ch/Newsdetail-Home ... 8e7.0.html


18.12.2009
Baselland schränkt Fischerei ein

Die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft schränkt die Fischerei im Rhein, am Unterlauf der Ergolz und in der Birs per sofort ein. In der Birs sind nur die Bachforellen betroffen. Grund für die Massnahmen sind erhöhte Belastungen durch den Schadstoff PCB.

Bereits im Februar 2009 hatte die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion die Fischerei in der Birs aufgrund erhöhter Werte von polychlorierten Biphenylen (PCB) verfügt. PCB sind Schadstoffe, die schlecht abbaubar sind und sich in der Nahrungskette anreichern. Neue Untersuchungen von Fischen aus der Birs und dem Rhein zeigen, dass für Bachforellen in der Birs das Fangverbot vom Februar für Tiere bis 50 Zentimeter aufgehoben werden kann.

Die im Rhein untersuchten Aale und Barben über 50 Zentimeter Länge sind jedoch derart mit PCB belastet, dass der Fang ab sofort verboten ist. Die untersuchten Rotaugen als Vertreter der fettarmen Fische weisen einen PCB-Gehalt zwischen 10 und 25 Pikogramm pro Gramm Fisch auf. Das ist deutlich über dem Grenzwert. Eine Abgabe von fettarmen Fischen an Dritte ist darum untersagt. Aal, Barbe und Rotauge wandern aus dem Rhein in die Unterläufe von Birs und Ergolz ein. Für diese Flussabschnitte gelten darum für diese Fischarten die gleichen Einschränkungen wie beim Rhein.

Einschränkungen für Rhein, Birs und Unterlauf Ergolz bis zum Hülftenfall
Barben von 35 bis 50 Zentimeter dürfen auf eigene Verantwortung gefangen und gegessen werden. Die Abgabe von Barben an Dritte ist verboten. Grössere Barben müssen in das Gewässer zurückgeworfen werden. Nicht erlaubt ist auch der Fang von Aalen; sie müssen wieder frei gelassen werden. Rotaugen dürfen gefangen und auf eigene Verantwortung verzehrt werden. Die Abgabe an Dritte ist verboten.

Erleichterungen für die Birs
Auf der ganzen Fliessstrecke der Birs dürfen Bachforellen, die grösser als 50 Zentimeter sind, nicht gefangen und gegessen werden. Sie müssen in den Fluss zurückgewofen werden. An der Birs unterhalb des Wasserfalls in Laufen bis zur Birsbrücke beim Schloss Angenstein dürfen Bachforellen bis zu einer Grösse von 50 Zentimeter uneingeschränkt gefangen, gegessen und an Dritte abgegeben werden. Auf den beiden Fliessstrecken der Birs von der Grenze zum Kanton Jura bis zum Wasserfall in Laufen und ab der Birsbrücke Angenstein in Aesch bis zur Mündung in den Rhein dürfen Bachforellen zwischen 31 und 50 Zentimeter gefangen und auf eigene Verantwortung verzehrt werden. Die Abgabe von Fischen dieser Grössenklasse an Dritte ist verboten.

Empfehlungen für den Verzehr
Erlaubt ist die Fischerei aller Arten, wenn diese allein für Trophäen verwendet werden. Für den Verzehr von Fischen, die im Kanton Baselland gefangen werden, gelten spezielle Empfehlungen. Details dazu sind zu finden unter http://www.bl.ch/fischerei. Der Kanton Basel-Stadt hat ebenfalls Untersuchungen vorgenommen und analoge Massnahmen beschlossen. Er wird diese in einer separaten Medieninformation der Öffentlichkeit mitteilen.

Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft, Informationsdienst

Auskünfte:
Ignaz Bloch, Kantonstierarzt Basel-Landschaft, Telefon 061 552 59 23, E-Mail: ignaz.bloch@bl.ch
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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von astacus » So 20. Dez 2009, 13:59

astacus hat geschrieben:Grössere Barben müssen in das Gewässer zurückgeworfen werden.
astacus hat geschrieben:Sie müssen in den Fluss zurückgewofen werden.
ob es wohl tierschutzverordnungs-konform ist, fische ins wasser zurück zu werfen... :roll:
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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von Rolf » So 20. Dez 2009, 14:27

Hallo Astacus,

vielen Dank für diese traurige, aber wichtige Info aus dem Kt. BL :!:


......... wer werfen schreibt, hat wohl schon mit der "Sache" abgeschlossen :roll:


z.B. Abfall wirft man fort :idea:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von GsusFreaK » So 20. Dez 2009, 18:55

Ich frag jetzt mal ganz provokativ: Wie können die erlauben auf Fische zu angeln wenn es rein um Trophaen geht und Fische zu realesen? ist ja nicht gerade mit den neuen Regeln zu vereinbaren...
Gruss Flo

Schweizer Angler

Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von Schweizer Angler » Mo 21. Dez 2009, 06:07

@gsus - mit den trophäen ist nicht foto-trophäe, sondern der fisch zum ausstopfen für an die wand gemeint - es ist erlaubt solche zu fangen und zu entnehmen, sofern man das fleisch dann nicht isst (das ist eh eigenverantwortung, und wer ab dem verzehr "bauchweh" oder schlimmeres kriegt, kann dann halt nicht jammern, jemand hätte ihn nicht gewarnt und schadensersatz fordern).

und da mit dem "werfen" das ist nur (alt-)hochdeutsch und eine gängige umschreibung des zurücksetzens, hat nichts mit "werfen in hohem bogem zurück ins wasser" zu tun - was effektiv verboten ist.

gruss

sa

guido

Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von guido » Mo 21. Dez 2009, 06:12

na dann guten appetit.......... :blink2:

Zapfenfischer

Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von Zapfenfischer » Mi 23. Dez 2009, 16:13

Ist noch gut sind die Untersuchung erst am Ende der Saison ! Oder dauert solch ein Test mehrere Monate??


Werde jetzt halt nun bald Rhy- Egli fischer .



gezeichnet
Euer ehemaliger PCB Fischer ! :cry:

fe

Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von fe » Mi 23. Dez 2009, 21:08

Jaja. An der Birs läuft was... Die einen Fische müssen geworfen werden, andere dürfen nicht gefangen werden... Fischen aber ist immer noch erlaubt - schliesslich zahlen wir ja einen Pachtbeitrag an den Kanton :oops:

Gruss fe

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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von Martin » So 27. Dez 2009, 18:08

Wie siehts eigentlich mit der SO Birs Strecke aus?
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von astacus » Mo 28. Dez 2009, 01:21

Martin hat geschrieben:Wie siehts eigentlich mit der SO Birs Strecke aus?
proben wurden anfang jahr (oder evt. sogar schon letztes jahr, bin mir nicht mehr sicher...) genommen und untersucht. da nichts vermeldet wurde, dürfte nichts gravierendes festgestellt worden sein. spezielle entnahmebeschränkungen gibt es für diese strecke also nicht, sondern es gilt alles so, wies auch im neuen patent steht.

werde mich aber bei gelegenheit mal noch zu dem thema erkundigen...
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fe

Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von fe » Mo 28. Dez 2009, 09:17

Nene, da ist schon was los an der SO-Birs! Schliesslich wurde uns ja vom Kanton ein Abschnitt regelrecht weggenommen!

Und betr. Fangverbot gibt es auch Neuigkeiten!

Gruss fe

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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von astacus » Mo 28. Dez 2009, 13:11

wem wurde welcher abschnitt weggenommen? und was gibts neues zum thema fangverbote?
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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von fe » Mo 28. Dez 2009, 21:17

Die Birs ist in verschiedene Pachtreviere aufgeteilt. Unser Revier heisst neu Fischereiverein Aesch. Guggsdu: http://www.lausnerfischer.ch/fvaeschhp/frameset.html

In diesem Abschnitt durchfliesst die Birs als Kantonsgrenze die Kantone Baselland und Solothurn. Früher war das noch komplizierter: damals waren es 3 Kantone. Das Laufenthal war noch Kt. Bern, die Fischereivorschriften waren in den Punkten Fangmindestmass, Schonzeit und Fischereizeit anders. So kam es, dass wir im unteren Teil (BL und SO) am 01. März fischen durften, im oberern aber erst ab dem 16. März (Kt. BE).

Mit dem Wechsel auf das Patentsystem im Kanton Solothurn wurde unserem Verein rechtsufrig die Strecke auf dem Gemeindegebiet Dornach (SO) weggenommen. Ich darf in diesem Bereich also nur noch auf der linken Uferseite fischen (BL). Zum Glück halten sich die Fische nicht an Kantonsgrenzen. Nur, unsere Sömmerlinge halten sich aber auch nicht an solche...

Betreffend Fischereivorschriften war ich voreilig. Ich meinte damit die Fangverbote für Aale und Barben, wie diese ja im Lead bereits erwähnt wurden.

Gruss Reto

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Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von astacus » Mo 28. Dez 2009, 22:04

ich weiss natürlich, dass die birs in pachtstrecken unterteilt ist. und dass der birs-abschnitt in dornach nicht mehr verpachtet wurde, ist mir auch klar. aber das hatte ja nichts mit dem PCB zu tun, sondern man nahm ihn dem pächterverein weg, um ihn ins neue kantonalpatent zu integrieren.

und mach dir mal keine sorgen, auch auf unserer seite wird die birs mit fischen besetzt. wir fangen also nicht nur eure fische, sondern auch umgekehrt :wink:
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fe

Re: PCB / Baselland schränkt Fischerei ein

Beitrag von fe » Di 29. Dez 2009, 11:12

Ja, da hast du recht. Einmal mehr :!:

Habe mich wohl in Ton und Thema vergriffen - PCB ist ein Problem der ganzen Birs und zum Glück kann der Fisch noch seine Kantonsseite selber wählen :P Habe übrigens keine Probleme mit Patentanglern. Geniesse dieses Privileg ja auch in der Restschweiz. Nur, die Art und Weise wie unser Revier verstückelt wurde, war und ist mir unklar. Kenne aber keine Fakten, nur Gerüchte auf Stammtischniveau.

Freue mich auf den ersten März 2010!

Gruss fe

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