Sbirulino-Montage

Interessantes und wissenswertes zum Thema Montagen.
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Reverend

Sbirulino-Montage

Beitrag von Reverend » Mo 2. Jul 2007, 14:53

Sbirolinofischen

Die für den Fisch kaum sichtbaren Sbirolinos mit ihrem spezifischen Gewicht, was dazu führt, dass sie unter Wasser fast schweben, sind besser geeignet als herkömmliche bunte Hartschaum- oder Balsaholzmodelle mit Bleigewicht. Sie besitzen einen geringeren Durchmesser, was eine geringere Wasserverdrängung bewirkt und die Fische weniger misstrauisch macht. Die Grammangaben auf den Sbirolinos sind folgendermaßen zu verstehen: Die erste Zahl gibt das Wurfgewicht des Sbirolinos an, die zweite Zahl das Gewicht unter Wasser (ca. 1/5 des Wurfgewichtes). Die Montage eines Sbirolinos ähnelt der eines Anti-Tangle- Bleis zum Karpfenfischen. Mit dem Gewicht nach unten.

Der Vorteil dieser Methode auf einen Nenner gebracht:

Den Fisch auf weiteste Distanzen und in allen Tiefen suchen, reizen, verführen, fangen. Mit einer revolutionären, eigenständigen und überaus fängigen Methode, die von allen herkömmlichen Methoden etwas übernommen hat und doch ganz anders funktioniert als Grund-, Stipp, Spinn- und Flugangeln. Sbirolinos (eiförmige Kunststoffkörper mit Schnurdurchlaufröhrchen) sind für die Fischerei auf mittlere und große Distanzen entwickelt worden, denn gerade im Frühjahr stehen die Forellen gerne weit draußen im Oberflächenbereich des Sees. Auch in den warmen Sommermonaten, wo die immer hungrigen Forellen das warme Oberflächenwasser meiden und bevorzugt die tiefen Stellen des Sees aufsuchen, ist die Sbirolino-Methode eine „tödliche Waffe“. Mit schwereren, halbsinkenden Sbirolinos kommen Sie auf die nötige Weite und Tiefe und fischen so bedeutend erfolgreicher als mit herkömmlichen Methoden (Wasserkugel, einfache Posenmontage, Grundangel, Spinner). Im Herbst, wo die Forellen die letzten warmen Sonnenstrahlen nutzen und sich eher im oberen Drittel des Wassers aufhalten, werden schwimmende Sbirolinos oder Schlepp- Modelle, wie z. B. der Rugby, eingesetzt, der dann seinen Vorteil hat, wenn die Forellen nicht mehr ganz so aktiv sind. Den Winter über orientieren ich die Forellen wieder in Richtung Gewässergrund, so dass hier wieder halbsinkende Sbirolinos oder der Saltarello (olivenförmiges Blei mit Schnurführungsröhrchen aus Kunststoff)

zum Einsatz kommen. Gefischt wird knapp über Grund, das Vorfach wird dabei entsprechend kurz gewählt (0,60 m - 1 m). Ein weiterer wichtiger Vorteil beim Schleppfischen ist, dass Sie eine Vielzahl an Ködervarianten einsetzen können und selbst kleine Twister, eine Fliege oder einen Streamer verwenden können, ohne in der Wurfweite eingeschränkt zu sein.

Die Montage

Bild

Haken

Die Haken sollten einen längeren Schenkel haben, damit der Köder gut sitzt, sowie einen größeren Abstand zwischen Hakenspitze und Schenkel. Zusätzlich hilft der am Hakenschenkel befindliche Widerhaken für zusätzlichen Halt des Köders.

Montagevorschlag

Vorfachlänge: 0,60 m - 1,50 m

Haken: VMC, Größen 4 bis 10, abhängig vom verwendeten Köder

Wirbel: Grösse 12, 14 od. 16

Sbirolino

Ideal für flache Gewässer und vorsichtige Forellen. Der Wassergeist wird genau so gefischt wie ein Sbirolino, aber aufgrund seines kleinen Körpers weckt er weniger Misstrauen. Die Vorfachlänge sollte nicht über 70 cm liegen, um auch vorsichtige Bisse zu erkennen.

Wassergeist

Im Gegensatz zu anderen, ist der Wassergeist ein durchsichtiges und schlankes Modell mit geringem Durchmesser für die herkömmliche Schleppfischerei entwickelt, das beim Schleppen zum einen nur geringe Wellen an der Oberfläche erzeugt und zum anderen beim Biss dem Fisch wenig Widerstand entgegen. Das Blei trudelt langsam zum Grund und verführt die Forelle zum Anbiss. Einfach zupfend einholen.

Dreifachwirbel

Verhindert Schnurdrall. Die gängigsten Größen sind 10,12,14,16. Hier handelt es sich um einen langsam sinkenden, eiförmigen Kunststoffkörper, der unter Wasser ebenfalls nur 1/5 seines Gewichtes hat, allerdings im Unterschied zum Sbirolino ohne zusätzlichen Schnurführungsstab. Dies hat den Vorteil, dass die Montage bei noch vorsichtiger beißenden Forellen eingesetzt werden kann, da der Fisch beim Biss noch weniger Widerstand verspürt. Die ideale Vorfachlänge beträgt hier nur 0,50 bis 1 m, um auch vorsichtige Bisse zu erkennen.

Köder

Bienenmaden und Teig müssen so montiert werden, dass sie lebhaft und gleichmäßig um die eigene Achse rotieren. Dies erreicht man bei den Maden und Spaghettis durch das L - förmige Anködern, beim Teig durch die spezielle Knettechnik. Nehmen Sie sich daher viel Zeit beim Anködern und testen Sie vor jedem Auswurf die Rotation im Wasser.

Sbirolino - Ruten

Sbirolinos bzw, Saltarellos, Rugbies und Schleppbleie machen es möglich, leichte und kleine Köder (Made, Wurm, Teig, Kleinköderfische und Kleinst- Kunstköder) bis zu 80 Metern weit zu werfen, sie langsam absinken zu lassen und verführerisch rotierend einzuholen. Dazu brauchen Sie Spezialruten, zwischen 3,00 und 4,80 Metern Länge und 1 g bis 40 g Wurfgewicht mit feinnervigen Spitzen, die auf jeden Anbiss reagieren, aber über soviel Rückgrat verfügen, dass der sofortige Anhieb auf weite Distanzen sitzt.

Zubehör

Monofile Schnur in den Stärken von 0,18 mm bis 0,25 mm, je nach Größe der zu erwartenden Forellen und Gewässerbeschaffenheit. Verwende fluoreszierende Schnüre, damit du den Köderlauf besser verfolgen kannst.

Wünsche allen viel Spass beim Testen.


ein Gemeinschafts Bericht, geschrieben und gezeichnet von: Reverend (Gerhard) und Felchenfischer (Rolf)

Udo

Beitrag von Udo » Di 3. Jul 2007, 10:33

Vielen Dank an euch zwei. Super Arbeit die ihr da eingestellt habt.

Merci :D

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Beitrag von Lutra » Di 3. Jul 2007, 12:12

Super guter Beitrag! :lol:

Danke.

Es trifft es richtig gut, habe vor mir diese Angelart, neben dem Spinnfischen, auch etwas besser anzuschauen.



Frage: Wie sieht es mit Sbirolino und Fliessgewässer aus?

Kennt sich da jemand aus, oder ist diese Fischerei ausschliesslich für stehende Gewässer?



Dank und Gruss

Flavio
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Beitrag von Rolf » Di 3. Jul 2007, 12:27

Lutra hat geschrieben:Frage: Wie sieht es mit Sbirolino und Fliessgewässer aus?


Hallo Flavio,



das funzt auch in Fliessgewässer sehr gut. Du musst bei stärkerer Strömung einfach mit schwereren "Gewichten" fischen :wink:
Gruss Rolf

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Beitrag von Lutra » Mi 4. Jul 2007, 19:51

:shock:

Ok, danke für den Tip :roll:



Gruss

Flavio
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Pescatore

Beitrag von Pescatore » So 23. Mär 2008, 14:57

Hallo Reverend,

super Dein Bericht.

Etwas ist mir nicht klar :oops:

Du schreibst:

Dies erreicht man bei den Maden und Spaghettis durch das L - förmige Anködern

Wie sieht das aus. :oops:

Danke

Thomas

Reverend

Beitrag von Reverend » So 23. Mär 2008, 15:15

Hallo, Pescatore,

mein ursprünglicher Artikel wurde von Rolf (felchenfischer) nochmals überarbeitet. Spaghetti verwende ich nicht als Köder.



Bei (Bienen)Maden erreicht man das "L-förmige Anködern" dadurch, dass man zwei Maden nacheinander auf den Haken zieht.

Die erste bis in den Hakenschenkel. Die zweite plaziert man dann im Hakenbogen. Schon stehen sie im fast rechten Winkel zueinander und rotieren dann beim Einholen.

Pescatore

Beitrag von Pescatore » So 23. Mär 2008, 15:29

Danke,

jetzt ist bei mir auch der 50iger runtergefallen 8)

Gruss

Thomas

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