Die Bachforelle

Interessantes und wissenswertes zum Thema Fisch.
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Udo

Die Bachforelle

Beitrag von Udo » Fr 3. Nov 2006, 09:56

Die Bachforelle


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Wissenschaftlicher Name:Salmo trutta forma fario

Die Bachforelle ist keine eigene Art sondern ist eine kleinwüchsige (s.g. morphoforme) Art der der Forelle (Salmo Trutta) . Wir finden sie in den mittleren und oberen Abschitte der Flüße von ganz Europa. Sie wurde aber auch in vielen Ländern eingeführt. So lebt sie in Kleinasien, Indien, Australien und Neuseeland, ebenso fand sie ihr zuhause in Nord - und Südamerika. Die Bachforelle gilt als Leitfisch der nach ihr benannten Forellenregion. Diese beginnt unterhalb der Quelle. Im Quellbereich selbst kommt die Forelle nicht vor, da so gut wie keine Pflanzen und Lebewesen vorkommen die als Nahrung dienen könnte. Typisch für die Forellenregion, die meistens die Oberläufe der Bäche in den Mittelgebirgen umfasst, sind turbulent und schnell fließendes Wasser. Das Wasser erwärmt sich selten über 10 °C und hat eine hohe Sauerstoffkonzentration. Der Gewässergrund ist eine felsig-steinige Gewässersohle. Forellen der obersten Regionen werden auch Steinforellen genannt. Sie bleiben aus Mangel an Nahrung sehr kleinwüchsig. In einem typischen Forellengebirgsbach finden wir auch die Groppe und das Bachneunauge. Das auftreten dieser drei arten verspricht ein ökologisch intaktes Wasser. Die Elritze wäre da bestimmt auch zu nennen, sie hat sich aber in den kleinen Bächen und kleinen Flüssen sehr rar gemacht.

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Die Bachforelle ist als Standorttreu zu bezeichnen, bewohnen also feste Reviere. Sie sind auf vielseitige Versteckmöglichkeiten, unter und hinter denen sie bei Gefahr Schutz suchen, angewiesen. Aus diesen Verstecken heraus lauern sie auch auf ihre Beute. Bachforellen sind schnelle Schwimmer, ja schon Sprinter. Sie können kurzfristig 35 km/h erreichen, und sind in der Lage bis zu fast einem Meter Höhe aus dem Wasser zu springen, um bei der Laichwanderung Hindernisse zu überwinden.

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Die optimale Forellenregion zeichnet sich durch verschiedene Habiate aus. Tiefe Gumpen und Kolke sollten vorhanden sein, aber auch unterspülte Wurzeln und Sträucher. Unterspülte Außenkurven werden auch gerne bewohnt. Für das aufwachsen der Jungtiere sollten flache Gewässerabschnitte mit reichlich Pflanzenbewuchs vorhanden sein. Die Verbreitung der Bachforelle wird durch Besatzmaßnahmen sehr stark vom Menschen geprägt. So kommt sie auch in Talsperren, den Seen (speziell in Voralpen und Bergseen) sowie in Flüssen bis in die Barben - vereinzelt auch in der Brachsenregion vor.


Merkmale:

Die Bachforelle ist einer der farbenprächtigsten Fische unserer Gewässer. Die Verteilung und Häufigkeit ihrer roten, schwarzen manchmal auch blaue Tupfen, die oft auch weiß, orange oder blau umrandet sind, wechselt bei den Fischen obwohl sie aus ein und demselben Gewässer stammen. Mehrheitlich kann man sagen, oberhalb der Seitenlinie befinden sich auf der Seite und auf dem Rücken große dunkle Flecken, während sich unter der Seitenlinie hell umrandete rote Flecken befinden. Im Volksmund wird sie deshalb auch oft die „Rotgetupfte“ genannt.

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Auch die Grundfärbung, die am Rücken von blauschwarz nach dunkelgrün bis hin zu ockerbraun variiert, ist von Fisch zu Fisch anders. Ihr Bauch ist weiß bis gelblich einzustufen.

Ihr Körper ist langgestreckt und seitlich wirkt er etwas zusammengedrückt. Je nach Gewässer kann der Körper sich auch etwas hochrückig entwickeln. Sie besitzt für Salmoniden typisch, zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine hell gefärbte, dunkel umrandete und mit roten Tupfen versehen,eine Fettflosse. Entlang der Seitenlinie zählen wir 110-120 kleine Schuppen. Die schwarzgepunktete Schwanzflosse ist bei Jungtieren gegabelt, während sie bei älteren Tieren gerade bis konvex einzustufen ist. Die Bachforelle hat ein endständiges Maul, der Kiefer ist mit Fangzähnen versehen. Auf dem Pflugscharbein sind zwei Längs und eine Querreihe bezahnt.

Jungtiere sehen wir auf den Körperseiten 6-9 dunkle Querbinden, die auch Jugendflecken genannt werden.

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Die Bachforelle kann bis zu 10 Jahre alt werden. Ihre mittlere Länge wird mit 20-40 cm angegeben, bei einem Gewicht von 200 gr bis zu 1,5 kg. Je nach den Lebensbedingungen wie Wassertiefe und Nahrungsangebot kann die Bachforelle aber auch 80-90 cm groß werden und ein Gewicht bis zu 9 kg erreichen. Die Bestandsdichte hängen von der Zahl der möglichen Reviere (Unterstände) und dem Nahrungsangebot ab. Diese sind von Revier zu Revier verschieden.


Fortpflanzung:

Die BaFo ist ein so genannter Winterlaicher, die Laichzeit geht von Oktober bis Januar. Hierzu suchen die geschlechtsreifen Alttiere stromauf nach kiesigen und sandige starküberströmte Bachstrecken auf. Man spricht bei ihr auch von Kies und Srömungslaicher. Sind geeignete Laichplätze gefunden schlägt der Rogner eine 15-30 cm tiefe Laichgrube, hierbei spricht man von einer vorstufe der Brutpflege. Der Rogner legt pro kg Körpergewicht 1000-2000 4-6 mm große Eier in die Grube. Der Milchner besamt die Eier sofort und deckt die Grube wieder zu. Abhängig von der Wassertemperatur schlüpfen die 1-2 cm großen Larven nach 55-100 Tagen. Für die geschlüpften Fischlarven ist die ausreichende Sauerstoffversorgung des Kieslückensystems überlebenswichtig. Nach dem Verzehr des Dottersacks halten sich die Jungtiere noch ein paar Monate im Flachwasserbereich auf, bevor sie wieder bachabwärts ziehen, um sich ihre Reviere suchen.

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Nahrung und Fressverhalten:

Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus kleinen Gewässertieren, Insektenlarven, Bachflohkrebse, Anfluginsekten, Amphibienlaich und Kaulquappen., aber auch von kleinen Fischen vereinzelt auch Frösche und Molche. Selbst vor dem eigenen Nachwuchs machen sie keinen Halt. Sie sind aber überwiegend Kleintierfresser, können sich aber je nach standort auf bestimmte Nahrung spezialisieren. So kommt es vor, dass eine kleinere Forelle vorwiegend Fische jagt und ein großes Exemplar nur Bachflohkrebse frisst.

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Fangmethoden:

Posen/Zapfenfischen, Grundfischen, Fliegenfischen, Spinnfischen (Groppe oder Elritze am kleinen System), Tippfischen / Spürangeln (in der Schweiz auch "Fühlerle" genannt). Immer auf dem jeweiligen Erlaubnisschein/Patent nachschauen welche Methoden erlaubt sind.

Ich persönlich bin der Meinung Bachforellen sollten nur mit der Fliegenrute oder mit Spinnfischen beangelt werden.

Wirtschaftlich gesehen gehört die Bachforelle zu den wertvollen Speisefischen, deren Fleisch von ausgezeichneter Güte ist.

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Leider gehört die Bachforelle zu den gefährdeten Fischarten, und ist wahrscheinlich nur durch den ständig nach gezüchteten Besatz nicht ausgestorben. Gefährdungsfaktoren sind Verlust des Lebensraums durch Gewässerverbauung und Gewässerverschmutzung, sowie die Verhinderung der Laichwanderungen durch Bauwerke, die von den Bachforellen nicht überwunden werden können.

Zugleich sollte auf Besatz von Bachsaibling und Regenbogenforelle zumindest in den oberen Gebieten von Bächen und kleinen Flüssen verzichtet werden. Der Schutz und die Wiederherstellung geeigneter Lebensräume stehen für den Erhalt der Bachforelle an erster Stelle. Gewässerreinhaltung, Sanierung und Renaturierung strukturreicher Gewässer sowie die Beseitigung von Wanderhindernissen sind die Voraussetzung dafür, dass sich Bachforellenbestände fortpflanzen und vermehren können, ohne durch künstlichen Besatz aufgestockt zu werden.

Wir Angler können auch einwenig zum Erhalt der Bachforelle beitragen. Bitte verzichtet in besonderen in Bächen auf das Watfischen besonders im Frühjahr. Dadurch werden oft Kiesbecken und Pflanzenbestände geschädigt und Fischlarven in den sicheren Tot getrieben. Auch in den größeren Fliessgewässern sollten die Flachwasserbereich erst Ende Juli betreten werden, dann wenn die Jungfische nicht mehr auf diesen Lebensraum angewiesen sind.

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Eine spezielle Art, die Doubs Forelle mit ihren dunklen, gegen unten spitzzulaufenden Zebraflecken entlang der Seitenlinie

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Petri Heil

Für die Bilder bedanke ich mich bei Martin Jeker, Uwe Schmollke, Frank Renken und Patrick Schumacher.
Zuletzt geändert von Udo am Fr 3. Nov 2006, 10:33, insgesamt 2-mal geändert.

Helmut

Beitrag von Helmut » Fr 3. Nov 2006, 10:00

Super Udo absolut genialer Bericht mit tollen Fotos :up:

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Beitrag von Martin » Fr 3. Nov 2006, 10:45

Endlich ist mein lieblings Zielfisch auch vetreten. Super gemacht!

Danke Udo! :up: :kewl:
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

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Beitrag von Uwe » Fr 3. Nov 2006, 10:59

Bei dem Bericht schlägt das Herz eines Flussfischer bestimmt ein paar Takte schneller :!: :!:

Klasse Bericht Udo :kewl: :thanks:
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Bild

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Beitrag von Martin » Fr 3. Nov 2006, 11:01

@Uwe

So ist es! brauche schon Betablocker :-)
Gruss Martin

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Beitrag von Uwe » Fr 3. Nov 2006, 11:07

Martin hat geschrieben:@Uwe

So ist es! brauche schon Betablocker :-)
Oder so was Bild
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Bild

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Beitrag von Martin » Fr 3. Nov 2006, 11:10

:-)
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Beitrag von Martin » Sa 1. Mär 2008, 19:49

Der Bericht wurde mit einem Foto einer Doubs Forelle (am ende des Berichts) erweitert.
Gruss Martin

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Re: Die Bachforelle

Beitrag von Zueli » Di 26. Apr 2011, 11:36

ist es möglich dass sich grössere Bafos auch in kleineren Schwärmen von rund einem Dutzend aufhalten? :?:

Habe dies in der Aare nähe Jägerheim beobachtet. Bin mir ziemlich sicher dass es sich um Forellen gehandelt hat.

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Re: Die Bachforelle

Beitrag von siu » Di 26. Apr 2011, 11:45

obwohl ich die aare nicht kenne wage ich die ferndiagnose und schätze, dass es sich
dabei um ein trupp alet handelt...

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Re: Die Bachforelle

Beitrag von JJwizard » Di 26. Apr 2011, 12:14

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Re: Die Bachforelle

Beitrag von habakuk » Di 26. Apr 2011, 13:15

steve der beitrag ist 5 jahre alt... :wink:
Darf ein Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben?

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Re: Die Bachforelle

Beitrag von Martin » Di 26. Apr 2011, 20:19

Macht doch nichts ;-)
Ich finds schön werden solche neutrale Themen hie und da wieder hervorgeholt, trotzdem Danke für dein Lob
Gruss Martin

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