Die Barbe

Interessantes und wissenswertes zum Thema Fisch.
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Mario
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Die Barbe

Beitrag von Mario » Di 9. Okt 2007, 18:28

Die Barbe


Barbus barbus



Beschreibung

Die Barbe gehört zu der Karpfenfische ( Cypriniden) Familie und ist sogleich der Leitfisch der Barbenregion.

Die Durchschnittsgrösse der Barbe liegt zwischen 30 und 60cm mit 1 bis 3 Kilogramm. Rekordexemplare bringen es auf 90cm und wiegen bis zu 6 Kilogram.

Besonderes Merkmal ist sein unterständiges, wulstige Maul mit seine vier Bartfäden. Die Barbe hat einen beinahe drehrunden Körper, der an der Bauchseite etwas abgeflacht ist. Der Kopf ist keilförmig und lang ausgezogen. Die Augen klein, mit marmorierter Iris. Das Maul ist unterständig, leicht rüsselartig, mit einem Paar Barteln in den Mundwinkeln, sowie zwei weiteren, kürzeren an der Oberlippe. Sie ist durchgängig beschuppt; die Schuppen sind mittelgross. Der Rücken ist braungrau, etwas heller die Flanken. Der Bauch weiss, gelegentlich mit einem rötlichen Anflug. Die paarigen Flossen tragen einen leicht rötlichen Ton, ebenso die Afterflosse, die zudem einen „fleischigen“ Eindruck erweckt. Der dritte Strahl der Rückenflosse ist verdickt, der längste und an der Rückseite sägeartig.


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Lebensraum

Mit ihrer schlanken, kräftigen Körperform, dem konischen Kopf ist die Barbe an ihren Lebensraum, bestens angepasst.

Unterhalb der Äschenregion, wo die Strömung noch ausgeprägt ist, liebt die Barbe das sauerstoffreiche klare Wasser. Unterhalb Wehren, grosse Sand- oder Kiesbänke und flache schnell fliessende Flussstrecken gehören zu den bevorzugten Plätze der Barbe. Die Barbe ist von Natur aus ein reiner Flussfisch. Besatz in stehenden Gewässern ist als absolut nicht artgerecht einzustufen. Sie liebt die scharfe Strömung, wo sie gerne gesellig lebt. Erst mit abnehmenden Wassertemperaturen ziehen sich Barben in grösseren Verbänden in tiefe Flussbereiche, wo sie relativ aktionslos auf bessere Tage warten. Eine echte Winterruhe können sie sich als reine Flussbewohner nicht leisten. Trotzdem reduziert sich ihr Stoffwechsel erheblich.


Fortpflanzung

Die Barbe erreicht die Fortpflanzungsfähigkeit im Alter von 4 bis 5 Jahren. Die Laichzeit ist im Mai und Juni, wobei es auch erst im Juli stattfinden kann. Dabei sucht sich das Weibchen kiesigen Grund, wo sie ihre Eier ablegen kann. Das Männchen zeigt in dieser Zeit einen starken Laichaussschlag. In den Monaten Mai bis Juli ziehen die Barben in kleinere Nebengewässer, wo sie über kiesigem Grund laichen. Die Rogner setzen dabei ca. 10.000 klebrige Eier pro Kilogramm Körpergewicht ab. In dieser Zeit tragen die Milchner einen knotig-hornigen Laichausschlag am Kopf. Der klebrige Laich setzt sich zwischen den Kieseln ab, wo die Brut nach 10 – 15 Tagen schlüpft. Barben sind im Jungendstadium sehr langsamwüchsig. Im ersten Jahr erreichen sie gerade einmal 7 cm! Die Geschlechtsreife erreichen sie nach 4 – 5 Jahren. Die Rogen der Barbe sind für uns Menschen giftig. Sie sollten auf keinen Fall gegessen werden Übelkeit verbunden mit Bauchschmerzen sind die Folge.


Ernährung und Verhalten

Die Barbe lebt in kleinen, meist gleichaltrigen Schwärmen. In der Dämmerung suchen sie mit Hilfe ihren Barteln nach Fressbares wobei sie mit ihrem unterständigen Mund Steine umdrehen um Larven, Krebse und Fischlaich zu fressen. Auch Fischbrut und kleinere Fische werden räuberisch gejagt und gefressen.


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Angelmethoden

- Grundangeln
- Feeder
- Zapfenfischen/Posenangeln


Bevorzugte Köder

- Käse
- Würmer
- Köcherfliegen Larven
- Maden
- Künstliche Nymphen


Die beste Fangzeit ist vom August bis Oktober. Morgens früh lohnt es sich auf jeden Fall einen Versuch zu starten. Für Langschläfer bietet der Abend auch gute Chancen.
Der Standort ist Tagsüber leicht zu feststellen. Mit heftigen Sprünge und lautes platschen der Wasseroberfläche verraten sich die Barben einem aufmerksamen Angler.


Die Barbe im Drill

Seit vielen Jahren stelle ich den „ Torpedo“ mit grossem Enthusiasmus nach. Wie ein U-Boot zieht der Fisch nach dem Anschlag in Richtung Grund. Mal zieht er Fluss aufwärts, mal schiesst es Fluss abwärts. Unermüdlich liefert die Barbe einen Drill, dass so manch anderer Fisch von grösseren Massen in den Schatten stellt. Vorsicht ist vor der Landung zu bewahren. Im letzten Moment mobilisiert die Barbe noch ihre letzten Kräfte und wer jetzt zu stark forciert, wird der Kampf verlieren. Einmal ausgedrillt liegt die Barbe völlig erschöpft vor den Füssen. Wird sie nicht entnommen sollte sie mit Kopf gegen die Strömung, einen Augenblick gehalten werden bis sie wieder genügend Kraft verfügt um seine Bahn gegen die Strömung zu halten.


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Diese Barbe konnte einem Wobbler nicht wiederstehen



Wird der Fisch entnommen wünsche ich dem Glücklichen einen guten Appetit.
Im Bachofen gebraten schmeckt die Barbe vorzüglich.
Saluti

Mario

daemu

Beitrag von daemu » Di 9. Okt 2007, 18:30

schöner "fisch-steckbrief"! vielen dank für den aufwand!

Helmut

Beitrag von Helmut » Di 9. Okt 2007, 18:45

Danke für die Mühe die Fischdatenbank zu erweitern :up:

Sehr informative Beschreibung

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Beitrag von GsusFreaK » Di 9. Okt 2007, 19:11

Guter Eintrag, danke!

Vor 2 und vor 5 Jahren jeweils hat mich die Barbe im Sommer auf Trab gehalten, bei 35 grad wenn nix mehr geht war die Barbe stehts so freundlich mir schwache Arme zu besorgen. Wenn so ein 60+ Bärblein in der Strömung fightet... jaja, lasst die Ultra Light Rute zuhause;)
Gruss Flo

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Beitrag von Rolf » Mi 10. Okt 2007, 18:08

Hallo Mario,

super Bericht, vielen Dank :!:

Unsere Fischdatenbank wächst und wächst 8)


@ alle,

wenn ihr auch einen Bericht zu einem Fisch hab, der evt. in der FF - Fischdatenbank noch fehlt, würden wir uns sehr darüber freuen, wenn ihr ihn uns (einem Mod. oder Admin) zukommenlassen würdet. Wir helfen auch gerne so einen Bericht fertigzustellen und wenn das geschehen ist, wird der Bericht im Namen des Verfassers (Autor) in der FF - Fischdatenbank eingestellt :wink:

Macht mit, wir alle freuen uns darüber, Danke :!:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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Beitrag von Uwe » Do 11. Okt 2007, 07:38

Sehr informativer Beitrag, Mario :up: :up:

Merci :!: :!:



Aber leider hat es gestern Abend sollen nicht sein, dass wir eine Barbe auch live sehen dürften :roll:
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Bild

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Mario
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Beitrag von Mario » Do 11. Okt 2007, 08:37

Uwe hat geschrieben:Aber leider hat es gestern Abend sollen nicht sein, dass wir eine Barbe auch live sehen dürften :roll:
Hallo Uwe, wir werden die Torpedos sicherlich bald zu sehen bekommen, da bin ich mir sicher :lol:
Saluti

Mario

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siu
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Beitrag von siu » Do 11. Okt 2007, 08:42

Super Bericht/Beschreibung! Danke Mario! 8)

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