Die Frage nach dem Warum

Hier kommen die Fragen und Antworten zum Aeschenfischen rein.
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Forelle

Beitrag von Forelle » Fr 5. Okt 2007, 16:19

Hoi zämä



Gut, melde mich auch mal hier im Forum...



Ich fische an der Aare zwischen Aarwangen und Kantonsgrenze BE-AG. Dort werde mit dem Hölzeln viele Äschen gefangen. Alle Äschen (bitte korrigiert mich), die hier ausgesetzt werden, stammen von den Äschenlaichfängen vom Gebiet Schadau bei Thun. Eine naürliche Reproduktion der Äschen scheint in der unteren Aare, wo ich fische, nicht möglich zu sein. Gründe: Kollmation, zu wenig Kies zum Laichen, .... .



Hier bei uns scheint es daher nicht so wichtig, ob die gefangen Äsche nun 32cm oder 36cm ist (ab 32cm wird sie geschlechtsreif), da das Habitat zum Laichen nicht zur Verfügung steht. Eine Wanderung in andere Gebiete wird von Kraftwerken behindert.



@Salvenius: Stimmt dies so?

Chrigel

Beitrag von Chrigel » Fr 5. Okt 2007, 16:29

@ Forelle:



Ich bin zwar nicht in dieser Region anzutreffen, aber ich bin mir ziemlich sicher Nein, es stimmt nicht.

Ich glaube nicht dass man Fische an einem natürlichen Gewässer ausetzt nur um wieder gefangen zu werden, jedenfalls hier in der Schweiz nicht.

Klar wird es in der unteren Aare nicht all zu viele Laichplätze geben, dennoch werden wahrscheinlich diese Fische auch zur Stützung der dortigen Äeschengeneration eingesetzt, frisches Blut oder so..

Wie gesagt ich kenne die Aare dort unten zu wenig.

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zuma
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Beitrag von zuma » Fr 5. Okt 2007, 17:04

Ich bin auch der Meinung von Chrigel.

Macht ja wirklich keinen Sinn, eine bedrohte Fischart zu besetzen, wenn sie keine Ueberlebenschance (Nachkommen) hat.
Gruss Kurt

(Bambus-&Trockenfliegenpurist)

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salvenius
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Beitrag von salvenius » Sa 6. Okt 2007, 18:40

In der Oberaargauer Aare findet bestimmt auch Naturverlaichung statt. Die Frage nach dem "wie viel" ist aber schwer zu beantworten. Im 225 gibt es aus meiner Sicht wenige potentielle Laichplätze. Mit den letzten zwei Kiesschüttungen konnte kurzfristig die Situation verbessert werden. Bleibt nur zu hoffen, dass weitere, regelmässige Schüttungen an sinnvoll durchdachten Standorten folgen werden. Im 228 gibt es unterhalb des "Aareknies" einige potentielle Laichplätze, sind aber für die Länge der Fliessstrecke sehr beschränkt. Nach der Laichzeit konnte ich in der Uferregion schon mehrmals Äschenbrut beobachten. Aber eben... es handelte sich nicht gerade um eine grosse Menge.



Vor noch nicht all zu langer Zeit stammte ein Teil der bestandesschützenden Vorsömmerlinge aus der Fischzucht Reutigen, also vermutlich aus Laichtieren aus dem Oberland. Heute kommen die Vorsömmerlinge aus der Fischzucht Ligerz. Woher diese Muttertiere stammen, ist mir nicht bekannt.


Forelle hat geschrieben:Hier bei uns scheint es daher nicht so wichtig, ob die gefangen Äsche nun 32cm oder 36cm ist (ab 32cm wird sie geschlechtsreif), da das Habitat zum Laichen nicht zur Verfügung steht.


Diese Aussage kann ich nicht unterschreiben. Wie schon Kollegen von anderen Aare-Regionen geschrieben haben, wäre auch ich für eine Erhöhung des Schonmindestmasses. Mit einer Erhöhung des Schonmindestmasses hätten die Fische eine weitere potentielle Chance, sich zu reproduzieren - egal ob mit oder ohne Erfolg.



Zum “Stehaufmännchen“(Tiroler-Hölzl): Das ist effektiv eine Killermontage. Findet man einen guten Standort während der Benthos-Drift, dann kann man Einen nach dem Anderen fangen. Es ist schade, dass ein paar wenige Fischer die Montage missbrauchen und weiss ich nicht wie viele Äschen fangen. Auch bei uns gibt es sogenannte Spezialisten, welche auch heute noch gegen 100 Äschen aus der Aare kurbeln und nie wissen, wann genug ist…Mit einem Verbot der Technik würde man diesem Verhalten aber nicht entgegenwirken, denn mit anderen Techniken wäre das auch möglich. Somit bleibt nur noch die jährliche Fangzahlbeschränkung, welche aus meiner Sicht eine vernünftige Lösung sein könnte. Wer mit dem Tirolerhölzchen verantwortungsbewusst umgeht und sich ab und zu ein “z’Nacht“ aus der Aare holt… damit habe ich keine Probleme!



Habt ihr euch schon Mal über den Erfolgsgrund der Tirolerhölzchen-Montage Gedanken gemacht? Mal schauen, was ihr von meiner Theorie haltet…



Die Äsche verbringt die meisten Zeit knapp über der Gewässersohle. Aufgrund des Reibungswiderstandes herrscht dort bei Normalwasserstand auch in sehr grossen Flüssen kaum Strömung. Während der Insektenlarven-Drift kommen dort die Larven langsam angehüpft und die Äschen können sich gemütlich den Bauch vollschlagen. An der Wasseroberfläche herrscht hingegen eine viel grössere Strömungsgeschwindigkeit. Deswegen hat man mit der Zapfenmontage oft das Problem, dass der Zapfen viel zu schnell abdriftet und dementsprechend auch der Köder unnatürlich schnell abfliesst. Mit dem Tiroler-Hölzl kann der schnellen Verdriftung ein Bein gestellt werden: Das Hölzchen, und somit auch die präsentierten Nymphen hüpfen langsam über die Sohle und verführen so die Äschen zum anbeissen… Könnte das der Grund für die sogenannte Killermontage sein?



Gruss

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gonefishing
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Beitrag von gonefishing » Sa 6. Okt 2007, 20:03

salvenius hat geschrieben:Habt ihr euch schon Mal über den Erfolgsgrund der Tirolerhölzchen-Montage Gedanken gemacht? Mal schauen, was ihr von meiner Theorie haltet…



Die Äsche verbringt die meisten Zeit knapp über der Gewässersohle. Aufgrund des Reibungswiderstandes herrscht dort bei Normalwasserstand auch in sehr grossen Flüssen kaum Strömung. Während der Insektenlarven-Drift kommen dort die Larven langsam angehüpft und die Äschen können sich gemütlich den Bauch vollschlagen. An der Wasseroberfläche herrscht hingegen eine viel grössere Strömungsgeschwindigkeit. Deswegen hat man mit der Zapfenmontage oft das Problem, dass der Zapfen viel zu schnell abdriftet und dementsprechend auch der Köder unnatürlich schnell abfliesst. Mit dem Tiroler-Hölzl kann der schnellen Verdriftung ein Bein gestellt werden: Das Hölzchen, und somit auch die präsentierten Nymphen hüpfen langsam über die Sohle und verführen so die Äschen zum anbeissen… Könnte das der Grund für die sogenannte Killermontage sein?



Gruss


Klingt logisch. Ich habe früher öfters mit einer Spinnfliege auf Forellen gefischt (eine Art schwerer Streamer mit einem kleinen Propeller vorne dran). Je nach Strömung noch ein Blei vorgeschaltet kann man das Ding über den Grund hüpfen lassen, dass es aussieht wie eine Groppe.

Fischt man stromab kann man es an einer verdächtigen Stelle halten und ein bischen rumhüpfen lassen.

Seltsamerweise habe ich mit der Methode immer wieder Äschen gefangen (und ich kann die Viecher nicht riechen... :? ).

Habe ich die Spinfliege flussauf geworfen und mit der Strömung über den Grund runterhüpfen lassen fing ich kaum Äschen.

Das würde bestätigen dass es die Äschen eher gemütlich nehmen.

Evtl. verwechseln sie es nicht mit einer Groppe sonder einer Insektenlarve die in den Wirbeln zwischen den Steinen immer wieder hochgewirbelt wird.



Gruss, Mattu

Schweizer Angler

Beitrag von Schweizer Angler » So 7. Okt 2007, 06:18

wer das letzte memo des bernisch kant. fischereiverbandes (bkfv) gelesen hat findet darin einige gedanken zu aeschenproblematik in der aare zwischen bern und thun, und dass man sich massnahmen überlegt. interessanterweise wird zwischen den zeilen eine schonmasserhöhung angekündet (so lese ich es jedenfalls). die textinahlten sind allerdings etwas widersprüchlich, enerseits wird dass chonmass von 32 als richtig angesehen, die fische hätten dann abgelaicht. e



s gibt eine im deutschspraschigen raum angesehene äeschenstudie vom fischereibeiologen joachim gutruf (und er ist selbst ein aarefischer), die dem widerspricht und seit jahren für eine erhöhung des schonmasses ist, denn viele der aeschen haben mit 32 abgelaicht, aber ebenso viele stehen erst kurz davor und haben es nicht. die studie wird bei den behörden und vereinen scheinbar regelmässig niegiert und schubladisiert, alle haben anst dass ihnen die fischer wohl bei staatlich verordnetem anderem schonmass davonlaufen.



im bkfv mmemo wird ein fangkontingent (heisst einen maximal mögliche fangzahl pro jahr) als unwirksam bezeichnet, so eine würde am gesamtfang der äschen nichts ändern. alle die ich kenne und dies lesenlachen sich den buckel voll, denn es würde sicher etwas ändern, sofern man es wie salmotti vorschlug mit einer schonmasserhöhung kombinieren würde. was es vorallem ändern würde, und hier sehen vermutlich die vereine und behörden nur bis zum nächsten baum weiter, ist dass die fischerzufriedenheit steigen würde, also der patentrückgang rückläufig oder zumindest auf dem status quo erhalten werden könnte.



niemand ist unzufrieden wenn er nicht 6 aeschen fängt (ausser die ewigen gestrigen die fischen als sportwettbewerb ansehen), sondern nur wenn er nichts fängt. ein kontingent mit höheren schonmass würde die fischfänge auf jeden fall besser und gerechter verteilen, weil die chancen für den einzelnen eine äsche zu fangen grösser würde.

auf jeden fall teilen die romands die meinng der berner am gesamtfang würde sich nichts ändern nicht, denn fangkontingente gibt es in der waadt und in neuchatel seit jahren, scheinbar bewirken sie doch etwas positives.



was der aesche aber wirklichund sofort gezielt hilt statt stützbesatz ist renatuierung und zwar im grösseren stil. hier kann man als fischer auch direkt einwirken, indem man am 21.10 genau schaut wer man wählt. vermutlich wäre grün wählen besser als links oder rechts. mal sehen....



gruss



schweizer angler

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