Aesche mit Tirolerhölzel

Hier ist der Platz um Eure Fänge zu präsentieren.
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Rolf
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Aesche mit Tirolerhölzel

Beitrag von Rolf » Sa 21. Okt 2006, 17:11

Hallo Freunde,

Mauro rief mich heute Morgen an und meinte, es wäre an der Zeit, die Fahnenträgerinnen mit dem Tirolerhölzel und den Nymphen zu verführen. Der Wasserstand war optimal und so stand einer gemeinsamen Pirsch an die Aare, nichts mehr im Wege.

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Ich möchte vorab mal mit einem Klischee aufräumen, dass besagt, dass man mit dem „Hölzeln“ die Fische von alleine fängt und somit ganze Strecken leerfischt. Dem ist nicht so, diese Technik verlangt ein enormes Wissen, was die Gewässerbodenstruktur anbelangt, ansonsten ist es nämlich eher eine verlustreiche Angelegenheit. Auch muss mit äussester Konzentration gefischt werden, damit man die zum Teil feinen Bisse überhaupt bemerkt. Es ist schon so, das sich die Fische im schnellen Wasser fast selber haken, doch wer nicht aufpasst, erzählt meist, es hat ja nichts angebissen und geht als „Schneider“ nach Hause.

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Mauro hat einen Biss gehabt, leider ging der Anschlag ins leere, der Fisch war schneller! Aber schaut mal in sein Gesicht, könnt ihr fühlen was er denkt? Richtig, den „Nächsten“, erwische ich! Für Heute, sollte es kein „Nächstes Mal“ geben, doch zum Glück gibt es immer ein Morgen.

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Mit der Tirolerhölzel Technik gelang es mir zwei Bachforellen, sie schwimmen wieder frisch und munter, sowie eine gut genährte Aesche von 37 cm zu überzeugen. Sie nahm meine braune Nymphe mit Kupferkopf in der Mitte der Strömung und lieferte mir einen guten Drill, bis sie Mauro feumern konnte. Freude herrscht, zum zweiten Mal beim Aeschenfischen und gleich zum zweiten Mal erfolgreich. Es scheint, die Aeschen lieben mich, ich liebe sie auch.

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Zum Nymphenfischen, verwende ich ausschliesslich „Selbstgebundene“ Nymphen in den klassischen Farben für Aeschen. „Mann“ könnte zwar noch viele Farben einsetzen, doch so habe ich nicht so eine grosse Auswahl und das Entscheiden fällt mir leichter.

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Das Fischen mit dem Tirolerhölzel ist relativ einfach, man wirft stromauf, etwa Richtung 2 Uhr, bei langsamer Strömung reicht auch 1 Uhr. Man lässt das Hölzel kontrolliert auf den Gewässergrund sinken und spannt die Schnur an hoch erhobener Rute so, dass die Montage der Fliessrichtung des Wassers so lange folgen kann wie Möglich. In dieser Phase ist es wichtig, dass man die Schnur gespannt hält, indem man sie mit langsamen und bedachten Drehungen an der Rollenkurbel stets einholt. Bitte, ein wenig heisst manchmal nur eine halbe Umdrehung und weniger, es soll nicht wie beim Spinnfischen eingekurbelt werden. Diese so genannte „Gerade Strecke“ hat natürlich auch mal ein Ende und die Montage wird unweigerlich gegen das Ufer gedrückt. Nun heisst es doppelt aufgepasst, einerseits wegen den zu erwarteten Bisse in Ufernähe, anderseits muss man auf die Uferverbauungen und dem darin feststeckendem Geäst aufpassen. An Stellen die ich nicht so gut kenne, hebe ich die Montage schon bei 10 Uhr vom Gewässerboden ab und kurble sie ein, um einen neuen Versuch zu starten. Wenn kein, oder wenig Risiko auf Hänger besteht, kann man die Montage ganz bis ans Ufer treiben lassen, nicht selten steht dort eine „Schöne“. Hier ist darauf zu achten, dass man, je näher die Montage das Ufer erreicht, umso schneller muss man die Schnur aufnehmen, damit nicht gleich alle Nymphen über dem Boden hängen. Ich habe viele Fische an den oberen zwei Nymphen gefangen und das bestätigt die vom Fliegenfischen her bekannte These, dass es die Aeschen lieben, die Nymphen von unten zu nehmen.

Das Gefühl kommt mit der Zeit von alleine und sein Gewässer, lernt man gezwungener Massen auch um einiges besser kennen. Ich liebe diese Fischereitechnik und unterstelle allen Gegner, dass sie damit nicht umzugehen wissen. Und wenn ein Gegner dieser Technik behauptet, er wisse von was er rede, er habe selber viele Fische gefangen und deshalb müsse „Mann“ dagegen sein, behaupte ich, der „Mann“ hat zwar die Technik begriffen, aber den umsichtigen Umgang mit der Natur und Kreatur nicht. Es gibt viele Fischer die mit ihrer Technik viele Fische fangen, sie freuen sich am Fang und sie freuen sich ebenfalls daran, den Fisch wieder davon schwimmen zu sehen. Manch Einer täte gut daran, seine eigenen Gedanken nicht immer seinen Mitmenschen unterzuschieben.

Es lebe das „Hölzeln“ :wink:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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Beitrag von Uwe » Sa 21. Okt 2006, 22:07

Hi Rolf,

toller und sehr gut beschriebenet Bericht. Leider für mein Tiroler Hölzli einen Tag zu spät :( Das schwimmt jetzt in der Aare von Bern in Richtung Bielersee. :oops:

War heute das erste Mal beim Äscheln. Bericht folgt aber noch.

Ach ja, hätte ich fast vergessen: Auch Dir ein dickes Petri zur gefangenen Äsche :D
Gruss Uwe
Eine Seeforelle zu fangen ist wie ein wunderschöner Sonnenuntergang. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben. Bild

Udo

Beitrag von Udo » So 22. Okt 2006, 11:40

Petri Rolf ein tolles Treffen mit einem gewohnten schönen Bericht. Die Bilder sind mal wieder sehr gelungen, und nähren den wunsch auf mehr.

tom

Beitrag von tom » Do 26. Okt 2006, 12:55

Sehr schöner Bericht Rolf, mit wie vielen Springern fischst du in der Aare ?

Da ich nicht selber Nymphen binde würde es mich interessieren ob man beim guten Fischereiartikelhändler auch so eine Montage kaufen kann ?

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Beitrag von Rolf » Do 26. Okt 2006, 17:11

Hallo Tom,

ich fischen mit drei Nymphen beim "Hölzeln" :wink:


1. das reicht völlig :!:

2. wenn du abreisst, geht weniger den Bach runter :wink:

ich empfehle dir, dich bevor du Fischen gehst, mache dich schlau, was erlaubt ist :!: da zu Zeit bei uns in der Schweiz eine Vielzahl von Gesetzen vorherrscht, bist du so auf der Sichern Seite :wink:

Wenn es mir Recht ist, sollte der Bernhard Urs solche Montagen im Sortimen führen :!: :?: bin aber nicht 100% sicher :roll:

Hast du schon einmal versucht eine Montage selber zu knüpfen :?:
Gruss Rolf

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tom

Beitrag von tom » Do 26. Okt 2006, 18:35

Nein, ich habe es noch nie versucht.

Aber mit einem Bindemeister wie dir an der Seite könnte ich es vielleicht schaffen :D

Kennst du eine einfache Bindetechnik ?

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Rolf
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Beitrag von Rolf » Do 26. Okt 2006, 18:50

tom hat geschrieben:Kennst du eine einfache Bindetechnik ?

schau mal Hier


lasse dann einfach nach der dritten (3) Nymphe ca 30 cm Nylon stehen und knüpfe einen 16er Wirbelkarabiener an das Nylon, damit du die Tirolerhölzel bei bedarf, schnell auswechseln kannst :wink:


Hast du noch Fragen, melde dich :!:
Gruss Rolf

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Noggi
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Tirolerhölzl

Beitrag von Noggi » Do 26. Okt 2006, 21:27

Leider is das Tirolerhölzl bei uns an der Reuss in Luzern verboten :cry:

aber hoffe dass sie auch sonst beissen 8)

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Re: Tirolerhölzl

Beitrag von Rolf » Do 26. Okt 2006, 22:00

Noggi hat geschrieben:Leider is das Tirolerhölzl bei uns an der Reuss in Luzern verboten :cry:

und nicht nur dort :wink:

da haben ein paar "Theoretiker" dem Fischen mit dem Tirolerhölzel den "Schwarzen Peter" für ihre Gewässersituation in die Schuhe geschoben und mal einfach eine Fischereitechnik verboten :roll: :roll: :roll:


Das ist für mich eine Alibigeschichte und dient höchstens als schlechte Ausrede und bewegt, hat "Mann" ja was :roll:
Gruss Rolf

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Jänu

Beitrag von Jänu » Mo 17. Sep 2007, 12:39

Hallo Rolf,

Danke für den super Bericht. War letzten Donnerstag und Freitag das erste mal auf Äschen mit Tiroler Hölzl und Nymphen unterwegs.

Konnte ca. 10 Äschen fangen, jedoch alle untermassig. Eine "gute um die 40cm" ist mir im Drill abgekommen.

Wie lang sind deine Springer?

Spielt die Länge überhaupt eine übergeordnete Rolle?

Geknüpft hab ich selber - ausser den Nymphen, nur schade kenn ich mich mit Nymphen binden (noch?) nicht aus...


Gruss und Petri,
Jänu

Börni

Beitrag von Börni » Mo 17. Sep 2007, 12:50

Jänu hat geschrieben:Wie lang sind deine Springer?

Spielt die Länge überhaupt eine übergeordnete Rolle?

Geknüpft hab ich selber - ausser den Nymphen, nur schade kenn ich mich mit Nymphen binden (noch?) nicht aus...


Am besten machst du nach der super Anleitung hier im Forum, einfach ohne Nachläufer, mit 5 Nymphen. Die Springer machst du am besten etwa 1.5- 2cm länger, da die Nymphen in der Strömung sonst zu agressiv spielen.
Zuletzt geändert von Börni am Mo 17. Sep 2007, 12:55, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Rolf » Mo 17. Sep 2007, 12:51

Hallo Jänu,

super, dass es auf Anhieb geklappt hat, die "Grossen" werden noch kommen 8)


Jänu hat geschrieben:Wie lang sind deine Springer?
ich binde meine Springer für auf Aeschen in etwa gleich lang wie beim Felchenfischen, so ca. 3 - 3.5 cm :wink:


Jänu hat geschrieben:Spielt die Länge überhaupt eine übergeordnete Rolle?
eher eine Untergeordnete, soll heissen ist nicht so ganz wichtig wie beim Felchenfischen, weil du ja meistens in Fliessgewässer mit dieser Montage fischst und deshalb die Springer mit der Strömung sauber von der Haupschnur

abstehen :wink:
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

Jänu

Beitrag von Jänu » Mo 17. Sep 2007, 12:58

@Börni

Danke für den Tipp, das Knüpfen selber geht eigentlich ganz gut, nur eben die Details haben mich Wunder genommen. Wie Springerlänge usw.

Fischst du auch mit dem Hölzl?

Danke Rolf für die Antwort, hab mir gedacht, dass die Länge nicht so extrem wichtig ist.

Werde jedenfalls berichten falls ich mit neuer Technik eine noch nie von mir befischte (hoffentlich Kapitale) Äsche überlisten kann!


Petri!
Zuletzt geändert von Jänu am Mo 17. Sep 2007, 16:10, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Noggi » Mo 17. Sep 2007, 13:17

@jänu...



meinst du nicht börni :lol:

Jänu

Beitrag von Jänu » Mo 17. Sep 2007, 13:38

Noggi hat geschrieben:@jänu...
meinst du nicht börni :lol:

Ääh ah doch :oops: :lol:

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