Aeschenfischen mit kalten Fingern

Hier ist der Platz um Eure Fänge zu präsentieren.
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Rolf
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Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von Rolf » So 8. Dez 2013, 12:49

Aeschenfischen mit kalten Fingern

Die „wahre“ Aeschenfischerei gehört bei uns, wie auch bei vielen anderen Fischerkameraden in die kalte Herbst-, Winterzeit. Dann nämlich, wenn auf die anderen Fischarten wenig bis gar nichts mehr geht, gehört das Aeschenfischen zu einer der spannendsten Überhaupt. Egal mit welcher Technik man sich an den Fahnenträgerinnen versucht, jede für sich birgt ihre eigenen Reize und Herausforderungen. Das Ultimative gibt es nicht, es kommt darauf an, wie die momentane Wassersituation daherkommt und für uns noch wichtiger, was einem persönlich am besten behagt. Flexibel sein und sich anpassen sind immer ein Garant dem Erfolg näher zu kommen.

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Das Aeschenfischen mit der Zapfenmontage hat eine sehr lange Tradition. Ob früher oder heute, richtig angewandt ist sie ebenso faszinierend wie fängig. Entscheidend ist die passende Wahl beim Zapfengewicht, wie die perfekt eingestellte Lauftiefe des Köders – vom Zapfen bis zum Haken. Zu kurz eingestellt heisst, der Köder wird nicht auf dem Gewässergrund sondern irgendwo im Zwischenwasser angeboten. Zu lang eingestellt bringt viele unnötige Hänger, weil meist so der Haken mit Köder hinter dem Blei her läuft. Die „perfekte“ Zapfenmontage sollte also demzufolge wie folgt im Wasser treiben: Zapfen knapp über der Wasseroberfläche, Bleigewicht auf dem Gewässergrund und Vorfach mit Köder knapp über dem Grund. Das spürt man ganz einfach indem man erst die Montage auswirft und dann mittels Schnurstoppen diese zum Driften bringt. Merkt man dabei wie das Blei über den Boden ruckelt, kann man davon ausgehen, seinen Köder auf Augenhöhe mit den auf Futter wartenden Aeschen gebracht zu haben.

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Oft und öfters sind die Aeschen wählerisch was ihr Futter anbelangt. Selten bringt gleich der erste Wurf einen Anbiss. Manchmal braucht es derer viele und nicht selten verrinnen dabei die Minuten und können zu Stunden werden. Deshalb versuche man es an aussichtsreicher Stelle immer wieder und manch einer wird dabei mit Sicherheit eine angenehme Überraschung erleben. Merke: „Forellen und Co. lassen sich reizen, Aeschen muss man überzeugen!“

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Kalte Finger gehören beim Aeschenfischen einfach dazu, dafür gibt es das Lagerfeuer mit Freunden oder zwischendurch die Hosentaschen zum Wärmen. Ebenso bringt geeignete Kleidung wie Schuhwerk Besserung. Einzig wenn es zusätzlich stürmt und windet macht es eindeutig weniger Spass und auch die Aeschen scheinen in solchen Momenten bedingt weniger hungrig zu sein. Dann ist es Zeit sich in behaglicher Wärme aufzuhalten und mit Vorbereitungen oder in Erinnerungen an vergangen Erlebnisse zu schwelgen – so machen wir das. In diesem Sinne!
Gruss Rolf

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Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von Esoxhunter » So 8. Dez 2013, 13:25

Toller Bericht Rolf !

Gruss aus Olten
Gruss Markus

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fisherofmen
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Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von fisherofmen » So 8. Dez 2013, 14:35

Schöner Bericht Rolf...
Gruss aus der warmen Stube
fisherofmen

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Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von JJwizard » So 8. Dez 2013, 17:29

Wieder ein stimmungsvoller zur Jahreszeit passender Bericht zudem mit einer guten Aesche. Gratuliere Rolf!

Tight-lines
JJ
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Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von Bastler » So 8. Dez 2013, 20:52

Hallo Rolf, erst mal Petri Heil zur wunderschönen Fahnenträgerin.
Macht etwas "gluschtig" mal sehen, ob wir auch mal wieder kalte Finger riskieren wollen. Hatte immer einen gewissen Reiz, meist alleine am Wasser zu stehen, und diese Ruhe zu geniessen. Besten Dank

Bastler

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Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von Herr-voragend » So 8. Dez 2013, 20:54

Super Bericht
Gruss Pirmin

(Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.)

Brother of the Angle

Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von Brother of the Angle » Mo 9. Dez 2013, 15:21

Interessanter und lesenswerter Bericht!

Du schreibst darin u. a. Folgendes:
Die „perfekte“ Zapfenmontage sollte also demzufolge wie folgt im Wasser treiben: Zapfen knapp über der Wasseroberfläche, Bleigewicht auf dem Gewässergrund und Vorfach mit Köder knapp über dem Grund. Das spürt man ganz einfach indem man erst die Montage auswirft und dann mittels Schnurstoppen diese zum Driften bringt.
Ich werde die kommende Saison mit dem Laufrollenfischen beginnen. Dabei stellt sich ja auch die Frage nach der richtigen Vorfachlänge. Hierzu eine priva vista vielleicht dumme Frage: Auf dem Fliegenfischerportal von Orvis (http://howtoflyfish.orvis.com) habe ich gesehen, dass die Vorfachlänge zum Nymphenfischen mit der Fliegenrute rund anderthalb Mal die Gewässertiefe beträgt. Kann kann dies beim Zapfenfischen in Fliessgewässern ebenfalls so sagen?

Meine Überlegung ist, dass die Montage ja immer einem gewissen Strömungsdruck ausgesetzt ist und daher das leichter bebleite untere Ende der Montage ja durch die Strömung etwas nach vorne gedrückt ist und die gesamte Schnur zwischen Köder und Zapfen dadurch in Form eine Parabel durchs Gewässer driftet.

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Re: Aeschenfischen mit kalten Fingern

Beitrag von Rolf » Mo 9. Dez 2013, 17:19

Hallo Brother of the Angle,

beim Zapfenfischen sind die Umstände den Köder auf Tiefe zu bringen komplett anders als beim Fliegenfischen. Durch das Bleigewicht an einem durchschnittlichen Aeschenzapfen von z.B. 3, 5, oder 7gr ist bei einer "richtigen" Tiefeneinstellung immer gewährleistet, dass dieses auf dem Gewässergrund aufkommt. Dadurch fische ich ein ca. 80cm langes, unbebleites Vorfach. Beim Zapfenfischen mit Nymphen haben sich unbschwerte Muster bewährt, weil sie "natürlicher" in der Strömung spielen. Den Strömungsdruck kann man nutzen, indem man die Montage leicht verzögert und so mit mehr Druck den Köder mehr in Grundnähe halten kann.

Ich wünsche dir viel Freude und Erfolg mit der Laufrolle, ich bin sicher, du wirst es mögen 8)
Gruss Rolf

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