Aeschenherbst oder .....

Hier ist der Platz um Eure Fänge zu präsentieren.
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Rolf
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Aeschenherbst oder .....

Beitrag von Rolf » Sa 9. Okt 2010, 19:06

Aeschenherbst oder .....


wenn sich das Laub bunt zu färben beginnt, die Pilzsammler die Wälder durchstreifen, die Trauben reif sind und das heimische Wasser eine unheimliche Magie verströmt, wie zumindest für mich, sonst das ganze Jahr über nicht in der Selben Intensivität. Das liegt evt. daran, dass ich dreiviertel des Jahres auf dem See verbringe und deshalb in dieser Angelegenheit nicht ganz objektiv bin. Wie auch immer, mit dem Aeschenherbst beginnt eine wunderbare Zeit am Fischwasser und ich kann euch eines sagen, einen Grossteil dieser Erlebnisse durfte und darf ich mit meinem ganz besonderen Freund Mauro, seit nun schon mehr als dreissig Jahren, zusammen teilen – dafür danke ich Dir Mauro!

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Der „Startschuss“ ist gefallen, und wie! Zwei prächtige Fahnenträgerinnen konnten unseren braunen 16ner Nymphen, die mit den kleinen runden Messingköpfchen (Gülden) und dem „Kragen“ aus einer hellbraunen Hennenhechel gewunden, nicht wiederstehen. Wohlgenährt, schön gezeichnet und kämpferisch kamen sie daher. Zwei, drei Sprünge im Drill und dann wieder ab hinaus in die Strömung. Da hilft meist nur Geduld und behutsames Forcieren, auf keinen Fall darf man eine grössere Aesche während einer energischen, wilden Flucht voll und ganz zu halten versuchen. Wenn nicht die Schnur (Knoten) reisst, reisst sich der Fisch einen Teil seines Mundes aus. Wenn eine „Stämmige“ in der Tiefe „klopft“ (entsteht soviel ich weiss dadurch, dass sich der Fisch um die eigene Längsachse rollt) gilt es „mässig“ dagegenzuhalten, schwimmt dieser einem nun unter Zug entgegen, gilt es „zügig“ Schnur aufzunehmen. Vor allem grosse Aeschen um die +45cm können einem das „Fischerleben“ ganz schön schwer machen. Auf der einen Seite müssen wir Fischer nach dem Neuen TsGesetz den Drill möglichst kurz halten, alles klar, damit bin ich im weitesten Sinn ja auch einverstanden. Aber, fair Fischen bedeutet auch, fair Kämpfen! Wer schön grössere oder gar kapitale Fische fangen durfte, der weiss von was ich spreche und allen anderen sei gesagt, fischt weiter bis ihr ihn gefangen habt, dann könnt ihr fühlen wie ich. Da ist nichts mit Hauruck und so, eine drei pfündige „Madame“ auf 18er Nylon mit 14er Vorfach an einer 4.20m Matchrute, da geht eine „Gute Zeit“ praktisch rein gar nichts, schon gar nicht, wenn die Dame nicht „mitspielt“. Fair Fischen muss auch eine Chance für den Fisch bedeuten und wenn er dann halt bei der zweiten oder dritten Flucht auskommt, was soll`s!?

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Zu meinem Erstaunen konnte ich nun schon des Öfteren feststellen, dass so mancher Fischerkamerad dahingehend „aufgerüstet“ hat, indem er sich nun eine 28ziger Schur aufgezogen hat, dass Vorfach nicht unter 0.25 Durchmesser. Das hält hat er mir versichert und mit fest angezogener Bremse, gehe es nun richtig rasant ans Ufer mit den Fischen. Meist kämen die schon weit vom Ufer aus dem Wasser und so gehe es dann fast immer gleich in den Feumer (Kescher). Kürzer könne man(n) ja nicht drillen und wenn er es sich Recht überlege, meinte der Eine, hätten ihm die Neuen TsGesetze eindeutig zu „Vorteilen“ geführt (aufgezeigt).

Für mich der absolute Alptraum!

Alles klar Freunde, ich weiss, das ist mal wieder ein Fangbericht der besonderen Art, aber, da ich weiss wie viele von Euch ich auf diesem Wege erreichen kann, habe ich zum oben beschriebenen „Wahnsinn“ nur eine Bitte:

Klärt solche Irrtümer auf wo ihr sie antrefft, Danke!

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Mauro und ich haben unsere gemeinsamen Stunden beim Aeschenfischen an der alten Aare zwischen Olten und Aarau einmal mehr genossen. Petrus war uns hold – Petri Dank! Wir wünschen allen eine spannende, geruhsame Aeschenzeit am oder auf dem Wasser. In diesem Sinne!
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

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helix
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Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von helix » Sa 9. Okt 2010, 19:41

Vielen Dank für den wunderbaren Bericht und Petri zu den Thymallussen! :up:

Kann es kaum erwarten, dass es bei uns ab nächstem Jahr auch wieder losgeht. Du sprichst absolut in meinem Sinn, insbesondere auch mit dem "Aufrüsten" auf dickere Vorfächer. Das hat auch meiner Meinung nach nichts mehr mit richtiger Äschenfischerei zu tun. Zum Glück sind aber die Fahnenträgerinnen insbesondere bei klarem Wasser ziemlich heikel und ausser mit dem Tiroler Hölzel schlecht mit einem 25er-Vorfach zu überlisten.
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Gruess helix

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Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von bienne0 » So 10. Okt 2010, 11:21

merci Rolf für deinen kurzen, aber recht anschaulichen Bericht in welchem du sicherlich vielen guten Fischern aus dem Herzen sprichst. Ich glaube wer einmal einen Teil des Mauls einer Aesche vom Haken nehmen musste wird danach wieder feiner und gefühlvoller Fischen.
In diesem Sinne, Gruss und Petri
Dean

roli

Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von roli » So 10. Okt 2010, 14:23

Hallo Felchenfischer

Erlaube mir eine kritisches Feedback auf deinen Erfolg

Tja, bei deiner Ausrüstung und solch einem herrlichen Gewässer.........

Ich würde auch an solch einem Ort gerne auf Äschen fischen!!!!!!!!!!!!!
Aber bei uns in Nidwalden eine Katastrophe.Die Engelberg Aa eine reine Geröllhalde,mit einer absoluten mageren Fischfauna :!:
Magere Bachforellen that`s it!

Man könnte neidisch auf eure Gewässer werden.Da sollte man bei uns ein Patent lösen,für was?? :(
Solche Fliessgewässer würde ich mir in meiner Gegend auch wünschen.

Petri-Heil

jerk

Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von jerk » Mo 11. Okt 2010, 07:05

Hey Rolf merci für den stimmungsvollen Bericht....und PETRI zu den schönen Äschen :)

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Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von rocknroll666 » Mo 11. Okt 2010, 08:17

Petri zu den Äschen, ich habe früher an der alten Aare in Lyss vereinzelt auf Äschen gefischt, es war eine wuderbare Zeit! :-)

Ich sollte bald mal wieder vorbeischauen dort. Weiss jemand, wie es mit den Beständen so steht?

Gruss Tom

Schweizer Angler

Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von Schweizer Angler » Mo 11. Okt 2010, 09:48

also das mit der kurzen drillzeit ist wieder mal so eine eigenkreation & interpretation von uns fischern - im tierschutzgesetz steht nicht über einen langen oder kurzen drill. die eigeninterpretation kommt wohl aus den in den medien erwähnten drill eine hechts im zh-see.

im tschg und der dazugehörenden verordnung steht nur, dass ein tier nicht übermässig leiden soll (auch ein durch den menschen dem tode geweihtes nicht). ob nun ein 028`er vorfach die leidenszeit einer äsche verkürzt, oder ein 014`er, ist wohl fallabhängig.
äschen ertragen anerkanntermassen eine lange drillzeit viel weniger als ein kurzer drill (übersäuerung des muskel mit todesfolge bei zu langem drill). es gilt wohl der angeltechnik und dem zielfisch angepasstes gerät. wenn jemand beabsichtigt äschen zu releasen, sollte er nicht zu feines gerät zugunsten eines kurzen drills verwenden (oder dort wo auch viele untermassige zu erwarten sind und abgehängt werden müssen). wenn man eine massige zu erkennen glaubt und nehmen will und diese befischt, darfs wohl etwas feiner sein, da der fisch ja verwertet werden soll. aber auch das ist in der praxis nicht immer im voraus zu planen, untermassige können mitten im pulk von grösseren stehen und nicht immer sieht man die fische.

gruss

siehe auch sana-broschüre seite 15
http://www.gr.ch/DE/institutionen/verwa ... mittel.pdf

für mich eine der besten "fair-fischen" anleitungen ist immer noch diese;

http://www.ralf-jessel.de/f1200813.html

sa

Wasabi

Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von Wasabi » Mo 11. Okt 2010, 13:03

Ja ja die Liebe CH mit Ihrem einzigartigen Gesetzt 8) Ist ja schön und gut. Ich finde auch, dass man jedem Tier mit respekt begegnet. Aber alles in massen.
Andere Länder haben nur Kopfschütteln für unser Verhalten.

Letztens durfte und konnte ich in CZ an einem Karpfenweiher Fischen für ein Restaurant. Ich wollte die Karpfen für den Transport wie gewohnt abschlagen usw (wie eben in CH verlangt)
Das kannst du vergessen! Die Karpfen wurden in einen Jutesack gesteckt, ins Auto gelegt und ab nach Hause (15km) zum Restaurant gebracht. Dort hat man einen grossen Wassertank vorbereitet
um die Karpfen darin zu hältern bis jemand im Restaurant einen bestellt.

Und das seltsame an der ganzen Sache, den Karpfen hat das gar nichts ausgemacht. Die schwammen seelenruhig im Tank als wäre nix passiert.
In der Meinung das die Karpfen panikartig im Tank herum schwimmen, weit gefehlt.

Also, übertreiben wir Menschen mal wieder nicht mit unseren Vorstellungen und Meinungen was gut oder schlecht ist?

Schweizer Angler

Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von Schweizer Angler » Mo 11. Okt 2010, 15:34

@ wasabi

ich kenne die gegebenheiten im ausland auch. aber hier halte ich mich eben an die hiesigen gepflogenheiten, und im ausland meist auch - auch wenn sie dort nichts davon wissen wollen (in deutschland & österreich, ist es aber nicht viel anders als hier).
karpfen kannst du nicht mit äschen (ist wie äpfel mit birnen) vergleichen, versuch den "karpfentest" mal mit äschen - geht wohl kaum.

karpfen sind relativ robust und brauchen massiv weniger sauerstoff als äschen, bafos, barben etc., diese karpfen wie du sie in ungarn fiengst kommen auch in keinem äschengeässer vor (der schuppenkarpfen als einheimischer verträgt auch weniger als der zucht/teichkarpfen.

aber "wir" fischer würden ja am ehsten wieder die krise kriegen, wenn jetzt noch jeder fisch gemessen was er erträgt und was nicht, im tierschutzgesetz einzeln aufgeführt werden müsste.....

gruss
sa

Wasabi

Re: Aeschenherbst oder .....

Beitrag von Wasabi » Mo 11. Okt 2010, 16:07

@sa

Jep, es gibt schon genug Vorschriften 8) War auch nur eine Anmerkung das wir es eh schon zuweit treiben mit dem Tierschutzgesetz
und wie lange drillen oder nicht drillen usw...

Bin froh das ich ab und zu mal wieder was Fange :lol:

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