Aeschen mit Schnee

Hier ist der Platz um Eure Fänge zu präsentieren.
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Rolf
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Aeschen mit Schnee

Beitrag von Rolf » Mo 21. Dez 2009, 17:09

Aeschen mit Schnee


Im Prinzip gäbe es seit vergangenem Freitag nicht mehr viel zu überlegen. Die Weihnachtsferien haben begonnen, der Wasserpegel der Aare hat sich auch wieder gesenkt, Frau Holle hat uns mit einem „Schäumchen“ Schnee im Mittelland eingedeckt, Aeschenfischer, was willst du mehr!? Wenn da nur nicht das ganze WE diese eisigen Temperaturen gewesen wären. Da jagt man ja nicht mal mehr den eigenen Hund vor die Türe. Mauro hat sich wieder einmal, gegenüber mir, als „Hardcore-Fisher“ bewiesen und war Samstag und Sonntag bei -10 Grad Celsius und mehr am Wasser!!! Am Samstag war nichts zu wollen, ausser schw…..kalten Finger und das dringende Bedürfnis, nach 5 – 6 Stunden schnell wieder in die warme Stube zu gelangen. Auch am Sonntag ging vorerst nichts, die Bienenmade am Zapfen konnte das Interesse der Aeschen nicht wecken. Erst die Nymphen, am Tirolerhölzel angeboten, vermochten die erhofften Bisse zu bringen. Auf derselben Strecke die er zuvor mit der Bienenmade abgefischt hatte, erzielte Mauro mit der Nymphe drei Bisse – zwar alle drei zwischen 30 – 35cm – doch lässt doch dieser Jahrgang auf die nächsten Saisons hoffen.

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Es gibt kein „schlechtes“ Wetter, es gibt nur „schlechte Kleidung! Sch….. Spruch, wenn ich das nur höre. Als „bekennender“ Warmduscher sind mir jegliche Temperaturen unter 5 Grad Celsius suspekt – irgendwie fühle ich mich nicht ganz wohl dabei! Aber nichts desto trotz hiess es heute – entweder oder – Das Thermometer für einmal knapp im Plus, es waren genau 3 Grad, machte ich mich um die Mittagszeit auf den Weg an die Aare. Mauro war schon den halben, wenn nicht den ganzen Morgen bei seiner liebsten Freizeitbeschäftigung. Die Begrüssung war knapp, man will ja schliesslich auch Fischen, dafür die Infos umso präziser. Bienemade, Nymphe und roter Haken am Zapfen nada – aber – die „Braune Nymphe“ am Hölzel hat es krachen lassen, um wie! Eine Mega schön gezeichnete Aesche konnte dem Köder nicht widerstehen und hat Mauro einen Hammerdrill in der Strömung geliefert. Immer wieder zog sie hinaus in die Tiefe, dorthin, wo die Wasserströmung gleich neben dem Brückenpfeiler ihr zusätzlichen Druck und Schub bringt. Für Mauro war dies bei Leibe nicht das erste Mal, doch wie immer aus Neue eine „Herausforderung“. Auf der einen Seite die Natur, auf der anderen der Mensch, der diese angenommen hat. Mit Freude an den Geschehnissen in solchen Momenten und dem Respekt gegenüber der Kreatur im Wissen darüber – „Wir Fischer kämpfen nur um einen Fisch, dieser aber um sein Leben!“ Für uns gehört die „Beute“ beim Fischen mitunter zum Schönsten, aber nicht um jeden Preis. Pro Fisch! Mauro machte es wie meist immer in solchen Momenten, kurz und schmerzlos. Er wanderte mit dem Fisch einige Meter weiter flussabwärts, dorthin, wo das Ufer flacher ist, die Strömung schwächer und sich deshalb ein Fisch an der Rute einfacher dirigieren lässt. Gesagt getan, lag wenige Augenblicke später eine sehr gut genährte +40igerin im Feumer. Bravo Mauro – Petri!

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In der Zwischenzeit hatte auch ich es geschafft Rute und Köder zu montieren und mit den Infos und dem „Ergebnis“ von Mauro war ich guter Dinge die da kommen würden. Mit Betonung auf kommen würden - es fragte sich nach geraumer, längerer Zeit manch einer, zu denen auch ich gehörte, wann diese denn heute kommen wolle, wenn überhaupt, oder dann evt. doch nicht!?? Ja Freunde, so kann es gehen und auch mir geht es ab und an so. Wurf folgt auf Wurf, Köder werden getauscht, um sie dann wieder zurück zu wechseln, auch so verrinnen die Stunden. Drei Stunden fischen, hunderte von Würfen und ebenso vielen Momenten in der Erwartung und Hoffnung einer Reaktion von Seiten der Aeschen. Es schien für einmal mehr wie verhext, man konnte die Fische irgendwie spüren, sie schienen vor Ort zu sein, doch fressen, dass wollten sie partout nicht.

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Vor ewiger Zeit bekam ich als junger Fischer mal folgenden Rat von einem „Alten Hasen“. Wenn man die Fische riechen kann, diese aber mit keiner noch so „perfekten“ Technik zum Anbeissen verführt werden können, dann muss man es halt mal komplett anders angehen!

z.B. beim Aeschenfischen

In aller Regel sollte und muss der angebotene Köder immer in etwa gleich schnell wie die Strömung angeboten werden, man bremst immer wieder die Geschwindigkeit etwas ab, so bekommt unser Köder einen natürlichen Auf- und Abtrieb – in aller Regel funktioniert das auch recht Gut. Wenn man nun das Ganze umkehrt, heisst das, ich kann mittels einer Überbleiung dafür sorgen, dass sich meine Köder sehr langsam auf dem Gewässerboden vorwärts bewegen, je nach dem kann ich sie sogar für einen kurzen Augenblick stehen lassen. Damit lasse ich dem Fisch ganz einfach länger Zeit um sich zu entscheiden, ob er nun den Köder nehmen will oder nicht.

Ich habe schon viele Male mit der „Umkehrmethode“ beim Fischen Erfolg gehabt und auch heute, für einmal mehr die Bestätigung damit erlangt, ein Versuch kann jedenfalls niemals schaden! Fünf Würfe später, an ein und derselben Stelle bekam ich den Biss. Das klopfen verriet mir schnell das es sich um eine „Gute“ handeln dürfte. Den Drill konnte ich kurz halten und die Handlandung gelang auf Anhieb. Es machte sich eine super Freude breit, die Anspannung viel ab, der schmerzende Arm tat nicht mehr weh und die Kälte – wer spricht denn jetzt noch davon!?? Ja Freunde, so ist das beim Fischen, für uns gibt es nichts Schöneres. In diesem Sinne!
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

harro

Re: Aeschen mit Schnee

Beitrag von harro » Mo 21. Dez 2009, 18:26

Ciao Rolf,

der send scho verockti Sieche...... :wink: .Dieser Mauro...genialer Kerl,friert sich einen ab übers WE.
Verdient habt ihr euch die schönen Fische :up:
Ich bin fertig für diese Saison mit den Fahnenträger,muss doch das Eisfischtakle bereit gestellt und aufgemotzt werden :wink:

Schöne Festtage euch beiden und all the best fish in 2010

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Re: Aeschen mit Schnee

Beitrag von Rolf » Do 24. Dez 2009, 09:29

Hallo Freunde,

vor zwei Tagen waren hier, dem Aareufer entlang, noch die Steine auf dem Gewässergrund zu sehen. Doch nach dem Regen und dem Schmelzwasser ist mein "Hausgewässer" mehr als nur trübe. Mauro und ich hoffen, dass sich das in den nächsten 2-3 Tagen noch ein wenig ändert, denn so, ist man beim Aeschenfischen praktisch chancenlos :(

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Gruss Rolf

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