Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Hier kommen die Votings / Abstimmungen rein!
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Bist Du für die unten beschriebene Fangzahlbeschränkung der Forellen?

Ja ich bin dafür und könnte gut mit dieser Fangzahlbeschränkung leben
85
56%
Nein, es gibt bessere Methoden, um die Bestände der Forellen zu stützen (bitte unten in der Diskussion Idee einbringen)
27
18%
Ist mir Wurscht, ich fische so viel ich will. Wenn's keine Forellen mehr in meinem Gewässer hat, gehe ich halt woanders fischen
3
2%
Ich bin für eine Beschränkung der Fanganzahl, aber dieser Vorschlag hier ist zu krass. Eine etwas grössere Anzahl wäre OK
38
25%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 153

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astacus
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von astacus » Do 1. Jun 2017, 13:52

Andreas hat geschrieben:
Mi 31. Mai 2017, 20:17
Edit2: Ganz interessant ist auch die 25 Jahre Statistik des Kanton Bern.
http://www.vol.be.ch/vol/de/index/natur ... 20Bern.pdf
Da es hier um Fanglimiten geht, ab Seite 26 Auswirkungen auf Bachforellen und anschliessend sehr interessant für Rolandus was das Äschenmoratorium und die Fanglimiten effektiv bewirkt haben. Auch hier zeigt sich leider oder zum Glück, dass der Fischer da nicht einen grossen Einfluss hat.
Also aus den dortigen Zahlen lässt sich diese Feststellung meiner Meinung nach eindeutig nicht begründen.
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Andreas
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Andreas » Do 1. Jun 2017, 15:15

Wie im Bericht als Fazit geschrieben steht, lässt sich mMn nicht genau sagen was jetzt genau der Grund für den Rückgang des Äschenbestandes ist.
Es lässt sich aber ziemlich deutlich rauslesen, dass trotz des Moratoriums der Bestand mit ziemlicher Sicherheit zurück ging von 2008-2010 und sich nicht erhohlt hat wie erhofft.
Auch zeigt sich, dass die zusätzlichen Fangbeschränkungen kaum einen Einfluss haben auf den fangfähigen Bestand.
Dazwischen spielen die 4cm beim Fangmass welche die Beurteilung etwas schwieriger machen.
Aber alles in allem sieht es aus als ob der Äschenbestand in den betroffenen Gebieten trotz aller Versuche schrumpft.
Was für mich nahe legt, dass die wirklich gravierenden Gründe für den Rückgang eher bei den immer weniger gegebenen Grundbedürfnissen der Fische zu suchen ist.

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Dural » Do 1. Jun 2017, 16:35

Das eine zu hohe Fanglimite nichts bringt weis man ja, deswegen habe ich auch klar geschrieben das 10Stk pro Gewässer viel zu viel sind. Das würde nichts bringen, die meisten Fischer würden bei so einer Regelung einfach das nächste Gewässer aufsuchen und weiter Fischen/Entnehmen usw.

Zudem geht es ja auch um die faire Verteilung der Fänge, dieses ausbeuten der Fischbestände ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Laut den Unterlagen gibt es sogar Fischer die 200+ Bachforellen pro Jahr entnehmen :shock:

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von astacus » Do 1. Jun 2017, 17:01

@Andreas:

Der Bericht analysiert die Fischfangstatistiken des Kantons Bern, nicht mehr und nicht weniger. Daraus lässt sich nur völlig unzureichend auf die Wirkung des Moratoriums schliessen, was aber auch nicht Zweck des Berichtes ist. Ich empfehle unbedingt, die entsprechenden ausführlichen Berichte zum Moratium zu lesen, wenn wirklich faktenbasiert diskutiert werden soll. Zum Beispiel diesen hier.

Fakt sind beim Äschenmoratorium u.a. folgende Punkte:

- Aufgrund des Moratoriums erholte sich der Äschenbestand auf sechs der sieben untersuchten Strecken signifikant. Die Erholung ist nachgewiesen, nicht nur anhand der Fänge der Angelfischer, sondern auch durch Sonderfänge und Kontrollen mittels Elektrofischerei. Bei den Angelfischern wurden 2011, also im ersten Jahr nach dem Moratorium (2008-2010), Rekordfänge erzielt, ab 2012 war der Bestand deshalb schon wieder am Boden.

- Auch mit den verschärften Schonbestimmungen nach dem Moratorium ist der Befischungsdruck dermassen hoch, dass er den Bestand tief hält.

- Seit den ersten Untersuchungen in den 1980er Jahren hat die Zahl der Äschenlarven und Sömmerlinge in den untersuchten Abschnitten nicht generell abgenommen. Abgenommen haben hingegen die grösseren Altersklassen. Viele Äschen verschwinden bereits, bevor sie das Schonmass erreicht haben. Die Ursache dafür ist schwierig zu klären (Verangelung? Prädation? Nahrung?). Der hohe Befischungsdruck dünnt aber nachweislich den Bestand an wichtigen mittelalten Laichfischen aus.

Das Problem an diesen Feststellungen ist, dass sich der Bestand nach dem Moratorium signifikant erholt hat und nach der Wiederaufnahme der Fischerei innert einem Jahr wieder zusammengebrochen ist. Zugleich lässt sich der Zusammenbruch mit der Entnahme nicht erklären. Die klassischen "Fleischfischer" (Entnahme von jedem massigen Fisch) sind also quasi amtlich bestätigt unschuldig. Die Fischerei als ganzes hat jedoch zweifelsfrei grossen Einfluss. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist durch den extrem hohen Befischungsdruck das Problem der Verangelung weitaus grösser als angenommen. Die Daten deuten zumindest darauf hin.

Deshalb bleibt mein Urteil: Wollen wir der Äsche (und wo nötig der Forelle) helfen, müssen wir nicht nur die Entnahme limitieren durch strengere Schonbestimmungen, sondern den Befischungsdruck generell.
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Alet » Do 1. Jun 2017, 19:09

Für mich zeigt das Äschenmoratorium eindeutig, das die Fischer die Äsche massiv überfischen. Das sieht man auch bei den Bachforellen an jedem Patentbach der leicht erreichbar ist. Bei Elektrobefischungen ist die Anzahl massiger Bachforellen oft null und der Bestand schlecht. Da gehen pro Jahr dutzende Fischer durch. Jede Bachforelle wurde x mal gefangen. Da wird jede massige gleich weggefangen und wahrscheinlich sterben unzählige Untermassige (müsste man einmal untersuchen). Aber ich kann mir nichts anderes als ein grosses Massaker vorstellen.

Ich würde an einem Bach gerne einmal einen Test machen. Abschaffung Mindestmass, Anlandepflicht von jedem Fisch und eine Jahresfangquote. Wird der Bestand dadurch besser?

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Andreas » Do 1. Jun 2017, 21:35

astacus hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 17:01
@Andreas:

Der Bericht analysiert die Fischfangstatistiken des Kantons Bern, nicht mehr und nicht weniger. Daraus lässt sich nur völlig unzureichend auf die Wirkung des Moratoriums schliessen, was aber auch nicht Zweck des Berichtes ist. Ich empfehle unbedingt, die entsprechenden ausführlichen Berichte zum Moratium zu lesen, wenn wirklich faktenbasiert diskutiert werden soll. Zum Beispiel diesen hier.

Fakt sind beim Äschenmoratorium u.a. folgende Punkte:
Hallo Astacus
Vielen Dank für die weiterführende Literatur, welch ich mir angeschaut habe. Als erstes möchte ich nur kurz erwähnen, dass ich in keinster Weise behaupten möchte , dass das Angeln dem Fischbestand nicht schadet oder das ein Moratorium den Bestand sich nicht erholen lässt.

Was ich sagen möchte ist, dass die Probleme die den massiven Salmoniden Rückgang im Vergleich zu den 80 Jahren zB mMn nur zu einem geringen Teil auf die Fischerei zurückgeht.

Der Befischungsdruck könnte ein Problem zu sein, was ich aber nicht zwingend für plausibel halte. Da die Befischung der Gewässer auch während des Moratoriums aufrecht erhalten wurde sicher mit etwas weniger Druck.
astacus hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 17:01
- Aufgrund des Moratoriums erholte sich der Äschenbestand auf sechs der sieben untersuchten Strecken signifikant. Die Erholung ist nachgewiesen, nicht nur anhand der Fänge der Angelfischer, sondern auch durch Sonderfänge und Kontrollen mittels Elektrofischerei. Bei den Angelfischern wurden 2011, also im ersten Jahr nach dem Moratorium (2008-2010), Rekordfänge erzielt, ab 2012 war der Bestand deshalb schon wieder am Boden.
Der Bestand hat sich laut den Zahlen aus dem Dokument wirklich verbessert, ich verstehe aber wohl die weitere Entwiklung nicht.
Ich habe mir mal die "Rekordfänge" von 2011 angesehen für die 2 Strecken von Thun bis nach Bern .
http://www.vol.be.ch/vol/de/index/natur ... singen.pdf
http://www.vol.be.ch/vol/de/index/natur ... 20Bern.pdf
Beide Statistiken zeigen im 2011 eine beinahe identische Menge entnommener Fische wie 2007 und im Schnitt einen recht deutlichen Rückgang für die Jahre 2012-2015 im Vergleich mit den Jahren 2003-2006.
Hier spielt wie bereits erwähnt das erhöhte Mindestmass rein.
Deswegen kann ich die Ansicht mit "Rekordfängen" und "wieder am Boden" nicht ganz teilen.
astacus hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 17:01
- Auch mit den verschärften Schonbestimmungen nach dem Moratorium ist der Befischungsdruck dermassen hoch, dass er den Bestand tief hält.
Was verstehst du unter Befischungsdruck und warum denkst du, dass der im Vergleich zu den 80-90er Jahren gestiegen ist?
astacus hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 17:01
- Seit den ersten Untersuchungen in den 1980er Jahren hat die Zahl der Äschenlarven und Sömmerlinge in den untersuchten Abschnitten nicht generell abgenommen. Abgenommen haben hingegen die grösseren Altersklassen. Viele Äschen verschwinden bereits, bevor sie das Schonmass erreicht haben. Die Ursache dafür ist schwierig zu klären (Verangelung? Prädation? Nahrung?). Der hohe Befischungsdruck dünnt aber nachweislich den Bestand an wichtigen mittelalten Laichfischen aus.
Ja die Mindestmasse (gerade bei den Forellen wäre sicher etwas damit zu erreichen) finde tendenziell auch zu tief und die Verangelung könnte man mit gezielten Massnahmen minimieren.
Aber wohl beides nicht mit dem im Eingangspost geforderten Massnahmen.
astacus hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 17:01
Das Problem an diesen Feststellungen ist, dass sich der Bestand nach dem Moratorium signifikant erholt hat und nach der Wiederaufnahme der Fischerei innert einem Jahr wieder zusammengebrochen ist. Zugleich lässt sich der Zusammenbruch mit der Entnahme nicht erklären. Die klassischen "Fleischfischer" (Entnahme von jedem massigen Fisch) sind also quasi amtlich bestätigt unschuldig. Die Fischerei als ganzes hat jedoch zweifelsfrei grossen Einfluss. Mit einiger Wahrscheinlichkeit ist durch den extrem hohen Befischungsdruck das Problem der Verangelung weitaus grösser als angenommen. Die Daten deuten zumindest darauf hin.
Siehe oben.
astacus hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 17:01
Deshalb bleibt mein Urteil: Wollen wir der Äsche (und wo nötig der Forelle) helfen, müssen wir nicht nur die Entnahme limitieren durch strengere Schonbestimmungen, sondern den Befischungsdruck generell.
Wie stellst du dir das vor?

Ich denke, dass diese Massnahmen sicher etwas zum erhalt der Bestände beiträgt, bin aber nach wie vor der Überzeugung, dass die wirklichen Probleme für den massiven Rückgang im vergleich zu "Früher" anderswo liegen.
-Fehlende Lebensräume
-Fehlender Uferbewuchs
-durch ausfressen der Flusssohlen fehlende Aufstiegsmöglichkeiten
-durch intensivere Wasserstromnutzung weniger Restwasser
........

Und somit bin ich der Meinung man sollte eher dort an der Wurzel ansetzen, obwohl mich keine der eingangs geforderten Massnahmen wirklich treffen würde.


LG
Andreas

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Dural » Fr 2. Jun 2017, 00:26

Ich dachte früher auch immer das man das mindestmass grosszügig nach oben setzten sollte. Mittlerweilen bin ich aber ganz klar für die abschaffung. Es ist deutlich sinnvoller fische zu entnehmen die man entnehmem muss, egal ob die jetzt 1cm oder 100cm lang sind. Zudem ich gerade bei forellen davon ausgehe das ein recht grosser anteil zurückgesetzte fische gar nicht überleben, zudem züchtet man die fische mit einem mindestmass klein. Und überhaupt gibt es in jedem gewässer deutlich mehr kleinere fische als wichtige laichtiere, das haben wir unteranderem dem mindestmass zu verdanken. Generell wurde das mindestmass früher ja eingeführt mit der begründung das jeder fisch min. 1x abgelaicht hat, heute wissen wir das die durchschnitts grösse der erst laicher zum teil deutlich über dem mindestmass liegen, je nach see liegen zb. bei den seeforellen die erst laicher um die 60cm und nicht bei 45, 40, oder sogar 35cm schonmass.

Ich selber fische fast nur noch auf seeforellen von ufer aus, und ich sehe jedes jahr wie extrem empfindlich die seeforellen auf den befischungsdruck reagieren. Und aus eigener erfahrung bin ich mir auch sicher das die fische durch den hohen befischungsdruck deutlich vorsichtiger werden und dadurch weniger nahrung zu sich nehmen und somit auch langsamer wachsen. Erst kürzlich habe ich gerade gelesen das dies sogar bei hechten nachgewissen wurde.

Ich bin da klar der gleichen meinung wie astacus, sehr tiefe fanglimite und weniger befischungsdruck der hoffentlich durch die tiefen fanglimite von alleine kommt, würde unserem forellen bestand sehr gut tun.

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 2. Jun 2017, 08:13

Ich möchte da noch was ein werfen wegen den Reckordjahren.. 2011 war auch am Zürichsee das Jahr..

Die Leute vom Sefomonitoring sagen das es an den Wassertemp. gelegen haben könnte. Das Wasser war sehr lange kälter als in anderen Jahren was das Wachstum der Sefos begünstigte. Die Jahrgänge 2009-2010 sind zusammen gewachsen und haben im Jahre 2011 zu diesem ansprung geführt. So ihre anname.

Bei diesem Monitoring ist auch heraus gekommen das die kleinste Sefo gerade mal 27cm hatte, wurde aber mit den Aufsteigenden Sefos gefangen die auf dem Weg waren in die Laichgründe. Und sie trug Laich in sich... Dabei kam auch heraus das risige Sefos mit 70-80cm Aufstiegen die sie noch nie zuvor gesehen hatten..( untersucht durch bilderabgleich)
Es ist also extrem schwer was auszurechnen..
Die Forellen lassen sich nicht in ein Shema drücken...

Oder man machts wie deim Königslachs in Kanada..
2pro saison und schluss... Mit Marken für gefangene Fische. Wen die Marken gebraucht sind ist schluss..
Mfg
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von til » Fr 2. Jun 2017, 09:08

Dural hat geschrieben:
Fr 2. Jun 2017, 00:26
zudem züchtet man die fische mit einem mindestmass klein.
Das tut man vor allem, wenn das Mindestmass sehr knapp gesetzt ist, so dass die schnellwüchsigen Fische (die ja logischerweise auch mehr Appetit haben und demzufolge sowieso eher gefangen werden) schon vor dem ersten Laichen weggefangen werden. Sinnvoll ist deshalb ein Fangfenster, bei dem die untere Limite so gesetzt ist, dass auch der schnellwüchsigste Fisch wirklich garantiert mindestens einmal, besser zweimal, ablaichen kann. Und eben die grösseren dann auch wieder geschont werden. Mindestmasse sind halt leider oft eher auf einen optimalen Ertrag in KG/Ha optimiert, nicht auf eine ökologisch sinnvolle Alterspyramide. Wir fischen aber nicht in Fischzuchten, sondern in hoffentlich einigermassen intakten natürlichen Gewässern.

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 2. Jun 2017, 10:25

Von den gehofften einigermassen intakten natürlichen Gewässern sind wir meilenweit entfernnt und das seit wohl bald 100jahren...
Oder wenn hast du das letzte mal einen Lachs,Nase, Bitterling gesehen, geschweige von weiterne Fischarten die seit langem nicht mehr vorkommen in der Schweiz...
Mfg
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von astacus » Fr 2. Jun 2017, 13:29

Andreas hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 21:35
Was verstehst du unter Befischungsdruck und warum denkst du, dass der im Vergleich zu den 80-90er Jahren gestiegen ist?
Erklärung? Befischungsdruck ist Befischungsdruck! Das heisst, dass eine Art intensiv befischt wird und die Wahrscheinlichkeit auch aus Sicht des Fisches hoch ist, früher später am Haken zu hängen.

Ob der Befischungsdruck seit den 80ern gestiegen ist, kann ich nicht beantworten. Dass er heute aber ein massgebender Faktor ist, ist aufgrund der Grundlagen sicher (was wiederum aber nicht heisst, dass er für alles verantwortlich ist).

Andreas hat geschrieben:
Do 1. Jun 2017, 21:35
Wie stellst du dir das vor?
Wie man den Befischungsdruck auf die Äsche reduzieren kann, ist doch keine Hexerei. Es sind verschiedene wirksame Massnahmen denkbar. Zum Beispiel:
- Verlängerung Schonzeit (neu 1.1. bis 30.9.)
- Entnahme beschränken auf max. 10 Fische pro Jahr
- Schonmass aufheben, jede gefangene Äsche muss entnommen werden

Das sind zugegeben sehr einschneidende Massnahmen für die Fischer. Aber je nach Zustand des Bestandes braucht es solche Massnahmen. Die Alternative dazu ist früher oder später ein totales Fangverbot, was noch einschneidender wäre.
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 2. Jun 2017, 14:07

Habe gerade was gehört...

In Italien wo der Blauflossentuna auch zuhause ist, gibt es Fangfenster die einen Zeitraum des fanges,Grösse der Tiere und Fanglimite vorschreibt...
Dieses Limit gilt für alle Fischer gemeinsam!!
Also nicht jede pers. Für sich...

Nach ca. 3wochen ist das Fanglimit erreicht\erschöpft und ab dan ist es verboten sie zu entnehmen...

Hisige sportfischer und guide's sage das sich seit dieser regel (glaub 80er jahren eingeführt) der bestand mehr als ver10facht hat wenn nicht sogar ver20facht... Viel sage sie fangen schönere und wider zuverlässig Blauflossen... Wenn nicht sogar besser als jeh zuvor..

Wäre das nicht eine möglichkeit... Müsste Kantonal oder nach Gewässer angepasst werden aber die Idee ansich wäre doch super...
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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Dural » Fr 2. Jun 2017, 15:53

til hat geschrieben:
Fr 2. Jun 2017, 09:08
Dural hat geschrieben:
Fr 2. Jun 2017, 00:26
zudem züchtet man die fische mit einem mindestmass klein.
Das tut man vor allem, wenn das Mindestmass sehr knapp gesetzt ist, so dass die schnellwüchsigen Fische (die ja logischerweise auch mehr Appetit haben und demzufolge sowieso eher gefangen werden) schon vor dem ersten Laichen weggefangen werden. Sinnvoll ist deshalb ein Fangfenster, bei dem die untere Limite so gesetzt ist, dass auch der schnellwüchsigste Fisch wirklich garantiert mindestens einmal, besser zweimal, ablaichen kann. Und eben die grösseren dann auch wieder geschont werden. Mindestmasse sind halt leider oft eher auf einen optimalen Ertrag in KG/Ha optimiert, nicht auf eine ökologisch sinnvolle Alterspyramide. Wir fischen aber nicht in Fischzuchten, sondern in hoffentlich einigermassen intakten natürlichen Gewässern.
Auf das Fangfenster bei Seeforellen wäre ich ja sehr gespannt, 70-80cm? ;)
Ist ja alles schön und gut, aber wenn wir ein hohes Mindestmass oder Fangfenster einführen hätte das auf den Befischungsdruck keinen Einfluss, ich würde sogar behaupten das der Befischungsdruck dadurch sogar deutlich steigen würde, um einen Fisch zu entnehmen müsste man logischerweise danach ja auch länger fischen und man hätte deutlich mehr untermassige am Haken.

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Andreas » Fr 2. Jun 2017, 16:01

astacus hat geschrieben:
Fr 2. Jun 2017, 13:29

Erklärung? Befischungsdruck ist Befischungsdruck! Das heisst, dass eine Art intensiv befischt wird und die Wahrscheinlichkeit auch aus Sicht des Fisches hoch ist, früher später am Haken zu hängen.

Ob der Befischungsdruck seit den 80ern gestiegen ist, kann ich nicht beantworten. Dass er heute aber ein massgebender Faktor ist, ist aufgrund der Grundlagen sicher (was wiederum aber nicht heisst, dass er für alles verantwortlich ist).
Ich denke der Befischungsdruck ist gestiegen, weil der Bestand geschrumpft ist.
Die Ursache für den Bestandesschwund liegt grösstenteils nicht am Befischungsdruck.
astacus hat geschrieben:
Fr 2. Jun 2017, 13:29
Wie man den Befischungsdruck auf die Äsche reduzieren kann, ist doch keine Hexerei. Es sind verschiedene wirksame Massnahmen denkbar. Zum Beispiel:
- Verlängerung Schonzeit (neu 1.1. bis 30.9.)
- Entnahme beschränken auf max. 10 Fische pro Jahr
- Schonmass aufheben, jede gefangene Äsche muss entnommen werden

Das sind zugegeben sehr einschneidende Massnahmen für die Fischer. Aber je nach Zustand des Bestandes braucht es solche Massnahmen. Die Alternative dazu ist früher oder später ein totales Fangverbot, was noch einschneidender wäre.
Die zusätzlich von dir vorgeschlagenen Massnahmen würden aus folgenden Gründen mMn nicht wirklich etwas bringen ausser evt. Die Schonmassaufhebung.

1.
75% aller Äschen werden im okt.-dez. gefangen, die gesparten 25% wahrscheinlich dann grossteils dazu.

2.
Bereits jetzt fangen gut 90% aller Fischer unter 10 Fische im Jahr, nur ein paar liegen zwischen 10 und 20 Äschen.
Die gesparten würden sich wohl grossteils verteilen.

Die forderungen sind somit nicht einschneidend, sie sind eigentlich bereits Realität ohne strengere Schonvorschift.

Alle Angaben beziehen sich auf obenstehende Quellen, des Kt. Bern.

Der Bestand fangfähiger Äschen ist seit Jahren am sinken, er war stabil während dem Moratorium und sinkt trotz der neuen Fangbestimmungen.

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Re: Fangzahlbeschränkung für Forellen: Voting

Beitrag von Dural » Fr 2. Jun 2017, 16:11

Was man beim Äschen-Moratorium noch anmerken müsste, laut diversen Aussagen waren die Fänge im Jahr 2011 Stückzahl mässig zwar gut, aber es stach doch vor allem die Grösse der Fische hervor. Ich selber fische nicht auf Äschen, aber mit fast allen Fischer mit denen ich darüber gesprochen habe, waren der Meinung das gerade die Durchschnitts Grösse nach dem Moratorium einfach sehr gut war.

Der Bestand von grösseren Fischen der sich über die 3 Jahren aufgebaut hat, wurde sehr wahrscheinlich zum grössten teil schon im 2011 weggefangen. Es überrascht somit nicht das die Nachfolgende Jahre wieder schlechter wurden, Domino Effekt halt. Und da sind wir wieder beim Thema Schonmass und wichtige Laichtiere ;)

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