Catch&Release

Hier kommen die Votings / Abstimmungen rein!
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Catch & Release - Ja oder nein?

Ja, Angeln ist für mich ein Sport und die Fische müssen nicht unbedingt sterben.
59
32%
Ja, die Fischbestände könnten sich meiner Meinung nach besser erholen
62
34%
Nein, C&R gehört verboten
63
34%
 
Abstimmungen insgesamt: 184

obelix
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Re: Catch&Release

Beitrag von obelix » Fr 14. Nov 2014, 08:44

kaum zu glauben was hier jeder über die andere sparte von fischern zu wissen scheint! da wird ausgeteilt von strohdumm über naiv bis ...amüsant zu lesen!

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Martin
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Re: Catch&Release

Beitrag von Martin » Fr 14. Nov 2014, 10:55

Ich sehs schon kommen .... wie jedes mal wenns hier um C+R geht, ich werde den Thread wohl bald wieder schliessen müssen.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

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ChristianK.
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Re: Catch&Release

Beitrag von ChristianK. » Fr 14. Nov 2014, 14:48

Hi Mattu

So weit auseinander liegen wir gar nicht :) Im Gegenteil.

Der Hecht ist da vielleicht kein gutes Beispiel, da ein 50er auch für zwei personen reicht.(wobei mir da die Geschlechtsreife fehlt)
Bei 22cm Bach-Forellchen oder 35cm Seeforelleli(Mindestmass im 4waldstätter) sieht die Sache anders aus.
Gerade bei den SeeFos sind das wirklich noch Babys und ich weigere mich ein Babymörder zu werden, Punkt!
Laut dem Regelement ist es in Ordnung und soll machen wer meint er muss es, ich nicht.

Hi Flümi

Ich finde das man Fische sehr wohl zurücksetzen kann ohne das sie Schäden erleiden.
Allerdings darf man sie nicht wie in manchen Filmchen zu sehen, über Kiesbänke schleifen, ewig lange drillen, Filmen und Fotographieren ausserhalb des Wassers, trocknen lassen, trockene Hände oder auch trockene Feumer(Feumer in der Luft, Fisch wird rein gehoben), gerne noch am Boden rumzappeln lassen usw und so fort.
Fische halten schon einiges aus, die eine Art mehr, die andere Art weniger. Mit schonendem und schnellen handling steht zB. beim Hecht die Mortalitätsrate wohl bei geschätzten 1%. Salmoniden ist ein anderes Thema!
Behandelt man sie wie oben beschrieben, gebe ich jedem C&R Gegner Recht, das ist nicht vertretbar für den Fisch und nicht vor dem Gesetz!
Petri Heil
Christian

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Re: Catch&Release

Beitrag von bluefish » Fr 14. Nov 2014, 15:37

@ smash und @ christian K. .....guter Beitrag!!

Angeln ist mehr als ein Hobby, mehr als ein Sport, mehr als eine "Möglichkeit der Nahrungsbeschaffung"...

Vielmehr ist es Leidenschaft, Lebenseinstellung und Erholung zugleich.

Beim Fischen möchte ich nicht unnötig bevormundet werden. Ich denke, ich kann doch selber abschätzen, was wann/wo/und wie sinnvoll ist, oder nicht?

Die, die heute noch alles "runtermetzgen" und sich dauernd auf das C & R - Verbot berufen (es gibt bekanntlich immer einen Mittelweg), haben dies auch früher schon so gehandhabt... In diesem Sinne.....

PETRI

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astacus
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Re: Catch&Release

Beitrag von astacus » Fr 14. Nov 2014, 18:32

ChristianK. hat geschrieben:Gerade bei den SeeFos sind das wirklich noch Babys und ich weigere mich ein Babymörder zu werden, Punkt!
Dann isst du hoffentlich nur Schnitzel von alten Schweinen und auch ja nie einen saftigen Burger mit Rindfleisch, sondern nur alte Kühe :chef: :roll:

Wie jeder andere Fleischesser auch, ernähre ich mich selbstverständlich auch von Jungtieren oder eben "Tierbabies", warum nicht auch bei den Fischen?

Und wenn man das dann auch noch populationsbiologisch anschaut, sei hierzu in aller Deutlichkeit festgehalten, dass der, der drei 50er Seefos entnimmt (um bei diesem Beispiel zu bleiben) potentiell weitaus mehr Schaden anrichtet als der, der drei 35er entnimmt. Mittelalte Tiere einer Population haben gewöhnlich eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit, eine höhere Fruchtbarkeit und höhere Wurfgrössen (bzw. Laichgrössen bei Fischen) als Jungtiere der selben Art. Wer also einen grossen Fisch entnimmt, vermindert den Zuwachs der Population stärker, als derjenige, der ein Jungtier entnimmt - es sei denn, der grosse Fisch stehe kurz vor dem Alterstod.

Das soll jetzt kein Plädoyer sein für die pauschale Aufhebung der Schonmasse oder so, aber ich halte es nicht zwingend für unethisch oder unökologisch, auch kleine Fische zu entnehmen.
FISCHEN hat von Natur aus etwas mit ESSEN zu tun Bild

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Re: Catch&Release

Beitrag von Fisherboy » Fr 14. Nov 2014, 20:51

Ich stimme dem voll zu, ABER, die grossen Fische fressen auch mehr. Vorallem in einem kleinen Bach, haben die Forellen nicht tausende Fischarten zur Auswahl fürs Fressen. Also schnappen sie sich auch kleine Artgenossen.

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ChristianK.
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Re: Catch&Release

Beitrag von ChristianK. » Fr 14. Nov 2014, 21:28

astacus hat geschrieben:
ChristianK. hat geschrieben:Gerade bei den SeeFos sind das wirklich noch Babys und ich weigere mich ein Babymörder zu werden, Punkt!
Dann isst du hoffentlich nur Schnitzel von alten Schweinen und auch ja nie einen saftigen Burger mit Rindfleisch, sondern nur alte Kühe :chef: :roll:

Wie jeder andere Fleischesser auch, ernähre ich mich selbstverständlich auch von Jungtieren oder eben "Tierbabies", warum nicht auch bei den Fischen?
Logisch! Aber Schweine und Kühe stehen nicht auf der roten Liste beziehungsweise sind in keiner Region auf der Welt vom Aussterben bedroht. Seeforellen sehr wohl.

Aber mal ehrlich, rund um die Schweiz liegt das Mindestmass bei mindesten 45cm, in meiner alten Heimat am Chiemsee bei 60cm!
Und wenn man bedenkt das SeeFos gut und gerne grösser als einen Meter werden, sind 35cm schon verdammt klein.
Mag ja sein das die Frühreifen Vierwaldstätter Forellen schon mit 35cm abgelaicht haben, ist es aber trotzdem ein Fischlein an dem nichts dran ist und nur 5cm mehr ein wesentlicher Unterschied in der Masse ausmacht.
Ist das eigentlich irgendwo belegt das so kleine SeeFos ablaichen?
Macht es Sinn so kleine Fische zu entnehmen und dann mit Besatz dem aussterben entgegen zu wirken?

Beim Fleisch essen gehe ich ganz mit Dir David, aber das ist Äpfel mit Birnen verglichen ;)
Petri Heil
Christian

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Beni
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Re: Catch&Release

Beitrag von Beni » Sa 15. Nov 2014, 10:58

@ChristianK.
Da bin ich genau deiner Meinung :v:
Eine 35er Seefo ist für mich wirklich noch ein Baby-Fischlein
Eat, sleep and go fishing! :wohow:

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Re: Catch&Release

Beitrag von Flümi » Sa 15. Nov 2014, 11:11

Wenn man in ein Zitat reinschreibt, dann bitte farblich markieren und fettmachen. Nicht jeder hat Lust, einen bereits gelesenen Post 2x neu zu lesen, um Unterschiede zu suchen. Den Editieren/Ändern-Button kennst du hoffentlich schon? ;)
Gruss, Stefan
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Beni
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Re: Catch&Release

Beitrag von Beni » Sa 15. Nov 2014, 11:43

Logisch kenne ich den schon.
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Re: Catch&Release

Beitrag von Beni » Sa 15. Nov 2014, 11:49

Also Petri Heil allen Fischerkolleginnen und Kollegen :up:
Lassen wir diese Diskussion doch einfach sein, da keine Einigung beider Seiten bestehen kann und gehen ans Wasser um userem gemeinsamen Hobby zu fröhnen :D :v:
Petri Gruess und grosses Petri Heil allen

Beni
Eat, sleep and go fishing! :wohow:

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Lahnfischer
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Re: Catch&Release

Beitrag von Lahnfischer » Sa 15. Nov 2014, 14:36

Die vorgegebenen Antworten sind nicht glücklich ausgewählt, zu sehr C&R-lastig, wie Flümi ja schon schrieb.

Ich bin ein echter und ehrlicher Verfechter derselektiven Entnahme, ich hasse eh jeglichen Extremismus, also bin ich gegen reines C&R genauso wie gegen eine sture Entnahmepflicht :!:

C&R muss ja nicht immer zwingend bedeuten, jeden gefangenen Fisch zurückzusetzen, deswegen eben selektiv, eigenverantwortlich und mit Hilfe des gesunden Menschenverstandes.

Um natürliche Fischbestände zu schonen und wieder aufzubauen, ist ein gewisses Mitdenken bei der Entnahme schon sehr hilfreich. Sicherlich kann ich in einem Gewässer, in dem sich Fische eh nicht auf natürlichem Wege vermehren können, die gesetzten Fische bedenkenlos entnehmen, der nächste Besatz kommt bestimmt.
In Gewässern mit natürlicher Vermehrung sollte man da schon ein wenig nachdenken. Es schadet dem Gewässer sicher nicht, wenn es ein Fisch schafft, auch 2-3 mal in seinem Leben abzulaichen und genau dort sind auch die kapitalen Fische besonders schützenswert, denn die haben die besten Gene, die ein Überleben in dem Gewässer garantieren zu scheinen.

Von daher plädiere ich generell in solchen Gewässern für ein Fanglimit sowie ein Brittelmaß, bei dem Fische ab einer bestimmten Größe entnommen werden dürfen, haben sie aber die Größe x erreicht, sind sie als wertvolle Laichtiere wieder zurück zu setzen.

35 cm Mindestmaß für eine Seeforelle sind ein Witz, genau wie 50 cm für Hecht oder 40 cm für Zander.

Ich habe, genau wie Christian, meine persönlichen Entnahmefenster, ist ein Fisch größer oder kleiner und nicht schwer verletzt, darf er weiter schwimmen.

Bezüglich der Fanglimits:

Hier an der Lahn in meiner Vereinsstrecke gibt es z.B. keinerlei Fanglimits außer nicht mehr als 3 Forellen je Angeltag. Bachforellen werden bei uns 1x im Frühjahr in fangfähigen Größen ausgesetzt, basta. Da habe ich gar kein Problem damit, Bafos ab ca. 30 cm (Mindestmaß ist glaube 22 oder 24 cm, müsste ich erst nachschauen) zu entnehmen. In diesem Jahr habe ich es geschafft, 8 Bafos für den Räucherofen zu fangen, war richtig lecker... :wink:

Hechte fange ich z.B. durchschnittlich vielleicht 80-100 Stück/Jahr, stellt euch mal vor, ich würde die alle abschlagen. Für den Bestand eine Katastrophe, rechtlich völlig ok. Was soll ich mit so viel Fisch für einen 2-Personenhaushalt :?: Hier nehme ich bevorzugt die Fische mit, die sichtlich stark verletzt sind, ganz selten mal einen mittleren für gute Freunde oder Verwandte, der Rest darf weiter schwimmen und ich habe schon etliche Wiederfänge gehabt, funktioniert also.

Zander sind hier mittlerweile recht selten und wenn, dann meistens in kapitaleren Größen vorhanden. Einen pro Jahr will ich unbedingt haben fürs Heiligabend-Essen. Klappt nicht immer, ist auch schon öfters vorgekommen, dass ich nur einen ü80 cm gefangen habe. Dann habe ich auf den Weihnachtszander verzichtet, denn so einen wertvollen Laichfisch schlage ich nicht ohne Not ab.

Könnte jetzt noch weiter erzählen, aber ich mache mir echt meine Gedanken bei der Entnahme.

Sicherlich kann man jetzt sagen, ich solle halt nicht mehr auf Hecht angeln, aber das ist für mich keine Lösung, zumal viele Hechte als Beifang beim Zander-, Barsch-, oder Döbelangeln einsteigen.

Viel schlimmer finde ich die Leute, die mit Gewalt ihre Ausgaben für die Angelkarte ect. wieder rausholen müssen und alles abklatschen, was ihnen an den Haken geht. Solche Leute sind übrigens die, die hier früher in guten Zeiten an guten Tagen 5-10 Zander abgeschlagen haben und heute rummaulen, man sollte den Besatz erhöhen oder mittlerweile wie die Kormorane an andere Gewässer wie den Rhein oder Main weitergezogen sind... :roll:
Gruß Thomas

Der Lahnfischer

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BeJan
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Re: Catch&Release

Beitrag von BeJan » Sa 15. Nov 2014, 16:29

Quatsch. Fische halten viel aus und selbst wenn einer verpilzen sollte, wegen unsachgemässer Behandlung, dann hat er noch eine Chance bzw. bereichert bei seinem Tod das Gewässer mit Nährstoffen die wiederum für Nahrung weiterer Fischgenerationen sorgen.
The Circle of life ;)
Auf was beziehst du dich da? Hast du irgendwelche Beweise dafür dass die Fische die wieder releast werden auch tatsächlich überleben?

Ich gebe dir ein Beispiel dass mir eindrücklich gezeigt hat was man an Fischen ausrichten kann, ohne es auch nur annähernd zu wissen
Mein Beispiel beieht sich nicht auf Wissenschaft, sondern auf ein Persönliches Erlebniss dass ich dieses Jahr hatte.

Mein Bruder und ich haben Köfis geangelt. Mit Zapfen und Maden.
Nach ein paar Stunden hatten wir ca 30 Stk zusammen.
Jede Rotfeder u. Rotauge haben wir mit NASSEN Händen (oder sogar im Wasser) vom Hacken gelöst und sofort in den Fischbehälter getan.
Von dort gingen Sie via Netz in ein Becken mit Frischwasserzufuhr ( Wie man es aus der Zucht kennt ).
Der Zuständige bei dem ich die Fische hältern darf (um dann später die Fische als Köder zu verwenden) hat mir erklärt dass ich wohl die meisten nie mehr verwenden kann.
Eine Woche später wusste ich auch wieso. mind. 20 der 30 Fische waren verpiltzt und tot. Der Rest starb eine Woche oder zwei später am gleichen Schicksal ihrer Vorgänger.

Willst du also immernoch behaupten Fische sind Robust und halten viel aus?

Ich weiss es ist von Fischart zu Fischart unterschiedlich, aber wo sind wir eigentlich geblieben wenn man darüber diskutiert ob man mit Tieren wie mit Spielzeug umgehen darf ?
Was ist so schwierig daran einzusehen das es ein Lebewesen ist, und dass man mit diesem auch menschlich umgeht?

Ethisch gesehen könnten viele Leute vieleicht einmal ein Jahr bei einem Eingeborenen Stamm brauchen, um zu sehen was Tiere und die Natur eigentlich wert sind, und dass man sie nicht wie ein Produkt behandeln kann!

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CatchTheCarp
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Re: Catch&Release

Beitrag von CatchTheCarp » Sa 15. Nov 2014, 17:37

Villeicht sind deine Fische auch verendet, weil das Wasser im Entnahmegewässer völlig anderer Art (im Sinne von Temperatur, Nährstoffe, Sauerstoff, Umgebung, usw.) war als das Wasser im Becken.

Ich finde es wiedersprüchlich mit lebendigen Köderfischen zu angeln und C&R zu verurteilen.

Einigungen wird es in diesem Thread wohl keine geben und sinnvoll ist er auch nicht.

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ChristianK.
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Re: Catch&Release

Beitrag von ChristianK. » Sa 15. Nov 2014, 18:06

Es gibt Studien darüber, habe aber im Moment keine Zeit sie raus zu suchen, bin beim schaffen, google mal.
Ansonsten, hast Du Wissenschaftliche Untersuchungen oder Beweise die Beweisen das die Fische nicht überleben? ;)

Dein Beispiel ist interessant und könnte den Anschein erwecken das solche Fische eine hohe mortalitätsrate haben, ist aber so nicht richtig.
In deinem Fall wohl definitiv falsche Handhabung oder Haltung oder schlechtes Wasser oder...

In den letzten 40 Jahren habe ich etliche "Köderfische" mit nach Hause genommen und sie in einen kleinen Gartenteich gesetzt, die allermeisten fing ich nach einer Weile wieder raus und ging damit fischen.
Verpilzte wären in dem wirklich kleinen Teich sofort aufgefallen. Die Ausfälle die ich hatte, lagen in der Wiese, rausgefangen von Katzen.
Erfahrungsgemäss sind Rotaugen sehr gut haltbar, Egli gehen noch wenn sie viel Sauerstoff bekommen, Lauben halten nichts aus, ebenso wie Elritzen.
Der Teich lief ohne Pumpen, ohne Filterung, ein reines "Biotop".
Ein Aal ist mir auch schon entwischt als ich den Setzkescher im Teich zwischengelagert habe. Den sah ich ein paar Monate später an der Oberfläche unter den Seerosenblättern.
Transportiert in einem Kübel mit frischem Wasser. Den Aal nur nass, ohne Wasser.
Später dann hatte ich ein 1,8m tiefes Betonrohr zum versickern von Regenwasser des Dachwassers, abgedichtet und mit Rotaugen und sogar Lauben besetzt.
Das ist jetzt 5 Jahre her. Letztens fragte mich der neue Hausbesitzer wie lange die Fische denn leben würden, sind immer noch alle da...Nur Regenwasser in einer künstlichen Umgebung.
Es kommt sehr stark auf den umgang mit den Tieren an!
Rotaugen hatte ich auch schon kurzfristig in meinem Südamerika Aquarium, nachdem sie mir 30 Neons gefressen hatten innerhalb von 6 Wochen, flogen sie schnell wieder raus ;)

Nach diversen Fängen von Hechten die ich schon einmal hatte und an besonderheiten, wie spezielle Färbung, Narben usw. wiedererkannt habe, steht fest das sie überleben.
Aber mega wichtig ist einfach der Umgang mit ihnen!

Aus der Aquaristik und als ehemaliger Aquaristikladen Inhaber, kannst Du mir ruhig glauben das Fische sehr zäh sind wenn sie in guter verfassung waren beim Fang und danach sorgsam behandelt wurden.
Da gibt es die Haarsträubensten Geschichten über zerplatzte Aquarien, Wasser umgekippt, aus dem Becken gesprungene Fische die schon trocken waren usw.
Ich selber habe schon Fische deren Haut trocken war, weil sie schon eine Weile auf dem Boden lagen, zurück ins Aquarium, bei manchen dauerte es ein paar tage bis sie wieder fit waren, manchen waren sofort wieder fit und leider gab es auch tote, aber die stellten die absolute Minderheit dar! OHNE Behandlung.

Ich streite auch nicht ab das der eine oder andere nicht überlebt, aber diese hohen Zahlen die mancher im Kopf zu haben scheint, sind nur ein vorwand das man sein eigenes tun rechtfertigen kann.
Persönlich sehe ich es genauso wie Lahnfischer, Selektive entnahme, kein reines C&R und kein reines abschlagen jeden Fisches.
Ein, wie ich finde, ideales System um an frischen Fisch zu kommen und trotzdem die Natürlichen Resourcen nicht über zu belasten.
Verurteile auch keinen der jeden Fisch mitnimmt, solange er sie verwerten kann und nicht am ende weg wirft weil sie seit einem Jahr den Gefrierschrank blockieren oder Nachbars Katze 2 Pfund Hecht über den Zaun wirft.

Wie auch CatchTheCarp schreibt, es gibt zu viele verschiedene Meinungen. Aber wie auch im restlichen leben ist jeder extremissmus nichts gutes.
Sei es Politisch, Religiös oder auch beim fischen.
Ich denke diejenigen die hier mit diskutieren sind keine Fleischfischer die 50 Hechte im Jahr mitnehmen. Die paar die jeder mitnimmt, soll er haben, gar kein Thema.
Fängt man aber so gut wie Tom, kann man nicht alles abschlagen. Geschätzt habe ich dieses Jahr auch um die 30 Hechte gefangen. Die kann ich nicht verwerten, beim besten Willen nicht. (Gezielt befischt und Beifang)
Alleine in der kurzen Zeit als die Felchen gut gingen habe ich, ehrlich gesagt, zu viele mitgenommen. Hat mich wieder daran erinnert das die Gier eine Sau ist ;) Wir können sie essen bevor sie schlecht werden, aber nächste Saison nehme ich weniger.
Petri Heil
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