Catch&Release

Hier kommen die Votings / Abstimmungen rein!
Antworten

Catch & Release - Ja oder nein?

Ja, Angeln ist für mich ein Sport und die Fische müssen nicht unbedingt sterben.
58
32%
Ja, die Fischbestände könnten sich meiner Meinung nach besser erholen
60
33%
Nein, C&R gehört verboten
62
34%
 
Abstimmungen insgesamt: 180

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ChristianK.
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Re: Catch&Release

Beitrag von ChristianK. » Do 13. Nov 2014, 07:27

Flümi hat geschrieben: Was ist besser für den Fischbestand und deine Familie? Bei A gibts selbstgefangenes Bio-Essen aus der Region, bei B gibts nichts und du muss etwas aus dem Supermarkt nachhause bringen. Du verursachst zudem auch einen grösseren "Schaden" am Hechtbestand, nur für dein eigenes Ego?

Absolut richtig!

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, dass reine C&R-Fischer eigentlich froh sein sollten, dass andere Fischer Fische entnehmen und sich der Bestand dadurch erneuert. Wenn alle nur C&R machen würden, würden C&R-Fischer häufiger Fische mit Verletzungen, Deformationen, fehlenden Maulpartien oder Verpilzung am Körper fangen. Das würde sich auf dem Fangfoto nicht so gut machen. :lol:
Quatsch. Fische halten viel aus und selbst wenn einer verpilzen sollte, wegen unsachgemässer Behandlung, dann hat er noch eine Chance bzw. bereichert bei seinem Tod das Gewässer mit Nährstoffen die wiederum für Nahrung weiterer Fischgenerationen sorgen.
The Circle of life ;)

Deine Beispiele hinken gewaltig. Denn fangen zwei Fischer jeweils 10 Hechte, der eine nimmt sie mit und der andere lässt sie alle wieder frei, dann sind bei dem einen 10 weniger im Wasser und bei dem anderen vielleicht 2 weniger und 8 bleiben um für den Bestand zu sorgen.
Klar, reines Fische fangen des egos wegen ist kein guter Grund um fischen zu gehen.
Fischen um die Tiefkühltruhe Sinnlos zu füllen, ebenso wenig.

Nach so vielen Jahren verstehe ich die ständige C&R Diskussion nicht mehr.
Jedem sind die Fakten bekannt wie es um unsere Fischbestände aussieht, das Wissen um die Leidensfähigkeit von Fischen wächst auch ständig, jeder weiss wie es um unsere verbauten Gewässer aussieht und jeder Fischer sollte so viel Fachverstand und gesunden Menschenverstand haben, das er erkennt, das weder das eine, noch das andere zu 100% richtig ist!
Nur ein lebender Fisch kann sich vermehren und für die Zukunft des Fischbestandes und der fischerei sorgen.
Deswegen muss man nicht alle frei lassen, sondern kann das Ernten was er zuvor mit Selektiver Entnahme gesät hat!

So viele Länder machen es vor das Selektive Entnahme und schwimmen lassen, dem Fischbestand nicht schadet, sondern ihn unterstützt. Schaut doch mal über den Tellerrand.
Warum fahren denn so viele von uns Fischern nach Holland zum Hecht und Zander fischen?
Wieso fahrt ihr nach Österreich zum Forellen fischen?
Dort macht keiner ein G`schiss aus C&R, es ist einfach so. Zum teil vorgeschrieben und Pflicht.

Letztens gab es einen schönen Bericht von der Traun in Bayern. Dort gibt es entnahmefenster und ein hartes Fanglimit.
Warum kaufen so viele die teuren Tagespatente? Weil es dort Fische gibt...

Ich persönlich bin für selektive entnahme, ein entnahmefenster für Fische und ein maximales Fanglimit pro Jahr.
(pro tag ist zu umgehbar)
Petri Heil
Christian

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gonefishing
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Re: Catch&Release

Beitrag von gonefishing » Do 13. Nov 2014, 09:57

ChristianK. hat geschrieben: So viele Länder machen es vor das Selektive Entnahme und schwimmen lassen, dem Fischbestand nicht schadet, sondern ihn unterstützt. Schaut doch mal über den Tellerrand.
Warum fahren denn so viele von uns Fischern nach Holland zum Hecht und Zander fischen?
Wieso fahrt ihr nach Österreich zum Forellen fischen?
Dort macht keiner ein G`schiss aus C&R, es ist einfach so. Zum teil vorgeschrieben und Pflicht.
Selektive Entnahme ist aber kein C&R, und selektive Entnahme ist auch in der Schweiz erlaubt.
Warum so viele irgendwo hin fahren um mehr Fische zu fangen? Weil es den meisten Fischern v.a. darum geht möglichst viele Fische zu fangen und Bestandserhaltung und Hege nur zu diesem Zweck interessant ist.
Es sollte sich doch jeder mal an die eigenen Nase fassen, die Fischerbrille absetzen und sein Tun hinterfragen.
C&R als Hege? Das ist doch wie mit einem Betäubungsgewehr Luchse zu jagen um ihren Bestand zu erhalten...
Ist es denn zwingend notwendig dass ich Fische zu meinem Vergnügen fange oder kann ich den Tag und die Natur auch geniessen ohne dabei einen Fisch zu stressen und evtl. zu verletzen?
Warum wird C&R vor allem bei Karpfen, Welsen und Hechten fabriziert und sozusagen nie bei Seeforellen?

Ich empfehle jeden einmal einen Besuch in einem Welscamp am Po und sich das Treiben dort einmal möglichst neutral anzuschauen. C&R mit lebendigen Köderfischen, häufig Aalen, häufig an Mehrfachhaken und fast immer mit Widerhaken. In meinen Augen ist das pervers und ich bin froh dass so etwas bei uns verboten ist.
Gruss, Mattu

Anstatt zu jammern dass wir nicht all das haben was wir wollen sollten wir dankbar sein dass wir nicht all das bekommen was wir verdient hätten. (Dieter Hildebrand)

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Re: Catch&Release

Beitrag von til » Do 13. Nov 2014, 10:17

gonefishing hat geschrieben: Ist es denn zwingend notwendig dass ich Fische zu meinem Vergnügen fange?
Irgenwie schon. Ja!
Sonst wäre ich ja nicht Sportfischer, oder?

Honorus

Re: Catch&Release

Beitrag von Honorus » Do 13. Nov 2014, 10:33

Wer fischt denn von euch nicht zum Vergnügen? Wohl niemand oder?

Catch&Release ist wohl jedem selbst überlassen. Ich setze sicher auch nicht alle Fische zurück, aber wenn es angebracht ist halt schon.

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gonefishing
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Re: Catch&Release

Beitrag von gonefishing » Do 13. Nov 2014, 12:08

til hat geschrieben:
gonefishing hat geschrieben: Ist es denn zwingend notwendig dass ich Fische zu meinem Vergnügen fange?
Irgenwie schon. Ja!
Sonst wäre ich ja nicht Sportfischer, oder?
Nicht einfach einen halben Satz aus dem Zusammenhang reissen...
Es geht ja um C&R, und darum ob ich es in Kauf nehme einen Fisch zu stressen oder gar zu verletzen obwohl ich schon bevor ich ihn fange weiss dass ich ihn nicht verwerten will.

Mal aus Sicht des Tierschutzes, um den es bei dem Verbot ja geht:
Ich fange einen Fisch, und wenn es mein Zielfisch ist, den Schonbestimmungen entspricht und kein wertvolles Laichtier o.ä. entnehme und verwerte ich ihn. Dafür kaufe ich im Laden aber kein Stück Tier welches genauso oder sogar mehr gelitten hat. Habe ich genug gefangen höre ich auf zu fischen, will ich gar keinen Fisch verwerten oder den Bestand eines Gewässers schonen gehe ich (dort) nicht fischen.

C&R: Ich gehe fischen obwohl ich genau weiss dass ich keinen Fisch entnehme. Ein oder mehrere Fische werden Stress ausgesetzt und möglicherweise verletzt. Zusätzlich dazu gehe ich dann noch in den Laden und kaufe für's Abendessen ein Stück Tier das dafür Leiden musste. Der Stress und das Leiden der Fische ist in diesem Fall rein zu meinem Vergnügen.
Gruss, Mattu

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Re: Catch&Release

Beitrag von Flümi » Do 13. Nov 2014, 12:18

Ich fische, um einen Ausgleich zum Beruf zu haben, um die Natur und das Wetter zu geniessen, manchmal um meine Ruhe zu haben, um bisschen dem Jagdtrieb nachzugehen und natürlich auch, um Fische zu fangen. Jedoch nicht zwingend. Abschneidern ist kein Problem. Mach sonst noch eine weitere Umfrage mit folgender Frage:

Wenn in der ganzen Schweiz nur noch C&R erlaubt wäre, was würdet ihr machen (2 Antwortmöglichkeiten)?
[_] in der Schweiz weiterfischen
[_] mit Fischen grösstenteils aufhören
[_] mit Fischen komplett aufhören
[_] nur noch im Ausland fischen

Ich würde wohl 2/3 von meinem Tackle verkaufen, mit Fischen grösstenteils aufhören und nur noch im Ausland fischen. Ich sehe einfach keinen Sinn dabei, fischen zu gehen, ohne irgendwas nachhause bringen zu wollen oder zu dürfen. Was eine gewisse blonde, bekannte Frau aus Deutschland macht, die Fische so sehr liebt, dass sie jeden küsst und keinen tötet, finde ich irgendwie falsch. Doppelmoral. Wenn ich Fische so sehr lieben würde wie sie vorgibt, dann würde ich sie nicht fangen, nur des Fangens Willen, um sie danach zurückzusetzen, ohne auch nur einen Gedanken an eine Verwertung zu verschwenden.

Ich nehme nicht alles nachhause, um es zu essen. Beim Eglifischen beissen manchmal Rotaugen oder Alet um 15cm, für die ich keine Verwendung habe. Oder beim Hechtfischen fing ich mal einen 50-pfündigen Silberkarpfen. Habe ich im Wasser gelassen, da ich eh nicht gewusst hätte, was ich hätte machen sollen (und ich war mit ÖV unterwegs). Ich gehe nicht so viel fischen und ich fische so gemütlich und extra weniger effizient als mir möglich, dass es gar nicht dazu kommt, dass sich zuhause im Kühlschrank oder Tiefkühler mehrere kg Fisch ansammeln. Ich fische manchmal mit Ködern, die weniger Fänge ergeben als die effizienteste Methode. Wenn ich mit Wobbler und Gummi Egli fangen will, dann tu ich das und ziehe es durch, weil es mich eben reizt. Wohlwissend, dass wenn ich mit Lebendködern ein Kesselchen mit Egli hätte füllen können. Aber ich wollte ja extra mit schwierigeren Methoden fischen, damit es am Ende des Tages nur 6 Egli gibt, auf die ich umso stolzer bin, sie überlistet zu haben. Es bleibt dabei, dass Fischen und Fische essen für mich fest zusammengehört. Fischen, ohne verwerten zu dürfen oder wollen, wäre für mich auf Dauer undenkbar. Auf eine Ausnahme, alle x Jahre mal, irgendwo in den Ferien, wo weit und breit Entnahme verboten ist, könnte ich mich vielleicht schon noch einlassen.
Gruss, Stefan
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Re: Catch&Release

Beitrag von Shad » Do 13. Nov 2014, 12:19

Hier noch ein paar Gedanken zum Thema:

http://www.scale-magazine.com/current/index.html#/160
Gruess Remo
***************

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Re: Catch&Release

Beitrag von Fisherboy » Do 13. Nov 2014, 12:58

Ich finde man sollte nicht angeln mit der 100%igen Absicht die Fische wieder zu releasen.
Ich setze meine gefangenen Alet jedoch auch zurück.
Zuletzt geändert von Fisherboy am Fr 14. Nov 2014, 13:01, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Catch&Release

Beitrag von Olle » Do 13. Nov 2014, 13:09

Ich stimme für Flümi :v:
Gruss, Olle

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ChristianK.
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Re: Catch&Release

Beitrag von ChristianK. » Do 13. Nov 2014, 13:09

gonefishing hat geschrieben:
Selektive Entnahme ist aber kein C&R, und selektive Entnahme ist auch in der Schweiz erlaubt.
Bei meinem zwei Personen Haushalt macht es keinen Sinn einen Hecht mit zu nehmen der um die 50cm hat, zu wenig dran. Es macht aber auch keinen Sinn einen mit zu nehmen der 90cm oder mehr hat, kann ich nicht in sinnvoller Zeit verwerten.
Also habe ich in dem Sinne ein entnahmefenster. Alles was darüber oder darunter ist, ist C&R, oder Selektive Entnahme? ;)
gonefishing hat geschrieben: Warum so viele irgendwo hin fahren um mehr Fische zu fangen? Weil es den meisten Fischern v.a. darum geht möglichst viele Fische zu fangen und Bestandserhaltung und Hege nur zu diesem Zweck interessant ist.
Ganz klar, denn zu Hause ist alles abgemurkst worden! Warum? Weil sich viele hinter dem Gesetz verstecken und sagen, ich muss ja abschlagen. Was blödsinn ist, aber gerne praktiziert.
gonefishing hat geschrieben: Es sollte sich doch jeder mal an die eigenen Nase fassen, die Fischerbrille absetzen und sein Tun hinterfragen.
C&R als Hege? Das ist doch wie mit einem Betäubungsgewehr Luchse zu jagen um ihren Bestand zu erhalten...
Ist es denn zwingend notwendig dass ich Fische zu meinem Vergnügen fange oder kann ich den Tag und die Natur auch geniessen ohne dabei einen Fisch zu stressen und evtl. zu verletzen?
Warum wird C&R vor allem bei Karpfen, Welsen und Hechten fabriziert und sozusagen nie bei Seeforellen?
Absolut! Reines C&R ist wirklich nur Spassfischen.
Hast Du mal einen 30 Pfund Karpfen gegessen oder einen 2m Wels? Dann wüsstest Du warum die wieder schwimmen :D
Spass bei Seite, nicht nur das zweifelhafte kulinarische vergnügen hindert die Fischer am abschlagen, sondern auch die hoffnung den fisch wieder einmal zu fangen, grösser und schwerer als heute und nebenbei ist es laichtier das der arterhaltung dient.
gonefishing hat geschrieben: Ich empfehle jeden einmal einen Besuch in einem Welscamp am Po und sich das Treiben dort einmal möglichst neutral anzuschauen. C&R mit lebendigen Köderfischen, häufig Aalen, häufig an Mehrfachhaken und fast immer mit Widerhaken. In meinen Augen ist das pervers und ich bin froh dass so etwas bei uns verboten ist.
Ich fand das damals am Po auch ziemlich grob einen geschmiedeten Haken durch lebende Fische zu pressen, DAS ist wirklich nicht mein Ding! Lebender KöFi, damit kann ich leben, aber nicht mit so groben Zeug und in voller Strömung, das ist definitiv Tierquälerei!
Petri Heil
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Re: Catch&Release

Beitrag von Talin » Do 13. Nov 2014, 16:48

Ich kann den meisten Vorrednern (Flümi) zustimmen! C&R ist reine Tierquälerei und Fische sind keine Spielzeuge! Es zu erlauben ist also totaler unsinn, aber strengere Entnahmeregelungen würde ich schon begrüssen, damit die Fischbestände erhalten bleiben.
In diesem Thread wird von einigen die Hobbyfischerei (eigentlich zurecht) in Frage gestellt. Ich finde es aber ein spannendes Dauerthema, bei dem sich aber nie alle einig sein werden.
Gruss und Petri!

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Re: Catch&Release

Beitrag von gonefishing » Do 13. Nov 2014, 17:01

ChristianK. hat geschrieben: Bei meinem zwei Personen Haushalt macht es keinen Sinn einen Hecht mit zu nehmen der um die 50cm hat, zu wenig dran. Es macht aber auch keinen Sinn einen mit zu nehmen der 90cm oder mehr hat, kann ich nicht in sinnvoller Zeit verwerten.
Also habe ich in dem Sinne ein entnahmefenster. Alles was darüber oder darunter ist, ist C&R, oder Selektive Entnahme? ;)
Ich muss zuerst sagen dass ich kein Jurist bin und meine Interpretation der TSchV keinerlei rechtliche Verbindlichkeit hat.
Ich habe nur einen Einpersonenhaushalt und einen Kühlschrank mit einem kleinen Eisfach...
Die Frage ist ja zum einen ob man einen Fisch gezielt fängt, und das ist bei kapitalen Exemplaren (ausser bei wenigen Spezialisten) kaum der Fall. Auch denke ich dass es nach gesunden Menschenverstand erlaubt sein sollte einen Fisch zu releasen wenn er zu gross ist um ihn zumindest grösstenteils zu verwerten, aber ich weiss es nicht. Allerdings sind kapitale Exemplare heimischer Fischarten für mich wertvolle Laichtiere. Alleine durch ihre Grösse und ihr Alter beweisen sie ja dass sie mit den sich verändernden Umweltbedingungen zurecht kommen, also für die Bestandeserhaltung wertvolles Genmaterial besitzen (das kann ich bei einem gerade massigen Fisch nicht beurteilen).
Dass man einen massigen Fisch einer Fischart die man gezielt befischt zurücksetzen darf weil man nicht von ihm satt wird bezweifle ich stark. Eine Mahlzeit muss ja nicht zwingend 300gr Fisch enthalten, es kann ja auch weniger sein und dafür ein paar Kartoffeln mehr.
Wenn man die TSchV und die Erläuterungen aufmerksam liest könnte man allerdings zu dem Schluss kommen dass es bei Fischen, bei denen man nicht klar sieht ob sie das Schonmass haben, sinnvoller ist sie im Wasser abzuhaken ohne sie zu messen, anstatt sie aus dem Wasser zu nehmen, zu messen und dann evtl. releasen zu müssen...
Erläuterungen zur TSchV hat geschrieben:Art. 23 Verbotene Handlungen bei Fischen und Panzerkrebsen
Artikel 23 nennt die verbotenen Handlungen, die sich auf Fische bzw. Panzerkrebse (Reptantia) beziehen.
Buchstabe a verbietet, Fische in der Absicht zu fangen, sie wieder frei zulassen. Jedes Anhaken und Landen eines Fisches bringt für diesen eine starke Belastung und die Gefahr von Verletzungen durch den Angelhaken mit sich. Das gezielte Angeln auf Fische, deren Entnahme bei einem eventuellen Fang ver- boten oder vom Angler nicht vorgesehen ist, ist deshalb als tierschutzwidrig zu beurteilen. Generell untersagt ist das Angeln in Gewässern, aus welchen keine Fische entnommen werden dürfen. Verboten ist aber auch das gezielte Beangeln von Fischen, deren Entnahme aus dem Gewässer bei einem eventuellen Fang nicht möglich ist, z.B. Fische, die das Schonmass nicht erreichen oder die sich in der Schonzeit befinden. Die Kantone treffen die erforderlichen Massnahmen, um zufällige Fänge geschonter Fischarten so weit wie möglich zu reduzieren. In Einzelfällen kann das Zurücksetzen von lebensfähigen Fischen aber aus ökologischen Gründen (z.B. für die Bestandeserhaltung) sinnvoll sein, selbst wenn die erbeuteten Fische grundsätzlich den Schonbestimmungen entsprechen würden (z.B. wertvolle Laichfische einheimischer Arten gemäss Anhang 1 VBGF). Zufällig erbeutete Fische, welche durch den Angelvorgang nur gering beeinträchtigt wurden, können deshalb in begründeten Fällen weiterhin zurückgesetzt werden. Nicht zur Entnahme vorgesehene Fische sind aber unmittelbar nach dem Fang mit der grösstmöglichen Sorgfalt zurückzusetzen. Hälterung oder belastende Manipulationen wie etwa Fotografieren, wiederholtes Messen, Wägen etc. sind als tierschutzwidrig anzusehen.
Buchstabe b verbietet das Verwenden lebender Fische als Köder zum Fang von Fischen. Bei der Anhakung von Köderfischen und deren Präsentation zum Fang von Raubfischen muss mit einer hochgradigen Belastung dieser Tiere über eine längere Zeitdauer gerechnet werden. Es existieren alternative Fangmethoden, mit welchen grosse Raubfische erbeutet werden können. Ausnahmen von diesem Verbot müssen deshalb sehr restriktiv gehandhabt werden. Artikel5b Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF; vgl. nachfolgend Erläuterungen zum Anhang 6) gibt den kantonalen Fischereibehörden die Kompetenz, Ausnahmeregelungen zu erlassen. Das Bundesamt für Umwelt und das BVET haben dazu die Vollzugshilfe vom 8. April 2002 ausgearbeitet.
Buchstabe c verbietet das Verwenden von Widerhaken beim Angeln. Die Verwendung von Angelhaken mit Widerhaken führt zu unnötigen Verletzungen bei Fischen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben wieder ins- Gewässer zurückzusetzen sind (z.B. untermassige Fische, Fische in der Schonzeit). Das Lösen von Angel- haken mit Widerhaken setzt die Fische durch eine längere Verweildauer ausserhalb des Wassers zusätzlichen Belastungen aus. Besonders gravierende Verletzungen können durch die Verwendung von Mehrfachhaken mit Widerhaken entstehen. Abgerissene Mehrfachhaken können zudem die Atmung und Nahrungsaufnahme betroffener Fische nachhaltig stören und unter Umständen zum Tod der Tiere führen. Aus diesen Gründen dürfen die Kantone nur sehr restriktiv Ausnahmen gewähren. Artikel 5b VBGF gibt den kantonalen Fischereibehörden die Kompetenz, Ausnahmeregelungen zu erlassen für Fangmethoden, bei welchen der Verzicht auf Widerhaken eine erhebliche Reduktion des Fangertrages nach sich ziehen könnte. Dies wäre der Fall beim Fischen in Gewässern, in denen alle Fische das notwendige Fangmass haben (z. B. künstlich mit fangfähigen Fischen besetzte Gewässer ohne eigene Produktivität) sowie bei der gezielten Fischerei auf Fischarten ohne Fangmindestmass während der erlaubten Fangzeit. Die möglichen Ausnahmen sind abschliessend aufgezählt und gelten nur für Angelnde mit Sachkundenachweis nach Artikel 5b VBGF.
Gruss, Mattu

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Re: Catch&Release

Beitrag von Beni » Do 13. Nov 2014, 17:19

@Flümi
Das mit den Köderfischen am Po finde ich echt Tierquälerei!! :?
Dies ist hier aber nicht der Fall und lenkt vom eigentlichen Thema von C&R ab.
Deine Argumente sind nicht gerade stichfest.
Bsp. ,,Fische könnten durch C&R Pilzkrankheiten erleiden.
Solange man die Fische mit nassen Händen anfasst und zurücksetzt, ist eine Pilzerkrankung völliger Schwachsinn!!!


Gruess Beni
Eat, sleep and go fishing! :wohow:

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Re: Catch&Release

Beitrag von Würmlibader » Do 13. Nov 2014, 17:38

gamper Martin hat geschrieben:Hallo Leute,

nachdem was ich die letzten zwei Jahre am Wasser alles gesehen habe, spielt es keine Rolle ob C&R erlaubt ist oder nicht. Die eigentlichen Probleme bleiben die selben. Wäre einfach schön dass manche Angler einen gesunden Menschenverstand haben würden und dass die Kontrollen verschärft werden.

Martin


hahaha

...und ich narr dachte schon, dass nach dem ersten Satz eine klare schuldzuweisung an den bösen schwarzen vogel kommt... :D


und noch @Beni:
nein, eine Pilzkrankheit ist auch mit nassen Händen definitiv KEIN SCHWACHSINN.
-Die verletzung des Haken zum Beispiel reicht als Eintrittspforte....
-auch wenn der Fisch mit nassen Händen angefasst wird, tangiert es die schützenden Schleimhäute, vor allem wenn er beim landen noch halbwegs über steine geschränzt wird.
-nicht zuletzt ist der fisch nach einem anstrengenden drill gestresst und erschöpft, was ihn auch anfälliger für krankheiten macht.



und dann noch zum Thema:
ich geh fischen, weil isch gern fisch esse.
allerdings gibts auch bei mir ausnahmen, wo ein fisch weiterschwimmen darf.
C&R grundsätzlich zu erlauben resp zu praktizieren ist bullsh*t, spätestens wenn auch der dümmste erkennt, dass der gefangene fisch nicht überleben kann.
Regel 1: nicht fischen zu gehen, ist immer die FALSCHE Entscheidung...!

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Re: Catch&Release

Beitrag von Flümi » Fr 14. Nov 2014, 01:34

Beni, das mit den lebenden Aalen am Po schrieb Mattu, nicht ich. ;)
Aber ich bin natürlich auch seiner Meinung.

Zum Thema Schädigen von Fischen bei reinem C&R möchte ich noch zu bedenken geben, dass alle reinen C&R-Fischer sagen (wie es mir den Anschein macht), dass es für den Fisch kein Problem darstellt. Niemand gibt zu, dass irgendwas passieren könnte und jeder sagt, dass ALLE releasten Fische 100% überleben. Niemand redet von 10% Mortalität. Ich frage mich da jeweils, ob diese Fischer naiv sind und es einfach nicht besser wissen (bei Jungfischern gut möglich), oder ob sie sich einfach selbst belügen?

Ich habe schon sehr viele Fischervideos auf YouTube und anderen Portalen gesehen und es ist fast immer dasselbe. Es zieht mich hin und her zwischen der Faszination vom Fischen, von der Technik, vom Biss, vom Drill und der anderen Seite: die Kamera verändert die Gedankengänge im Menschen. Die Kamera ändert die Wahrnehmung der Umgebung, man will sich und die Sache bestmöglichst präsentieren, man leiert den Text im Kopf runter, den man sich vorgenommen hat zu sagen, währenddem ein lebender Fisch 30-60 Sekunden in die Kamera gehalten wird. Man denkt nicht mehr an das Wohl des Fisches, wenn man Fotos und Videos macht. Das stört mich.

Dazu kommt noch, dass ein Fisch sich absolut nicht wehrt, weil er vorher totgedrillt wurde und beim Releasen zuerst eine halbe Minute durch anschieben mit Frischwasser versorgt werden muss, ODER der Fisch wehrt sich, der Fischer kommt mit der Hand an scharfe/spitzige Maulpartien/Zähne, verletzt sich vielleicht dabei an der Hand, lässt den Fisch fallen und er landet auf dem harten Bootsboden aus Holz, Kunststoff, Teppich, dem restlichen Tackle, Gepäck oder einer schleifpapierähnlichen, rutschsicheren Fläche, wenn nicht auf Gras, Kieselsteinen, Beton oder einem Schiffssteg. Wenn der Fisch nicht runterfällt, dann verliert er halt 1-2 quadratdezimeter Schleimschicht am Baumwollshirt, am Fleecepulli oder der Polyesterjacke. Hier ein Beispiel: viewtopic.php?p=221947#p221947

Ich hatte auch mal so einen Moment der Erkenntnis beim Filmen, dass man die Umgebung anders wahrnimmt. Ich filmte beim Skifahren paar Kollegen, denen ich hinterhercarvte. Ich konzentrierte mich derart auf die Sache, dass ich einem Pistenfahrzeug , das auf Frontalkollisionskurs war, nur mit 2m Abstand ausgewichen bin statt wie üblich 10m oder so.

Wieviele reine C&R-Fischer haken den Fisch im Wasser ab? So hat man ja "nichts davon", oder? Also nimmt man den Fisch raus, "geniesst" seinen Fang, macht Foto oder zeigt ihn dem Kollegen, damit er "gezählt" wird oder der andere sieht, dass man wirklich was fängt und nicht nur gross daherplappert. Da hört dann der Tierschutz auf mit der Definition des "unverzüglichen Zürücksetzens" oder dem "möglichst im Wasser abhaken".

Der Link von Shad ist ganz gut. Hab die 4 Seiten durchgelesen.
Gruss, Stefan
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