Fischen mit der Tiefseerolle

Alles über Boote und dessen Zubehör (Anker, Downrigger, Motoren, Echolotgeräte, GPS, etc.)
Antworten
Benutzeravatar
petrijünger79
Beiträge: 1135
Registriert: Di 20. Mär 2007, 07:39
Meine Gewässer: Aare, Thunersee, Brienzersee, Bäche
Wohnort: Schwarzenburg
Switzerland

Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von petrijünger79 » Mo 25. Feb 2019, 14:00

in nächster Zeit werde ich mir eine Tiefseerolle zulegen. Das Modell ist bereits ausgesucht. Nun habe ich einige Fragen zur Montage:

Was sind die vor-/nachteile von geflochtener Hauptschnur im vergleich zu Metall?

Kann man Konuswirbel auf einer geflochtenen (0.70er) Hauptschnur anbringen oder rutschen diese?

Ich möchte keine fertige Montage mit eingeknüpften Wirbel kaufen, das ist mir zu unflexibel.

Vielen Dank für eure Hilfe

Benutzeravatar
Beat
Beiträge: 249
Registriert: Mi 31. Aug 2016, 10:22
Meine Gewässer: Weltweit
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Beat » Mo 25. Feb 2019, 15:27

Geflochtene ist geschmeidiger und gibt weniger Wiederstand im Wasser, kommst du mit weniger Gewicht weiter runter. Ich würde def. zu einer geflochtenen mit fest verknoten Wirbel raten, aber ist sicherlich Geschmacksache. Was meinst du mit zuwenig flexibel? Ich habe 5m Abstand zwischen den Zügel, willst du hier jedesmal den Abstand anpassen? Ich kenne einige, welche viel mit kürzeren Zügel auf Saiblinge fischen, die haben dann in den untersten 25m einfach alle 2,5m einen Einhänger. Beim Forellenfischen lassen sie dann halt immer einen aus. Kannst gut auch mit Farben arbeiten oder je nach Rollen-Modell, ist eine Umdrehung ziemlich genau 50cm. Ich würde die Einhänger fix machen. Noch zu deiner Frage, deine vorgeschlagen Wirbel werden vermutlich halten, jedoch denke ich, dass sie mittelfristig die geflochtene Hauptschnur stark beschädigen werden.

Benutzeravatar
petrijünger79
Beiträge: 1135
Registriert: Di 20. Mär 2007, 07:39
Meine Gewässer: Aare, Thunersee, Brienzersee, Bäche
Wohnort: Schwarzenburg
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von petrijünger79 » Mo 25. Feb 2019, 15:55

Danke für deine Ausführungen

ich möchte den Abstand flexibel wählen können. Bei mir kommt die Tiefseerolle für Hecht und Egli zum Einsatz. für die Egli möchte ich dann nur mit Abstand von 2m zwischen den Zügeln fahren und Hecht mit 5 Meter.

Hast aber wohl recht mit der Beschädigung der Schnur, das würde dann klar für eine Drahtlitze sprechen.

Benutzeravatar
Beat
Beiträge: 249
Registriert: Mi 31. Aug 2016, 10:22
Meine Gewässer: Weltweit
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Beat » Mo 25. Feb 2019, 16:06

Falls du die TR nur für Egli und Hecht einsetzen möchtest, geht Draht vielleicht auch ganz gut. Da musst du ja nicht so weit runter. Würde dir aber dennoch raten alles fix zu machen, du verbrauchst ansonsten eine Menge Zeit um das Zeugs immer wieder neu zu fixieren und abzumessen. Ich hätte da lieber alle 2,5m einen Wirbel und lass dann halt beim Hechtfischen immer einen aus.

Benutzeravatar
Loup
Beiträge: 1553
Registriert: Fr 12. Okt 2007, 21:40
Wohnort: Seeland
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 25 Mal

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Loup » Di 26. Feb 2019, 08:17

Wenn du fischen möchtest, profitiere von den Erfahrungen von Beat, welche er dir gratis frei Haus liefert.
Möchtest du das Rad neu erfinden, mache es so wie du meinst und bleib flexibel. Du wirst sicher keinen Fisch mehr fangen.
Wenn du Draht verwendest gewöhne dich bereits jetzt daran, der Draht singt manchmal (habe ich immer als Negativ empfunden als ich noch mit Draht fischte). Das macht die Geflochtene nicht. Drehe die Konuswirbel nicht zu stark zu, es könnte den Draht verletzen.
Gruss vom Murtensee
Loup

Benutzeravatar
fischerlouis
Beiträge: 56
Registriert: Mo 6. Aug 2012, 22:15
Meine Gewässer: Bodensee
Hat sich bedankt: 2 Mal
Danksagung erhalten: 7 Mal
Germany

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von fischerlouis » Di 26. Feb 2019, 10:48

Ich verwende Weidezaundraht als Litze. Dieser ist ca. 1 mm stark, aus Edelstahldraht, bestehend aus mehreren dünnen Drähten (geflochten) und gibt's auf großen Spulen günstig (200m/ca. 30 €). Um einzelne Zügel daran zu befestigen, verwende ich eine spezielle Drahtklammer, welche ich an einer beliebigen Stelle einfach einclipse. Der Nachteil des Drahtes ist, dass dieser bei bestimmten Geschwindigkeiten anfängt zu "singen". Von Zeit zu Zeit muss man auch die Befestigung des Gewichts überprüfen, da die Drahtöse reissen kann. Beim Draht selbst bevorzuge ich den weichen Draht, da der harte zwar mehr Zug hält, aber auf Knicke und Biegungen empfindlicher ist.

Benutzeravatar
primus
Beiträge: 330
Registriert: Do 17. Jan 2013, 14:33
Meine Gewässer: bergsee, vierwald, zürichsee greifensee
Hat sich bedankt: 21 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von primus » Di 26. Feb 2019, 12:12

Man kanns auch kompliziert machen...
Ich würde eine geflochtee 0.40 nehmen und wie schon mehrfach gesagt alle 2.5m ein Wirbel oder wie ichs lieber mache einen Ring einschlaufen. Das hält und du hast ruhe auf dem Boot.
Gruß und Petri

Manu

Benutzeravatar
Tinca
Beiträge: 75
Registriert: Fr 12. Jan 2018, 16:17
Meine Gewässer: Zürichsee, Pfäffikersee, Rhein
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Tinca » Mi 27. Feb 2019, 09:10

Was ich mich Frage: was versteht ihr unter Tiefseefischen? Wozu braucht es 70er! geflochtene Schnüre oder Draht?

Reicht bis in eine Tiefe von 200 Metern nicht eine 25er geflochtene Hauptschnur mit 60-80er Mono-Vorfächern? So habe ich zumindest in Norwegen gefischt auf Seehecht und Leng. Auch 1m-Fische waren keinerlei Problem (grössere haben nur nie gebissen, wären aber auch Problemlos).

Den Norwegenvideos zufolge werden auch bei den 2m-Heilbutten keine Schnüre über 50er geflochtene verwendet.

Benutzeravatar
Piker
Beiträge: 8
Registriert: Fr 25. Nov 2016, 17:16
Meine Gewässer: Schweiz
Bangladesh

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Piker » Mi 27. Feb 2019, 14:25

Tinca, google mal Tiefseerolle/-schleppen, dann verstehst du es :wink:

Benutzeravatar
Tinca
Beiträge: 75
Registriert: Fr 12. Jan 2018, 16:17
Meine Gewässer: Zürichsee, Pfäffikersee, Rhein
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Tinca » Mi 27. Feb 2019, 14:47

Ich dachte mir, dass es auf diese Rollen anspielt. Die Frage bleibt jedoch bestehen. (okok, 40er Schnur ist da angebrachter. Nicht aufgrund der Tragkraft, die ist kein Problem, sonder weil sich eine dünne Schnur einschneiden könnte)

Benutzeravatar
Beat
Beiträge: 249
Registriert: Mi 31. Aug 2016, 10:22
Meine Gewässer: Weltweit
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Beat » Mi 27. Feb 2019, 20:18

Ich halte eine 40er auch noch für zu dünn! Ich verwende en wft mit etwa 100kg Tragkraft oder so. Und die schneidet genau so ein wie eine 25er. Ich kann mir nicht vorstellen wie du mit einer 25er eine Tiefsee handeln willst. Der Abrieb durch Schwemmholz, Bodenkontakt und ständiges Auf- bzw Abrollen setzten der Schnur zu. Zusätzlich entstehen Schwachstellen bei den Einhänger. Eine 25er würde dir im besten Fall einen Tag halten. Zudem sind die Rollen ausgelegt für dickere Schnüre, somit gibt es keinen Vorteil, bis auf den Wiederstand im Wasser, von dünnen Schnüren - und wenn sie 1mm DM hat, ist sie immer noch sehr dünn für diese Fischerei. Bei einem UWH sind die Kräfte nochnals ganz anders. Draht sehe ich als veraltet und als äusserst ungegeignet, gibt meiner Meinung nach nur Nachteile und keine nennenswerten Vorteile.

Benutzeravatar
petrijünger79
Beiträge: 1135
Registriert: Di 20. Mär 2007, 07:39
Meine Gewässer: Aare, Thunersee, Brienzersee, Bäche
Wohnort: Schwarzenburg
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von petrijünger79 » Fr 1. Mär 2019, 08:06

Vielen Dank für eure Inputs

werde es wohl so machen wie von Beat vorgeschlagen. Alle 2.5m einen Wirbel einknüpfen.

Welche Wirbel würdet ihr hierzu empfehlen?

Benutzeravatar
primus
Beiträge: 330
Registriert: Do 17. Jan 2013, 14:33
Meine Gewässer: bergsee, vierwald, zürichsee greifensee
Hat sich bedankt: 21 Mal
Danksagung erhalten: 3 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von primus » Fr 1. Mär 2019, 09:57

Ich finde Ringe besser als Wirbel verfangen sich nicht. Gibts von diversen Herstellern. Ich habe solche von MadCat oder sowas.
Gruß und Petri

Manu

Benutzeravatar
domi
Fischerforum Rookie
Beiträge: 2
Registriert: So 12. Jan 2014, 11:16
Meine Gewässer: Zugersee
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von domi » So 3. Mär 2019, 10:25

Hallo petrijünger79
Ich mache es bei mir so,.
Eine Geflochtene mit ca. 100kg. Tragkraft, alle 5m einen Mehrtonnenwirbel ( ja keine Tönnchen Wirbel verweneden)!!! einbinden, den unteren Bereichen noch alle 2.5m einen kleineren Mehrtonnenwirbel.
Wenn du die Wirbel mit einem Doppelschlaufenknoten einbindest, schadet das der Schnur nicht sitzt bombenfestund und du kannst diesen auch wieder lösen, so bleibst du auch Flexibel.
Desweiteren habe ich unten am Blei 50cm Monofil ca. 1.0mm als Sollbruchstelle bei Hängern.
Grüssen...

Benutzeravatar
Beat
Beiträge: 249
Registriert: Mi 31. Aug 2016, 10:22
Meine Gewässer: Weltweit
Hat sich bedankt: 9 Mal
Danksagung erhalten: 17 Mal
Switzerland

Re: Fischen mit der Tiefseerolle

Beitrag von Beat » Mo 4. Mär 2019, 09:12

Anstelle der Mono kannst du auch einfach einen Einhänger für das Blei mit weniger Tragkraft als die Hauptschnur nehmen, hat den selben Effekt und du sparst dir das anknoten der Mono.

Wieso nimmst du Mehrtonnenwirbel? Ich verwende ganz normal Wirbel und hatte nie ein Problem damit, befestigt ebenfalls mit Doppelschlaufen. Ich würde diese aber nie vor dem Fischen verschieben wollen, der Aufwand wäre mir zu gross.

Antworten

Zurück zu „Rund ums Boot und dessen Zubehör“