Frust mit Bootsmotor

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til
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Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Mi 4. Jul 2018, 17:33

Eine kurze Geschichte als Warnung für Nachahmer:
Ich wollte meine 8 PS 2-Takter durch einen grösseren 4-Takter ersetzen.
Habe auf Ricardo einen 50PS mit Pinnensteuerung gefunden (knapp 4000)
Am Boot montieren lassen (Verstärkung vom Spiegel, Wasserabscheider und Tanks "eingebaut"), nochmal 2000 :shock:
Wollte den Motor eintragen, Schiffahrtsamt sagt schon mal, das geht nicht einfach so von 8 auf 50PS. Boot hat kein CE Zertifikat, ich muss das mit der Bootswerft machen.
Dann erstmal vergessen, weil ich muss ja noch den Führerschein machen.
Führerschein bestanden und jetzt will ich natürlich das Boot einlösen. Ich denke immer noch: reine Formsache, ist ja eine Plakette drin von der US Coast Guard: 6 Personen und 75PS zugelassen.
Aber dann:
- Pinnensteuerung für Vergnügungsboote nur bis 40PS erlaubt (war bei einem Berufsfischer in Betrieb).
- Freibord ist nicht ausreichend (weil ja, was in US Küstengewässern OK ist, auf Schweizerischen Seen eine Gefahr darstellt?).
Also nix mit endlich wieder Fischen gehen.

PS: Tausche 50 PS Yamaha gegen gleichwertiges 40 PS Modell.

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Freezy
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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von Freezy » Mi 4. Jul 2018, 20:02

Nur aus Interesse: Welches Schifffahrtsamt und welcher See?

Gruss
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Green Pearl
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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von Green Pearl » Mi 4. Jul 2018, 20:18

Bei uns in bern brauchst du eine schriftliche bestätigung vom bootshersteller daß das boot mit xy ps an der pinne gefahren werden kann. Zudem muss der motor mit einer serienmässigen pinne eines herstellers ausgestattet sein, also nichts selbst gebasteltes. Die 40ps regel ist zumindest bei uns nicht mehr aktuell.

Ja us coast gard schilder zählen hier nicht, musste mir auch noch ne ce plakette zukommen lassen.
Dafür muss ich laut dem experten einen feuerlöscher mitführen da dies in der us coast gard beschreibung steht aber laut der schweizer binnenschifffahrtsverordnung nicht nötig wäre. Autsch

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tom66
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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von tom66 » Do 5. Jul 2018, 09:12

Unsere tolle Schweiz mit ihren 1000 Vorschriften und Verboten, zum kotzen.

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til
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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Do 5. Jul 2018, 10:25

Schiffahrtsamt Aargau. Halwilersee war Prüfungsort, aber das Boot ist (noch) ein Wanderboot.
Vom Hersteller kriege ich eben auch nichts mehr, weil es die Firma und auch die Nachfolgefirma nicht mehr gibt.
Dann habe ich wenigstens die Hoffnung, dass ich einen Käufer in Bern (oder einem anderen Kanton) finde.
Fahren tu ich ja eigentlich im Zürisee, aber habe halt noch kein Standplatz dort.

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von fisherofmen » Do 5. Jul 2018, 13:08

Das ist natürlich zweifach ärgerlich. :oops:
Warum hat dich die Werft, welche dir den Spiegel verstärkt hat, nicht aufgeklärt? Sie hätten das Problem mit dem Freibord auch bemerken können/müssen! Diese Fachkenntnis müssen sie ja haben, sofern in der Schweiz durchgeführt. Dann sollten sie auch die Vorschriften mit der Pinnensteuerung kennen. Obwohl ich den Sinn hinter dieser Vorschrift nicht kenne. Vermutlich eine übernommene EU-Vorschrift. Wir bei den Portionieren hatten Aussenborder mit 100 PS an der Pinnensteuerung.

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Do 5. Jul 2018, 14:05

Ja, Berufsfischer und Militär dürfen das.
Mit der EU hat es glaub ich nichts zu tun, dank EU kannst du jedes Boot mit CE Zertifikat ohne aufwändige Untersuchung betreiben.
Das mit der Werft ist ärgerlich, ja. Ich glaube ich gehe einfach auf 8PS zurück und spare auf ein Boot mit CE, dann ist es per Definition legal es nach Herstellerangaben zu betreiben.
Und ich bin ziemlich sicher, dass bei vielen Booten mit CE die Regel mit Freibord hinten am Spiegel auch nicht eingehalten. Wenn der Spiegel für Langschaft ist, ist da bei einem offenen Boot garnicht viel Spielraum für höheres Freibord.
Zum Beispiel sowas hier: https://www.marine.cz/de/catalogue-mari ... %C3%BAdaje
Da ist auch keine Wanne inwendig, die quasi das Freibord über die Spiegelkante erhöht.

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Do 5. Jul 2018, 14:20

Meine letzte Hoffnung: eine Einzelzertifizierung in der EU machen lassen und es so an den Schweizerischen Gesetzen vorbeischmuggeln.
Keine Ahnung, ob das finanziell sinnvoll ist.

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von fisherofmen » Do 5. Jul 2018, 14:29

Das Beispielboot hat sicherlich 25 cm Freibord...
Ob sich ein Umbau lohnt musst du selber entscheiden, ich kenne dein Boot nicht.
Gruss
fisherofmen

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Do 5. Jul 2018, 14:56

25 cm Freibord ist aber nicht genug.
Für einen 50PS Motor braucht es 40cm, am Spiegel 32 (80%).
Meine einzige Hoffnung ist die EU Sportbootrichtlinie, resp. eine Zertifizierung nach selbiger. Dann gelten nämlich die Bauvorschriften als erfüllt.
Absurd aber wahr. Ich fürchte jedoch, dass das auch zu aufwändig und teuer wird.

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Fr 6. Jul 2018, 08:20

Green Pearl hat geschrieben:
Mi 4. Jul 2018, 20:18
Bei uns in bern brauchst du eine schriftliche bestätigung vom bootshersteller daß das boot mit xy ps an der pinne gefahren werden kann. Zudem muss der motor mit einer serienmässigen pinne eines herstellers ausgestattet sein, also nichts selbst gebasteltes. Die 40ps regel ist zumindest bei uns nicht mehr aktuell.
Ja, ich glaube du hast recht, wenn das Boot ein "Sportboot" mit (EU) CE-Zertifkat ist. Weil dann die ganzen CH- "Bauvorschriften" nicht gelten, resp. automatisch als erfüllt gelten. Und die Regel, dass du ab 30KW eine Fernsteuerung brauchst, ist eben auch so eine Bauvorschrift. Bei so einem "EU-Sportboot" wird nur noch auf Lärm und Umweltvorschriften geachtet. Meine Werft glaubte das zwar auch nicht, aber ich habe das Gesetz gestern ganz genau durchgelesen und würde es in so einem Fall sogar auf einen Rechtstreit mit dem Schiffahrtsamt ankommen lassen. Das Gesetz ist in dem Bereich sehr schwer zu lesen, weil du hast irgendwo Paragraf x, der den Paragraf Y aushebelt, ausser Abschnitt Z und so weiter. Also musst du ständig vor und zurückblättern, bis du weisst, was jetzt wirklich gilt.
Dann besteht ja wenigstens Hoffnung, dass jemand einen 50PS mit Pinnensteuerung sucht und auch in der CH betreiben darf.

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von marino » Di 10. Jul 2018, 09:56

Hallo guten Tag

Mir ist nicht klar, wie möchtest du das Boot verwenden - Fischen ? oder ?
Gruss marino

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von til » Di 10. Jul 2018, 12:41

Ja natürlich zum Fischen, hauptsächlich.
Mir ist nicht ganz klar, was du mit deiner Frage sagen willst?

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marino
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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von marino » Mi 11. Jul 2018, 00:41

Hallo

Was ich damit sagen wollte -

Zum Fischen reicht ein 4 Takt 8 PS allemal bei der minimalen Geschwindigkeit die man zum Schleiken braucht.
Einem grossen Motor bekommt das langsame dahintuckern mit der Zeit sicher nicht gut.
Habe selber etliche Jahre auf dem Zürichsee mit meinem Kabinenboot gefischt und mein 8 PS hat mich in all den Jahren nie im Stich gelassen.
LG marino

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Re: Frust mit Bootsmotor

Beitrag von Michu1 » Mi 11. Jul 2018, 06:54

marino hat geschrieben:
Mi 11. Jul 2018, 00:41
Hallo

Was ich damit sagen wollte -

Zum Fischen reicht ein 4 Takt 8 PS allemal bei der minimalen Geschwindigkeit die man zum Schleiken braucht.
Einem grossen Motor bekommt das langsame dahintuckern mit der Zeit sicher nicht gut.
Habe selber etliche Jahre auf dem Zürichsee mit meinem Kabinenboot gefischt und mein 8 PS hat mich in all den Jahren nie im Stich gelassen.
LG marino
Er will es wohl nicht nur zum Schleppen brauchen, sondern vor allem ein schnelleres Boot für Ortswechsel, etc. damit mehr Zeit zum Fischen bleibt bei vielen Spot-Wechseln.

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