Felchenfischen früher

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silvanh
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Felchenfischen früher

Beitrag von silvanh »

Ich hab letztens in einer Petri-Heil Ausgabe gelesen, dass früher von Hand auf Felchen gefischt wurde. Vom Boot aus wurden Hegene runtergelassen und von Hand angeschlagen und der Silch hochgezogen.

Weiss jemand mehr darüber, oder weiss wo ich mich über solche Methoden informieren kann? Zurzeit fische ich auf einer ziemlich harten Rute mit Hegenen. Dafür nutze ich jedoch ein 30g Blei, damit die Felche im hoffentlich selber hakt, da ich ja den feinen Biss meist nicht wahrnehmen kann. Bis anhin hat das 1x geklappt und 1 Fisch wurde verloren. Soweit ich weiss ist so in etwa ja auch das Prinzip von der Uferfischerei.

Spannend wäre für mich vielleicht ein selbstgebasteltes System, wo ich per Hand die Hegene spielen lasse und so die feinen Bisse spüre.

LG & Petri
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Lutra
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von Lutra »

Früher ging es nicht ums Fischen, sondern ums Fische fangen.
Eine Angelausrüstung war teuer und man hat nur mit dem nötigsten gefischt.
Man hat auch auf alle anderen Fischarten mit der Handangel gefischt.
Das kann man am Meer auch noch an vielen Orten sehen.

Mit einer harten Rute auf Felchen zu fischen macht eigentlich keinen Sinn, da, wie Du ja selber schreibst, der Biss nicht erkannt werden kann und es eher Zufall ist, wenn einmal eine hängen bleibt. Die, welche vom Ufer aus auf Egli fischen, machen das meist mit einem entsprechenden Zapfen.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Alles ist ewig, nur die Formen ändern sich
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silvanh
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von silvanh »

Danke für deine Antwort. Da hast du absolut recht. Doch es gibt einige Uferangler die auf Felchen gehen. Mit dem entsprechenden Zapfen, das stimmt. Den verstehe ich so, dass die Hegene mit dem schweren Blei bis zum Grund sinkt und so durch den Zapfen aufrecht gehalten wird. Die Fische haken sich jedoch selber aufgrund des schweren Bleis. Und die sind durchaus nicht schlecht fängig. Jedoch ist vielleicht 30g zu wenig?

Mache ich da eine Fehlüberlegung? Deshalb habe ich auch bei meiner Hegene ein schweres Blei angehängt und bin nebenbei am Spinnfischen.

Mir geht bis anhin nicht so recht in den Kopf, warum ich für jede Angelei eine neue Spezialisierte Rute brauche, bzw. kenne ich mich noch zu wenig aus, was ich brauche.

Ich werde mir demnächst eine Fliegenrute kaufen und da sollte das Felchenfischen auch möglich sein, oder?
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SWell
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von SWell »

Ich fische mit ein paar Kollegen seit ca 3 Jahren regelmässig vom Ufer auf Felchen (mit oder ohne U-Zapfen, da konnten wir keine entscheidenden Unterschiede feststellen). Deine Überlegung stimmt in dem Sinn schon 30g Blei sollten absolut ausreichen zum Selbsthaken. Aber wenn du das vom Boot aus machst verschenkst du meines Erachtens einige Vorteile, die das mit sich bringt: das animieren der Hegene durch das anheben, sowie eben die Erkennung auch feiner Bisse. Wir sind ziemlich überzeugt dass wir vom Ufer aus oft feine Bisse gar nicht mitkriegen.

Wenn du passiv nebenbei auf Felchen fischen möchtest würde ich das mit Zapfen machen, dann hast du immerhin noch etwas bessere Bisserkennung.

Bezüglich spezialisierte Ruten kann ich zweierlei Dinge sagen:

1. der Fisch interessiert Sich primär nicht für die Rute sondern erst mal für den Köder d.h. man kann auch mit beliebigen oder gar ganz ohne Rute Fische fangen. unsere ersten Felchen Haben wir mit alten Karten und kurzen Strecke vom Ufer aus gefangen

2. Seither sind wir aber zum Beispiel für Ufer Fischen auf welchen welchen Korrektur welchen auf lange Feeder Ruten mit weiche Spitze umgestiegen aus zwei Gründen: erstens um auf bessere Wurfweiten zu kommen, das kann an bestimmten Tagen entscheidend sein. Und zweitens um bessere Biss-Erkennung Zu haben und im Drill weniger Fische zu verlieren. Wenn du vom Boot aus Mit einer harten Rute fischst ist dann wirst du eben weniger Bisse erkennen.. du wirst sicher auch Fische fangen aber wohl nicht so viele. Zudem macht der Drill an gut abgestimmten Ruten auch viel mehr Spass.
Es muss ja nicht zwingend die Hightech-Felchenrute sein; eine Spinrute mit weicher Spitze (ev Solid-Tip) oder Dropshot rute sollte auch gut funktionieren.

Das ist mein Senf dazu
Bad Ass Fisherman
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von Bad Ass Fisherman »

Kann mich da meinem Vorschreiben nur anschliessen.

Nur bei den 30g vom Boot nicht.
An einem Felchenpimpel hängt man nur 30g rann wenn es eine Tote Rute ist.
Sprich, man legt sie vertikal unters Boot und lässt sie hängen ohne damit was zu machen.
Als Bissanzeiger, kann man da ein Glöggli nehmen.
Da reichen 20g schon aus.
Aber, wenn die Felche schlau ist merkt sie die 20g sofort und spuckt aus. Darum auch eher 30-40g...
Sie haken sich so schneller.

Machen wir immer so mit sehr viel Erfolg.
Oft wenn auf Zapfen oder bewegte Rute nicht läuft fängt die Toterute. Manchmal auch eifach so wenn die anderen auch abgehen... Da ist jeder Tag anders auf dem Wasser.

Vom Ufer wird gefeedert.
Und dass, aus den selben Gründen wie oben beschrieben. Vor allem bei grossen Fischen ist die weiche Spitze ein muss, sie schlitzen sehr schnell aus bei zuviel Druck.

Mfg BAF
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener...

War es schlecht, dann erst Recht!!
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Schwarzfischer
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von Schwarzfischer »

Und noch so als Ergänzung: eine Fliegenrute eignet sich nicht wirklich zum Felchenfischen. Da würde ich einfach eine günstige Felchenrute empfehlen.

LG, Schwarzfischer.
Mein Hausgewässer nennt sich Schwarz... :wink:
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von fisherofmen »

Nimm einen Felchenzapfen der sich selber auf die Tiefe einstellt. Zwischen den 30g Blei und der Hegene bindest du ein ca. 10cm langer Gummifaden. Mit den Wellen wird der Zapfen die Hegene animieren. Wenn eine Felche beisst wird der Zapfen entweder umfallen oder nach unten Wippen.
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Stäfner
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von Stäfner »

Interessant, wozu der Gummifaden? Reduziert das nicht den Selbsthak-Effekt?

Gruss, Stäfner
Zeit ist Fisch!
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Kangooroo
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von Kangooroo »

Hallo zusammen

Mein Kollege und ich fischen sehr oft vom Ufer auf Felchen. Als Beifang sind oft Eglis dabei und seltener Schwalen. Wir werfen fast ausnahmslos mit 40g Blei, ob Felchenzapfen, mit U-Pose oder ohne Schwimmer. Natürlich musst du dann entsprechende Hegenen kaufen. Mir auf jeden Fall hat es noch wirklich nie eine Hegene verrissen, ausser wenn mal der Bügel an der Rolle noch zu war. :oops:

Aber wie BadAss schreibt, lange Ruten mit feiner Spitze sind ein Muss. Daher eignen sich am besten Feederruten. Ich sehe aber auch oft andere Fischer mit kürzeren Allround-Ruten. Wenn dann ein grosses Exemplar einsteigt ... tja Tschüss! Der schlitzt sich wieder aus.

Ich habe gerade letzte Woche vermutlich einen Egli verloren. Er machte ziemlich Druck. Die Bremse war zu hart eingestellt. Kurz vor dem Ufer dann Bäm ... weg war er! Gerade bei den grösseren Fischen muss man sehr vorsichtig vorgehen beim Hegenen.

Liebe Grüsse
Kangooroo
«Wo kämen wir hin, wenn jeder sagte, 'Wo kämen wir hin?' Und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.»
Kurt Marti, Schweizer Schriftsteller und Pfarrer, 1921 - 2017
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fisherofmen
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Re: Felchenfischen früher

Beitrag von fisherofmen »

Stäfner hat geschrieben: Sa 15. Jun 2024, 12:28 Interessant, wozu der Gummifaden? Reduziert das nicht den Selbsthak-Effekt?
Gruss, Stäfner
Den Trick habe ich von Felchenfreak bekommen, also Markus welcher mir das Boot verkauft hat. Ich habe bis jetzt keinen negativen Effekt festgestellt.
fisherofmen
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