Fliegenfischen vs. Spinnfischen

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Gufi

Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Gufi » Sa 17. Mär 2018, 18:40

Gestern war ich zur Eröffnung an meinem Hausgewässer.
Kaum angekommen wurde ich von einem Fliegenfischer schräg angequatscht von wegen das eine Petition im Gange sei, die uns Spinnfischer das angeln in Fliessgewässern verbieten soll.
Denn die „humanste“ Art des angelns sei nur das müggele!
Irgenwie kamen wir auch auf C&R zu sprechen und offensichtlich war er ein überzeugter Anhänger davon.
Nun stellt sich mir eine Frage:
Wenn ich C&R betreibe geh ich ja nur noch fischen um zu fangen, drillen und wieder frei zu lassen. Was hat das mit „human“ zu tun?
Und warum halten sich Fliegenfischer oftmals für tierfreundlichere Angler?
Würde mich interressieren was ihr darüber denkt.

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tom66
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von tom66 » Sa 17. Mär 2018, 18:49

Dem hätte ich was erzählt, ich suche beim Fischen Entspannung und Ruhe und keine Grundsatzdiskussionen.
Fisch Du ruhig so weiter, solange Du dich an die Gesetze hälst ist das vollkommen in Ordnung. Wäre etwa das Gleiche, wenn mich so ein Oeko Fundi anquatscht, was ich mir denke, wenn ich mit meinem 911er eine Ausfahrt mache. Da werde ich so richtig wuschig.

LG

Tom

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Andreas
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Andreas » Sa 17. Mär 2018, 20:36

Solchen Militanten begegnet man immer mal wieder, aus allen Kreisen.
Göschenen - Airolo
Noch zum Thema, ich kenne Spinnfischer die fischen schonender als viele Fliegenfischer die ich sehe und auch umgekehrt.
Ich persönlich kann beim Spinnfischen viel selektiver auf die massigen fischen als beim müggele, da stresse ich viel mehr Untermassige.

Lg

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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Avi » Sa 17. Mär 2018, 21:23

Ich finde, es sollte doch jeder fischen, wie er möchte, solange auf das andrücken der Widerhaken etc. geachtet wird...
Zuletzt geändert von Avi am Sa 17. Mär 2018, 22:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Silure » Sa 17. Mär 2018, 21:57

Irgendwelche Querdenker wird es immer geben . Doch für was haben wir den Gesetze in unserem Land . Es hat alles seine pro und kontra Seite , aber wichtiger ist doch , der respecktvolle Umgang mit Tier und Natur , sei es nun mit der Fliegen oder Spinnrute etc.

Gruess Silure
Sein oder nicht sein , ist eine Frage der Einstellung 8) .

Gruess Silure

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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Marko95 » So 18. Mär 2018, 11:18

Solange die Gesetzte eingehalten werden und mann sorge zum Tier und der Natur hält, kann doch jeder fischen wie er will. Idioten gibts überall aber leider müssen auch sie leben. Wurde mir mal gesagt als ich mich auch mal aufgeregt habe über so einen Spezialisten.


Lg

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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Bad Ass Fisherman » So 18. Mär 2018, 16:37

Avi hat geschrieben:
Sa 17. Mär 2018, 21:23
Ich finde, es sollte doch jeder fischen, wie er möchte, solange auf das andrücken der Widerhaken etc. geachtet wird...
Danke für deine Antwort!!

Ich sehe es auch so.
Und solange die Gestze nichts anderes sagen darf man ja auch so fischen wie es Geschrieben steht.
Wenn die Petition greift ist es halt so..

Fliegenfischen ist schon sehr schonend aber...
Viele waten im Wasser, was der Insektenwelt und den Jungfischen garn nicht gut bekommt... Vor allem den geliebten Forellen... Das sollten sie sich mal bewusst werden.. Waten sollte man erst ab ca. Juni dürfen meiner Meinung nach.

Meinungsverschiedenheiten wirst du immer wider antreffen am Wasser...
Locker nehmen und weiter oben oder unten weiter fischen..
Jeder hat ja das gefühl er macht es auf seine weise richtig.
Mfg
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!!

Gufi

Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Gufi » So 18. Mär 2018, 19:26

Danke für eure Antworten!
Das bestätigt meine Einstellung.
Darum haben alle meine Meps Einzelhaken und bin der Meinung, dass es somit egal ist ob Fliege oder Spinnköder.
Haken im Maul ist Haken im Maul.
Für den Fisch bedeutet es Stress und wenn man das nur so zum Spass tut um ihn dann wieder freizulassen finde ich es irgendwie Anstössig.
Ich für meinen Teil hatte jedenfalls trotzdem einen schönen Tag am Wasser.
:thx:

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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Mo 19. Mär 2018, 07:23

Siehst du.
Meps und Einzelhaken findi ich jetzt wider nicht ok.
Kommt aber immer aufs Gewässer an.
Viel Strömung ist der Ausschlitzgrund nr.1 bei Einzelhaken.

Ist aber Egal... Sind ja ansichts Sachen..

Fische ist und bleibt eines der friedlichsten Hobbys die man haben kann.
Mfg
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Swordfish » Mo 19. Mär 2018, 08:49

Hallo Gufi

Kann mich da nur der Meinung aller anschliessen:
1. Reines C&R ist in der Schweiz per se nicht erlaubt. Wie wir alle wissen, ist das ein kontroverses Thema und je länger du schon angelst, desto eher wirst du auch bereit sein mal einen Kapitalen wieder schwimmen zu lassen. Aber da scheints dein Fliegenfischer-'Kollege' schon mal nicht so ernst zu nehmen.
2. Welche Methode nun die effektivere, schonendere, professionellere, ästhetischere,... ist, kann ebenfalls nie abschliessend geklärt werden. Auch das ist Ansischtssache und darf gerne diskutiert werden - aber niemals diktiert.
3. Solange du dich ans Gesetz hälst, darfst du auch am letzten Tag vor der Gesetzesänderung noch Spinnfischen. Alles andere ist Ermessensspielraum und die eigene Moral.

Happy fishing! Lass dir von Miesepetern die Fischerei nicht verderben :)

Tight lines,
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Beat » Mi 21. Mär 2018, 16:22

Ich finde es immer witzig, wie sich gewisse Fly-Fi ins Zeugs legen von wegen schonender Fischerei - das mag zwar stimmen. Wenn ich diese dann aber im spät Herbst auf Äschenpirsch mit den Wathose bis zur Hüfte im Wasser auf Kiesbänken sehe, dann frage ich mich teilweise schon was die sich überlegen.... :lol:

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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Do 22. Mär 2018, 07:05

Beat hat geschrieben:
Mi 21. Mär 2018, 16:22
Ich finde es immer witzig, wie sich gewisse Fly-Fi ins Zeugs legen von wegen schonender Fischerei - das mag zwar stimmen. Wenn ich diese dann aber im spät Herbst auf Äschenpirsch mit den Wathose bis zur Hüfte im Wasser auf Kiesbänken sehe, dann frage ich mich teilweise schon was die sich überlegen.... :lol:
Danke, dass sehe ich genau so!!

Bei uns(Glatt204) wird jetzt auch ein Watverbot vom 1.10-31.5 durch gesetzt. Da wir die Laichplätze schonen wollen.
Die meisten wissen ja nicht mal wie sowas aussieht.
Evt. Dehnen wir das auch noch aus da die Weissfische ja nur bei passender Temperatur laichen können.
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von til » Do 22. Mär 2018, 09:22

Also ich glaube Fliegenfischen ist schon etwas schonender für den Fisch, wegen der kleineren Hakengrösse und dem geringeren Ködergewicht. Man kann sich dem beim Spinnfischen aber annähern, vor allem in dem man grosse Einzelhaken meidet.
Für mich ist Fliegenfischen aber nichts, Spinnfischen macht mir einfach viel mehr Spass. Dieses Rumgewedle finde ich irgendwie doof und dann diese lose Schnur überall...

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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von Swordfish » Do 22. Mär 2018, 10:01

til hat geschrieben:
Do 22. Mär 2018, 09:22
Also ich glaube Fliegenfischen ist schon etwas schonender für den Fisch, wegen der kleineren Hakengrösse und dem geringeren Ködergewicht. Man kann sich dem beim Spinnfischen aber annähern, vor allem in dem man grosse Einzelhaken meidet.
Ohne die ganze Diskussion erneut starten zu wollen, ob Fliegenfischen nun schonender ist oder nicht (mittlerweilen fast so müssig wie C&R Diskussion), liegen die Gründe definitiv nicht in der kleineren Hakengrösse oder dem geringeren Ködergewicht. Ein kleiner Haken und kleinere Köder (geringeres Gewicht) können und werden logischerweise einfacher geschluckt. Und ob ein Hakenpiercing nun 0.1mm dick ist oder 2mm spielt für den Fisch auch keine Rolle. Aus diesen Gründen wähle ich meine Haken und Köder auch immer so gross wie nötig um möglichst selektiv fischen zu können.

Gründe die fürs Fliegenfischen sprechen sind eher der direkte Kontakt zur Fliege und damit verbunden die kleinere Gefahr, dass Köder tief geschluckt werden, die weichere Rute, Landen des Fisches im Wasser, releasen kleiner Fische 'ohne Berührung', etc. Meiner Meinung nach liegts aber auch oft daran, dass Viele erst nach x Jahren am Wasser mit dem Fliegenfischen starten und somit bereits einen geschulten Umgang mit dem Fisch mitbringen. Denn viel wichtiger als die Diskussion um Köder, Hakengrösse, Art des Fischens, etc ist der Faktor Mensch. Mir kommt das Grauen wenn ich gewissen Fischern zusehe wie sie ihre Fische drillen, im Plastikeimer lagern, mitm Tuch festhalten zum abhaken, an Land schleudern,the list goes on...! Dagegen ist für den Fisch der Drill das wahre Vergnügen - egal ob mit Fliegen- oder Spinnrute.
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Re: Fliegenfischen vs. Spinnfischen

Beitrag von zuma » Do 22. Mär 2018, 10:58

Hier noch mein Senf dazu:

Einige oben erwähnten Sachen stimmen (v.a. das letzte Posting von Swordfish hat einige richtige Aussagen) - was aber in dieser Diskussion grundsätzlich vergessen wurde ist die Tatsache, wie ein Fisch frisst. Es ist ein riesiger Unterschied, ob ein Fisch räuberisch tätig ist, oder ob er Insekten frisst! Bei einem Raubfischköder (und da ist es unerheblich ob er mit Spinnrute oder Fliegenrute präsentiert wird), ist die Gefahr tausendmal grösser, dass dieser tief erwischt wird, als bei einem künstlichen Insektenköder. Versucht mal eine Trockenfliege von der Wasseroberfläche zu "fangen" - dieser Versuch wird verdeutlichen, dass es eine bestimmte, sanfte Technik braucht, um die Fliege zu erwischen. Das geht nicht nur uns so, sondern auch dem Fisch.
Wenn also das Fliegenfischen so praktiziert wird, wie es eigentlich gedacht und erfunden worden ist, dann ist Fliegenfischen wirklich um ein mehrfaches schonender (von der Technik her, wie oben beschrieben) als sämtliche anderen Angelmethoden! Die entsprechenden Studien sind seit mehr als einem Jahrzehnt bekannt! Sterblichkeitsrate widerhakenlose Trockenfliege < 1%, Spinnköder (hierzu zählt auch ein Woolybugger an der Fliegenrute!!!) Sterblichkeitsrate 10-20% und Naturköder zwischen 30 und 40%!
An alle Spinn- und Naturköderfischer, welche jetzt aufschreien und sagen, dass bei ihnen persönlich die Sterblichkeitsrate niemals so hoch sei, haben Recht! Dank ihrer Erfahrung sind sie in der Lage, die Sterblichkeitsrate tiefer zu halten - bis sie diese Erfahrung jedoch erlangt haben, bezahlten die Fische dies mit der entsprechend hohen Sterblichkeitsrate. Die obige Aussage bezieht sich eben nicht nur auf erfahrene Fischer, sondern auf Alle!
Ich bin überzeugt, dass gerade die Fangmethode in gewissen sensiblen (v.a. Forellengewässern) einen messbaren Einfluss auf den gesunden Fischbestand hat!
Habe fertig..... vorerst!
Gruss Kurt
Gruss Kurt

(Bambus-&Trockenfliegenpurist)

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