Ausstieg aus der Atomkraft

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pegasus72
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Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von pegasus72 » Di 2. Apr 2013, 09:44

Beitrag wurde hier abgetrennt viewtopic.php?f=4&t=15989 wird so übersichtlicher / Edit by Felchenfischer


was regt ihr euch so auf ?

Mit dem geplanten Ausstieg aus der Atomkraft, werden wir uns mit solchen Vorfällen immer mehr vertraut machen müssen, so hässlich sie auch sind.

Solche Ereignisse sind der Preis für "saubere Energie". Auch die Konsequenzen für die Kraftwerksbetreiber werden sich sicherlich in Grenzen halten, da diese Betreiber ja dafür sorgen, dass wir "saubere Energie" bekommen. Dazu bekommen sie vom Volk, also uns, auch jeweils grünes Licht für weitere Ausbauten, Staumauer-Erhöhungen usw. Wenn der Schrei nach "erneuerbarer Energie" so weiter geht wie bisher, werden auch die Restwassermengen in naher Zukunft offizell purzeln um dem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen.

Man kann nicht alles haben - entweder das eine oder das andere Übel.

Stromsparen ist auch keine Lösung - unsere Gesellschaft entwickelt sich genau in die andere Richtung. Stormsparen zu fordern ist etwa die gleiche Utopie wie zu fordern, dass wir naturnahe Gewässer haben wollen. Solche Forderungen sind nur Schönfärberei und der Versuch uns selbst ein gutes Gewissen zu geben. Die Fischer- und Naturschutz-Lobby ist viel zu klein, um gegen den gewaltigen Hunger an Strom der gesamten Bevölkerung anzukommen. Zuerst will mal jeder sein Iphone geladen haben, bevor er über den Naturschutz nachdenkt - so einfach ist das leider.

Sorry, aber die Zukunft ist weit düsterer als so manch einer denkt (da nützt auch keine LED-Lampe zur Erleuchtung...)

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Flümi
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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von Flümi » Di 2. Apr 2013, 13:18

Stromproduktion aus Wind und Sonne sind durchaus eine gute Alternative zu Kohle, Atom und was auch immer, da sie sich gut ergänzen. wenn die Sonne nicht viel scheint, gibts mehr Wind und wenns mehr windet, scheint weniger Sonne. Falls dann jemand meint, dass Windkraftwerke Vögel töten, dann sollen sie all die herumstreunenden, Besitzerlosen Katzen sterilisieren lassen. die fressen nämlich Millionen Vögel pro Jahr in Deutschland (hat glaubs über 100'000 herrenlose Streuner in Deutschland ... oder war das in den USA?).

Und Strom sparen kann man durchaus. hab zwar keine Zahlen zur Hand, aber wenn man in der ganzen Schweiz sämtliche Strassenbeleuchtungen durch moderne LED-Lampen ersetzen würde (und zwar solche mit angenehmer Lichttemperatur)und die Helligkeit zusätzlich auch noch dynamisch durch Aktivität/Bewegungsmelder regelt (Regeln, NICHT Abschalten), dann ist ein riesiges Sparpotenzial vorhanden. klar, wenn man in allen Haushalten Glühbirnen durch Stromsparlampen und LED ersetzen würde, würde nicht nur Strom gespart werden, sondern ein Teil der Ersparnis wird wieder mehr in die Heizkosten gesteckt, da die LEDs kaum Wärme abgeben. wobei .... Stromsparlampen sollte man eigentlich auch verbieten. zumindest die, die beim kaputtgehen Quecksilber freisetzen und der Gesundheit der ahnungslosen Bevölkerung schaden (oder wer wusste, dass man sofort das Fenster aufmachen sollte, wenn so eine auf den Boden fällt?).
Gruss, Stefan
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Habster

Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von Habster » Di 2. Apr 2013, 13:36

Die Fischer- und Naturschutz-Lobby ist viel zu klein,...
Ja, wir haben in unserem Land keinen Wirtschaftszweig in dessen Interesse es ist gesunde und fischreiche Gewässer zu haben und zu erhalten. In Ländern die
die Fischerei auch touristisch Nutzen gibt es immerhin eine Lobby, die sich gegen die kapitalistischen Stromkonzerne zu wehren weiss...
Ausserdem ist die Stromproduktion der Konzerne in der Schweiz ja nicht nur eine Versorgung der Bevölkerung mit Strom, sondern ein riesen export
Geschäft. Ein grossteil des hier produzierten Stroms sieht niemals eine schweizer Steckdose....

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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von Flümi » Di 2. Apr 2013, 14:00

naja, seitdem die Deutschen den Solarstrom so extrem gepusht haben, sind die Zeiten auch nicht mehr so rosig für den früher begehrten, Schweizer Spitzenstrom am Mittag aus den Wasserspeichern. die haben schon so viel Solarstrom, dass sie manchmal bei schönem Wetter den Strom nicht mehr verkaufen können und gratis abgeben müssen.

*edit*
oh, ich sehe grad, dass man wieder das halbjährliche Spiel mit der Sommerzeitumstellung in den eigenen Settings machen muss :mrgreen:
Gruss, Stefan
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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von pegasus72 » Di 2. Apr 2013, 15:28

@Flümi:
Ich geb Dir bei all dem vielen, was Du schreibst, komplett recht (Ok, den Zusammenhang zwischen Atomstrom und den Singvögeln ist für meiner einer schwierig nach zu vollziehen, aber wohl ist da auch was dran).

Aber Deine Worte spiegeln genau das wieder, wie die Situation ist:

Jeder weiss, wie man es besser machen könnte, doch keiner tut was, resp. kann was tun. Alles nur Schönrednerei in Form von moralischer Anprangerung von Stromkonzernen, die rücksichtslos unsere Gewässer ausnutzen. Und damit ist dann das Thema gegessen, weil jeder sowieso weiss, dass man dagegen nicht ankommt.

Was ich sagen will: es wird in Zukunft nicht besser, nein es wird schlimmer. Wir haben uns in der Schweiz dafür entscheiden, die Wasserkraft u.A. als Ersatz für den Atomstrom zu nutzen. Somit werden wir unsere Gewässer, und neu auch die kleinsten Gewässer, dafür nutzen, unseren Strombedarf und den Strombedarf der Aktionäre der EW's zu decken. Ob das gut oder schlecht ist, will ich hier gar nicht mal diskutieren.

Ich bin der Meinung, dass wir uns einfach langsam an solche Katastrophen gewöhnen müssen und uns nicht mehr allzu stark darüber aufregen sollten,
dass solche Vorfälle in Zukunft vermehrt auftreten
dass unser Fischbestand noch stärker gefährdet wird, als er jetzt schon ist
dass unsere Vereinsarbeit oftmals einfach für die Katz ist
dass Verursacher solcher Katastrophen kaum zur Rechenschaft gezogen werden, und wenn, dann sehr milde

Denn die Stromproduktion mit Wasserkraft liegt in unser aller Interesse (gem. Bundesbeschluss) und somit haben wir diese Situation und Ungerechtigkeiten mehr oder weniger zu akzeptieren, resp. hinzunehmen.

Pit65

Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von Pit65 » Di 2. Apr 2013, 16:03

alternative Energiequellen ja! aber nur wenn es auch Energiequellen sind :x
- Solar in unseren Breitengraden, Energiebilanz neutral nach 6-8 Jahren! Energiequelle??
- Windkraft in unseren Breitengraden laut Aussagen von Windkrafttechnikern des TÜV, ein Lebenslanges Energiedefizit!! Energiequelle??

(sämtliche Energieeinträge ins Produkt eingerechnet: Herstellung, Transport, Montage, Wartung, Reparatur, Entsorgung,....)

Wie lange wollen wir uns noch was vormachen???

hanibal88

Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von hanibal88 » Di 2. Apr 2013, 17:02

Der Staat investiert jährlich Millionen in die Schweizer Banken, damit sie ihre "Bankgeheimnisse" behalten können.
Anstatt so zu investieren kenne ich einen Ganz anderen Bereich der ganz dringend Unterstüztung bräuchte.
Es ist wie bei diesen Strategiegames. Wer nicht in die Forschung investiert geht früher oder späer sowieso unter.

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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von astacus » Di 2. Apr 2013, 17:24

Pit65 hat geschrieben:alternative Energiequellen ja! aber nur wenn es auch Energiequellen sind :x
- Solar in unseren Breitengraden, Energiebilanz neutral nach 6-8 Jahren! Energiequelle??
- Windkraft in unseren Breitengraden laut Aussagen von Windkrafttechnikern des TÜV, ein Lebenslanges Energiedefizit!! Energiequelle??
bezüglich wind kenne ich mich zu wenig aus, bin da aber tendenziell eher kritsch, zumindest bei gewissen standorten.
die aussage zur solarenergie stimmt so aber nicht ganz. generell trifft die kritik erstens wohl eher die photovoltaik als die reine solarenergie, da letztere einen ungleich höheren wirkungsgrad hat und weitgehend unbestritten ist. aber selbst moderne photovoltaikanlagen haben die verbrauchte energie mittlerweile nach 3-4 jahren wieder produziert, was bei einer mittleren lebensdauer von gegen 30 jahren dann schon wieder besser tönt (früher rechnete man nur mit 20 jahren lebensdauer, diese wird aber meistens deutlich überschitten). eine moderne photovoltaikanlage produziert unterm strich also 10 mal so viel energie wie herstellung, entsorgung, etc. verbrauchen.
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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von Dural » Di 2. Apr 2013, 21:06

der atom ausstieg ist zu voreilig, wenn wir keine atom kraftwerke mehr in der schweiz haben werden wir atom strom importieren müssen, anders geht es nicht und davon bin ich überzeugt.

grün ist gegenüber dem konsumenten immer gut, sobald es ein paar rappen mehr kostet interessiert es 90% der menschen aber nicht mehr :roll:

troutstalker

Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von troutstalker » Di 2. Apr 2013, 23:36

Viel zu grosses Risiko von der Herstellung der Brennelemente, über die Energiegewinnung bis hin zur Endlagerung. Echt kein Bock darauf in den nächsten 10'000 Jahren mutierte Fische zu fangen!

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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von Flümi » Mi 3. Apr 2013, 01:10

naja, Strom ist einfach viel zu billig. Sparsamkeit geht wie viele tausend andere Sachen nur über die Schmerzgrenze bei den Kosten.

wenn ein Päckli Zigis 15 Stutz kosten, hören vielleicht wieder paar auf ... oder drehen selbst.
wenn Benzin 4 Stutz kostet, fährt man vielleicht nicht mehr wegen einem Brief oder einem einzelnen Einzahlungsschein zur Post.
wenn Strom 1.-/KWh kosten würde, würde man vielleicht häufiger mal den PC anders verwenden.

zumindest für mich ist der Strom viel zu billig. wenn ich mal meinen aktuellen Stromverbrauch jetzt gerade anschaue:
-Stube hat Licht ... auf beiden Seiten
-TV ist eingeschaltet, HDD-Recorder ist eingeschaltet und ich schaue etwas an, bzw wegen einem Telefongespräch und PC-Recherchen ist das Zeug auf "Pause", TV hat also Standbild
-Eingangsbereich hat Licht
-Treppe hat Licht
-Zimmer hat Licht
-WLAN läuft 24h/365d, obwohls vielleicht 10min/Tag verwendet wird
-PC lief schon den ganzen Tag (auch die eine Stunde, wo ich einkaufen war)
-im Betriebssystem (Win7) ist bei den Energieoptionen eingestellt: Höchstleistung. kein Standby, keine Festplatte darf sich ausschalten, CPU/Mainboard dürfen nicht in den Stromsparmodus und die Festplatten saufen um 160W im Idle, das ganze System säuft im Idle vielleicht 300W. nur der Bildschirm schaltet nach 30min in den Standby.

dabei bin ich heute alleine zuhause. Fazit? der Strom ist so billig, dass ich mir noch nicht mal einen Gedanken gemacht hab, bei jedem mal, wo ich die Stube oder ein Zimmer verlassen hab. ich liess jeweils alles so zurück, wie es grad eingeschaltet war.

jetzt mal ehrlich ... wer spart schon so richtig ernsthaft Strom?
-so mit ausgeklügeltem Heizmanagement, Zeitschaltuhr und Warm- und Kaltzonen im Haus?
-LED-Beleuchtung mit Abschaltung bei Bewegungslosigkeit?
-alle Geräte mit Schein-Aus (TV, Videorecorder, sämtliche Ladegeräte, Netzteile, Mikrowelle, ...) vom Strom nehmen, wenn sie nicht verwendet werden?
-Herdplatte und Ofen dann abstellen, bevor das Essen durch ist, um mit Restwärme fertigzuwerden?
-Alle Geräte (Kühlschrank, Tiefkühler) haben "Stromverbrauchsklasse" A irgendwas (dunkelgrün)?
-wer sammelt und recyclet penibel Alu, PET, Blech, Glas usw? das sind z.T. Materialien, die sehr sehr viel Energie verschwenden bei Neuproduktion anstelle von Wiederaufbereitung
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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von pegasus72 » Mi 3. Apr 2013, 12:37

Flümi, das ist doch viel zu einfach:
Du sagst es ja selbst: "was wäre wenn..."

Es ist aber nicht so !

Die Realität ist anders und wird sich auch nicht gross in die von Dir beschriebenen Wunschvorstellungen ändern. Zigaretten und Benzin sind hier weit am Thema vorbei.

Strom teuerer zu machen, legt die Wirtschaft lahm, resp. lässt sie schlimmsten Falls wieder auf fossile Brennstoffe wechseln (siehe Beispiele in DE/GB). Lässt man die Wirtschaft von Strompreiserhöhungen aus, resp. subventioniert sie, haben wir bald den gleichen Salat wie in Deutschland, wo die Betriebe extra viel Strom verbrauchen, um die Subventionen/Rabatte zu erhalten. Der Stromverbrauch steigt eher, als er zurück geht.

Den Strompreis zu erhöhen, bedeutet nur, dass zum Schluss der kleine Bürger in der Schweiz mehr bezahlen muss. Die Exportpreise des CH-Stroms würden sicher nicht erhöht, ansonsten wäre ja ein recht bestimmender Wirtschaftszweig in der Schweiz am Boden. Und das wissen diese Konzeren mit den Politikern zu verhindern, sei sicher.

Ich sehe deshalb absolut kein Zusammenhang zwischen einer Stromverteuerung und einer Entlastung unserer, von den Stromkonzernen gegeisselten Gewässern.

Ich vermute eher, es wird in folgende Richtung gehen:
Man verteuert die Fischereipatente - so können die Stürmi-Sieche von Fischern reduziert werden und die Machenschaften der Stromkonzerne und Kantonsregierungen interessieren zumindest eine Gruppe weniger. Das wäre viel einfacher und effektiver, als die von Dir beschriebenen Ideen.
Weiter wird die Besatzpolitik so geändert, dass man die Gewässer uninteressant macht, die Fischer umerzieht und ihnen mit "Qualität statt Quantität" verkauft, dass es halt so viel natürlicher sei (daneben baut man weiter ungehemmt sehr natürliche Wasserkraftwerke...). Die "Fleischfischer" sterben langsam aber sicher aus und die restlichen renitenten Fischer, welche ihr Hobby mit dem Ziel und der reellen Chance auf einen Mass-Fisch ausübten, werden alle zu Natur-Opportunisten und Gewässerbetrachter mit reinem Gewissen und finden das ganz toll. Ab und zu wundert sich einer warum es denn früher mehr Fische, Insekten und Fischer hatte. Interessiert aber keinen mehr, ist den Leuten egal. Hauptsache sie haben grünen Strom zu vernünftigem Preis und niemand muss Rechenschaft darüber ablegen, warum unsere Gewässer fischleer sind. Ähm sorry, Fischleer ist der falsche Ausdruck; richtig wäre: selbst reproduzierend.

Ich bin mir sicher, wir werden in 20 Jahren soweit sein. Es wird vielleicht nicht so einfach erkennbar sein, aber es wird unter dem Strich genau auf das rauskommen. Ups, mir fällt gerade auf, dass der Punkt mit der Besatzpolitik bereits ja heute schon angewendet wird - wie konnt ich nur ? Ich stelle fest, auch ich bin nicht ganz vor subtiler Infiltration gefeit.

(sorry, war jetzt ein bisschen zu überspitzt formuliert - man möge mir das verzeihen).

troutstalker

Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von troutstalker » Mi 3. Apr 2013, 13:42

Ist doch hervorragend Flümi. Du siehst eben wo bei dir Verbesserungspotenzial wäre, musst dich nur noch am Riemen reissen. Viele Menschen sind aber noch weit von deiner Sichtweise entfernt.

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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von astacus » Mi 3. Apr 2013, 14:19

@pegasus72:

was du zur zukunft der stromprodukton schreibst, mag sich möglicherweise so entwickeln, was aber nicht heisst, dass man das goutieren und widerstandslos hinnehmen muss. denn die zukunft ist veränderbar - wer das nicht glaubt, kann sich ja gleich die kugel geben. manche meinen zwar, wer visionen hat, solle zum arzt gehen. ich bin vom gegenteil überzeugt.


deine vermutung bezüglich patentpreisen und besatz kann ich aber nicht teilen. dass sich das so entwickelt, bräuchte es aber schon eine konzentrierte aktion, wozu aber zum glück nicht mal die strombranche fähig ist. die patentpreise bestimmen nicht die stromkonzerne, sondern behörden und politik, die durchaus auch anderen interessen- und wählergruppen hörig sind.

der besatz wird zum glück seit einigen jahren verstärkt nach wissenschaftlichen erkenntnissen getätigt. dass dies die gewässer generell uninteressant macht, glaube ich nicht (ausser vielleicht für die generation 60+, die egal wo immer nur bachforellen fangen will). die argumentation, dass uninteressante gewässer für die stromlobby gut seien, ist für mich nicht zu ende gedacht. es wäre für die konzerne weitaus attraktiver, mit einem massenbesatz die fischer ruhig zu stellen. erst mit dem verzicht auf gewisse besatzmassnahmen geht manchen fischern wohl ein licht auf, wie schlecht es um die gewässer steht, was für die stromlobby ja nicht gerade ein vorteil ist.
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Re: Ausstieg aus der Atomkraft

Beitrag von pegasus72 » Mi 3. Apr 2013, 16:33

@astacus
Wenn ich Bezug auf deine Fusszeile nehme, dann würde sie bei mir heissen:

Fischen hat was mit Fische fangen zu tun

so sind die Ansichten halt anders.

Bzgl. der Hörigkeit unserer Politiker, Wirtschaftsvertreter und Handlungsbevollmächtigten in den Kantonen kann ich leider dein Optimismus nicht teilen. Sicher gibt es etliche Stellen, die versuchen es anders zu machen. Doch zum Schluss regiert immer die Kohle. Egal ob das ein Zersiedlungsstop ist, wo dann via Ausnahmeregelung trotzdem weiter gebaut wird, ob das eine Gewässerinitiative oder gar ein Naturschutzgebiet ist, welche dann mit Sonderregelungen für EW's umgangen wird.

Und wie Eingangs erwähnt - falls sich dann jemand versündigt und die Gesetzte nicht einhält, dann sind die Konsequenzen lächerlich. Ist aber auch irgendwo verständlich, denn wer will schon einen lokalen Arbeitgeber mit Strafen in den Konkurs treiben und somit Wählerstimmen riskieren ? Dafür werden dann die Gesetze bei einem vergessenen Widerhaken oder vergessenem Kescher bei einer Privatperson umso härter durchgesetzt, damit das Gros der Wähler doch das Gefühl hat, dass es eine Rechtssicherheit in diesem Land gibt.

Wie Du sicher siehst, hätt ich da schon Visionen, wie es anderes und evtl. auch besser sein könnte. Doch die Entwicklung der letzten Jahre in unserer Politik ernüchtert schon unheimlich, und macht träge gegen Windmühlen anzurennen. Nein, ich bin nicht 60+ und ich bin auch kein Fleischfischer. Ich bin wohl nur etwas zu realistisch.

Zum Rest wo ich geschrieben habe, habe ich ja extra erwähnt, dass es überspitzt formuliert ist. Ich habe auch nirgends geschrieben, dass die Stromkonzeren die Patentpreise machen. Und die Patentpreise sind in den letzten Jahren auch nicht gestiegen - jedenfalls nicht auf ein Mass, dass 90% der Fischer abhält, sich eines zu lösen. Der Patentverkaufsrückgang, den wir die letzten Jahre hatten/haben, vermute ich eher auf schlechte Fangzahlen und zu strenge und undurchsichtige Gesetze (soll völlig wertfrei formuliert sein). Ich habe aber das Gefühl, dass der Trend in diese Richtung gehen wird und die Patentpreise in den nächsten Jahren steigen werden, jedenfalls wird die Diskussion dahin gehend geführt werden. Da bin ich mir ganz sicher.

Fazit: die Interessensgemeinschaft "Fischer" ist in der Schweiz dermassen schwach und unwichtig, dass wir Fischer es hinnehmen müssen, dass EW's gebaut werden, dass Restwassermengen nicht eingehalten werden, dass Gesetztesverstösse der EW's sehr lasch geahndet werden und dass wir, die eigentlich ein Auge für den Zustand unserer Hausgewässer hätten, unerwünscht und störend sind und uns zur Ausübung unseres Hobby immer mehr Steine in den Weg gelegt werden.

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