Aufgrund meiner doch eher mageren ü70er Seeforelle vom 1. Februar und dem Umstand, dass diese eine Hechtverletzung aufwies, kam ich doch kurzzeitig in Versuchung, das Anliegen zu unterstützen. Wäre doch gut, wenn sich die Hechte an die Daphnien halten könnten und dafür die Sefos verschonen würden......
Erstes Votum von unserer Bundesrätin D.L: "Ich habe sehr gerne Fisch, und es wäre mir deshalb sympathisch, wenn wir den Fischfangertrag in der Schweiz erhöhen könnten."
Das ist zum Glück nur der Anfang von ihren Aussagen. Schlussendlich votet sie gegen die Motion, uff, Glück gehabt, dass die Berufsfischer keine grosse Lobby in den Wandelhallen hat....
Rolandus hat geschrieben:
Ist ja spannend was der Motionär (schönes Wort Luginbühl sonst so alles einbringt zur Diskussion, besonders in Sachen Energiewirtschaft und Wasserkraftnutzung: http://www.parlament.ch/d/suche/seiten/ ... y=PER_3918_
Rolandus
gut gelesen??
Luginbühl: "Primär soll sich die zusätzliche Nutzung auf das Umfeld bestehender Wasserkraftanlagen konzentrieren, damit wertvolle Naturräume wie beispielsweise die Greina-Hochebene unangetastet bleiben. Als Kompensation dieser Nutzungsintensivierung und ihre Auswirkungen soll auf umstrittene Kleinkraftwerke in bisher unberührten Gebieten verzichtet werden."
Das schon, aber es gibt auch solche, die möchten den Ausbau der Grimselstauseen verhindern und da gibt es eine starke Energielobby zusammen mit der BKW, dazu gehört auch Luginbühl. Er sitzt ja im VR der KWO: http://www.grimselstrom.ch/info/grimsel ... onaere-vr/
Nehme nicht an, der Herr Luginbühl spräche bei BKW vor, sie möchten doch bitte Restwassermengen, Auslass im Winter, Rückhaltebecken etc. den Wünschen der Fischer anpassen.....
Und: Es kann auch nicht im Interesse der KWO (und wohl auch nicht der BKW) sein, wenn am Ende Gemeinden selbst kleinräumig Strom produzieren.
Verdienen tun die ja mit ihren Grossanlagen.
Der ehemalige RR-Kollege von Luginbühl, Urs Gasche, ist ja noch Präsident der BKW und so trifft man sich
Nun kommen auch erste Reaktionen, einiger Befürworter des Phosphatmanagements im Brienzersee.
Heute entnahm ich beispielsweise der aktuellen Ausgabe des Schweizerischen Fischerimagazines "Petri Heil", dass "Fischereiliche Anliegen" wie bezüglich Brienzersee-Phosphatprojekt im Bundeshaus wenig Unterstützung fänden und der Ständerat meine, es reiche, Fische im Laden zu kaufen. Dabei glaubt wohl die Zeitschrift, sie repräsentiere eine Meinung aller Fischer und ignoriert die Tatsache, dass ein ganz wesentlicher Teil der Fischer das Phosphatmanagement nicht unterstützte. Wie beispielsweise eine Umfrage in aller Deutlichkeit zeigte, waren viele Fischer skeptisch gegenüber einer Düngung des Sees und gar ein Grossteil gab sich klar als Gegner des Projekts aus. Auch viele mir bekannte einheimische Fischer, welche den See schon seit Jahrzehnten kennen, waren gegen das Projekt. Als (noch) Leser des Magazins komme ich mir bei solchen Reaktionen schon sehr bevormundet vor und ich empfinde es gar etwas arrogant, alle Fischer in den selben Topf zu schmeissen und mir vorschrieben zu lassen, welche Meinung dann der Schweizer Fischer zu vertreten hat. Immerhin zieht sich damit ein roter Faden durch die ganze Kampagne, welche mAn u.a. durch dieses Magazin verfälscht und äusserst unsachlich angegangen wurde.
Ebenfalls als schlechter Verlierer zeigte sich der BKFV, welcher den Gegnern und namentlich dem Parlament vorwirft, den See "totsanieren" zu wollen. Für mich äusserst unbegreiflich, dass man den Entscheid nicht etwas sachlicher hinnehmen kann und stattdessen weiter Unwahrheiten verbreitet.
Wir haben in Zukunft auch einige "wirklich" wichtigen Anliegen und anstatt mit falschen Angstmacherparolen rumzupoltern, erhoffe ich mir bei künftigen Verhandlungen und Diskussionen etwas mehr Sachlichkeit walten zu lassen!
Danke Pesche!
Kann Deine Worte nur unterstreichen! Auch ich bin "noch" Leser dieses Blattes - wenn's so weiter geht ganz sicher nicht mehr lange.
Es kann doch nicht sein, dass wir in der Naturbewirtschaftung auch noch landwirtschaftliche Denkweisen einfliessen lassen. Naturnahe Fischereiwirtschaft hat nun mal nichts mit Ackerbau zu tun!
die ansichten dieses "schweizer fischerblättchens" habe ich vor geraumer zeit an eigener haut zu fühlen gekriegt als ich eine sachlich/kritische meinung zu einem gedruckten artikel offen geschrieben habe. uiuiuiuiii, wurde ich gekanzelt!! aber sie sind weiterhin der meinung die gesamte schweizer fischerwelt zu vertreten.
die gedruckten artikel können übrigens in der mehrzahl um einiges früher schon in den grossen deutschen fachprintmedien schon gelesen werden.
ihr "Nährstoffexperten des Forums" vertretet nach eurem Massstab die Meinung der meisten hier.
Merkt ihr nicht dass niemand so richtig mitreden mag!
Wir im Bündnerland wären froh wieder ein paar Phosphätchen in unseren Gewässern zu haben.
Auf einem relativ natürlichen Mass oder etwas mehr.
Durch die perverse Wasserkraftnutzung wäscht es keine natürlichen Phosphate und weitere Nährstoffe mehr aus dem Gestein und den Wäldern.
Kein Bach fliesst ausserhalb einer Röhre zu Tal.
Du aus dem Bündnerland meldest dich ja wiedermal äusserst freundlich und ohne jegliche Seitenhiebe, freut mich sehr!
Den Brienzersee kannst du nicht mit deinen Gewässern im Bündnerland vergleichen. Es nähme mich aber derweil trotzdem wunder, weshalb du "ein paar Phosphätchen" wünschtest und in welchen Gewässern. Klär uns doch etwas darüber auf.
Auch wenn es unschön und teilweise sicherlich nicht im Sinne der Natur ist, erachte ich es nicht gerade als besonders weise, gleich die gesamte Wasserkraftnutzung pauschal als "pervers" zu bezeichnen. Es gibt mE sehr wohl einige berechtigte und verträgliche Wasserkraftprojekte, da muss man aber ganz klar jedes einzelne für sich betrachten und die Auswirkungen auf die Gewässerlandschaften unter die Lupe nehmen. Gefälle und grosse Wasserreserven bilden nun mal eine natürliche Ressource zur Stromgewinnung in der Schweiz und besonders auch im Bündnerland. Würdest du denn alternativ ein AKW bauen wollen bei euch oder möchtest du stattdessen auf die Nutzung von Strom verzichten?
Bin kein Experte auf diesem Gebiet und auch ich bin gegen eine "Düngung".
Was man im Brienzersee macht, "könnte" Einfluss auf alle Seen und Flüsse haben, die das Aarewasser vom Oberland durch diverse Kantone, Deutschland, Frankreich und die Niederlande bis in den Atlantik durchquert. Dass man für grösstmöglichen Ertrag bis an den Rand und drüber düngt, ohne Rücksicht auf alles hinterm Horizont, ist eher das Ding einer anderen Lobby.
Gruss, Stefan
Schlitzohr, Spassvogel, durchschnittlicher Allrounder und Märchentante