Filetiermesser gesucht

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Zon44
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Zon44 » Fr 3. Jun 2016, 08:51

>Was Dir an der bezeichnung INOX (rostfreier Chromstahl) zu ungenau ist weiss ich nicht.
Angeber mode = on

na ja, ich habe "Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" nur 2 semester, aber es war genug um den Unterschied zwischen
X46Cr13 / 1.4034 (für Messer nicht so top)
und
X50CrMoV15 / 1.4116 (nicht so schlecht)
zu merken.

Angeber mode = off

"Use Source, Luck!"
https://de.wikipedia.org/wiki/Messerstahl
"Typische rostfreie Messerstähle"

unsere Essmesser sind auch inox, aber der Stahl ist fast Knetenweich - zum Scharfen ungeeignet.

Schlammbarbe

Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Schlammbarbe » Sa 4. Jun 2016, 15:59

@Zon44

Und was heisst das für diejenigen (wie mich) die nicht 2 Semester Materialwissenschaft und Werkstofftechnik studierten.
Wie bekommst Du den genauen Legierungscode wenn der einte Hersteller Inox schreibt und der andere gehärteter Spezialstahl?
Studium? Metallbau.?
mfg,Schlammbarbe.

Schlammbarbe

Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Schlammbarbe » Sa 4. Jun 2016, 17:02

Zon44 hat geschrieben:.
Angeber mode = on
unsere Essmesser sind auch inox, aber der Stahl ist fast Knetenweich - zum Scharfen ungeeignet.
Nach meiner Erfahrungen wiederspricht sich das.
Hoffe der Admin streicht mir das Zitat nicht wieder raus, wie im Post obendran. Ausser er hätte mit mir (uns), in den 88 Jahren, der dazumals ersten Messerschmiede in der Schweiz die Faltstahl-Feuer-Geschweisste Messer von Hand schmiedeten gearbeitet.
mfg,Schlammbarbe.

Schlammbarbe

Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Schlammbarbe » Sa 4. Jun 2016, 20:11

Also wenn nicht abwägige Texte, von Postern innerhalb von einer Minute bearbeitet/abgeändert werden,
kommt mir nur ein Vogel in den Sinn.

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Allroundangler
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Allroundangler » So 5. Jun 2016, 08:54

Wow danke für die vielen Antworten
Hab mich jetzt für ein Messer von Rapala entschieden

wassermann
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von wassermann » So 5. Jun 2016, 15:15

Sehr gute Wahl

Schlammbarbe

Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Schlammbarbe » So 5. Jun 2016, 16:37

Gute Wahl. :v:
Soviel ich weiss werden die Rapala-Messer immer noch von Marttiini hergestellt. Mit dem bist Du gut unterwegs.

Wenn es mal was ganz feines sein soll, für zu Hause sind die von Slidedust erwähnten Messer natürlich oberste Sahne. Aber der weiss genau wie damit umzugehen ist. Es braucht wirklich hege und pflege und einen sorgsamen Umgang. Man schärft zwar viel weniger nach, aber wenn es wieder nötig wird braucht es eine längere Schleifzeit, weil sie so Hart sind. HRC ab 60.
Schlägt man an eine harte Kannte ist schon mal ein Stück der Schneide herausgebrochen, fallen sie zu Boden kann es auch ausbrüche geben..
gruss,Schlammbarbe. :D

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Zon44
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Zon44 » Mo 6. Jun 2016, 08:15

Wie bekommst Du den genauen Legierungscode wenn der einte Hersteller Inox schreibt und der andere gehärteter Spezialstahl?
genau das habe ich gemeint - wenn die Hersteller mir keine marke schreiben, habe ich weniger Vertrauen.
aber Zwilling schreibt es auch nicht, und das macht die nicht schlechter...

Schlammbarbe

Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Schlammbarbe » Mo 6. Jun 2016, 13:20

Hallo Zon44;
Der Hersteller ist die Marke, nicht der Stahl. Auch sozusagen, Rostfreier (Säurebeständiger) Stahl rostet noch während der Produktion, bis er Gepliesstet wird. Eine Art Feinpolitur die ihn verschliesst und Antibakteriell macht.
Das Patent für solchen Stahl meldete ca, 1910 die Firma KRUPP an, Die Yacht Germania war aus rostfreiem Stahl.
Aus der Firma Victoria AG in Ibach Schwyz, wurde 1921 Victorinox (Inox der Weltweite Begriff nicht rostender Stahl) 1931 wurde dort die erste vollelektrische Härterei in betrieb genommen.
Und da sind wir beim geheimnis. In der verschiedenen Warm-Abkühl-Schock-Anlaufen-Härten-Ölbäder u.s.w.
Das ist das Rezept des Kuchens, und der Bäcker verrät dir nicht jeden Trick.
Gibt da auch auf NTV eine kleine Dokumentation von GÜDE (Solingen) die Dir ungefähr zeigt wie das so abläuft.

Güde Messermanufaktur Solingen - Welt der Wunder - Film - You

@Zon44....X46Cr13 / 1.4034 (für Messer nicht so top)
Da hast Du Dein Studium wohl zu früh abgebrochen.
Corrodur 4034 wird für Schneidwerkzeuge in der
Lebensmittelindustrie, chirurgische Instrumente und für
Wälzlager eingesetzt. Und ist bis 55HRC sehr gut härtbar und sehr gut polierbar (Pliessen) für Küchenmesser sehr gut.

Das Feuerschweissen (Dammast) ist wieder eine eigene riesenwissenschaft wie das Angeln.
mfg,Petri Schlammbarbe.

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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von fisherofmen » Mo 6. Jun 2016, 14:55

Der Molybdän-Anteil eines hochvergüteten Stahls ist ebenfalls entscheidend, ob er nicht nur rostfrei, sondern auch noch säurebeständig ist...
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von slidedust » Di 7. Jun 2016, 11:55

Schlammbarbe hat geschrieben:Wenn es mal was ganz feines sein soll, für zu Hause sind die von Slidedust erwähnten Messer natürlich oberste Sahne. Aber der weiss genau wie damit umzugehen ist. Es braucht wirklich hege und pflege und einen sorgsamen Umgang. Man schärft zwar viel weniger nach, aber wenn es wieder nötig wird braucht es eine längere Schleifzeit, weil sie so Hart sind. HRC ab 60.
Schlägt man an eine harte Kannte ist schon mal ein Stück der Schneide herausgebrochen, fallen sie zu Boden kann es auch ausbrüche geben..
gruss,Schlammbarbe. :D
das siehst Du richtig und genau wegen der aufwändigeren Pflege und der Preise schrecken viele davon ab auf solche Messer umzusteigen. Wer aber mal mit einem auf ü-HRC60 gehärteten Messer arbeitet merkt schnell dass es ganz ein anderes Kochgefühl gibt. Man nimmt sich einfach Bewusst Zeit, auch zum schneiden halt...
Gruss Sandro

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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Zon44 » Do 9. Jun 2016, 09:03

Der Hersteller ist die Marke, nicht der Stahl.
sorry, ich meinte natürlich die Stahlsorte.
Das Patent für ... abläuft.
schon zu wissen, bringt fürs Thema aber wenig.
Da hast Du Dein Studium wohl zu früh abgebrochen.
klar, nur Promotion geschafft - aber man merkt - nicht in Werkstofftechnik.
Schneidwerkzeuge in der Lebensmittelindustrie, chirurgische Instrumente Wälzlager eingesetzt
Wälzlager und Filiermesser - klar, fast das gleiche, die gleiche Anforderungen, gleiche Arbeitsweise...

also, was ich sagen wollte - wenn mir der Hersteller (Marke)
die Stahlsorte und Rockwellhärte nicht gleich parat stellt,
habe ich einen zweifel,
wenn ich stumpfe messer kriege (marttiini, wakoli)
schicke ich die auch gleich zurück.

Schlammbarbe

Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Schlammbarbe » Mo 13. Jun 2016, 14:57

Zon44 hat geschrieben:wenn ich stumpfe messer kriege (marttiini, wakoli)
schicke ich die auch gleich zurück.
fisherofmen hat geschrieben:Der Molybdän-Anteil eines hochvergüteten Stahls ist ebenfalls entscheidend, ob er nicht nur rostfrei, sondern auch noch säurebeständig ist...
fisherofmen
Genau, Molybdän schützt gegen Chloride.

@Zon44, Genau, unscharfe Messer sollten die Qualitätskontrolle nicht bestehen. Und das tun sie auch bei Marttiini wie bei anderen Herstellern nicht. Lies mal Testberichte zu den Marttiini. Kategorie schärfe sind sie immer bei 95-97 Prozent bewertet. Kategorie Schnitthaltigkeit bei 70-75 Prozent. Klar kann man in einem Fischerforum mit ein paar Posts keinen zum Doktor Inox oder Doktor Stahl schulen. Das ist ein sehr komplexes Thema. Und die Geschichte fängt halt mal im 1912 an.
Noch zum Messerstahl der eigentlich mit 440A, B oder C ( Grundbezeichnet) wird. Der eignet sich sehr gut zur Industriellen Herstellung von Messern. Was auch auf jedes hier erwähnte Fabrikat zutrifft....Siehe Video.
Er ist einfach scharfzuhalten oder nachzuschärfen, was für ein Massenprodukt sehr wichtig ist. Es ist nicht jeder in der Lage Hochwertigere Messerstahle fachmännisch zu schleifen. Schon vom Equipment her nicht.
Ich möchte mich hier aber kurz fassen. Ein Messerschmied (Handschmiederei) verwendet sogut wie nie 440er Stahl sondern niedrig- oder unlegierten Carbonstahl.
Damast ist dann wieder eine andere Wissenschaft für sich.
Hast Du @Zon44 schon mal ein Messer geschmiedet und was für eine Promotion?

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Zon44
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von Zon44 » Mo 13. Jun 2016, 16:16

> Lies mal Testberichte zu den Marttiini.
ich habe ziemlich unscharfes Messer von Marttiini gekriegt - und er ging zurück. das gleiche bei wakoli.

>Hast Du @Zon44 schon mal ein Messer geschmiedet
nein. warum soll ich?

>und was für eine Promotion?
CNC SW, aber es ist schon ne weile her.

PS. wie gesagt - ohne Stahlsorte habe ich wenig Vertrauen (obwohl ich da kein Experte bin) und an unscharfes sowieso.

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laketrout
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Re: Filetiermesser gesucht

Beitrag von laketrout » Do 16. Jun 2016, 16:29

Ich muss was los werden zum Thema rostfrei.

Rostfreier, säurebeständiger Stahl rostet auch ohne spezielle Behandlung nicht.
Er wird jedoch auch nicht härtbar sein und daher nicht für ein Messer taugen.

Die als rostfrei bezeichneten, härtbaren Klingenstähle sind korrekt betrachtet nur rostträge. Denn unter entspr. Bedingungen mit Säuren und Salzwasser rosten die alle, früher oder später.
Ab 12-14% Chrom werden Stähle rostträge. Damit sie Härtbar sind brauchen sie noch mind 0.4% Kohlenstoff.
Wer sich für die Zusammensetzungen interessiert, es gibt da ein cooles APP, einfach im App-Store unter "Knife Steel" suchen.

Ein Geheimnis ist die Wärmebehandlung nicht, das kann u.a. im Internet oder im Stahlschlüssel nach geschlagen werden.
Der erwähnte 1.4034 ist unter den rostträgen Stählen eher unterer Durchschnitt was die erreichbare Härte und Schneidhaltigkeit anbelangt.
Er ist halt sehr günstig und rel. einfach in der Wärmebehandlung.
Die Massenhersteller setzen ihn häufig ein und härten ihn nicht bis ans Limit. Weil sie lieber verbogenen als gebrochenen Klingen in Kauf nehmen.
Der ebenfalls erwähnte 440C ist schon deutlich besser.

Ich mache Messer als Hobby (schmieden, härten, schleifen, Griffe, alles von A bis Z).
Für mich habe ich, zum ausprobieren, ein Filetiermesser gemacht aus einem absoluten Spitzenstahl (1.2562). Härte 64 HRC und dabei immer noch biegbar.
viewtopic.php?f=35&t=19360
Allerdings mit dem Nachteil, dass dieser Stahl eben nicht rostträge ist.
In den letzten Ferien in Irland, habe ich einmal vergessen das Messer nach Gebrauch zu trocknen und schon waren am nächsten Morgen Rostflecken vorhanden.
Hat halt alles Vor- und Nachteile. Werde nochmals etwas schleifen und polieren müssen.
Grüessli
Roland

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