Selbstgebauter Räucherofen vom Holzwurmkarl

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Helmut

Selbstgebauter Räucherofen vom Holzwurmkarl

Beitrag von Helmut » Di 30. Okt 2007, 15:54

Selbstgebauter Räucherofen aus Eichenholz



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Eine Beschreibung vom Karl, nochmals Besten Dank für die Erlaubnis die Beschreibung hier Einstellen zu können :up:

„Mmmmmh, sind die lecker!“ Das erste Mal dass meine Frau von einem Fisch der noch die Gräten hatte begeistert war. Bisher wurden bei uns zu Hause die Fische mit einem kleinen Tischräucherofen zubereitet. Am Weiher jedoch stand der große Räucherofen in dem bis zu 17 Forellen Platz hatten. „So etwas könnten wir doch bei uns auch aufstellen?!“ Der Gedanke daran einen Blechkasten neben unserer Grillhütte aufzustellen, noch dazu beim selbst gebauten Grill der aus einen alten Pflug entstand stellte mir alle Haare auf. Was also tun? Der Zufall half! Ich entdeckte bei meinem Holzhändler alte Eichenbohlen, die ich ihm mit der Aussicht auf ein paar leckere geräucherte Fische sehr günstig abschwatzen konnte. Die Idee war geboren. Ein Räucherofen aus Eichenholz. Zu Hause wurde ich für verrückt erklärt, doch die Planung war nicht mehr aufzuhalten.

Das erste Problem das es zu lösen galt war wie man das Holz bei den starken Temperaturschwankungen vor dem verziehen schützen konnte. Also ab ans Reißbrett und erst einmal die grobe Form und Größe aus dem zur Verfügung stehenden Holz erarbeitet. Es ergaben sich für die Kammer eine Höhe von 70cm und ein Querschnitt von 45 auf 50cm. Vom Schlosser lies ich mir zwei Stahlteile zusammen schweißen. Einer als einfache Aussteifung am oberen Rand und den anderen zur Aufnahme der Schublade wie des Tropfblechs.

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Nun ging es daran der Korpus zu bauen. Die Bohlen wurden grob abgelängt, abgerichtet und ausgehobelt. Um ein austreten des Rauchs zu verhindern wurde eine Nut eingefräst und mit Kompriband aus dem Bäckereibedarf gefüllt. So konnte auch kein Rauch mehr austreten falls das Holz noch schwindet. Da das Dach zum abnehmen sein sollte um auch im Ofen grillen zu können wurde auch in dieser Verbindung eine Nut mit Kompriband gefräst.

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Das abnehmbare Dach wurde ebenfalls auf diese Weise angefertigt. Nach ein paar Diskussionen mit meinem Spengler wie wir denn die Entlüftung und damit Regulierung des Rauchs und der Temperatur gestalten, haben wir uns (zu seinem Leidwesen) für einen Turm entschieden. Die Öffnung erhielt nochmals ein kleines Dach damit es optisch besser passte. An dieser Stelle sei der ganzen Spenglerei herzlich gedankt wie viel Geduld sie hatten und welche Mühe sie sich im Ausarbeiten der Details gegeben hat. Als Material wählten wir Kupfer da es bei schwankenden Temperaturen am unempfindlichsten ist. Außerdem sieht es fantastisch aus und gibt dem Ofen den letzten Kick.

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Nachdem ich das Dach und den Korpus wieder in meiner Werkstatt hatte ging es an die Detailplanung der Tür. Hier war zum einen das einarbeiten des Temperaturfühlers sowie der Schließriegel und die damit verbundene Dichtheit der Tür zu bewerkstelligen. Nach einigen Telefonaten wurde der Fühler mit einem temperaturbeständigen und nicht ausdünsten Kleber für die Heißkleberpistole eingeklebt. Der Riegel wurde etwas schräg gestaltet damit sich die Tür je weiter der Riegel nach unten geht ans Holz zieht. Die Scharniere wurden nach außen versetzt damit sich ein lückenloses Kompriband über Leisten an der Tür befestigen lies.

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Um genügend Luft an das Räucherholz kommen zu lassen musste der Ofen noch auf Beine gestellt werden. Diese wurden auf eine Platte geschraubt und von unten mit Rädern versehen damit sich der Ofen leicht verschieben lässt. Denn auch wenn es Eichenholz ist so will ich den Ofen nicht unbedingt im freien stehen lassen.

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Der Ofen wurde vor dem ersten Räuchern dreimal eingeheizt um alle Rückstände von Staub oder eventuellen Leimresten zu beseitigen. Gleichzeitig wurde bei diesem „Ausräuchern“ eine zweite Temperaturuhr ins Innere gehängt um zu sehen wie der Ofen „arbeitet“. An den unteren Kanten musste noch etwas mit Blech nachgebessert werden damit das Holz nicht zu sehr verrußt aber dann war er endlich fertig!

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Der erste Versuch wurde mit nur wenigen Fischen gemacht. Man weiß ja nie. Als Räucherholz und Räucherspäne wurde Buche gewählt da die Eiche doch einen sehr herben Geschmack gibt und der Ofen selbst noch einen zusätzlichen Geschmack abgab.

Die Spannung war groß als ich die Tür öffnete und mir die goldenen Saiblinge entgegen grinsten. Ich kann nur sagen: Jedes Gramm Fisch war die ganze Mühe wert!!!!

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Jänu

Beitrag von Jänu » Di 30. Okt 2007, 16:00

Hallo Helmut,

Vielen Dank fürs organiseren und einstellen des Berichtes und natürlich ein grosses Dankeschön an holzwurmkarl für das zur Verfügung stellen dieses Spitzenberichts!

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Beitrag von habakuk » Di 30. Okt 2007, 16:01

wow - ganz grosses kino!



da wär ich mit meinen bescheidenen skillz

komplett überfordert...

aber sollte mich je der heimwerker GW packen,

weiss ich zumindest schon was ich mir bauen würde!



dankeschön
Darf ein Vegetarier Schmetterlinge im Bauch haben?

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Beitrag von Rolf » Di 30. Okt 2007, 16:04

Dem Meister sei es gedankt :!:





super Sache so ein Räucheroffen, vielen Dank für den tollen Bericht und die Bilder :up:





@Helmut,



Thx für den Support :)
Gruss Rolf

Rettet die Würmer, fischt mit der Nymphe!

Helmut

Beitrag von Helmut » Di 30. Okt 2007, 16:06

Ich hab´s nur eingestellt, der Dank geht rein an Karl :!:

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Beitrag von Basler-Felchen-Pimper » Di 30. Okt 2007, 17:06

Lecker, die Saiblinge sehen ja richtig zum reinbeissen aus :chef:
Gruss Marco

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Beitrag von Mario » Di 30. Okt 2007, 17:46

Mega cool diesen Ofen



da versteht einer sein Handwerk in perfektion :!:



Danke Karl
Saluti

Mario

holzwurmkarl

Beitrag von holzwurmkarl » Di 30. Okt 2007, 18:20

Basler-Felchen-Pimper hat geschrieben:Lecker, die Saiblinge sehen ja richtig zum reinbeissen aus :chef:


Das stimmt!!!!

Und die Eiche gibt dem ganzen eine ganz besondere Geschmacksnote....

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Beitrag von bienne0 » Di 30. Okt 2007, 18:32

Danke an euch beide( Helmut u.Karl) dem ersteren für das Erstellen des Berichts und die fotografische Ausgestaltung, dem zweiten nen Morzdank für die geile Idee :!:

Sieht wirklich besser aus als die Blechmännchen :!:



Dickes Petri vom Bielermeer

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gonefishing
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Beitrag von gonefishing » Mi 31. Okt 2007, 00:14

Spitzenmässig!

Jetzt weiss ich auch warum der Karl Holzwurm heisst...



Gruss, Mattu

Reverend

Beitrag von Reverend » Mi 31. Okt 2007, 01:05

Weil er Zimmerer ist, Mattu...



Karl - jetzt wirst du vermutlich Aufträge von überall her kriegen.

(Ich beherrsche mich selber lieber - obwohl ich auch am Liebsten so einen edlen Eichenholzräucherofen hätte).



Klasse Idee - von einem Handwerksmeister, der sein Fach versteht, trefflich umgesetzt!



Und irgendwann, lieber Karl, müssen wir mal wieder gemeinsam auf die Fischpirsch gehen. War ein Mordsspaß mit Dir und Helmut am Schliersee vor einem Jahr!

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Beitrag von Martin » Mi 31. Okt 2007, 10:33

Danke Karl für den gigantischen Bericht, so macht das Werken spass.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

@di

Beitrag von @di » Mo 25. Feb 2008, 20:04

hey helmut der sieht ja verdammt gut aus!!! hab mir auch schon überlegt so einer als abschlussarbeit zu bauen. was ist das für holz?

Helmut

Beitrag von Helmut » Mo 25. Feb 2008, 20:06

@di hat geschrieben: was ist das für holz?
Eiche :wink:

@di

Beitrag von @di » Mo 25. Feb 2008, 20:11

danke für die antwort.

ich habe mithilfe deiner super anleitung drei Hegenenschwimmer nachgebaut, doch ich hab sie noch nicht ausprobiert

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