in letzter Zeit hatte ich bissl Zeit zum basteln und ich bin mehr oder weniger fertiggeworden.
Lack
Der oben erwähnte Lack von Askari ist der letzte Schrott ... das Zeug klebt noch nach 3 Tagen und ist in einer Woche erst ausgehärtet. Wobei ausgehärtet übertrieben ist, denn es wird nicht hart

(vielleicht lag das Zeug auch einfach 5 Jahre lang im Lager an der Sonne oder so). Als ich im WWW geschaut hab wegen dem Bricapon Zaponlack von Knuchel, fand ich heraus, dass es in Biel ja auch eine Filiale hat und ging vorbei (
http://www.colorama.ch ). Man hat mir jedoch für meinen Verwendungszweck vom Zaponlack abgeraten und mir stattdessen was anderes empfohlen (siehe weiter unten). ich hab mir dann das gekauft und ging zu
Marcel Bichsel, da diese Filiale in Biel grad 50m vis-à-vis vom Knuchel entfernt war. dort riet man mir dann ab, überhaupt etwas zu kaufen, da der 2-Komponenten-Lack, den sie hatten, vermutlich nicht so gut für Unterwasser und Abnutzung geeignet sei. lustig fand ich aber, dass an dem Samstag, wo ich war (10.12.2011), jemand vom Personal fragte, ob ich nicht am Freitag telefoniert hätte. als ich dies verneint hab, sagte er mir, dass eben am Freitag jemand telefoniert hätte und nach einem Lack genau für die gleiche Anwendung (Blinker mit überklebtem Perlmutt lackieren) gefragt hätte. war das einer von euch?
ich ging dann noch zu
Spiess Idea in Biel, erklärte mein Vorhaben dem Personal, zeigte wie bei den anderen Läden meinen mitgenommenen Blinker und bekam dann einen Zaponlack in einer Spraydose empfohlen. ich kaufte eine kleine davon für 9.90 und ging nachhause. als ich dann von beiden gekauften Varianten je einen Blinker testweise lackieren wollte, las ich das Kleingedruckte auf der Spraydose und musste feststellen, dass der Lack schädlich für Wasserorganismen ist. ich brachte die Spraydose zurück, ohne den Deckel überhaupt abgenommen zu haben und bekam anstandslos das Geld zurück. ich will ja schliesslich keine Wassertierchen durch abgerissene Blinker töten. hier also der Lack, den ich vom Knuchel/Colorama hatte:
dazu ist zu sagen, dass man vorzugsweise mit Spritzen die Komponenten dosiert und dass dieser Härter eine weniger schnell härtende Variante ist als den, den man normalerweise zum Lack dazuverkauft, wenn man professionell mit Spritzpistole grossflächig lackieren will.
Lackieren
wenn man zuhause paar Milliliter mischt und mit Pinsel aufträgt, ist das aufm Bild oben ganz gut. ich habe einfach jeweils vom Lack 4 ml mit Spritze herausgesaugt, in ein kleines Glas getan (so 20-50g Konfitüren-Gläser z.B.), die Spritze ganz gut äusserlich mit Papier abgeputzt (nur aussen!) und dann durch das kleine Loch vom Härter bissl mehr als 1ml herausgesaugt. wichtig ist, dass man die Spritze nur "füllt", damit nichts vom Lack in den Härter gelangt. wenn ich schon 4ml Lack im Gläschen hatte, hab ich dementsprechend genau 1ml Härter dazugetan, auch wenn ich 1,3ml herausgesaugt hab (man kann beim Füllen den Füllstand nicht erkennen). dann die Spritze in den Abfall (so ne Einwegspritze kostet nur um 2 Fränkli oder so), mit Rückseite vom Pinsel paar Minuten im Gläschen herumrühren und los gings. manchmal hab ich die Blinker an einem Nagel gehalten oder am Springring. wichtig ist einfach, dass man vor dem Bekleben mit Perlmutt die Blinker mit einem Lösungsmittel putzt und die Hände so gut wie möglich wäscht, damit die Perlmutt-Schicht nicht fettig wird.
vor dem Lackieren erscheint die Schicht eher matt. erst nach dem Lackieren kommt der Glanz drauf und der Perlmutt-Effekt richtig zur Geltung:

(klicken für grössere Ansicht)
Wobbler aufmotzen geht auch
wichtig ist bei Wobblern und dergleichen, dass man viel genauer arbeitet und eben zuerst Vorlagen aus einer Postkarte herausschneidet und diese an den Köder anpasst. bei den Wobblern habe ich jeweils 2 Stücke gemacht: ein vorne und hinten auslaufendes Stück für den Rücken und eins für die Seite, das man dann seitenverkehrt für beide Flanken benutzen konnte. je genauer man die Vorlagen macht, desto einfacher wirds beim Bekleben der Wobbler und man kann fast spaltfrei arbeiten. ein klein wenig kann man durch die Flexibilität der Perlmuttfolie die Patzer beim Schneiden der Vorlagen ausgleichen (was natürlich auch nicht einfach ist, da der Wobbler Dreidimensional ist, die Vorlage aus der Postkarte jedoch aber "Zweidimensional"). Die Wobbler habe ich mit Bindestock, Schraubstöckchen, Zange (mit starkem Klebeband zusammengeklebt) und einer Metallklammer festgehalten und trocknen lassen.
nach 20-30h konnte man, falls man wollte, die Rückseiten der Blinker lackieren (neue Portion Lack anrühren), wenn man dort auch was aufgeklebt hat. nach frühstens 3 Tagen kann man fischen gehen. die Endhärte ist nach max. 7 Tagen erreicht. es ist zwar nicht glashart, jedoch dafür flexibel und wird wohl nie abblättern.
ich hatte auch paar Blinker von Indilure, bei denen das Perlmutt am Rand abgehoben ist (die Perlmutt-Schicht auf diesen Blinkern ist viel dicker als von meinem selbstgekauften). bei denen habe ich mit Klammern und Sekundenkleber angeleimt und paar Tage später den Blinker überlackiert. die Lackschicht auf den Blinkern von Indilure ist vielleicht nur nen Drittel so dick wie von Hand lackiert. mit einem Pinselchen kann man übrigens auch den Schwachstellen - nämlich den Rändern - erhöhte Aufmerksamkeit schenken.
Schwarz: Blinker/Metall
Rot: Perlmuttschicht
Blau: Lack
Oben die gekaufte Variante mit der Schwachstelle am Rand, sowie unten mit Pinsel lackiert und der Rand der Permuttschicht hat eine auslaufende Lackschicht und damit auch keine Schwachstelle, wie ich finde.
und noch die Wobbler und paar Blinker in grosser Auflösung:

(klicken für grosse Ansicht)
... wobei noch zu erwähnen ist, dass beim grossen Pointer rechts nur paar Streifen drauf sind, die "Glow" sind. Glow = Nachleuchtend. hab extra nur wenig draufgetan, damit der Wobbler beim Fischen in der Dunkelheit nach dem Anleuchten mit Taschenlampe/Blitz nicht so extrem stark leuchtet und die Fische verscheucht ... zumindest in meiner Theorie
