Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beschreibungen von Flüssen und Flussabschnitten.
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Rolandus
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Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Rolandus » So 20. Okt 2019, 21:23

Jetzt hat die Aare unterhalb der Wehrs nach der Lorraine wieder sehr wenig Wasser. Ich liess es mir nicht nehmen, da ich sowieso zu wenig zum Fischen komme, zumindest schnell mit dem Velo von zu Hause nur 10 Min. da ein paar Würfe zu machen. Es war ein wunderschöner Spätnachmittag, nach dem das restliche Wochenende doch eher trübe daherkam. Ich landete eine -30 Äsche mit einer kleinen hellgelben Trockenfliege und dazu noch eine MIni-Forelle, die auch auf die Fliege steig. Beide Fische konnte ich noch im Wasser abhaken. Das macht Lust auf noch mehr.
Ich gehe eher selten an die Aare und müsste eigentlich mehr dahin gehen, da es so nahe von zu Hause ist, aber irgendwie hab ich den Fluss nicht im Griff.

Etwas erschrocken bin ich heute dort zwischen den Bereichen unter der Autobahnbrücke bis Ende der Kurve, weil ich überall weisse Fetzen an den Steinen sah. Erst dachte ich, es wäre Plastic. Da war die ganze Aare voll, alle 1m links und rechts, hingen diese Fetzen an den Steinen. Ich hab dann mal hingelangt und gemerkt, dass es wohl WC-Papier ist - wwäääähh :shock: :censored: :x: :nurse:
Dazwischen sah ich hier und da auch eine Binde und sonstiges gruusiges Zeugs. Bitte, weshalb so viel solches Zeugs in so grossen Mengen? Hat das sonst jemand noch beobachtet? Wurde da während dem Regen irgendwie die ganze Kanalisation direkt in die Aare entleert?
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von tom66 » Mo 21. Okt 2019, 08:56

Hallo Rolandus

Als ich vor 20 Jahren noch regelmässig ab dem Engehaldenstauwehr auf Aeschen fischte, sah ich auch zu dieser Zeit schon diese ekligen Binden und WC Papierreste.

LG

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danica
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von danica » Mo 21. Okt 2019, 10:35

Hallo zusammen

Ist leider fast nach jedem längeren Regen der etwas Hochwasser bringt so. Mann sollte meinen, dass dies in der heutigen Zeit in den Griff zu kriegen sein sollte. Da sieht man auch was alles die Toilette runter muss. Da sind Binden noch harmlos.... aber eine Sauerei ist es auf jeden Fall.

Gruss Philipp

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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Mo 21. Okt 2019, 11:18

Hoi Rolandus

Ja wie du gesehen hast wurde die Kanalisation überflutet..
Passiert bei meiner Glattstrecke fast jedesmal wenn es etwas fester regnet..

Es ist eine verdammte Sauerei das so etwas heute noch stattfindet.
Die Gemeinden interessiert das sehr wenig, wie Dübendorf ein super Beispiel darstellt.
Wir melden es fast Jährlich mit Beweisfotos.
Gemacht wird nichts.

Und das Awel??? Die machen auch nichts...
Kanton??? Interessiert es auch nicht...
Schön wie die Behörden sich alle drücken.

Ich kann nur sagen, Mittelfinger hoch für die Bananen..

Mfg BAF
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden!!

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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Rolandus » Mo 21. Okt 2019, 14:52

:book: :demo: :banned: :censored: :x: :lcop: :nurse: :nurse: :pirate: :pirate: :pirate: Es'gibt kein Mittelfinger Icon ;-)
Man findet ja auf Anhieb keine Stelle, wo man sowas melden kann. Deswegen haben heute vier Ämter gleichzeitig von mir einen Hinweis bekommen....

Bei unserem Ferienhäuschen in den Bergen macht man ein Risengeschrei, weil die in den 70er Jahren gebaute 3-Kammern Klärgrube nicht mehr den Auflagen entspreche und in der Aare wird der gesamte Abwasserkanal direkt in die Aare gleitet......
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Rolandus » Di 22. Okt 2019, 14:00

Ich hatte diverse Ämter angeschrieben (auch das FI, die hoffetnlich mitlesen).
Das kantonale Amt für Wasser und Abfall machte mir heute folgende Rückmeldung:
"Danke für Ihre Meldung, respektive Anfrage zu den von Ihnen gemachten Beobachtungen an der Aare vom letzten Sonntag. Wir können Ihnen dazu folgende Erklärung zu kommen lassen.

Die Stadt Bern ist grösstenteils im Mischsystem entwässert. Das heisst, das Regenwasser wird zusammen mit dem Schmutzwasser zur ARA Bern geführt. Bei Starkregen bzw. länger anhaltenden grossen Regen reicht die Kapazität der Kanalisationsrohre nicht aus (wenn die Kanalisation jederzeit alles Wasser abführen müsste, würden die Durchmesser viel zu gross) um die anfallende Wassermenge aufzunehmen. In diesem Fall wird an fest definierten Stellen mittels Regenüberläufen das Mischwasser (Regenwasser und Schmutzwasser) während einer beschränkten Zeit direkt in das Gewässer entlastet, damit es zu keinen Rückstaus im System kommt. Dabei kann es vorkommen, dass Feststoffe, die im Mischwasser mitgeführt werden, ebenfalls in das Gewässer gelangen. Im Rahmen der sogenannten generellen Entwässerungsplanung (GEP) ist man bestrebt, diese Entlastungen möglichst zu reduzieren. Zurzeit laufen sowohl in der Stadt Bern wie auch in der Region Bern entsprechende GEP. Daraus resultieren dann sicherlich auch Massnahmen, die dazu führen, dass solche Entlastungen minimiert werden. Die Realisierung der entsprechenden Projekte wird aber vermutlich noch einige Jahre dauern.

Wir hoffen mit dieser Antwort Ihre Fragen beantworten zu können, bedanken uns für Ihre Meldung und Ihr Interesse am Gewässerschutz."

  • Ich dachte, wir haben top sauberes Wasser: Es "gruuset" mich, da in Zukunft noch baden zu gehen, was eigentlich eine meiner Lieblingsbeschäftigungen im Sommer war.
  • Das nächste Mal mache ich Fotos und Filme und stelle diese den Medien zu, damit eine breitere Bevölkerungsschicht weiss, dass ihr Shit ab und zu in die Aare gelangt
  • Kann mich der Kanton mal definitiv, wenn er irgendwelche neue Bestimmungen macht, was unser minimales Abwässerchen im Ferienhäuschen betrifft.
  • Kann ich beruhigt das nächste Mal auch in die Aare scheissen, wenn ich grad mal muss und muss nicht mit Fischen aufhören und eine Beiz aufsuchen.
Grüsse aus der Scheiss-Region Bern :-)
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von danica » Di 22. Okt 2019, 16:24

Mit unserer neuen grünen Regierung sollte es nun doch nicht mehr Jahre dauern......oder?

Gruss Philipp

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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Swordfish » Di 22. Okt 2019, 17:08

Hoi Rolandus

Eine im wahrsten Sinne des Wortes dreckige Sache - aber leider nur schwer zu bekämpfen. Die einzige Möglichkeit die mir spontan in den Sinn kommt wäre eine strikte Trennung von Regen und Abwasser. Die aber auch wieder Probleme mit sich bringen würde.
Rolandus hat geschrieben:
Di 22. Okt 2019, 14:00
Kann ich beruhigt das nächste Mal auch in die Aare scheissen, wenn ich grad mal muss und muss nicht mit Fischen aufhören und eine Beiz aufsuchen.
Ich wurde mal von nem Polizisten 'gerügt' für heimliches Pinkeln in den Fluss. Bewaffnet mit dem jetzigen Wissen, würde ich ihm - zumindest gedanklich - ungeniert ans Bein seichen.
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Andreas » Di 22. Okt 2019, 18:33

Haupsache jedes Bisschen Regenwasser geht auch noch durch die Kanalisation. :up:
Damit man noch Abgaben für Moteowasser den Hausbesitzern einrechnen kann.

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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Andreas » Di 22. Okt 2019, 18:48

Ich würde den Sachverhalt mitsamt der Antwort bereits jetzt an die Medien weiterleiten.

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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Swordfish » Mi 23. Okt 2019, 08:40

Andreas hat geschrieben:
Di 22. Okt 2019, 18:48
Ich würde den Sachverhalt mitsamt der Antwort bereits jetzt an die Medien weiterleiten.
Solche Informationen sind öffentlich zugänglich auf den Webseiten der kantonalen Ämter für Umwelt. In zwei Minuten habe ich dieselben Infos auch für Luzern gefunden: https://uwe.lu.ch/themen/abwasser/siedl ... ngsanlagen

Mit einer breiten Veröffentlichung würde man wohl etwas Effekthascherei betreiben können. Doch ob sich deswegen mittelfristig was ändert? Ich denke nicht. Spannend finde ich allerdings, dass auf obiger Seite das Dokument mit den relevanten Inhalten und Strategien kostenpflichtig ist.
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von gmischol » Do 24. Okt 2019, 07:22

Vor gut drei Jahr mussten wir bei unserer Geschäftsliegenschaft die Oberflächen- und Abwasser trennen. Dh nur noch das Abwasser aus den Haushalten geht in die Kanalisation, das Oberflächenwasser wird direkt in die Gewässer geleitet. Ob das allerdings dann auch eine bessere Lösung ist, als das was in Bern geschieht, wage ich zu bezweifeln. Wegen mangelnder Kapazitäten in den ARAs, das war die Begründung der Gemeinde, wird somit aller Schmutz von Strassen etc direkt und ungereinigt in die Gewässer geleitet: Abrieb von Pneus, Oel- und andere Resten, im Winter inbesondere auch eine grosse Salzlast. Das ist für die Gewässer sicher nicht positiv und könnte vielen Fischen, insbesondere auch in kleinen Gewässern den Rest geben. Ich sehe fast etwas schwarz :(
Jeder Mann braucht etwas Verrücktheit oder er wagt es nie, das Seil zu durchtrennen und frei zu sein. Alexis Sorbas

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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Do 24. Okt 2019, 10:36

:lol: :lol: :lol:
Rolands, ich glaube das was du geantwortet bekommen hast dekt sich fast 1zu1 mit unseren Antworten....
Die haben da sicher ein Antwortformular am start :lol:


gmischol.
Bei dem von dir beschriebenen Szenario mit dem Abrieb und so von Strassen, müsste eigentlich vor dem Eintritt in ein Gewässer immer ein Sickerbecken oder Abscheidebecken anzutreffen sein.

Bei uns im Kant hat es sehr viele von denen gegeben in den letzten Jahren. Das sieht denn in etwa so aus wie ein kleines Naturschutzgebiet mit Teichen. Nur das es über Rohre gespeist wird. Und es halt verseuchte Wasser ist...

Mfg BAF
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Rolandus » Sa 26. Okt 2019, 10:27

Wir Menschen sind einfach Schweine, bzw. eigentlich ist es eine Beleidigung für die Schweine, denn diese sind bei Nichten so dreckig wie wir....
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Re: Aare Restwasserstrecke im Herbst

Beitrag von Rolandus » Mi 30. Okt 2019, 12:06

Hier noch Bilder vom letzten Wochenende. Da sah es schon weniger schlimm aus, da etliches Papier schon etwas braun geworden und auf den ersten Blick nicht sichtbar.

Bild
Toller Fang von etwas, das ein Feuchtüchlein gewesen sein könnte....

Bild
Papierfetzen, Feuchttüchlein, was weiss ich was alles, an Schwemmholz.

Mal was anderes, als die üblichen Fangfotos (die es natürlich nicht gab.....) :roll:
Zuletzt geändert von Rolandus am Mi 30. Okt 2019, 13:06, insgesamt 1-mal geändert.
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