Burgäschisee

Beschreibungen von Seen und Teichen.
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refe_1989

Re: Burgäschisee

Beitrag von refe_1989 » Mi 12. Feb 2014, 10:55

Hallo

Ich werde sicherlich mal auf Wels probieren.
Normalerweise Fische ich an der Aare rund um Wangen an der Aare auf Wels.( Ist übrigens ein super gebiet um ein Wels zu kriegen :D )
Wen du mal lust hast kannst du dich melden ich werde sicherlich ab April wider auf Wels fischen.
Doch der See sieht auch ziemlich interesanst aus. Hast du schonmal auf Wels geangelt am Burgäschisee?

Gruss Refe

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Wahoo
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Re: Burgäschisee

Beitrag von Wahoo » Fr 1. Jan 2016, 12:32

In Bezug auf die Karpfenfischerei am Äschisee kann ich folgendes beitragen: ich hatte heuer von Mai bis Oktober zwischen 25 und 30 Ansitzen am Äschisee wobei ich immer vom Ufer aus mit 2 Ruten gefischt habe. Davon war eine konsequent auf Karpfen ausgelegt mit Bolies in allen möglichen Farben, Grössen, Geschmacksvarianten und Montagearten, teilweise mit tagelangem Anfüttern an unterschiedlichen Stellen.
Ertrag des ganzen Aufwandes war: kein einziger Karpfen.
Beim Fischen mit Maden auf Grund hatte ich etwa 2 Meter vom Ufer weg im 0.5 Meter tiefem Wasser eine schöne Schleie nur wenige Minuten nach dem Ausbringen der Montage
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Das war allerdings auch schon das Friedfischhighlight der gesamten Saison. Als Grund für die frustrane Grundangelei kann ich auch gleich das nächste Beweisfoto zeigen
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von diesen Geräten hatte ich bei allen Ansitzen mehrere Exemplare am Haken. Spätestens nach 10 bis 15 Minuten wird einfach jeder Köder attackiert, Tauwurm, Dendros, Maden, Boilies, Mais, sogar Kunstmaden und Kunstmais wurde angenagt bzw sogar häufig vom Haar abmontiert. Nachts wirds noch schlimmer.

Habe auch mehrere Nächte am See verbracht wobei eine Rute auf Wels und eine wie schon erwähnt auf Karpfen ausgelegt war. Karpfen auch zur Nacht absolut keine Aktivität. Wels ging etwas mehr.
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Barsche wie auch von den anderen Usern bereits geschrieben hatte ich ebenfalls hauptsächlich zwischen 10 und 15 cm und zwei Hechte die ebenfalls weit unter 50 cm waren und somit alle released wurden.

Da ich aber weiterhin gerne auf Karpfen fische bin ich für Tipps bzgl. "Hotspots" am Äschisee dankbar. Das Südufer hab ich jedenfalls durch.

Schlammbarbe

Re: Burgäschisee

Beitrag von Schlammbarbe » Fr 1. Jan 2016, 13:46

Also zum "Krabbenangeln" Krebse, scheint es das Ideale Gewässer.
Sonnenbarsche und glaub ich Katzenwelse soll es auch haben.
Ev. lohnt sich mal eine Rute mit Posenmontage.
FRAGE:
Ist dort Nachtangeln und oder Tagelanges anfüttern erlaubt oder wird es einfach nur toleriert?

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Re: Burgäschisee

Beitrag von passionfisher » Fr 1. Jan 2016, 16:08

Kannst du evtl. auch was bzgl Krebsart sagen? Dürfen die entnommen werden? Wär ja dann vielleicht ne leckere Alternative zu Karpfen :chef:

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Re: Burgäschisee

Beitrag von astacus » Fr 1. Jan 2016, 17:52

Bei den Krebsen im Burgäschisee handelt es sich um Edelkrebse, eines der rund 4-5 verbliebenen Vorkommen im Kanton Solothurn. Sie dürfen natürlich nicht entnommen werden.

Sonnenbarsche gibts im See wie Sand am Meer, Katzenwelse hingegen keine. Gerüchte über Katzenwelse habe ich zwar auch schon gehört, aber es konnte noch keiner einen vorzeigen.

Nachtfischen war lange Zeit verboten, ist aber mittlerweile mit einem Zusatzpatent erlaubt.
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Re: Burgäschisee

Beitrag von Wahoo » Sa 2. Jan 2016, 22:28

Sonnenbarsche hats am ganzen Ufer entlang, allerdings kaum grösser als 5-7 cm. Bezüglich der Krebsarten kann ich sie nicht immer mit Sicherheit bestimmen, ich frage dann meistens einen der Locals dort und habe immer die gleiche Antwort bekommen: "das ist ein amerikanischer, gibt fast nur solche da drin". Die 3 einheimischen Krebsarten sind natürlich geschützt, aber andere dürfte man entnehmen.
Nachtangeln ist vom 15.6. bis 31.8. erlaubt mit Zusatzpatent (Welspatent).
Fischen mit toten oder lebenden Köfis, so stehts bei den Statuten der Pächter ist verboten, bezüglich des Anfütterns ist es wahrscheinlich nicht erlaubt da, wenn nicht separat vom Pächter erwähnt die kantonalen Gesetze gelten und die erlauben das Anfüttern zumindest im Kanton Bern (Südufer des Sees) nicht. Habe einmal persönlich beim Fischereiinspektorat angefragt bezüglich anfütterns und da wurde es mir so erklärt, sogar das Fischen mit Futter-/Madenkorb ist demzufolge nicht erlaubt. Jeder Karpfenfischer weiss aber auf der anderen Seite wie gut die Chancen auf einen Biss stehen, wenn man einen einzelnen Boilie in einem 21 Hektar grossen See versenkt.
Die Posenmontage im Mittelwasser und den oberen Schichten wird fast ausschliesslich von Rotfedern und Rotaugen genommen, ab und zu ein untermässiges Egli. Karpfen im Mittelwasser zu befischen kann ich persönlich nicht empfehlen und Pose auf Grund oder knapp drüber sind die Krebse sofort zur Stelle. Im schlimmsten Fall bedeutet es nächste Saison Zielfisch ändern, ausser der rettende Hinweis aus der Community kommt noch.

Bezüglich des angeblichen Bestandes im Äschisee blicke ich auch nicht ganz durch, in einer Petri Heil Ausgabe vom 2014 war ein Bericht über den See drin, da heisst es das unter anderem Brachsmen und Alet drind sind, neben den der ganzen "Vielzahl von Karpfen und Schleien" natürlich. Komisch ist nur das die Leute die dort teilweise seit Jahrzehnten fischen im Tenor sagen Brachsmen und Alet hats gar keine, Karpfen und Exoten wie Katzenwelse kennen selbst die auch nur vom Hörensagen.

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Re: Burgäschisee

Beitrag von astacus » So 3. Jan 2016, 19:34

Wahoo hat geschrieben:Bezüglich der Krebsarten kann ich sie nicht immer mit Sicherheit bestimmen, ich frage dann meistens einen der Locals dort und habe immer die gleiche Antwort bekommen: "das ist ein amerikanischer, gibt fast nur solche da drin". Die 3 einheimischen Krebsarten sind natürlich geschützt, aber andere dürfte man entnehmen.
Bei allem Respekt, aber wer das sagt, hat schlich und einfach keinen blassen Schimmer von der Materie. Der Krebs auf dem Bild ist ein lupenreiner Edelkrebs und kein Amerikaner und auch alle Fotos die ich von Tauchern zu Gesicht bekomme, zeigen Edelkrebse. Amerikanische Arten sind im Äschisee bisher nach meinen Infos nicht nachgewiesen, sonst wäre sehr schnell fertig mit den einheimischen Edelkrebsen und du könntest hier nicht solche Bilder zeigen.

Du darfst diese Worte den "Locals" - die zwar von dort kommen mögen, aber offenbar trotzdem keine Ahnung haben - das nächste mal gerne ausrichten :wink:


Zum Fischbestand:
Schleien hats wirklich viele drin. Aber über die in dem Petri-Heil-Bericht erwähnten Alet und Brachsmen musste ich auch schmunzeln. Mag sein, dass sie vorkommen, aber gesehen habe ich nie welche, auch nicht bei anderen Fischern. Und eben, von den Katzenwelsen ganz zu schweigen... (zum Glück!)
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Re: Burgäschisee

Beitrag von Wahoo » So 3. Jan 2016, 21:22

Merci für den Hinweis astacus. Ich dachte die Einheimischen haben viel kürzere Scheren. Wie unterscheidest du die Einheimischen von den anderen bzw. wie gelingt DIR die genaue Bestimmung? Diese drei schwarzweiss Bleistiftzeichungen aus dem Booklet zur Fischereiverordnung sind ja nicht besonders akkurat.

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Re: Burgäschisee

Beitrag von astacus » So 3. Jan 2016, 22:33

Mit etwas Erfahrung (ich betreibe seit ca. 8 Jahren ein Teil des Krebsmonitorings im Kanton SO) erkannt man die Arten sofort. Für interessierte Laien bietet sich ein dichothomer Bestimmungsschlüssel an (ist einfacher als es klingt :mrgreen: ). Einen besonders anschaulichen gibt es aus Deutschland, allerdings fehlt auf diesem der Dohlenkrebs, der für die westliche Schweiz sehr wichtig ist:

http://www.edelkrebsnrw.de/docs/bestimm ... lussel.pdf

Für die Schweiz gibts auch einen der IG DNF:

http://docs.igfischerei.ch/20111004_Kre ... IG_DNF.pdf
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Re: Burgäschisee

Beitrag von Wahoo » So 3. Jan 2016, 23:34

Geniale links, vor allem der zweite hilft sehr weiter. Den nächsten astacus werd ich mir dann mal genauer anschauen mit dem Hilfsmittel.
Jetzt wird mir übrigens auch dein nic klarer ;)

Also merci und schönen Abend noch.

Schlammbarbe

Re: Burgäschisee

Beitrag von Schlammbarbe » Di 5. Jan 2016, 16:32

astacus hat geschrieben:
Zum Fischbestand:
Schleien hats wirklich viele drin. Aber über die in dem Petri-Heil-Bericht erwähnten Alet und Brachsmen musste ich auch schmunzeln. Mag sein, dass sie vorkommen, aber gesehen habe ich nie welche, auch nicht bei anderen Fischern. Und eben, von den Katzenwelsen ganz zu schweigen)
Hallo astacus,
das mit den Katzenwels gerüchten, die kommen ja nicht von den Anglern. Früher war der Burgäschi oftmals ein
beliebter "Boxenstopp" auf unseren Biketouren. Heute wohne ich 10 Minuten davon entfernt.
Seit ich den See kenne ist auf der grossen Fisch- Artenbestandtafel auf dem Parkplatz der Katzenwels aufgeführt.

Bild

Ich glaub es nicht, :shock: es hat funktioniert mit dem Bid; Dank Supporting von Wahoo und Felchenfischer Rolf.
Freude herrscht und Merci.

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Re: Burgäschisee

Beitrag von astacus » Di 5. Jan 2016, 18:55

Ja stimmt, auf diesen Tafeln ist der Katzenwels auch aufgeführt. Schon als ich vor 20 Jahren im Kindesalter dort fischte, war der Katzenwels dort aufgeführt.

Dennoch glaube ich nicht an ein Vorkommen, sondern eher an eine Fehlbestimmung aus früherer Zeit. Eventuell wurden juvenile Tiere des heimischen Welses falsch bestimmt. Gäbe es Katzenwelse, hätten in all den Jahren bestimmt diverse Nachweise erbracht werden können, da die Art zur Massenvermehrung neigt und überaus leicht zu fangen ist.
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Schlammbarbe

Re: Burgäschisee

Beitrag von Schlammbarbe » Sa 9. Jan 2016, 15:22

astacus hat geschrieben:Ja stimmt, auf diesen Tafeln ist der Katzenwels auch aufgeführt.
Dennoch glaube ich nicht an ein Vorkommen,
Lustige Geschichte.
Jep, gibt keine drinn und hat es auch nie gegeben. Beim vorbeifahren mit Hr. Luterbacher Daniel gesprochen. Präsi.
Früher hatte der Verein Hechtbesatz von Frankreich. In diesem Befand sich ab und zu auch kleine Welse. normale.
Die Tafel wurde zur Herstellung dem damaligen Kurator von Solothurn in Auftrag gegeben. Als der einmal bei einem Besatz dabei war, sagte er; Schaut mal, Katzenwelse.
Die Mitglieder; Dir spinnts doch, das sind Welse.
Als die Tafel dann endlich angefertigt war mit zwei verschiedenen Welsarten darauf lugte der Verein nicht schlecht.
Wir haben doch keine Katzenwelse.
Der Kurator,: Jetzt habt ihr einen. :lol:
Die Kunst liegt wohl im Auge des Betrachters. :shock:

Achja, zu den Alet.
Die gabs da sie eine Zeitlang durch den Seebach von der Aare her aufsteigen konnten. Seit der Korrektur in den 90ern
verschwanden sie. Diejenigen im See konnten nicht Laichen und sich nicht vermehren.
Und ebe, Krebse hat es sehr viele. :chef:

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Re: Burgäschisee

Beitrag von Wahoo » So 10. Jan 2016, 18:10

Das ist tatsächlich eine lustige Geschichte, dass über Jahrzehnte ein Fischbestand kommuniziert wird der in dem See gar nicht existiert.
Drängt sich zB die Frage auf wie eigentlich für Artikel in Fischerzeitungen recherchiert wird. Mit den entsprechenden Leuten wurde ja offensichtlich nicht gesprochen.
Jedenfalls merci an Schlammbarbe für die erhellenden Einsichten.

Schlammbarbe

Re: Burgäschisee

Beitrag von Schlammbarbe » So 10. Jan 2016, 18:59

Wer sich auf Medien, Internet und Menschen verlässt,
der ist am Schluss wirklich verlassen. :|

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