Gerippte Köder

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til
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Gerippte Köder

Beitrag von til » Fr 18. Jul 2014, 08:52

Bei vielen neueren Gummiködern sieht man ja diese Rippen. Was mich auf eine oft vernachlässigte Eigenschaft von Kunstködern bringt: die "Oberflächenbeschaffenheit" um es mal so zu nennen. Viele Köder sind eigentlich mehr oder weniger glatt, aber einige nicht, und das sind nicht unbedingt die schlechtesten. Das fängt an bei Löffeln mit eingestanztem Schuppenmuster (Toby) oder gleich gehämmert(Mozzi) und auch bei manchen Wobblern ist die Oberfläche irgenwie "schuppig" gestaltet: z.B. Husky Jerk oder Wally Diver. Was mir des weiteren Auffällt: dermassen schuppige Köder scheinen in der Regel sehr fängig zu sein. Ob das nun am optischen Effekt liegt, oder eher (wie ich vermute) daran, dass sie sich auf der Seitenlinie der Fische besser "anfühlen" sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall glaube ich, dass es den Köder attraktiver macht.
Habt ihr das auch schon beobachtet?

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JJwizard
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Re: Gerippte Köder

Beitrag von JJwizard » Fr 18. Jul 2014, 13:10

Ich bin der Meinung, dass Köderrippungen überhaupt nicht und Köderfarben nur bedingt, einen fischereilichen Vorteil bringen. Ich denke hier wird wiederum eher der Fischer als der Fisch mit diesen Argumenten gefangen, so plausibel diese Verkaufsargumente für unseren menschlichen Verstand auch klingen mögen.

Das ganze lässt sich eigentlich hervorragend an Gewässern testen die einen natürlichen und nicht überfischten Fischbestand aufweisen. Dort nämlich macht kaum die Farbe oder eine Rippung noch ein anderes Gadget den Unterschied .... dafür sind es aber meist die Faktoren zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der richtigen Gewässerschicht angebotene Köder die Erfolg oder Misserfolg ausmachen.

Was hingegen wichtig und den fischereilichen Erfolg sicher positiv beeinflusst ist das Ködergewicht, einigermassen gute Laufeigenschaften und Weitwurfeigenschaften, denn die erlauben es in der richtigen Tiefe des Gewässers, mit einigermassen natürlichen Köderbewegungen und in einem ausgedehnteren Gewässerbereich zu fischen. Microwellen in der Aura verursacht durch Köderrippungen .... wer das glaubt, der soll halt sein Geld investieren und so mit Zuversicht fischen.

Deshalb sind für mich Köderrippungen und andere unendlich viele von der Fischerei Industrie ersonnene Gadgets eigentlicher, fischereilicher Nonsens. So muss ich schmunzeln, wenn immer wieder ähnliche Köder von verschieden, wenig innovativen Herstellern auf dem Mark erscheinen und gross angeprangert werden.

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Re: Gerippte Köder

Beitrag von Sackrassler » Fr 18. Jul 2014, 18:06

Hello

Meine Erfahrungen zeigten, dass besonders bei hoher Butzliaktivität Köder mit Rippen (Keitech Swing Impact) effektiv besser liefen als glatte Köder (Easy Shiner). Die Köderfarbe war wirklich fast zweitrangig, wenn Grösse und Aktion stimmten.

Zudem durfte ich die Erfahrung machen, dass bei grober Trübigkeit (der Murtensee ist manchmal ne echte Brühe) auch auf Hecht die gerippten Köder (Berkley) besser liefen. Ich denke, dass hängt mit dem Seitenlinienorgan der Räuber zusammen.

In meinen Augen muss aber das "Gesamtpaket" passen. Es bringt nichts, viel Aktion und Druck zu haben, wenn die Grösse zu gross gewählt ist.

Beste Grüsse und ein erfolgreiches Weekend!
Beste Grüsse und Petri!

Sackrassler :)
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Re: Gerippte Köder

Beitrag von Lutra » Fr 18. Jul 2014, 21:09

Steve, Du bringst es auf den Punkt. Primär sind die Köder da um Fischer zu fangen und wenn sie gut Fische fangen, lassen sie sich besser verkaufen.

An wenig befischten Gewässern spielt es wirklich fast keine Rolle was für ein Köder, Hauptsache man zieht ihn den Räubern vor der Nase durch.
Jetzt gibt es aber stark frequentierte Spots und Gewässer, wo die Raubfische schon viel gesehen haben und dem entsprechend vorsichtig geworden sind.
Nebst der Aggressivität, dem Jagdinstinkt der Fische, nutzen wir mit den Kunstködern auch ihre Neugier. Mit einem gänzlich unbekannten Köder kann man das erreichen.
Dann gibt es auch viele verschiedene Methoden die Köder an zu bieten, was für sich schon dem entsprechend viele verschiedene Köderformen nach sich zieht. Dies rechtfertigt in meinen Augen auch die unheimlich grosse Anzahl von Gummis.
Mit Rippen kann man einen dick erscheinenden Köder, leicht und leichtbeweglich machen, ob er jetzt Vibrationen von sich gibt oder nicht....
Ein so pummeliger Vollgummiköder wäre sehr schwer und hätte kaum noch Eigenbewegung, auch mit der weichsten Gummimischung.
Ein gleich Volumiger Körper mit Rippen ist fast immer auch beweglicher/geschmeidiger, bei vergleichbarer Materialbeschaffenheit.
Wenn man diese verschiedenen Eigenschaften mit seiner Angeltechnik verschmelzen kann, ist es durchaus auch erfolgssteigernd.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Alles ist ewig, nur die Formen ändern sich

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ChristianK.
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Re: Gerippte Köder

Beitrag von ChristianK. » Fr 18. Jul 2014, 22:54

Farben und Formen sind schon Entscheidend für den Fang.
ABER, man muss schon sagen, ob eine Reizfarbe wie der berühmte "Firetiger" einfach nur gestreift ist, oder gestrichelt oder kariert, eher egal ist.
In sehr klarem Wasser, was wir hierzulande oft haben, können kleine Unterschiede in der färbung den erfolg oder misserfolg ausmachen.
In trübem Wasser(oder dämmerung) spielt dann das Seitenlinienorgan auch eine Rolle, also darf auch dieser Reiz genutzt werden.
Dort wo der befischungsdruck hoch ist, machen kleine Unterschiede oft den Unterschied zwischen erfolg oder misserfolg.

Von heute ein gutes Beispiel. Durch die letzten Regenwochen ist selbst der Vierwaldstättersee(LU Becken) trüb.
Da hänge ich keinen Naturfarbenen Köder ans Stahlvorfach wenn ich in 8-12m tiefe fische. Da unten ist es dann für die Fische die bessere Sicht gewöhnt sind eher dunkel. Also eine Schockfarbe die gut gesehen wird. Ergebniss, 4 Hechte in einer Stunde, wenn auch nicht die grössten.

Was die Fransen angeht hat Lutra absolut Recht. Sie täuschen "mehr" vor als sie wirklich sind. So kann man noch gemütlich fischen ohne schwere Köder durch die Gegend wuchten zu müssen.
Petri Heil
Christian

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