Die Schlepptechniken

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Pfäffifischer
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Die Schlepptechniken

Beitrag von Pfäffifischer » Mo 2. Feb 2009, 19:54

Die Schlepptechniken


Dies ist meine SVA (Selbstvertiefungsarbeit) welche ich für den Allgemeinbildungsteil meiner Lehrabschlussprüfung als Elektromonteur geschrieben habe.

Auf vielen grösseren Schweizer Seen sind sie ein bekannter Anblick: die kleinen Fischerboote
mit der weissen Kugel oder Fahne. Von der Seeforellenfischerei im Winter, die oft schon im
Dezember beginnt, bis zur Hechtfischerei im Herbst, bietet das Schleppen vielfältige Mög-lichkeiten und bringt überdurchschnittlich oft aussergewöhnliche Fänge.

Wer in der Schweiz grosse Fische fangen will, sollte viel Zeit mit Schleppen verbringen.

Die verschiedenen Schlepptechniken, welche bei uns am geläufigsten sind, stelle ich Euch nachstehend vor.


Einfaches Schleppen

Das einfache Schleppen, wie es auf jedem See, falls erlaubt, vom Boot aus betrieben werden kann, funktioniert folgendermassen:
Man nimmt eine kräftige Rute, montiert ein dem Zielfisch angepasstes Vorfach und hängt am Ende des Vorfachs einen Schleppköder , z. B. Wobbler , Löffel oder Köderfischsystem , ein.
Jetzt lässt man den Köder während der Fahrt ca. 15-70m hinter dem Boot hinaus und stellt die Rute in einen stabilen Rutenhalter, am besten ist dieser aus Metall.

Bild

meine Rutenhalter aus Metall für 2 Ruten


Sideplaner

Sideplaner ist der Name für Seitengleiter.
Sideplaner, auch Rutenhund genannt, sind zum Angeln in der oberen Wasserschicht gedacht. Sie sind so konstruiert, dass sie im Wasser bei Zug seitlich vom Boot weg ziehen. Dies hat den grossen Vorteil, dass man seitlich vom Boot fischt und somit keine Fische vergrämt. Zugleich kann eine breitere Wasserfläche abgefischt werden.

Bei uns in der Schweiz angelt man mit bis zu 10 Seitengleitern gleichzeitig auf Hechte und Forellen. Beim Biss hakt sich der Fisch durch den Zug des Sideplaners gleich selbst ein. Leider kann man mit Rutenhunden keine allzu grossen Köder ziehen. Bei mehreren Seiten- gleitern entsteht auch schnell einmal ein richtiger Rutenwald auf dem Boot und ist nur noch mit viel Routine und Technik ausführbar. Ein Biss ist gut ersichtlich, weil der Rutenhund in diesem Falle nicht mehr schön regelmässig läuft. Es zieht ihn nach hinten oder er taucht bei grossen Fischen sogar ab.

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meine Sideplaner


Seehundschleppen

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Diese Technik ist bei uns auf grossen Seen eine häufig angewandte Art, um auf Seeforellen und Hechte zu schleppen. Da bei dieser Methode mehrere Anbissstellen vorhanden sind, kann eine grosse Wasserfläche abgefischt werden. Seehunde können nicht mit einer Rute gezogen werden, da sie im Wasser einen grossen Zug auf die Schnur bringen. Um Seehunde zu ziehen, wird ein Schleppmast benötigt. An diesem werden die beiden Hundschnüre von mindestens 20 kg Tragkraft mittels Karabiner eingehängt. Gleich wie die Rutenhunde ziehen auch die Seehunde bei Zug auf die Seite. Die 4-70m langen Schnüre mit den Ködern, auch Zügel genannt, werden in Abständen von 5-10m an die Hundschnur gehängt. Bei dieser Methode wird keine oder nur eine Drillrute gebraucht. Somit ist der Materialberg auf dem Boot kleiner. Leider kann bei dieser Methode der Fisch erst die letzten Meter vor dem Boot über die Rute gedrillt werden, was beim Angeln mit Ködern ohne Widerhaken zu grösseren Fischverlusten führen kann. Dies ist wohl die effektivste Methode, um auf Seeforellen zu schleppen. Die Köder laufen nicht direkt hinter dem Motor, sondern neben dem Boot, was die Scheuwirkung des Bootes so gut wie aufhebt. Einen Biss sieht man meistens sehr deutlich durch ein so genanntes V in der Hundschnur. Bei kleineren Fischen rüttelt es einfach am Zügel.


Unterwasserhund-Schleppen

Immer beliebter wird diese Methode, welche man sich als Mischung aus Seehundschleppen und Tiefseeschleppen vorstellen kann. Es braucht dort ebenfalls Hunde und Zügel, nur laufen diese unter Wasser.

Bild

Boot mit Schleppkugel am unterwasserschleppen

Unterwasserhunde, wie der gelbe auf dem unteren Bild, sind etwa 60 x 30 cm gross und kön-nen aus Holz oder Kunststoff sein. Der grosse Vorteil gegenüber den bisher vorgestellten Me-thoden: keine Schnüre, Zügel oder Hunde an der Oberfläche. Somit ist das Ausweichen beim Entgegenkommen anderer Boote unnötig, denn die ganze Einrichtung wird innerhalb kürzes-ter Zeit mit dem 3 bis 5kg schweren Blei abgesenkt. Logischerweise können so auch sehr flexibel andere Tiefen ausprobiert werden. Um die Hunde zu ziehen, wird kein Schleppmast, sondern eine Schlepprolle (wie auf dem Bild zu sehen ist) gebraucht.

Bild

Unterwasserhund im Einsatz


Tiefseeschleppen

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Das Tiefseeschleppen ist eine der wenigen Möglichkeiten, um auf tief stehende Fische, wie zum Beispiel den Saibling, zu schleppen. Um auf die gewünschte Tiefe zu kommen, werden schwere Bleie von 1 bis 7kg verwendet. Als Bissanzeiger dient ein Federstahlbügel mit Um-lenkrolle, über welche die Hauptschnur geführt wird. Beim Biss zieht es am Bügel. Sinnvoll ist es, wenn ein Glöcklein am Bügel befestigt ist, welches den Biss hörbar macht. Den Fisch kurbelt man mit der Schlepprolle bis an die Oberfläche, bei grösseren Fischen wird die Kö-derschnur mittels Karabiner auf die Drillrute umgehängt. Bei kleineren Fischen wird dieser direkt von Hand über den Kescher gezogen. Die Köderschnüre sind meist zwischen 4 und 10m lang. Da Hechte von unten her angreifen und bei mehreren Ködern sowieso den untersten packen würden, genügt eine Anbissstelle. Für Saiblinge, Seeforellen und Eglis können aber gut mehrere Köder benützt werden.


Downrigger

Bild

Mit dem Downrigger wird an grossen Schweizern Seen auf grosse Hechte, Seeforellen und Saiblinge gefischt. Dank den schweren Bleien von ca. 3-7kg können die Köder zuverlässig auf die gewünschten Tiefen hinuntergelassen werden. Zum Downriggerfischen wird eine vollparabolische Rute benötigt, die beim Biss genug Fe-derkraft hat, um den Fisch zu haken. Beim Downriggerfischen kommen ausschliesslich motorisierte Boote in Frage, denn die Köder können nur während der Fahrt hinausgelassen werden. Zuerst wird der Schleppköder, je nach Jahreszeit, Zielfisch, Schlepptiefe und Köder, zwischen 2 und 30m hinter dem Boot hinausgelassen, danach wird die Schnur in den Release-Clip eingehängt.

Wenn man die Rute in den Rutenhalter gestellt hat und die Bremse der Rolle richtig einge-stellt ist, kann man das Blei samt Köder in die gewünschte Tiefe absenken. Als nächstes wird die Bremseinstellung auf 30% der Schnurtragkraft eingestellt und die Rute voll gespannt, so dass sie im Halbkreis gebogen ist.

Bei einem Biss reisst es die Schnur aus dem Clip. Die Rute schnellt nach oben und hakt den Fisch. Der Drill folgt direkt und ohne Blei über die Rute.

Bild

1. Rolle (zum Aufspulen des Drahtseils)
2. Auslegearm
3. Umlenkrolle
4. Schleppgewicht
5. Drahtseil oder Downriggerkabel
6. Kurbel (je nach Bauart lassen sich die Downrigger auch elektrisch bedienen)
8. Zählwerk (um die ausgelassene Drahtseillänge abzulesen)
9. Befestigungsfuß
10. Rutenhalter


Schleppen mit Tiefengleitern

Tiefengleiter sind bei uns nicht so stark verbreitet, obwohl sie eine gute Alternative für das aufwändige Downriggerschleppen darstellen. Tiefengleiter haben den gleichen Zweck wie Bleie: sie ziehen den Köder in Tiefen von bis zu 21m. Die Tiefe, kann je nach Bedarf durch Umhängen der Köder- und Hauptschnur flexibel geändert werden

Bild
Tiefengleiter


Wo kann man überall Schleppfischen?

Schleppen mit Seehunden und Downriggern kann man am besten von einem Motorboot aus, auf allen grossen Seen der Schweiz. Das einfache Schleppen sowie das Schleppen mit Ruten-hunden oder Tiefseeschleike kann gut vom Ruderboot aus und auf kleinen Seen betrieben werden. Schleppfischen auf schwach strömenden Flüssen oder Kanälen ist möglich, wird aber bei uns in der Schweiz eher selten angewandt.

Faktoren, welche über Fang oder Nichtfang entscheiden

Es gibt sehr viele Faktoren, welche entscheiden, ob man fängt oder nicht. Man kann diese Faktoren in zwei Bereiche aufteilen: Naturfaktoren und Fischereifaktoren. Bei den Naturfak-toren spielen der Wind, das Wetter, die Wassertemperatur, das Nahrungsangebot, die Beiss-zeit und der Mond eine Rolle. Bei den Fischereifaktoren sind die Tiefe und der Platz, an dem man fischt, das Wichtigste. Ebenso können Ködergrösse, Köderart und die Schleppgeschwin-digkeit zu unterschiedlichem Fang führen.


Naturfaktoren

Alle diese Informationen habe ich aus meinen Erfahrungen zusammengestellt. Als Ergänzung, habe ich wenige einzelne Informationen im Internet nachgeschlagen und mit eigenen Worten formuliert.


Wind

Fangen wir einmal beim Wind an. Fragt man einen erfahrenen Schleppfischer nach dem op-timalen Schleppwetter für Hechte oder Seeforelle, wird er den Wind als sehr wichtigen Faktor einstufen. Es ist jedoch schwierig zu sagen, welcher Wind gut und welcher schlecht ist, denn das kann wiederum von See zu See sehr unterschiedlich sein. Bei Föhn werden zum Beispiel bei uns am Pfäffikersee am schlechtesten Hechte gefangen, was ich anhand von mehreren Wettfischen des Fischervereins Pfäffikersee festgestellt habe. Westwind hingegen ist weit verbreitet der beste Wind um Seeforellen zu schleppen. Kalte Winde, welche die Luft abkühlen, sind schlecht für den Hecht als Kaltblüter. Diese Schwankungen beeinflussen den Hecht: er wird passiv. Allgemein hat man bei leicht bewegter Wasseroberfläche mehr Bisse als bei spiegelglattem See, aber keine Regel ohne Ausnahme.

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Meine erste Pfäffikersee-Seeforelle 56cm, März 2008, gefangen bei starkem Westwind.



Wetter

Ein sehr guter Schleppfischer behauptet: „Das beste Hechtwetter ist schon mind. drei Tage alt“. Dies kann ich bestätigen, denn je konstanter das Wetter, desto besser habe ich gefangen. Noch nie habe ich bei wechselhaftem Wetter richtig gut gefangen. Bei warmem Wetter fängt man tendenziell besser als bei kaltem. Ein Beispiel betreffend Wetter und Beissverhalten: Drei Tage hatte ich Zeit zum Fischen. Am ersten Tag konnte ich bei bewölktem Himmel fünf Hechtbisse verzeichnen. Über Nacht drehte der Wind, das Wetter wurde schlecht und kalt. An den beiden Tagen danach hatte ich gerade noch einen Biss.

Laut meiner Statistik habe ich bei bewölktem Himmel am besten gefangen. An vielen dieser bewölkten Tage war es schön und warm. Von den zehn unter Regen eingeordneten Bissen waren fünf vor einem starken Gewitter.

Bild

Wetterdiagramm meine Hechtbisse 2008


Wassertemperatur

Die Wassertemperatur hat einen grossen Einfluss auf die Aktivität des Hechtes. Bei einer Wassertemperatur von 15°-20°C fühlt sich der Hecht am wohlsten. Die Verdauung bei diesen Temperaturen ist am günstigsten und das Fressverhalten somit erhöht. Bei höheren Tempera-turen flüchtet der Hecht in tiefere Wasserregionen, jedoch immer oberhalb der Sprung-schicht . Kühlt das Wasser unter ca. 8°C ab, zieht sich der Hecht in die Tiefe des Sees zu-rück, wo er noch genug Futter findet. Er verhält sich dort aber sehr passiv, um den Energiebe-darf so gering wie möglich zu halten.


Nahrungsangebot

Hechte sind häufig an Orten mit gutem Nahrungsangebot zu finden, sie ziehen also den Klein-fisch-Schwärmen nach. Die meisten meiner Hechte habe ich an Orten gefangen, an denen auch viele Felchen vorhanden waren. Ist das Nahrungsangebot im Verhältnis zum Raubfisch-bestand riesig, wird es auch schwieriger, die Raubfische zu überlisten. Wenn dagegen wenig Futterfische und viele Raubfische vorhanden sind, kann es zu grossem Futterneid kommen.


Beisszeiten

Hechte, wie auch alle anderen Fische, haben ihre Beisszeiten. Nach meinen Erfahrungen beissen die Hechte bei uns in den Monaten Mai bis Juli am besten um die Mittagszeit oder am Abend. Früh morgens werden auf dem Pfäffikersee eher selten Hechte beim Schleppen gefangen. Dass es wirklich Beisszeiten gibt, zeigt ein gutes Beispiel an einem Tag Mitte Juni diese Jahres: ich schleppte morgens ab Morgendämmerung bis in den Nachmittag hinein. Den ersten Biss bekam ich kurz nach 11 Uhr. Um 11:45 Uhr konnte ich bereits den dritten Hecht ins Boot nehmen, danach fuhr ich noch 3 Stunden ohne Biss. Ein zweites Beispiel an einem Abend im Juni: ich schleppte um 18:00 Uhr los. Um 18:30 Uhr hatte ich bereits den dritten Hecht vor dem Kescher verloren und freute mich schon auf viel Aktion. Doch bis 22:00 Uhr hatte ich keinen Biss mehr.


Mond

Viele Fischer glauben an einen Einfluss des Mondes auf das Beissverhalten, viele halten aber auch nichts davon. Ich persönlich kann mir gut vorstellen, dass der Mond einen grossen Ein-fluss auf das Verhalten von Fischen hat. Ich bin nicht sicher, ob der Mond einen direkten Ein-fluss auf das Beissverhalten von Hechten hat, aber zumindest auf das Futterangebot. Plank-ton reagiert auf das Licht des Mondes. So sinkt es bei Neumond ins tiefe Wasser ab und wird von den Felchen nicht mehr gefressen. Somit sind die Felchen nicht mehr aktiv und der Hecht jagt in dieser Zeit keine Felchen.

Monddiagramm über meine Hechtbisse

Bild


Welches ist der beste Schleppmonat auf Hechte?

Bild

Balkendiagramm Schleppmonate im Vergleich
(Quelle: eigenes Diagramm)

Diese Umfrage habe ich über ein Fischerforum im Internet erstellt.


Fischereifaktoren

Die entscheidenden Faktoren, welche der Fischer beeinflussen kann, habe ich aus eigenen Erfahrungen und Gesprächen mit andern Fischern zusammengestellt.


Tiefe

Die Tiefe beim Schleppfischen sollte nicht einfach nach gutem Glück gewählt werden. Die Schlepptiefe hängt von Jahreszeit, Tageszeit, Wetter und von der Tiefe, in der die Futterfische sind, ab. Wenn sich an der Wasseroberfläche Weissfische durch Ringe bemerkbar machen, ist es auf jeden Fall einen Versuch wert, die Köder ganz knapp unter der Oberfläche zu führen. Sobald keine Oberflächenaktivität mehr auszumachen ist, wie es in der kalten Jahreszeit meis-tens der Fall ist, sollte man die Köder in die Tiefe hinunterlassen. Ein Echolot , um die Fischschwärme zu suchen, ist jetzt eine sehr wertvolle Hilfe.
Grundsätzlich sollte man auf jeden Fall lieber zu hoch als zu tief schleppen, weil die meisten Raubfische nach oben orientiert rauben. Zieht man den Köder 3m über dem Hecht durch, wird er den Köder sehen und, wenn ihn die Fresslust packt, auch angreifen. Kommt der Köder aber 30cm zu tief, wird er wohl kaum beachtet.


Ort

Schleppen ist geeignet, um grosse Gewässerflächen abzusuchen, doch kann man auch dort lange Zeit im Dunkeln tappen. Schleppt jemand im Frühling kurz nach der Hechtlaichzeit mitten auf dem See, werden seine Fänge kaum gut sein, denn die Hechte stehen jetzt noch nahe am Ufer, teilweise noch an ihren Laichplätzen. Sobald aber die Laichzeit ganz vorbei ist, werden immer mehr Hechte, vielfach die grösseren Exemplare, mitten im See anzutreffen sein. Dieses Phänomen konnte ich in diesem Jahr Mitte Frühling / Anfang Frühsommer deutlich feststellen. Ab Mai gab es viele Bisse in Ufernähe, und in der Mitte des Sees ging so gut wie nichts. Plötzlich hatte ich nahe am Ufer keine Bisse mehr. Kaum wechselte ich ins Freiwasser , konnte ich wieder Hechte fangen.

Köder

Über all die unendlich vielen Schleppköder könnte ich seitenweise schreiben, doch ich fasse es sehr kurz. Der Köder ist aus meiner Sicht eine eher zweitrangige Komponente beim Hecht-schleppen. Wichtig ist, dass die Köder zusammen passen, also alle bei gleicher Geschwindig-keit spielen und die Grössen den entsprechenden Verhältnissen angepasst sind. Der wohl wichtigste und fängigste Köder ist der tote Köderfisch auf einem System. Wenn die Hechte nicht gut beissen, kann ein reizvoller und knallig farbener Wobbler, am besten mit Rasselkugeln, die müden Hechte reizen.


Schleppgeschwindigkeit

Die Schleppgeschwindigkeit sollte der Aktivität der Hechte angepasst sein. Als Grundregel gilt: in der kalten Jahreszeit eher langsam, in der restlichen Zeit normal bis schnell. Unter langsam verstehe ich etwas mehr als 1km/h, schnell kann bis 4.5 km/h sein.
(Quelle: Eigener Text)

Dies sind alles wichtige Beispiele, welche darlegen, das Schleppfischen sehr viel mit Technik und nur wenig mit Glück zu tun hat. Doch auch das Glück ist nicht zu vernachlässigen: wenn die Technik und alle Faktoren zusammenpassen, muss man das Glück haben, dass sich ein Raubfisch im Köder verbeisst und am Haken hängen bleibt.


Schlusswort

In der Schweiz wird mit etwa 7 verschiedenen Schlepptechniken auf Hecht, Forelle, Egli und Saibling geschleppt. Die Schlepptechnik mit dem Tiefengleiter habe ich vor dieser Arbeit nicht gekannt. Selbstverständlich habe ich mir sofort einen solchen Tiefengleiter besorgt und ausprobiert. Nach mehren erfolglosen Tests bin ich nicht mehr so von dieser Methode über-zeugt, da der Gleiter nicht immer zuverlässig die Tiefe erreicht hat. Ansonsten habe ich bei allen anderen 6 Methoden Vorteile und Nachteile im Literaturmaterial gefunden.

Kurz zusammengefasst kann man sagen: Es gibt zwei Grundmethoden, um in der Oberflä-chenregion zu schleppen. Es sind dies: das Seehund- und das Seitengleiterschleppen. Die Tiefseerolle sowie der Downrigger sind typische Methoden, um sehr tief zu schleppen. Mit dem Unterwasserhund, dem Tiefentaucher sowie beim einfachen Schleppen kann flexibel von knapp unter der Oberfläche bis weit unter die Wasseroberfläche gefischt werden. Geschleppt werden kann, falls erlaubt, auf fast allen grösseren und eher ruhigen Gewässern.

Bei meinem Erfahrungsbericht über die entscheidenden Fangfaktoren habe ich deutlich fest-gestellt, dass es viele Einflüsse auf das Beissverhalten von Fischen gibt. Bei den Naturfakto-ren spielen das Wetter, der Wind, die Wassertemperatur, die Beisszeit, das Nahrungsangebot sowie der Mond eine Rolle, welche der Angler nicht beeinflussen, aber ausnützen kann. Die Fischereifaktoren wie Ort, Tiefe, Köder und Schleppgeschwindigkeit können jedoch vom Fischer beeinflusst werden.

Ein Fischer kann erst nach vielen Anglerlebnissen erahnen, welches gute und welches schlechte Voraussetzungen zum Fischen sind. Aber auch dann wird sich der erfahrene Fischer hin und wieder täuschen und ganz schöne Überraschungen sowohl positiver wie negativer Art erleben. Aber genau das macht die Faszination Schleppangeln aus.


Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit und hoffe, dass dir meine Arbeit gefällt.

gruess Pfäffifischer :)
Zuletzt geändert von Pfäffifischer am So 29. Nov 2015, 14:25, insgesamt 2-mal geändert.

Salmonidenjunkie

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von Salmonidenjunkie » Mo 2. Feb 2009, 20:01

:shock: :v: :v: :v:

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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von Olle » Mo 2. Feb 2009, 20:51

Salü Pfäffifischer
Respekt! Das liest sich sehr gut! :wohow: V.a. das mit dem Unterwasser-Seehund war neu für mich. Danke! :up:
Gruss, Olle

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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von miKe » Mo 2. Feb 2009, 21:31

Nicht schlecht - Herr Specht! Ich ziehe den Hut! Bild

Tolle und übersichtliche Arbeit! Bild und Bild
Gruss miKe :wohow:



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simon_gambler

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von simon_gambler » Mo 2. Feb 2009, 23:09

Sali Pfäffifischer,

cooler Bericht. Den kann man getrost für die Nachwelt so stehen lassen. Da bin ich als Schleppfischer richtig angetan........gratuliere......

Mit Gruß Simon

siu

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von siu » Di 3. Feb 2009, 09:26

super sva philip! sehr interessant für "nicht-schlepper" wie mich... :up:

Chinoock

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von Chinoock » Di 3. Feb 2009, 17:30

Bravo 8)
Super geschrieben!
Gruss Chinoock

hechtdiabolo

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von hechtdiabolo » Mo 16. Feb 2009, 11:21

Super Beitrag zum Schleppfischen.ich bevorzuge die Unterwasserhunde.Habe guten Erfolg mit dieser Methode.Warum ich mit Unterwasserhunden Schleike ist einfach;Du bist Flexibel mit den Tiefen sprich bis 20 meter und kannst dort Fischen wo Du auf dem Echolot die Fische siehst.Habe schon manchen Hecht auf 12 Meter Tiefe erwischt wo ich mit Ruten oder Sideplaner nicht mehr in die Tiefe komme.

Hammer11

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von Hammer11 » Mo 16. Feb 2009, 12:16

Danke für den super Beitrag und die guten Bilder....

Danke!!!

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Mario
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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von Mario » Mo 16. Feb 2009, 13:14

Super Bericht, vielen Dank

RESPEKT :up:
Saluti

Mario

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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von tom66 » Mo 16. Feb 2009, 15:24

Genialer Bericht, besten Dank!

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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von T-Noo » Di 8. Mär 2011, 12:51

...und zwei Jahre später wird er immer noch dankend gelesen. :wink:

Merci für den Bericht!
Gruss Tinu

"Niemand beging einen grösseren Fehler als jener, der nichts tat, weil er nur wenig tun konnte." (Edmund Burke)

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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von wels » Di 8. Mär 2011, 18:03

Hi pfäffifischer.

danke für den schönen Bericht,auch wenn er schon etwas älter ist.

Kann mich noch gut an meine SVA erinnern, ist ne menge Arbeit. :thanks:
Gruss Sascha


Wir haben das schönste Hobby der Welt!

Bild

yanikesh

Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von yanikesh » Sa 27. Okt 2012, 23:44

wow, tolle Arbeit!
nun sind es schon drei Jahre...

Lieben Dank!

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Re: Die Schlepptechniken

Beitrag von Rainbowwarrier » Do 28. Nov 2013, 20:34

Hallo Schleppfischer-Gemeinde!

Ich bin total ahnungslos, was Schleppfischen vom Boot anbelangt!

Nun habe ich mich etwas im Internet umgesehen und was soll ich sagen, der beste Bericht dazu ist dieser aus dem Fischerforum.ch!
Leider ist dieser Bericht schon etwas älter und die Bilder können auch nicht mehr geöffnet werden.
Aber vielleicht gibt es ein paar hilfsbereite Kollegen hier, die Licht in die Sache bringen können!?

Ich möchte nächstes Jahr ein wenig anfangen zu schleppen, im speziellen würde mich das schleppen mit der Tiefseeschleike und dem Downrigger interessieren, speziell aber die Tiefseeschleike, da ich es mal auf Seesaibling probieren möchte.
Könnt ihr mir bitte erklären, welche Schleike ihr verwendet, wie sie am Boot befestigt wird?
Die Details eben!
Wie sieht die ganze Montage aus?
Sind hier Clips in der Schnur von der Schleike befestigt und pro Köder eine Rute montiert?
Oder funktioniert das ganze wie beim Seehundfischen, wo das ganze Gespann hereingezogen wird und dann der entsprechende Zügel auf einen Drillstock umgehängt wird?
Und bitte bitte, wenn es geht Bilder, Bilder, Bilder!
Bilder sagen meist mehr als Worte!
Danke schon mal in die Runde.....

Chris.
"Jeder Tag ist Angeltag, aber nicht jeder Angeltag ist Fangtag" in Memoriam Auwa Thiemann

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