Der Huchen und seine Standplätze

Hier kommen die Fragen und Antworten zum Raubfisch-, Spinn- und Schleppfischen rein.
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Christian M.

Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Christian M. » Mo 9. Okt 2006, 18:15

Der "Donaulachs" oder besser gesagt der H U C H E N & seine Standplätze



Der Traum vieler Angler, einmal im Leben einen Huchen zu fangen, der Fisch der 1000 Würfe, vielleicht sogar noch an der Fliegenrute? Aber es gibt nicht viele Angler die wirklich gezielt in der kalten Jahreszeit sich die Mühe machen etliche Stunden, vielleicht sogar noch bei einem Schneegestöber, den Fisch ihres Lebens zu überlisten. Man kann Tage, Wochen ja sogar Monate am Wasser verbringen, bis man einen Huchen beim Rauben beobachtet, man weiss jetzt das dort ein Huchen lauert, da er ja ein standortreuer Fisch ist, das heisst aber noch lange noch nicht das man ihn einfach so fangen kann, im Gegenteil, jetzt zeigt sich erst das Anglerische können, es ist möglich das man ihn beim ersten Wurf fängt, es kann sich aber auch über Tage, Wochen oder Monate erstrecken, bis man den richtigen Zeitpunkt erwischt. Ein Huchen wenn nicht will, dann will er nicht, da kann man nichts machen aber wenn er raubt, dann packt er alles was vorbeischwimmt. (sagt ein alter Huchenfischer bei uns am Inn) Man sollte nicht mit irgendeiner Rute oder Rolle zum Huchenfischen gehen, bei solchen Großsalmoniden, wo der Rekord im Moment bei 70 Pfd. (1,37m) liegt ist es sehr empfehlenswert auf Qualität zu achten. Ebenso so wichtig wie das Gerät ist, wo findet man eigentlich den Huchen?

Die Standplätze



Ein Huchen liebt sauerstoffreiches und schnell fließendes klares Wasser. Vor allem steht er gerne hinter Steinen, versunkenem Holz oder ähnlichen versunken Gegenstände und in tiefen Rinnen, wo das schnellfliessende teils reißende Wasser über seinen Kopf hinwegrauschen kann. Ganz typische Huchenstandplätze sind tiefe Gumpen, Kehrwasser, unterspülte Ufer, Felsen, Flussmündugen Wehrausläufe oder Brückenpfeiler. Im allgemeinen steht der Huchen tief, man kann sagen er liegt regelrecht auf dem Grund und wartet meist unmittelbar an der Strömungskante auf Nahrung. Zum Jagen verlässt er jedoch seinen Standplatz und stellt sich dann z.B. auch in den flachen Uferbereichs des Ein- oder Auslaufs eines Gumpens. Ein Huchen verlässt seinen Unterstand, im Vergleich zu anderen Fischen, nur sehr sehr kurz, es gibt zwar dafür keine genauen Angaben wie lange, aber im grossen und ganzen holt er sich nur was zum "fressen" und verschwindet danch wieder in seinem Unterstand und genau diesen Zeitpunkt muss man erwischen um einen Huchen zu fangen, und das ist verdammt schwer, deshalb heisst er auch der Fisch der 1000 Würfe.

Man sollte deshalb unbedingt den gesamten "Raubbereichs" des Huchens intensiv abfischen. Es ist auch nicht ungewöhnlich , dass sich mehrere Huchen einen grossen Gumpen teilen. Ein Huchen wächst auch sehr schnell heran, bereits nach 4 Jahren hat er ein Grösse von 70cm und mehr erreicht.





Die Ausrüstung



Das eigentlich wichtigste beim Huchenfischen. Man kann den Huchen mit der Spinn-, Grund-, und sogar mit der Fliegenrute fangen. Am meisten wird jedoch die Spinnrute verwendet. Da man eigentlich beim Huchenfischen immer mit einem grossen rechnen kann, da ja auch die Köder dementsprechend gross gewählt werden sollte die Rute ein gutes Rückgrat und das dazu passende Wurfgewicht ( je nach Gewässer 80 - 120 - 150 oder teilweise sogar mehr) haben. Es gibt Huchenfischer die Ruten mit 250gr und mehr verwenden. Da der Huchen ein sehr hartes Maul hat muss der Haken teilweise über eine weite Distanz noch eindringen können und dies erreicht man nur mit harten Rute und mehrmaligen ( 2 oder 3) anschlagen. Die optimale Länge für eine Rute liegt bei 2,70m bis 3,00m. Wobei hier auch Steckruten den Teleskopruten klar überliegen. Bei der Rolle ist vor allem ein robustes Getriebe eine perfekte Schnurwicklung, das Fassungsvermögen und eine fein justierbare Bremse am wichtigsten. Ebenso wichtig ist die Schnur, auf keinen Fall sollte man unter 0,40mm monofil fischen, im Gegenteil, 0,50mm ist schon vorteilhafter, vor allem auch wegen der Felsen versunkenen Bäumen usw. natürlich kann man auch mit einer geflochtenen Schnur fischen, als Stärke würde sich 0,25mm - 0,28mm anbieten, der Nachteil dieser geflochtenen Schnüre beim Huchenfisch ist, das sie sich mit Wasser "vollsaugen" und da es ja beim Huchenfischen selten über 0 Grad Celcius hat, gefriert sie sehr schnell, was danach das fischen unmöglich macht, der Vorteil wiederum geflochtener Schnüre ist das der Anhieb voll durch kommt, da sie sich ja nicht dehnt. Es ist ein für und ein wieder, ich perönlich habe immer 2 Rollen dabei, einmal mit geflochtener für Nachmittag, wenn mal die Sonne scheint oder es tatsächlich mal über 0 Grad haben sollte, und eine mit monofiler 0,45mm. Beim Huchenfischen speziell verwendet man kein Stahlvorfach oder ähnliches wie z.B beim Hechtfischen, man kann den Köder entweder direkt auf die Hautpschnur binden oder in den davorgeschaltenen Wirbel einhängen.





Die Köder



Hier gehen die Meinungen auseinander, einige schwören auf Spinner manche fischen sogar nur mit dem Belikopfstreamer auf Huchen, aber der wohl bekannteste Köder ist und bleibt der Huchenzopf. Der Huchenzopf imitiert ein Bündel Neunaugen beim Laichen, also seine natürliche Nahrung, (leider gibt es eh fast keine mehr) ebenso bekannt ist der legendäre "Heintz - Blinker" mit dem schon so ein mancher Huchen überlistet worden ist. Ebenso fängig erweist sich das fischen mit Köderfischen, wie z. B mit Aiteln oder Nasen, da diese Fische auch dort vorkommen wo der Huchen zuhause ist, natürlich würden Forellen und Äschen ebenso gehen aber davon rate ich jedem ab, da die Bestände der Äschen und Bachforellen sehr stark abgenommen haben, und es auch nicht überall erlaubt ist, wenn nicht sogar verboten was ich vollkommend richtig finde.



Man kann auch Gummifsche (ab 15 -22cm) verwenden, ebenso grosse Twister, am besten in den Farben schwarz / weiss diese haben sich bislang am besten bewährt. Hier mal ein Foto von Huchenzöpfen die noch aus Leder gefertigt wurden, die neuen bzw. die man im Fischergeschäft kaufen kann bestehen aus Pastikschwänzen.

Bild



Ein paar Tipps am Rande



Es ist egal, welchen Köder man gewählt hat, das wichtigste ist, dass er verführerisch arbeitet und in Grundnähe angeboten wird. Denn dort steht er ja der Traum vieler Angler. Und nicht zu vergessen, 2x anhauen wenn er beisst. Und nun wünsche ich Euch eine erfolgreiche Huchenjagd.



Euer Christian

Reverend

Beitrag von Reverend » Mo 9. Okt 2006, 18:45

Gutes Dossier, Christian.



Für die Schweiz ist der Huchen sicher ein Exot, da er nur im Donaueinzugsgebiet vorkommt. Ob er bis zum Oberlauf des Inns vordringt, ist eher fraglich, da der Inn wie kein anderer Fluss durch Querverbauungen undurchgängig gemacht worden ist.

Im Lech werden noch gute Huchenfänge gemeldet, ebenso in der Iller.

Udo

Beitrag von Udo » Mo 9. Okt 2006, 19:00

Guter Bericht klasse geschrieben.

@Gerhard dein Wort in gottes Ohr. Wohne ja direkt an der Iller, es wird auch behauptet es gäbe Huchen. Von einem Fang habe ich noch nie gehört, aber ich habe im Winter auch noch nie einen Angler gesehen.

Na mal schauen was die kalte Jehreszeit bringt. :wink:

Helmut

Beitrag von Helmut » Mo 9. Okt 2006, 19:21

Mittlerweile ist der Huchen in vielen Gewässern durch Besatzmaßnahmen heimisch geworden, vielleicht sogar in der Schweiz :wink:

@ Christian

Schöner Bericht

pius

Beitrag von pius » Sa 14. Okt 2006, 11:38

hi



in der schweiz darf kein artfremder fisch besetzt werden!

also auch keine huchen.

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Beitrag von Martin » Sa 14. Okt 2006, 11:52

Hallo Pius!



Der Huchen wäre kein fremder Fisch, er ist nur leider in der Schweiz ausgestorben.
Gruss Martin

Es ist mir egal wie dein Vater heisst, solange ich hier angle geht niemand übers Wasser

pius

Beitrag von pius » Sa 14. Okt 2006, 12:16

hi martin



der huchen ist ein donaufisch.

wie soll er in der schweiz ausgestorben sein, wens in nicht gab?

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Beitrag von Martin » Sa 14. Okt 2006, 12:32

http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md ... nliste.pdf

http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md ... ch06_d.pdf

http://www.befreitewasser.ch/smaragd/ot ... iste-D.pdf



In den Dokumenten nach Huchen suchen oder kick einfach mal den Google an, ich garantier dir das du 100% fündig wirst.

Ebenfalls besitze ich vom Berner Fischereiinspektorat ein Poster der Fische und Krebse der Schweiz, wo der Huchen ebenfalls als ausgestorben + gilt und ganz klar nicht als eingeführt, da diese auf dem Poster mittels Raute # angegeben werden.
Gruss Martin

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Beitrag von Rolf » Sa 14. Okt 2006, 18:50

pius hat geschrieben:hi martin



der huchen ist ein donaufisch.

wie soll er in der schweiz ausgestorben sein, wens in nicht gab?


der Huchen und der Lachs schwommen noch bis mitte der 50er Jahre den Rhein rauf, bis eben .................
Gruss Rolf

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Re: Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Mi 5. Apr 2017, 14:34

Ich weis der Tread ist uhralt...

Aber ich habe die Meldung erhalten das im Rhein(bei Basel) sehr viel Huchen sein sollen!!

Kann das hier jemand bestätigen??

Mfg
:lol: Laut einer Studie sind Menschen mit weniger Freunden glücklicher und zufriedener..

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Re: Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Scotty » Mi 5. Apr 2017, 15:22

Bad Ass Fisherman hat geschrieben:Ich weis der Tread ist uhralt...

Aber ich habe die Meldung erhalten das im Rhein(bei Basel) sehr viel Huchen sein sollen!!

Kann das hier jemand bestätigen??

Mfg
Momentan findest du dort vor allem Grundeln.
Der Köderfisch ist mit uns im Bunde, und bei den Esoxen macht er die Runde, nach erfolgreichem Drill, endet er auf dem Grill.

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Re: Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Mi 5. Apr 2017, 16:15

Da hast du recht...

SORRY WAR NE ENTE!!!

Bin gerade mit einem Fischerfreund aus Basel am schreiben...
Er ist leicht vom Thema Rhein abgekommen und hat plötzlich von Bosnien erzählt, das ging in dem Moment an mir vorbei...
Aber da haben sie einen sehr Geilen Huchen bestand!!
Mit 1,5m Fischen die keine seltenheit sein sollen..
Auch Eurasischer Taimen genannt...

Noch mals Sorry!!!!
Mfg
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Re: Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Schwarzfischer » Fr 2. Jun 2017, 13:37

Hoi Zämme

Ist zwar ein etwas alter Thread, aber ich versuche hier mal Licht ins Dunkel zu bringen.

Der Huchen, auch Donaulachs genannt, ist ein Donaufisch. Im Rhein kommt/kam der noch nie vor.
Der Inn gehört jedoch zum Donaueinzugsgebiet und deshalb kam der früher auch in der Schweiz als heimische Art vor.
Mittlerweile ist er jedoch in der Schweiz ausgestorben, ob und wie besetzt wird, weiss ich leider nicht.

LG Schwarzfischer
Mein Hausgewässer nennt sich Schwarz... :wink:

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Re: Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Bad Ass Fisherman » Fr 2. Jun 2017, 14:18

HEI lies mal Rolfs beitrag...
Und dan noch etwas höher...

Schwerzenbach hat den Lachs\Huchen sogar noch als Wappentier, da er in der Glatt bis in den Greifensee und weiter in die Kempt aufhestiegen ist...

Mfg
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Re: Der Huchen und seine Standplätze

Beitrag von Schwarzfischer » Fr 2. Jun 2017, 15:12

Hallo :)

Beim Atlantischen Lachs ist durchaus plausibel, dass der sogar bis nach Wetzikon aufgestiegen ist und dort gelaicht hat.

Der Huchen ist allerdings ein sehr standorttreuer Fisch, der auch keine Laichwanderungen macht wie der Lachs.
Der Name "Donaulachs" ist hier etwas irreführend.
Sowieso sind Bachforellen, Saiblinge und sogar die pazischen Lachse näher mit dem Atlantischen Lachs verwandt als mit dem Huchen. (Besserwisseralarm :roll: :lol: )

Ich glaube, dass sich Rolf geirrt hat.
Huchen waren meines Wissens noch nie im Rhein heimisch. :lol:

Aber eben, hab ja geschrieben dass ich über Besatzmassnahmen nicht informiert bin.

(Irren ist menschlich, also tuts mir Leid, falls ich falsch liege und euch noch mehr aufrege als abgerissene Rapala-Wobbler... :lol:)

LG Schwarzfischer
Mein Hausgewässer nennt sich Schwarz... :wink:

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