Zügellängen

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Antennenwels1
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Zügellängen

Beitrag von Antennenwels1 » So 25. Nov 2018, 20:16

Hallo zusammen
Welche Zügellängen verwendet ihr beim Schleppen mit Hund auf Seefos ?
Habe gehört, man soll eine Fächerform fahren. Das heisst, an den Flanken länger und innen etwas kürzer.

Danke euch Profis im Forum

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Beat
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Re: Zügellängen

Beitrag von Beat » Mo 26. Nov 2018, 08:43

Fische zwar so gut wie nie mit de Hund, nur gerade für ein paar Wochen am Anfang der Forellensaison - dann wenn ich ausschliesslich in den obersten 2-3m fische.

Von Hund zu Boot:
1. Zügel: 45m - 25m 0,7 Mono, 20m 0,4 FL
2. Zügel: 37,5m - 17,5m 0,7 Mono, 20m 0,4 FL
3. Zügel: 30m - 15m 0,7 Mono, 15m 0,4 FL
4. Zügel: 37,5m - 17,5m 0,7 Mono, 20m 0,4 FL
5. Zügel: 45m - 25m 0,7 Mono, 20m 0,4 FL

Beim Übergang von 0,7 zu 0,4 befestige ich immer am Ende der 0,7 das Blei, da diese Schnur weniger verletzlich ist. Am 3ten Zügel immer am wenigsten Blei, da dieser aufgrund der Kürze eh am höchsten läuft bzw. du am wenigsten nach unten bringst.

Zügellänge kommt halt immer noch auf den Gewässer und auf den Zielfisch drauf an. Dies sind meine Zügel für Forellen, Hecht würde ich deutlich kürzer machen.

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Re: Zügellängen

Beitrag von Antennenwels1 » Mo 26. Nov 2018, 09:32

Hallo Beat
Genau mein Plan. Super dass du mir das bestätigst. Ich fische auf dem Vierwaldstätter. Vielen Dank. Einzig bei der Schnurwahl wähle ich etwas dünner: 50er und 40er. Danke für den Tipp der Bebleiung. 👍👍👍

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Beat
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Re: Zügellängen

Beitrag von Beat » Mo 26. Nov 2018, 10:11

Wenn du eine Zügelrolle auf dem Boot hast und genügen Platz, dann würde ich nicht dünner gehen.

Dies aus folgenden gründen:
- Weniger Anfällig auf Beschädigung.
- Wenn du auch im Frühling noch mit dem Seehund unterwegs bist, kannst du selbst gröbstes Schwemmholz handlen ohne dass die Schnur einen schaden davon trägt. Schwemmholz bleibt bei mir immer vor dem Vorfach hängen, da ich die Rhino Bleie verwende. Zudem beugst du Schnurbrüchen durch Schwemmholz vor, bei guten PMS sehr ärgerlich.
- Die dickere Schnur gibt dir zusätzlichen Auftrieb. Gerade anfangs Saison kannst du nicht hoch genug fischen.
- Weniger Gehürsche bei dickerer Schnur.

Bei der Verbindung der Schnüre verwende ich einen Wirbel, da der Zügel eh nur auf die Rolle oder bei Fisch auf den Drillstock kommt.

Noch zur Bebleiung:

Am 1ten Zügel verwende ich immer "relativ" viel Blei - so um die 20-30gr. Soviel dass die Hundschnur nicht ins Wasser kommt, dies weil dieser Zügel am nächsten beim Hund (Hundspur bei glattem See) ist, zudem erreicht der erste Zügel mit wenig Blei die grösste Tiefe, da dieser am nächsten am Wasser ist. Der Zweite Zügel dann mit weniger Blei, 10 oder 20gr. Am dritten dann so wenig wie möglich, sollte nur als Krautschutz dienen. Am vierten wieder ein bisschen mehr und am fünften nochmals ein bisschen mehr. Oder einfach an allen, ausschliesslich ersten und fünften Zügel 10gr. Der vierte und fünfte Zügel bringst du eh nicht weit runter, da die Hundschnur am höchsten ist (mein Mast hat 6m Höhe). Wenn ich unter 2-3m fische, kommen die Rutenhunde zum Einsatz.

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Re: Zügellängen

Beitrag von Antennenwels1 » Di 27. Nov 2018, 12:54

Hallo Beat
Vielen Dank für deine Erläuterungen. Schleppstangen und Zügelrollen habe ich selbst gebaut, irgendwo finde ich es doch verrückt, dass das Material so viel kostet. Platz habe ich genug auf meinem Boot.
Bei der Schnurwahl gehe ich nochmals über die Bücher. :wink:

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Re: Zügellängen

Beitrag von Bodenseeaal » Di 27. Nov 2018, 18:37

Hallo Beat,

du fährst also 2 Fächer mit insgesamt 10 Zügeln hab ich das richtig verstanden? Warum ist Zügel 4 und 5 am Boot dann wieder länger, und warum nicht ein großer Fächer von Hund zu Hund, jeweils außen am Hund lang und innen am Boot kurz?

6 Meter.. hast du seitlich offene Umlenkrollen die es dir ermöglichen mit eingehängtem Zügel durchzukurbeln (oder hast du eine Leiter an Bord?)

wir haben 60iger, da hat mein Angelladen schon den Kopf geschüttelt, 70 hört sich stabil an einverstanden, 60iger auf Hecht dann ohne weiteres Vorfach, für Seeforellen dann mit 35 oder.. wohl besser 40iger (Fighter) davor, wer weiß...
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Re: Zügellängen

Beitrag von Beat » Mi 28. Nov 2018, 10:03

Ja insgesamt sind das dann 10 Zügel. Keine Ahnung, ist einfach Geschmackssache, der äusserste und der innerste Zügel sind am nächsten am Hund bzw. Boot. Sind also in der nähe von einer Spur auf dem Wasser. Somit wähle ich diese am längsten. Würdest du die Zügel immer kürzer machen gegen das Boot, so wäre der innerste Zügel doch sehr nah am Boot. Der mittlere Zügel ist am weitesten weg von Boot und Hund, somit mach ich den am kürzesten. Wenn eine Forelle den Löffel von Zügel 3 verfolgt, sich abwenden und tendenziell nach unten geht, kommen links und rechts nochmals je ein Löffel versetzt/tiefer. Da gibt es sicher viele gute Ansätze. Wären alle Zügel gleich lang und hätten gleich viel Blei dran, würden sie trotzdem versetzt laufen wegen der abfallenden Hundschnur - ich glaube das ist nicht Erfolgsentscheiden. Für mich passt es aber so.

Nein, habe keine Leiter an Bord, ist einfach ein ganz normaler, sehr robuster 4-teiliger Teleskopmast, welcher ich mir nach meine Bedürfnissen anfertigen hab lassen. Den Mast habe ich auf 2m beim rauslassen und erst wenn alles draussen ist kommt er auf Maximalhöhe.

Da man beim Schleppen nicht werfen muss, sehe ich keine Gründe an der Schnurdicke zu sparen. Gibt keinen Grund eine dünnere Schnur zu nehmen - dass man weniger Forellen fängt mit einer dicken Schnur ist ein absoluter Irrglauben.
Zuletzt geändert von Beat am Do 29. Nov 2018, 15:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Zügellängen

Beitrag von Antennenwels1 » Mi 28. Nov 2018, 19:14

Hallo Beat
Genau meine Ansicht. Super Beitrag, danke. Wohnst du in Meggen ? Ich arbeite dort, mein Boot habe ich in Stansstad. Vielleicht kreuzen wir uns ja mal die Zügel auf dem super schönen Vierwaldstättersee. Sorry, aber es gibt kein schöneres Gewässer. :P

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Re: Zügellängen

Beitrag von Beat » Do 29. Nov 2018, 08:25

Antennenwels1 hat geschrieben:
Mi 28. Nov 2018, 19:14
super schönen Vierwaldstättersee. Sorry, aber es gibt kein schöneres Gewässer.
Das ist genau so! :love:

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Re: Zügellängen

Beitrag von Loup » Sa 1. Dez 2018, 07:51

@ Beat
Glaubst du echt, dass die Spur vom Hund einen negativen Einfluss auf die Bisse der Forellen hat?
Wenn es mir langweilig wird, fische ich manchmal eine Rute direkt hinter dem Boot aktiv. Manchmal steckt sie auch einfach in einem Rutenhalter. Nicht selten beisst eine Forelle direkt in der Spur des Bootes. Ob der Köder aktiv oder passiv gefischt wird.
Gruss vom Murtensee
Loup

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Re: Zügellängen

Beitrag von Beat » Mo 3. Dez 2018, 14:38

@Loup
Nein ich denke ehrlichgesagt nicht, dass es einen riesen Einfluss hat. Sicher auch nicht bei eher kleineren Forellen. Hatte auch mal eine beim einholen - ca. 8m hinter dem Motor. Aber dass es gar keinen Einfluss hat glaube ich auch nicht, gerade wenn der See ganz glatt ist. Ist schwer hier etwas zu sagen, da es sicher Situationen gibt, wo es draufangekommen wäre und sicher auch sehr viele Situationen wo es keinen Einfluss hat. Ein getwichter Artist direkt hinter dem Boot in der Spur gibt sicher Fisch, da bin ich bei dir und habe ich auch schon viel erlebt... :wink:

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Re: Zügellängen

Beitrag von Loup » Mo 3. Dez 2018, 21:11

Beat
Artist tönt schon sehr gut. War vor vielen Jahren ein Erfolgsköder von mir, aber im Fluss und Bach. Beim Schleppen habe ich andere Prioritäten.
Gruss vom Murtensee
Loup

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Re: Zügellängen

Beitrag von gstar » Mo 3. Dez 2018, 22:03

Hi,
Ich gebe auch mal meinen Senf dazu :mrgreen:

Wir fischen alle Zügel mit 50m. 35m 0.60er und dann 15m 0.40 er.
So kannst du Zügel verwechseln etc ohne das nachher das ganze System durcheinander ist.

Die Tiefe variieren wir über das Blei, aussen direkt auf dem Hund nur ein winziges Blei um eventuelles Kraut aufzuhalten. Dann Richtung Boot immer schwerer. Falls die Forellen wirklich tief stellen werden die mittleren Zügel am meisten bebleit.

Wir fangen viele Forellen auf die äusseren Zügel, also genau in der Spur des Hundes. Unsere Theorie dabei ist das bei etwas Welle der Hund gerne mal etwas hüpft/schlägt und dazu der Spange oder Löffel noch einmal mehr Spiel gibt.

Die Spur des Bootes scheint nicht so sehr zugefallen, obwohl auch dort hin und wieder ein Fisch beisst.
Gruss,
Patrick

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