Schleppen auf dem Léman

Hier ist der Platz, um Eure Fänge zu präsentieren.
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gstar
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Schleppen auf dem Léman

Beitrag von gstar » Sa 31. Aug 2013, 20:09

Das erste Mal richtig Schleppen...


Heute Morgen ging es das erste Mal richtig auf Hecht schleppen.
Um 7Uhr klingelt der Wecker, schnell angezogen und Zähne geputzt und den schon gepackten Rucksack genommen. Auf in Richtung Lausanne!!!
Um 8 Uhr traf ich dann Christian vom dortigen Angelverein, genannt Bibi. Er hatte sich bereit erklärt mir das Schleppen zu zeigen und mir sein Material zur Verfügung gestellt. Um 8.30h dann, waren alle Köder im Wasser:
Vor allem Handgefertigte Holzwobbler (einfach Bombe die Teile, leider ist der Hersteller vor 2 Jahren verstorben und man kann sie nirgends mehr kaufen) und einige Modernen Spielereien meinerseits.
Das System:

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Auf jeder Seite waren genau die gleichen Köder montiert und jeder entschied sich für eine Seite.
Also bequem gemacht und über das Fussball Spiel von gestern diskutiert.
Gegen 9h30 bemerkte ich dann das an meiner Seite etwas gebissen hatte. Unter Bibis Anleitung kurbelte ich langsam die Schlitten in Richtung Boot, und Hakte die ersten beiden Seitenarme aus. Der Hecht hing am Dritten. Also die Schnur in einem Haken eingehängt und den Hecht per Hand (!) langsam zum Boot gedrillt. Bibi meinte das sei nur ein kleiner, aber als er an die Oberfläche kam, war er doch grösser als gedacht. Bibi feumerte ihn gekonnt und der Hecht wurde versorgt.
94cm und beinahe 7kg schwer. Neuer PB :v:
10min nachdem wieder alle Köder im Wasser waren, wieder ein Biss auf meiner Seite. Herangedrillt und, ja der hat den Meter, und zwar deutlich!! Doch dann passiert es, Bibi führt denKescher zum Hecht, dieser Springt, und ist weg. Ich denke mir nur, Verdammt. Aber es wird weiter gefischt.
Bibi verhaftet inzwischen einen 70cm und einen 60cm Hecht, beide werden geleast.
Um 10h30, geht ein gewaltiger Ruck durch die Leine, der hängt!!
Also Seitenarme entfernt und dann wir gezogen, wäre der Hecht durch den Zug des Bootes nicht schon etwas müde gewesen wäre das etwas komplizierter geworden. Nach 5min Drill ist er das erste mal an der Oberfläche, deutlich über 1m :D
Dann kommen auf einmal die Wellen der Kursschifffart. Jetzt aufpassen und ja nicht das Gleichgewicht verlieren. Auf einmal legt der Hecht eine hammerharte Flucht hin und mehrere Meter Schnur sausen mir durch die Hände. Dann ok, alles wieder unter Kontrolle. Mittlerweile Schmerzen meine Finger vom Halten der blossen Schnur, doch das Adrenalin macht die Schmerzen vergessen. Und dann taucht er auf, wow ist der gross. Gefeuert, und er lag im Boot, yeah!! Plötzlich Springt er hoch, in Rugby Manier springe ich auf ihn und halte ihn fest, dann Hakenlösen. Geht nicht, hängt total fest und die Kiemen sind stark verletzt, also wird der Hecht versorgt. Das Hakenlösen war quasi unmöglich, so Schnitten wir die Kiemenbögen zum Teil raus um von der anderen Seite an den Drilling zukommen.
Plötzlich springt der tote(?) Hecht noch einmal nachoben und schüüttelt einmal den Kopf, Resultat: der Drilling ist aus dem Wobbler gerissen :shock: . Nach dem Blutbad wurde er dann noch Ausgenommen und wanderte in die Kühlbox.
Bibi fing noch einen 85cm Hecht, danach war Schluss.
Ab 12.30h kein Biss mehr, nichts. Einfach zuviel los auf dem See. Um 16h waren wir wieder im Hafen und die Fänge wurden von allen Bewundert und von Bibi (früher Koch) fachgerecht zerlegt. Insgesamt 6kg (von meinen beiden Hechten) feinstes Filet ohne eine Gräte.

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Heute Abend gabs Curry-Geschnetzeltes mit Hecht anstelle von Huhn oder Pute, einfach nur lecker.

Insgesamt ein echt geiler Tag mit vieeel Fisch 8)
Gruss,
Patrick

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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von rasch » Mo 2. Sep 2013, 07:28

Petri ...
toller Bericht. :chef:
Gruss & Petri
wäre Fischen einfach ... es würde Fussball heissen
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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von Rolandus » Mo 2. Sep 2013, 08:52

Wie Kino. Danke :v:
Hecht-geschnetzeltes mit Curry hatte ich noch nie. Muss das mal probieren.
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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von gstar » Mo 2. Sep 2013, 20:18

Vielleicht wäre dass noch ein Tipp:
Hecht-Kaviar

Bibi hat mir erzählt dass er jedes Jahr Hecht-Kaviar mache.Wenn also eine Hechtdame mit Laich (natürlich nicht in der Schonzeit :wink: ) gefangen wird, salzt er den Laich leicht und füllt ihn Luftdicht und Lichtdicht (?) in kleine Döschen. Bei 5 Grad im Kühlschrank bis zu 10 monate haltbar. Hab probiert, schmeckt echt genial.


PS: bin mir nicht sicher ob das zu 100% richtig ist, aber im www. gibts sicher ne Anleitung zum Kaviar herstellen.
Gruss,
Patrick

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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von Flümi » Mo 2. Sep 2013, 20:31

Petri zu den beiden Prachtsfischen :D
gstar hat geschrieben:beide werden geleast.
releast (eingedeutschtes Wort). "geleast" ---> kommt vom Leasing ---> ist etwas anderes :wink:

http://www.pecheur-nyon.ch <-- bist du dort involviert?
Gruss, Stefan
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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von gstar » Mo 2. Sep 2013, 20:42

Flümi hat geschrieben:Petri zu den beiden Prachtsfischen :D
gstar hat geschrieben:beide werden geleast.
releast (eingedeutschtes Wort). "geleast" ---> kommt vom Leasing ---> ist etwas anderes :wink:

http://www.pecheur-nyon.ch <-- bist du dort involviert?
ich meinte natürlich releast :wink:

Alle "Vereine" am Leman gehören zur FIPAL (Fédération Internationale des Pêcheurs Amateurs du Léman), ich bin in den Sektionen Rolle, Vidy und hin und wieder auch Nyon mit dabei. In jeder Sektion kenne ich Leute, bin aber offiziell noch nicht Mitglied.

Du meinst wegen dem Bild, oder?
Das ist das Bild das auf der Site von mehreren Sektionen auftaucht, daruter Rolle und die ofizielle FIPAL Seite.
Gruss,
Patrick

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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von gstar » So 13. Okt 2013, 13:23

So, die Schleppsaison ist jetzt offiziell beendet :(
Gestern gings auf Seesaiblinge und zum ersten Mal hatte ich das komplette Kommando auf dem Boot und konnte über Spots, Köder und Schlepptiefe entscheiden. Unterwegs war ich wieder mit Bibi vor Lausanne. Teilweise hatten wir bis zu 100m Kabel draussen, da die Saiblinge relativ tief stehen obwohl sie zum Laichen Richtung Ufer ziehen. Obwohl das Wetter am frühen Morgen extrem schlecht war und alles erst um 10h losgehen konnte, hatten wir bis ca. 14h strahlend blauen Himmel, Sonnenschein und nur sehr wenig Wellen. Nach ca. 1Std. klingelt die Glocke an der Tiefseerolle wie verrückt, ein beinahe 50cm Saibling kann gelandet und versorgt werden. Also Köder wieder ins Wasser und weiter, nur 2min später wieder Biss, dann plötzlich säuft der Motor ab und die Spannung ist weg, der Saibling auch. Dann hatten wir insgesamt noch 2 weitere Fehlbisse. Um 14h dann konnte wieder ein Saibling gelandet werden, leider nur knapp über 30cm. Als es dann gegen 15.30h hiess beide Montagen rauf zuholen, hing an jedem der 20 Löffel ein Egli von ca. 15cm :shock: . Also angehalten aufgeräumt und mit der Hegene noch ein paar Eglis rausgeholt.
Dann gings mit Vollgas zurück in Richtung Hafen.
Gruss,
Patrick

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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von chruemi » So 13. Okt 2013, 19:10

Wie ist es eigentlich mit dem Patent am Lac leman kann man mit einem Patent den ganzen See befischen oder braucht man da verschiedene wenn man z.B. auf die französische Seite fährt oder eine Kantonsgrenze überquert?
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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von gstar » So 13. Okt 2013, 21:10

Nein, 1 Patent für den ganzen See
Gruss,
Patrick

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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von chruemi » So 13. Okt 2013, 21:17

:up: danke für die Antwort!
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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von chruemi » Mi 23. Okt 2013, 10:24

Hallo gstar

Kann man mit einem Tages oder Wochenpatent auch Schleppfischen oder geht das nur mit einem Jahrespantent?

Ist in den Unterlagen nicht wirklich ersichtlich........
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Re: Schleppen auf dem Léman

Beitrag von Loup » Do 24. Okt 2013, 13:04

In den Unterlagen ist eigentlich klar zu sehen, dass für die Schleppfischerei (Train) nur ein Jahrespatent angeboten wird.
Gruss vom Murtensee
Loup

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