Die Zürichseeforelle gibts! Hier ist meine von letzter Woche
Da war ich in der Nacht am Köderfisch angeln mit Maden am 18er Haken. Die hat nen dicken kleinen Bauch!
Auffällig ist, dass ich nachts, jeweils ab Februar mehrere solche kleine Forellen im See beobachten kann.
Oft sind sie standorttreu. Die Fische von den Fotos hab ich schon mehrmals angetroffen: Viele Ecken, an denen sie stehen, werden jährlich von anderen Forellen als Nachtplatz genutzt.
Die grossen finde ich nicht, doch wer momentan mit der Taschenlampe geschützte Stellen beobachtet, kann eine kleine Forelle finden.
Möglicherweise sind dies Besatzfische, aber das schmälert nicht meine Freude.
Kein Wunder, dass man sie nachts am Ufer antrifft. Das Ufer ist Nachts voller Kleintiere, welche sich am Tag eher versteckt aufhalten: z.B. Bachflohkrebse, Muschelkrebse, Ruderfusskrebse und seit einigen Jahren auch Schwebegarnelen.
Das lockt natürlich auch Kleinfische an. Durchgehend konnte ich nachts fast am gesamten Ufer kleine Egli, Läugel, Groppen und Schwalen beobachten.
Da wird sicher auch die eine oder andere grössere Forelle nachts am Ufer Jagen.
Die Kleinfische werden sich tagsüber wohl nicht so weit vom Ufer entfernen, dass sie nicht mehr mit der Angelrute erreichbar sind.
Somit ist der Tipp: „Finde die Kleinfische, dann findest du irgendwann Forellen“, wahrscheinlich gar nicht so wichtig.
Denn die Kleinfische sind wirklich überall!
Das Laichgeschäft ist in vollem Gange und in einem Zufluss sehe ich immer noch neue Aufsteiger.
Hier der bisher grösste beobachtete Fisch dieser Saison, welcher mit einem Männchen möglicherweise über einer Laichgrube steht. Die Naturverleichung funktioniert, Hurra! Zumindest teilweise...
Da ich die Seefo noch nicht gezeigt habe, ein mini Bericht:
Am 19. April 2025, eine Stunde vor Sonnenuntergang, hatte ich zum ersten Mal einen Biss seit Dezember 2021.
Der Pressbait(85mm/28g) wurde ausgeworfen und sank etwa 20Sek an der straffen Schnur.
Nachdem relativ schnell etwa 15m eingekurbelt wurden, gab ich 2 richtig harte Schläge in die Rute und liess den Köder 6 Sekunden sinken. Daraufhin wurde erneut schnell eingekurbelt und nur nach 3 Kurbeldrehungen ging Schnur von der Rolle. Das war kein spürbarer Biss, die Forelle nahm sich gleichmässig sofort mehrere Meter von der Rolle.
Nach einigen Minuten Drill, in denen ich am Ufer rumschrie, war sie gelandet.
Eine 65cm lange Schönheit! Ohne zu übertreiben kann ich sagen, dass der Fang dieses Fisches eine der grössten Freuden in meinem Leben war.
Das war ein absoluter Traumfisch und am nächsten Abend gabs Seefo-Sushi
Mittlwereile sag ich mir, dass mir kein Wissen auf dieser Welt und keine Beobachtung wirklich hilft, eine Forelle zu erwischen. Die Chancen sind so verschwindend gering, die kann man kaum steigern. Zumindest nicht am Zürichsee vom Ufer.
Es kommt alleine darauf an, dass der Köder im Wasser ist. Egal wo.
Und wenn ich diese Saison keine fange: Kein Problem! Ich weiss, dass die nächste kommt. Vielleicht morgen, nächsten Monat oder in 5 Jahren.
Und je länger sie auf sich warten lässt, desto grösser wird die Freude sein, wenn sie sich blicken lässt.
Das Fischen auf Seeforelle muss man auch ohne Fischkontakt geniessen können. Sonst hält man nicht durch.
Auch hier hört man nun weniger Fangmeldungen. Doch mittlerweile treffe ich kaum noch Seefofischer am Ufer an.
Ich sag mir: Die Fische sind schon noch da, nur die Fischer sind weg
Danke für die Aufmerksamkeit, der Köder war noch nicht am Wasser

