Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Hier ist der Platz, um Eure Fänge zu präsentieren.
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DonMiguel
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von DonMiguel »

Hallo zämä
Gerne berichte ich an dieser Stelle über den diesjährigen Tessinurlaub. Dieses Jahr ging ich mit einem Kollegen vom 26.7. bis am 2.8. Dabei hatten wir bis am 30.7. ein Haus in Lodano und für die folgenden Tage in Frasco. Somit je eine Basis im Maggia- bzw. im Verzascatal. Um mobil zu bleiben, bin ich mit dem Motorrad ins Tessin gedüst. Das hat sich als elementar erwiesen. Denn wer meinen obenstehenden Bericht gelesen hat weiss, dass ich bisher sehr unflexibel war: Gebunden an Postautos und sonstige Ferienpläne.
Gefischt haben wir an der Maggia, Bavona, Verzasca und einigen kleineren Bächen, deren Namen ich zum Schutz der Populationen für mich behalte. Wer die Augen offen hält, findet sicher ähnliche Bäche :)
Die letztjährigen Spots haben sich als richtiggehende Flops herausgestellt. Ob dies daran liegt, dass ich einigen hier im Forum Tipps gegeben habe und sie dann alles leergefischt haben, oder ob es saisonale/sonstige Gründe waren, kann ich nicht beurteilen. Generell bissen die Fische an den Hauptflüssen primär morgens so ab 08:30 (als die Sonne über die Berge kam) bis um den Mittag, wenn es zu heiss wurde. An den kleinen Bächen (oder weit oben in der Maggia/Verzasca) konnten wir den ganzen Tag lang Fische fangen. Ideal waren bewaldete Stücke, wo auch tagsüber Schatten vorzufinden war. Es hat sich jedes Mal gelohnt, als wir mit dem Töff möglichst weit weg von Touristen und Badenden fuhren.
Zur Köderwahl: Anfangs fischten wir noch viel mit Wobbler, wechselten dann aber schnell zu goldenen 1er Mepps. Die haben sich als ideal herausgestellt: Einfach zu führen, lösen bekannterweise Aggressionen aus, sind in den allermeisten Fällen einfach zu lösen und gehen nicht kaputt, wenn man sie mal an einen Felsen schmettert ;)
Ich führe seit mehr als einem Jahr ein detailliertes Angel-Logbuch. Ich dachte, das könnte hier vielleicht auch interessant sein. Bitte verzeiht, dass ich die Orte "anonymisiert" habe. Doch ich möchte besonders die kleinen Bäche/Abschnitte schonen. Per PN gebe ich gerne einen/zwei Spots bekannt.
Tag Zeit, Dauer, Ort, Forellen gefangen/Forellen massig, Köder
Son 15:00, 1h, kleiner Bach 1, 2/0, Wobbler sinkend, Fario Color
Son 16:00, 2h, Maggia Spot 1, 0/0, Wobbler sinkend, Fario Color
Son, 19:00, 2h, Maggia Spot 2, 3/0, Spinner silbern 2
Mon, 06:00, 3h, Maggia Spot 1, 5/2, spinner gold
Mon, 13:00, 2h, Lago del Sambuco, 20/1, spinner gold
Mon, 18:00, 2h, Maggia Spot 3, 3/0, spinner gold
Di, 08:30, 4h, Maggia Spot 4, 10/0, spinner gold
Di, 20:30, 1h, Maggia Spot 1, 1/1, spinner gold
Mi, 07:30, 3h, Maggia Spot 2, 2/0, spinner gold
Mi, 12:00, 8h, Bavona, 20/0, Spinner gold
Do, 09:00, 4h, Maggia Sport 2, 15/1, spinner gold
Do, 19:30, 1h, kleiner Bach 2, 20/1, Spinner gold, Gewitter vorher, leichte Trübung, abartig aggressive Fische
Do, 20:30, 1h, Verzasca Spot 1, 20/0, spinner gold, siehe oben
Fr, 08:30, 3h, Verzasca Spot 1, 15/0, spinner gold
Fr, 17:00, 4h, Verzsca Spot 2, 30/1, spinner gold
Sa, 07:30, 4h, Verzasca Spot 1, 20/1, spinner gold
Sa, 16:30, 5h, Verzasca Spot 1, 30/1, spinner gold
So, 08:00, 7h, Verzasca Spot 1, 30/3, Spinner gold
Das sind meine Resultate, die vom Kollegen sehen zahlenmässig ähnlich aus, man kann also die Zahlen mal zwei rechnen. Man sieht, dass wir viel gefischt haben :) Der Ertrag an Forellen war sehr schön, auch die kleinen haben Freude bereitet und wir konnten alle bis auf zwei problemlos lösen und zurücksetzen.
Bei den Massigen waren bei mir drei 24er dabei, welche den "Zentimeterbonus" genossen und hoffentlich immer noch schwimmen. Die grössten Forellen waren um die 30cm. Das war auch der kleine Negativpunkt des Trips: Die wirklichen Riesen konnten wir nicht überzeugen. Lag evtl. auch an der Köderwahl: Ein 1er Mepps spricht jede Forelle des Baches an und so kam es sicherlich vor, dass eine Kleine einer Grossen zuvor kam. Aber schlussendlich ist Fischkontakt das Wichtigste und den hatten wir zur Genüge! Ich konnte sogar meine erste schweizer Forelle mit der Fliegenrute fangen, was auch ein Highlight war!
Unten noch eine Auswahl der gemachten Bilder. Man sieht besonders schön die wunderbaren Unterschiede in Färbung und Muster. Einfach genial! Anmerkung zu den Bildern: Einige Forellen sind bereits fachgerecht getötet, andere (besonders schön gefärbte) waren im Wasser, wurden kurz in die Kamera gehalten und direkt freigelassen.
Teilt doch gerne auch eure Erfahrungen im Tessin. Besonders, wenn ihr die Grösseren auch erwischt habt ;)
Liebe Gruess
Michel & Manuel

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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von Rutenhalter »

Schöner Bericht,Petri und danke fürs teilhaben
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von Tomtom97 »

Wow, danke für den Bericht und sehr schöne Bilder.
Ich glaube das nächste Mal muss ich im Tessin auch ein Patent lösen.
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DonMiguel
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von DonMiguel »

Unbedingt! Kleine Reiserute, 1500 bis 3000er Rolle, etwas Vorfach und eine kleine Köderbox und du bist im Paradies :lol:
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von Swordfish »

Petri zum erfolgreichen Trip, Don Miguel, und besten Dank für den tollen Bericht!

Allerdings löst bei mir deine untenstehende Aussage doch etwas Stirnrunzeln aus...
DonMiguel hat geschrieben:
So 9. Aug 2020, 21:59
Das war auch der kleine Negativpunkt des Trips: Die wirklichen Riesen konnten wir nicht überzeugen. Lag evtl. auch an der Köderwahl: Ein 1er Mepps spricht jede Forelle des Baches an und so kam es sicherlich vor, dass eine Kleine einer Grossen zuvor kam. Aber schlussendlich ist Fischkontakt das Wichtigste und den hatten wir zur Genüge!
Wenn ich deine Fangliste überfliege, dürftest du weit über 200 Forellen gefangen haben und nur 10 davon hatten knapp(!) Mass? :shock: Sorry, aber dann wechselt man entweder den Spot oder wählt keinen Mini-Allround Köder aus. Dass Forellen in solchen Flüssen auf alles schiessen, was ins Beuteschema passt, ist ja nichts Neues und sollte dementsprechend in die Köderwahl miteinfliessen. Das erwarte ich von einem richtigen Fischer.

Fischkontakt ist tatsächlich wichtig, aber sicherlich nicht das Wichtigste wenn es praktisch ausschliesslich untermassige Fische sind! Oder würdest du in deinem eigenen Pachtgewässer auch deine über Jahre aufgepäppelten Nachzuchten verangeln?
There's a fine line between fishing and just standing on the shore like an idiot.
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von PikePesche »

Don Miguel ist lange nicht der einzige Ferienangler der so fischt und entnimmt wie er. Das ist auch der Grund warum in diesen Flüssen so wenig massige gefangen werden.
Selbes Problem in Uri, Graubünden und Wallis.
Natürlich gibt es einige Ausnahmen (Bäche wo man wirklich klettern und wandern muss). Das sind aber nicht Abschnitte an den zwei touristen Flüssen und auch nicht deren Nebenbäche.


Vielleicht habe ich eine radikale ansicht, jedoch finde ich das die Zeit vorbei ist wo man mit einem Patent berechtigt ist quasi einen ganzen Kanton zu befischen. Man hat ja keine Ahnung wie es um den Fischbestand in diesen Fliessgewässern steht. Anhand des Gewässer zustandes sollte man doch entscheiden wie viele Fische man entnehmen kann.



Danke trotzdem für den Bericht, vielleicht nimmst du dir die Worte von Sword ja zu herzen.

Gruss Peter
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DonMiguel
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von DonMiguel »

Merci allen für das Feedback!
Swordfish hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 11:36
Wenn ich deine Fangliste überfliege, dürftest du weit über 200 Forellen gefangen haben und nur 10 davon hatten knapp(!) Mass? :shock:
12 Massige hatte ich. Die Quote ist etwa 5%, also jede zwanzigste Forelle massig. Nicht gerade super, da stimme ich mit dir überein. Ich hätte auch gerne eine höhere Quote. Wie ist jeweils dein Wert und wo ist deiner Meinung nach die moralische Grenze? Ein C&R Fischer hat z.B. eine Quote von 0%, da er ja alle wieder schwimmen lässt. Ist es dort besser, wenn er grosse Fische fängt? Oder ein typischer Fleischfischer, der 30% Massige fängt und alle tötet, darunter evtl. grosse Weibchen ist wie einzuschätzen? Er fängt weniger Kleine als ich, tötet aber mehr. Eine feine Linie, finde ich.
Swordfish hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 11:36
Sorry, aber dann wechselt man entweder den Spot
Das ist ein Problem, wenn man Strecke macht und neue Gebiete kennenlernt: Man fischt halt auch in den Bereichen, wo sich überwiegend kleinere aufhalten. Bei bekannten Gewässern kann man diese gezielt überspringen. Bei Unbekannten ist das schwer. Ab wann hört die Baby-Zone auf? Wenn man eine Woche durchfischt und täglich Kilometer um Kilometer abarbeitet, trifft man täglich auf sicher 10 solcher Zonen und fängt zwangsläufig einige zu kleine Fische.
Swordfish hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 11:36
oder wählt keinen Mini-Allround Köder aus.
Wie ich schon geschrieben hatte, ist für mich der Mepps am Bach ziemlich konkurenzlos aufgrund der Robustheit, dem schonenden Lösen der Haken, variablen Tiefenführung, Fängigkeit. Er hält sich nicht ohne Grund seit Jahrzehnten unter den Topködern. Bezüglich der Mepps-Grösse: Auch mit grösseren Mepps fängt man meiner Erfahrung nach viele kleine Forellen, die "Operation" wird in vielen Fällen dann auch eher übler. Kleine Mepps lassen sich so gut wie immer problemlos lösen, eben weil sie klein sind. Fischen mit Mepps finde ich z.B. fischschonender als Wobbler, wo sich der zweite Einzelhaken/Drilling auch noch in den Fisch bohren kann und dann im schlimmsten Fall Kiemen/Augen verletzt. Zudem wird an Bergbächen gerne "gefühlert", wir durften auch diverse verlorene Montagen abtransportieren. Der Mepps ist sicher auch dieser Methode vorzuziehen, nicht?
Gerne wüsste ich von dir, welche Köder du konkret einsetzt, um an den genannten Bächen grösstenteils Fische ü24 zu haken.
PikePesche hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 12:41
Don Miguel ist lange nicht der einzige Ferienangler der so fischt und entnimmt wie er. Das ist auch der Grund warum in diesen Flüssen so wenig massige gefangen werden.
Ich weiss nicht, ob das als Kritik gemeint war. Wenn ja möchte ich gerne wissen, was du damit meinst: "der so fischt und entnimmt wie er". Es steht oben nichts darüber, wie viele Fische ich entnommen habe. Tote Fische sieht man 8 auf den Bildern und die sind vom Kollegen und von mir. Halt einfach die am interessantesten gefärbten.
PikePesche hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 12:41
Vielleicht habe ich eine radikale ansicht, jedoch finde ich das die Zeit vorbei ist wo man mit einem Patent berechtigt ist quasi einen ganzen Kanton zu befischen. Man hat ja keine Ahnung wie es um den Fischbestand in diesen Fliessgewässern steht. Anhand des Gewässer zustandes sollte man doch entscheiden wie viele Fische man entnehmen kann.
Finde ich auch. Ist aber unabhängig von kantonsinternen und -externen Fischern. Merkt man auch gerade, wenn man sich wie wir etwas aus den Hauptorten zurückzieht und in menschenarme Gebiete wechselt. Ich möchte unabhängig davon noch anmerken, dass meiner Meinung nach der Forellenbestand in den genannten Flüssen/Bächen ausgezeichnet ist. Sogar in den zentralen "Touristenmetropolen" hat es viele Forellen.
PikePesche hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 12:41
Danke trotzdem für den Bericht, vielleicht nimmst du dir die Worte von Sword ja zu herzen.
Gerne.
Ja, ich nehme mir die Antworten zu Herzen und überlege mir meinen Teil dazu. Trotzdem kann ich einige Aussagen nicht komplett nachvollziehen.

Obige Kommentare von mir sind nicht genervt oder böse gemeint, ich möchte einfach genauer wissen, wo man etwas konkret anders machen könnte. Kritik ist ja gut und recht, aber konkrete Lösungsvorschläge wären hilfreicher (ein Ködervorschlag ist auch schon per Privatnachricht reingeflattert).
Ich hoffe, dass ihr aus meinen Antworten herauslest, das wir uns durchaus schon vor dem Trip Gedanken über fisch-schonendes Angeln gemacht haben und das auch weiter tun werden. Die Meinungen gehen da aber ziemlich auseinander, Beispiel typischer C&R-Fliegenfischer: Nimmt keine nach Hause (ob das gut oder schlecht ist, muss wieder jeder selbst entscheiden), fängt, wenn er gut ist, viele Forellen, wohl auch zu kleine (wieder eine moralische Frage). Ich probiere da meinen Weg zu finden.

Liebe Gruess
Michel
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Andreas
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von Andreas »

Hallo Michel
Schöne Berichte aus schönen Gewässern, danke dafür.

Das mit den Grossen gezielt fangen finde ich auch schwer, umso mehr seit ich nur noch mit der Fliege in Fliessgewässern fische.
Hinzu kommt, dass mit dem verfliessen der Saison auch wesentlich weniger Grosse darunter sind.
Als ich noch mit Spinner unterwegs war fischte ich am Ende eigentlich ausschliesslich mit dem Mepps Comet/oder Vibrax in der Grösse 3 und mit Einzelhaken, was den Fischkontakt merklich verkleinerte dafür die Massigquote enorm erhöhte. Vieleicht mal ein Versuch wert?

Schön übrigens, dass du deinen ersten Fisch mit der Fliege fangen konntest. Bei solchen Gewässern wäre es auch mal eine Herausforderung nur die Fliegenrute mitzunehmen.
Aber wie du auch schreibst mit der Fliege fängt man auch Kleine. Ich habe noch nicht allzugrosse Erfahrung mit der Fliege, habe aber festgestellt, dass das Fischen mit der Nymphe generell wohl schonender ist als mit der Trockenfliege.
Tendenziell ist mMn grundsätzlich beides schonender als Spinnfischen.
An Tagen wenn die kleinen wie die Irren auf die Trockenfliege schiessen konnte ich die Grösse mit gezieltem Fischen auf die mMn besten Plätze im Bach und mit der Nymphe ziemlich steuern.

Das heisst aber auch, dass ich Spots an denen ich beim in die Nähe treten bereits kleine Schatten herumflitzen sehe, bewusst meide und versuche die guten Standplätze ausfindig zu machen/und die grossen Fische zu finden.
Und auch die kann ich mal nur bewundern.
LG
Andreas
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von Loup »

Danke DonMiguel für den Bericht und die wunderschönen Bilder der Forellen. Zum Teil hast du echt schöne Plätze gefunden die Fische zu zeigen.
Die Foren leben eigentlich auch von den Fangberichten. Fangberichte werden aber immer seltener, warum. Auch du wirst deine Schlüsse aus verschiedenen Antworten ziehen.
Eigentlich schade!!!!!!
Gruss vom Murtensee
Loup
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Swordfish
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von Swordfish »

Sali DonMiguel

Erstmals finde ich es toll, dass du dich einer konstruktiven Diskussion 'stellst'. Es geht hier auch gar nicht darum deinen Fangbericht schlecht zu reden. Wenn ich deine Antwort richtig interpretiere, hast du das aber auch so aufgenommen :up: Im Gegensatz zu Loup bin ich nämlich der Meinung, dass solche Diskussionen ein Forum bereichern. Zudem lässt es sich hier drin sehr viel angenehmer diskutieren als beispielsweise auf Facebook, wo der Shitstorm innerhalb weniger Minuten dazu führen kann, dass langjährige Mitglieder entnervt aus der Gruppe austreten.
DonMiguel hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 20:49
12 Massige hatte ich. Die Quote ist etwa 5%, also jede zwanzigste Forelle massig. Nicht gerade super, da stimme ich mit dir überein. Ich hätte auch gerne eine höhere Quote. Wie ist jeweils dein Wert und wo ist deiner Meinung nach die moralische Grenze? Ein C&R Fischer hat z.B. eine Quote von 0%, da er ja alle wieder schwimmen lässt. Ist es dort besser, wenn er grosse Fische fängt? Oder ein typischer Fleischfischer, der 30% Massige fängt und alle tötet, darunter evtl. grosse Weibchen ist wie einzuschätzen? Er fängt weniger Kleine als ich, tötet aber mehr. Eine feine Linie, finde ich.
Wie's du schon richtig schreibst, ist das wohl eine Frage der Moral eines jeden einzelnen Fischers - und gerade deshalb ein so extrem wichtiges Thema! Solange man nichts Illegales macht, kann dir dein Tun ja auch niemand verbieten. Und trotzdem liegt genau in diesem Bereich das wohl grösste Konfliktpotenzial in der Fischergemeinde.
Meine eigene Quote/Grenze ist extrem schwierig zu definieren und hängt auch stark von der Fischart ab. Wenn ich an einem neuen Spot drei, vier (zu) kleine Egli nacheinander fange, wechsle ich immer den Platz. Wenn ich aber an einem Spot den ganzen Tag über mehrheitlich Fische in meinem Entnahmefenster fange, würde ich den Platz eher nicht wechseln aber dafür z.B. die Ködergrösse anpassen. Allerdings versuche ich auch durch meine Spotwahl (z.B. nie auf Egli unterhalb 10m) und Ködergrössen schon sehr selektiv Fische zu fangen. So fische ich z.B. in einem Bach auch nie Würmer (oder eben einen kleinen Spinner), weil dann garantiert eine Mini-Forelle den Wurm komplett inhalieren würde.
DonMiguel hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 20:49
Das ist ein Problem, wenn man Strecke macht und neue Gebiete kennenlernt: Man fischt halt auch in den Bereichen, wo sich überwiegend kleinere aufhalten. Bei bekannten Gewässern kann man diese gezielt überspringen. Bei Unbekannten ist das schwer. Ab wann hört die Baby-Zone auf? Wenn man eine Woche durchfischt und täglich Kilometer um Kilometer abarbeitet, trifft man täglich auf sicher 10 solcher Zonen und fängt zwangsläufig einige zu kleine Fische.
Wie gesagt, könnte man mit grösseren/anderen Ködern stark selektieren - auch ohne Platzwechsel.
DonMiguel hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 20:49
Wie ich schon geschrieben hatte, ist für mich der Mepps am Bach ziemlich konkurenzlos aufgrund der Robustheit, dem schonenden Lösen der Haken, variablen Tiefenführung, Fängigkeit. Er hält sich nicht ohne Grund seit Jahrzehnten unter den Topködern. Bezüglich der Mepps-Grösse: Auch mit grösseren Mepps fängt man meiner Erfahrung nach viele kleine Forellen, die "Operation" wird in vielen Fällen dann auch eher übler. Kleine Mepps lassen sich so gut wie immer problemlos lösen, eben weil sie klein sind. Fischen mit Mepps finde ich z.B. fischschonender als Wobbler, wo sich der zweite Einzelhaken/Drilling auch noch in den Fisch bohren kann und dann im schlimmsten Fall Kiemen/Augen verletzt. Zudem wird an Bergbächen gerne "gefühlert", wir durften auch diverse verlorene Montagen abtransportieren. Der Mepps ist sicher auch dieser Methode vorzuziehen, nicht?
Gerne wüsste ich von dir, welche Köder du konkret einsetzt, um an den genannten Bächen grösstenteils Fische ü24 zu haken.
Da gebe ich dir absolut Recht. Der Mepps - oder allgemein Spinner - sind in vielen Situationen eine absolute Macht. Gerade deshalb sind sie wohl auch derart verpönt bei vielen Petrijüngern :lol:
Selber fische ich nur noch sehr selten in kleinen Bächen - um den sowieso schon mageren Bestand nicht zu gefährden. Aber wenn, dann fast ausschliesslich mit Wobbler 65mm+ mit einem Einzelhaken oder einem wirbellosen Drilling. Ganz konkret den Suspenders von Illex (Squad Minnow oder Squirrel) oder Lucky Craft (Pointer).
DonMiguel hat geschrieben:
Mo 10. Aug 2020, 20:49
Obige Kommentare von mir sind nicht genervt oder böse gemeint, ich möchte einfach genauer wissen, wo man etwas konkret anders machen könnte. Kritik ist ja gut und recht, aber konkrete Lösungsvorschläge wären hilfreicher (ein Ködervorschlag ist auch schon per Privatnachricht reingeflattert).
Ich hoffe, dass ihr aus meinen Antworten herauslest, das wir uns durchaus schon vor dem Trip Gedanken über fisch-schonendes Angeln gemacht haben und das auch weiter tun werden. Die Meinungen gehen da aber ziemlich auseinander, Beispiel typischer C&R-Fliegenfischer: Nimmt keine nach Hause (ob das gut oder schlecht ist, muss wieder jeder selbst entscheiden), fängt, wenn er gut ist, viele Forellen, wohl auch zu kleine (wieder eine moralische Frage). Ich probiere da meinen Weg zu finden.
Nur schon der Fakt dass du dir Gedanken dazu machst, hebt dich von der grossen Masse ab - Danke! Das Auseinandersetzen mit solchen Fragen ist für mich elementar wichtig - in weiten Teilen wichtiger als die SANA Ausbildung. Ich überlege mir oft, was Gegner der Fischerei von meinem Tun halten könnten oder monieren würden. Den wie eingangs erwähnt, gibts auch im legalen Bereich durchaus Praktiken die nicht der Moral der Mehrheit der Nicht-Fischer (noch der Fischer) entspricht. Und solange wir - jeder für sich selber - uns solchen Fragen stellen, sind wir auf dem richtigen Weg zu mündigen Fischern.

Petri
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Re: Maggia, Bavona, Verzasca, Lago Maggiore

Beitrag von laketrout »

Hoi DonMiguel
von mir einfach ein Dankeschön für den Bericht und und die schönen Fotos.
Grüessli
Roland
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