Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
- coyut
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Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Seit heute gibt es ein Verkaufsberbot für Egli und Hecht aus dem Zugersee.
Dies aufgrund einer zu hohen Belastung mit PFAS.
srf Bericht
https://www.srf.ch/play/radio/redirect/ ... 703c028afc
Da es sich um Raubfische handelt, kommt die erhöhte Belastung vermutlich durch das Fressverhalten, wo diese Fische die Belastung ihrer Futterfische mit in sich aufnehmen.
Felchen seien, nicht betroffen.
Zu Forellen und Saiblingen hat man sich bis jetzt nicht geäussert.
Hobbyangler dürfen weiterhin Egli und Hecht fangen.
Der Verzehr sei nicht verboten.
Berufsfischer müssen gefangene Egli und Hechte vernichten.
Ich könnte mir vorstellen das andere Gesundheitsdirektionen die Fischbestände ihrer Seen nun auch testen werden.
Man werde weitere Tests machen und die Situation beobachten.
PFAS wird ja auch Unendlichkeitskemikalie genannt, weill sie sich nur im Hochtemperaturofen bei über 860 Grad zerstören lässt. Das Problem wird sich im Wasser also kaum lösen lassen...
Interessant finde ich dass die Egli, welche ich fange, meist den Bauch voll Nymphen haben. Vor 20 Jahren war das noch anders. Da fand man, bei Egli, mehr Kleinfische als Nymphen im Magen.
Aktuell fängt man die Egli im Zugersee auch am besten mit einer Nymphenhegene. Das Fressverhalten der Zuger Egli hat sich in den letzten Jahren sehr verändert.
Dies aufgrund einer zu hohen Belastung mit PFAS.
srf Bericht
https://www.srf.ch/play/radio/redirect/ ... 703c028afc
Da es sich um Raubfische handelt, kommt die erhöhte Belastung vermutlich durch das Fressverhalten, wo diese Fische die Belastung ihrer Futterfische mit in sich aufnehmen.
Felchen seien, nicht betroffen.
Zu Forellen und Saiblingen hat man sich bis jetzt nicht geäussert.
Hobbyangler dürfen weiterhin Egli und Hecht fangen.
Der Verzehr sei nicht verboten.
Berufsfischer müssen gefangene Egli und Hechte vernichten.
Ich könnte mir vorstellen das andere Gesundheitsdirektionen die Fischbestände ihrer Seen nun auch testen werden.
Man werde weitere Tests machen und die Situation beobachten.
PFAS wird ja auch Unendlichkeitskemikalie genannt, weill sie sich nur im Hochtemperaturofen bei über 860 Grad zerstören lässt. Das Problem wird sich im Wasser also kaum lösen lassen...
Interessant finde ich dass die Egli, welche ich fange, meist den Bauch voll Nymphen haben. Vor 20 Jahren war das noch anders. Da fand man, bei Egli, mehr Kleinfische als Nymphen im Magen.
Aktuell fängt man die Egli im Zugersee auch am besten mit einer Nymphenhegene. Das Fressverhalten der Zuger Egli hat sich in den letzten Jahren sehr verändert.
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Grundeli
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Und momentan ist, wie man riecht, auch schon wieder Güllezeit....
- fisherofmen
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Die letzte Tabelle die ich habe stammt aus dem Jahr 2023.

fisherofmen

fisherofmen
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
bin gespannt, was gemacht wird. PFAS bekommt man eigentlich nicht mehr aus dem See, somit dürfen diese Fischarten und wohl noch weitere nie mehr verkauft werden und die Berufsfischer werden wohl bald verschwinden.
Oder sie erhöhen die Grenzwerte, was wohl wahrscheinlicher ist
Oder sie erhöhen die Grenzwerte, was wohl wahrscheinlicher ist
- coyut
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Interessant ist, dass die maximalen Belastungswerte, z.B. bei Egli und Felche, aufgrund ökonomischer Gründe. hoher als z.B
bei Hecht angesetzt wurde.
Dass lässt das Verbot von Egli nochmals in einem anderen Licht erscheinen.
Ich konnte nirgends effektiv gemessene Werte finde und habe darum das entsprechende Amt angefragt.
Ich bin auf deren Antwort gespannt.
Interessant bleibt auch die Situation um das See Belüftungs Projekt.
Die Berufsfischer waren bis jetzt ja dagegen. Eines der Ziele ist das generell doppelt belastete Tiefenwasser an die Oberfläche zu bringen und so Belastungen schneller aus dem See zu bekommen.
Wird das Projekt zügig umgesetzt, spricht die Projektgruppe von einer vernünftigen Senkung, z.B. von Phosphate, von frühestens 2070.
bei Hecht angesetzt wurde.
Dass lässt das Verbot von Egli nochmals in einem anderen Licht erscheinen.
Ich konnte nirgends effektiv gemessene Werte finde und habe darum das entsprechende Amt angefragt.
Ich bin auf deren Antwort gespannt.
Interessant bleibt auch die Situation um das See Belüftungs Projekt.
Die Berufsfischer waren bis jetzt ja dagegen. Eines der Ziele ist das generell doppelt belastete Tiefenwasser an die Oberfläche zu bringen und so Belastungen schneller aus dem See zu bekommen.
Wird das Projekt zügig umgesetzt, spricht die Projektgruppe von einer vernünftigen Senkung, z.B. von Phosphate, von frühestens 2070.
- coyut
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Dies scheinen die gemessenen Werte für Egli und Hecht zu sein.
Ich habe das zuständige Amt betreffend Messwerte angeschrieben um dies zu verifizieren. Dies da die Quelle dieser Daten nicht ganz eindeutig ist.
Die Werte für Egli und Felchen wurden aus ökonomischen in der EU Limite 5x höher als beim Hecht angesetzt...
Der Zuger Hecht ist so eigentlich immer noch unter dem erlaubten Wert für Egli.
Die massiven Unterschiede in den Messproben vermute ich im Alter der untersuchten Fische, oder dem Fangstandort. Je älter umso belasteter
.
Ich habe das zuständige Amt betreffend Messwerte angeschrieben um dies zu verifizieren. Dies da die Quelle dieser Daten nicht ganz eindeutig ist.
Die Werte für Egli und Felchen wurden aus ökonomischen in der EU Limite 5x höher als beim Hecht angesetzt...
Der Zuger Hecht ist so eigentlich immer noch unter dem erlaubten Wert für Egli.
Die massiven Unterschiede in den Messproben vermute ich im Alter der untersuchten Fische, oder dem Fangstandort. Je älter umso belasteter
.
- Loup
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Jetzt werden extrem hohe PFAS Werte in ganz Europa in GETREIDE festgestellt. Muss wohl nun auch die Produktion und der Verkauf von Spaghetti, Frühstücksflocken usw. eingestellt werden.?
Gruss vom Murtensee
Loup
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Da macht man wieder ein Theater draus, meine Verwandten haben regelmässig Fische und Getreideprodukte gegessen und alle sind zwischen 90 und 100 jahre alte geworden. ich mache mir darüber keine Sorgen, irgendwann muss jeder diese verkorkste Welt verlassen, früher oder später und wenn es mit dieser Kaputen Geellschaft so weiter geht ist es eine Erlösung für jeden, der gehen kann.
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Grundeli
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Guten Tag an alle.
Das einige Verwandte ein hohes Alter erreicht haben kann auch auf eine gute genetische Veranlagung zusammen mit einem gesunden Lebensstil hin deuten. Oder, dass sie in ihren jungen Jahren nicht viel von diesen Giftstoffen eingenommen haben. Aus welchem Grund immer mehr Personen im Alter von degenerativen Krankheiten wie z.B. Alzheimer betroffen sind lässt sich jedoch nur teilweise durch die gestiegene Lebenserwartung erklären. Auch bei jüngeren Personen steigen chronische Erkrankungen des Magen-Darmtraktes seit Jahren extrem stark an. Z.b.Morbus Crohn.
Ähnliches Bild bei neurologische Erkrankungen im Kindesalter z.B.Autismus. Die Hintergründe dafür sind noch weitgehend ungeklärt.
In Frankreich gilt es schon seit 2012 als gesichert dass zwischen dem Einsatz von Pestiziden und der Nervenkrankeit Parkinson eine Verbindung besteht. Entsprechende Renten werden an Bauern ausbezahlt.
Keinesfalls kann es gut sein, wenn Giftstoffe die eindeutig von menschliche Aktivitäten her rühren in unseren Lebensmitteln nachweisbar sind. Schon gar nicht wenn die Konzentrationen als toxisch eingestuft werden.
Die Quellen dieser Verschmutzungen sollte rasch gefunden und ohne Rücksicht auf die jeweiligen Interessengruppen eliminiert werden. -Spezielle in einem so kleinräumigen Umfeld wie dem Zugersee. Die Gesundheit der Gesamtbevölkerung muss über dem Profit von einigen wenigen stehen.
Dass in der Schweiz die Grenzwerte nach ökonomischen Anforderungen (Geldbeutel) festgelegt wurden lässt mich fassungslos zurück.
Das einige Verwandte ein hohes Alter erreicht haben kann auch auf eine gute genetische Veranlagung zusammen mit einem gesunden Lebensstil hin deuten. Oder, dass sie in ihren jungen Jahren nicht viel von diesen Giftstoffen eingenommen haben. Aus welchem Grund immer mehr Personen im Alter von degenerativen Krankheiten wie z.B. Alzheimer betroffen sind lässt sich jedoch nur teilweise durch die gestiegene Lebenserwartung erklären. Auch bei jüngeren Personen steigen chronische Erkrankungen des Magen-Darmtraktes seit Jahren extrem stark an. Z.b.Morbus Crohn.
Ähnliches Bild bei neurologische Erkrankungen im Kindesalter z.B.Autismus. Die Hintergründe dafür sind noch weitgehend ungeklärt.
In Frankreich gilt es schon seit 2012 als gesichert dass zwischen dem Einsatz von Pestiziden und der Nervenkrankeit Parkinson eine Verbindung besteht. Entsprechende Renten werden an Bauern ausbezahlt.
Keinesfalls kann es gut sein, wenn Giftstoffe die eindeutig von menschliche Aktivitäten her rühren in unseren Lebensmitteln nachweisbar sind. Schon gar nicht wenn die Konzentrationen als toxisch eingestuft werden.
Die Quellen dieser Verschmutzungen sollte rasch gefunden und ohne Rücksicht auf die jeweiligen Interessengruppen eliminiert werden. -Spezielle in einem so kleinräumigen Umfeld wie dem Zugersee. Die Gesundheit der Gesamtbevölkerung muss über dem Profit von einigen wenigen stehen.
Dass in der Schweiz die Grenzwerte nach ökonomischen Anforderungen (Geldbeutel) festgelegt wurden lässt mich fassungslos zurück.
- Stäfner
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Was mich besonders nervt, ist die fehlende Diskussion um
- Identifikation der PFAS-Quellen
- Klären von Verantwortung
- Massnahmen um zumindest den weiteren Zufluss von PFAS zu stoppen
Zeit ist Fisch!
- coyut
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Viele Quellen sind gut dokumentiert und viele Produkte dürfen nur noch für wenige Zwecke verwendet werden. Ein internationales PFOS Verbot gibt es schon seit vielen Jahren. Andere PFAS sind weiterhin erlaubt.
Im Zugersee besteht das PFAS Problem vor allem durch PFOS Belastung.
Ein grosses Problem war das Nutzen von Klärschlacke um Felder zu düngen. Dies war billig und effizient bis man gemerkt hat, dass dies viele Probleme bringt. Längst verboten, aber viele Böden wurden dadurch über Jahre kontaminiert. Beim Zugersee erstreckt sich die Landwirtschaft fast über die gesamte Westseite des Sees.
Dann gab es viele Fabrikations-Prozesse wo PFOS und andere PFAS verwendet wurden. Ein Beispiel wäre z.B. Papierfabriken.
Ein weiteres Problem waren Löschschäume der Feuerwehren. Diese sind im Kt. Zug mittlerweile durch PFAS freie Varianten ersetzt worden. Doch früher wurde vielerorts damit auch grossflächig geübt und grössere Flächen stark kontaminiert. Andere PFAS Chemikalien werden weiterhin für Produkte wie beschichtete Pfannen, Outdoorbekleidung etc. genutzt. In unseren Alpen haben wir eine PFAS Belastung welche z.B. von Skiwachs kommt. Skiwachs darf noch bis Ende 2026 PFAS enthalten und verkauft werden. Im Rennsport wurden solche Wachse längst verboten. 27 PFAS-Wirkstoffe sind aktuell noch in Pestiziden zugelassen.
Früher wurde halt viele Abfall Produkte auch einfach aufgeschüttet und vergraben. Dass z.B. der Aushub der Metallwarenfabrik (beim Bau vom Metalli Einkaufszentrum) in den See gebaggert wurde, um beim Brüggli eine Erholungszone in den See zu erweitern, wäre heute kaum denkbar.
Ich habe mal an der Haldenstrasse in Zug gewohnt. Ein Gebiet mitten in der Stadt. Dort wurde früher Abfälle der Metallwarenfabrik aufgeschüttet und darauf eine Arbeitersiedlung gebaut. Hat man im Garten 30cm tief gegraben, dann kamen die verzinkten Bleche zum vorschein. Ist also klar warum diese Strasse Halsenstrasse benannt wurde
Mittlerweile sind wir in der Schweiz etwas schlauer geworden und viel Abfall wird entsprechend entsorgt. In anderen Ländern herscht oft noch eine "Aus den Augen, aus dem Sinn" Kultur wie wir sie, vor nicht all zu langer Zeit, hierzulande auch hatten.
Doch sollte man sich auch bewusst sein, dass PFAS sich erst bei 860 Grad Celsius zersetzen. Die Schweinerei werden wir also kaum mehr los.
Wird PFAS durch Ausschwemmung aus einem Gewässer geleitet, dann bekommt der nächste die Belastung weitergereicht.
PFAS sind am Ende aber nur ein Problem. Viele andere Chemikalien sind ebenfalls in unseren Böden und Gewässern. Grosse Mengen an Munition aus dem zweiten Weltkrieg verrotten in vielen Seen und sind tickende Umweltbomben. Glyphosat darf in der Landwirtschaft weiter verwendet werden. Dies nur als ein paar aktuelle Dinge die weiter tolleriert oder erlaubt sind.
Nun hofft man dass die Quaggamuschel einen positiven Einfluss haben könnte, da diese unmengen an Wasser filtriert. Aber so gelangt die Belastung dann einfach ins Sediment. Ob dies besser wäre weiss niemand.
Fakt ist: Dieses, und andere Probleme werden uns noch jahrzehnte beschäftigen bevor es allenfalls wieder besser wird. Und aktuell hat noch niemand eine Lösung der Probleme.
Dekontamination ist aktuell fast nur in Fesstoffen wie Erde möglich.
Diese wird chemisch ausgewaschen und die Kontamination im Hochtemperaturofen verbrannt. 1m³ kostet aktuell knapp unter chf 600.-
Es gibt in der Schweiz aktuell eine einzelne Firma die eine solche Reinigung von Erde anbietet. Eine grossflächige Reinigung ist also vorerst weder Mengen- noch kostenmässig umsetzbar.
Im Zugersee besteht das PFAS Problem vor allem durch PFOS Belastung.
Ein grosses Problem war das Nutzen von Klärschlacke um Felder zu düngen. Dies war billig und effizient bis man gemerkt hat, dass dies viele Probleme bringt. Längst verboten, aber viele Böden wurden dadurch über Jahre kontaminiert. Beim Zugersee erstreckt sich die Landwirtschaft fast über die gesamte Westseite des Sees.
Dann gab es viele Fabrikations-Prozesse wo PFOS und andere PFAS verwendet wurden. Ein Beispiel wäre z.B. Papierfabriken.
Ein weiteres Problem waren Löschschäume der Feuerwehren. Diese sind im Kt. Zug mittlerweile durch PFAS freie Varianten ersetzt worden. Doch früher wurde vielerorts damit auch grossflächig geübt und grössere Flächen stark kontaminiert. Andere PFAS Chemikalien werden weiterhin für Produkte wie beschichtete Pfannen, Outdoorbekleidung etc. genutzt. In unseren Alpen haben wir eine PFAS Belastung welche z.B. von Skiwachs kommt. Skiwachs darf noch bis Ende 2026 PFAS enthalten und verkauft werden. Im Rennsport wurden solche Wachse längst verboten. 27 PFAS-Wirkstoffe sind aktuell noch in Pestiziden zugelassen.
Früher wurde halt viele Abfall Produkte auch einfach aufgeschüttet und vergraben. Dass z.B. der Aushub der Metallwarenfabrik (beim Bau vom Metalli Einkaufszentrum) in den See gebaggert wurde, um beim Brüggli eine Erholungszone in den See zu erweitern, wäre heute kaum denkbar.
Ich habe mal an der Haldenstrasse in Zug gewohnt. Ein Gebiet mitten in der Stadt. Dort wurde früher Abfälle der Metallwarenfabrik aufgeschüttet und darauf eine Arbeitersiedlung gebaut. Hat man im Garten 30cm tief gegraben, dann kamen die verzinkten Bleche zum vorschein. Ist also klar warum diese Strasse Halsenstrasse benannt wurde
Mittlerweile sind wir in der Schweiz etwas schlauer geworden und viel Abfall wird entsprechend entsorgt. In anderen Ländern herscht oft noch eine "Aus den Augen, aus dem Sinn" Kultur wie wir sie, vor nicht all zu langer Zeit, hierzulande auch hatten.
Doch sollte man sich auch bewusst sein, dass PFAS sich erst bei 860 Grad Celsius zersetzen. Die Schweinerei werden wir also kaum mehr los.
Wird PFAS durch Ausschwemmung aus einem Gewässer geleitet, dann bekommt der nächste die Belastung weitergereicht.
PFAS sind am Ende aber nur ein Problem. Viele andere Chemikalien sind ebenfalls in unseren Böden und Gewässern. Grosse Mengen an Munition aus dem zweiten Weltkrieg verrotten in vielen Seen und sind tickende Umweltbomben. Glyphosat darf in der Landwirtschaft weiter verwendet werden. Dies nur als ein paar aktuelle Dinge die weiter tolleriert oder erlaubt sind.
Nun hofft man dass die Quaggamuschel einen positiven Einfluss haben könnte, da diese unmengen an Wasser filtriert. Aber so gelangt die Belastung dann einfach ins Sediment. Ob dies besser wäre weiss niemand.
Fakt ist: Dieses, und andere Probleme werden uns noch jahrzehnte beschäftigen bevor es allenfalls wieder besser wird. Und aktuell hat noch niemand eine Lösung der Probleme.
Dekontamination ist aktuell fast nur in Fesstoffen wie Erde möglich.
Diese wird chemisch ausgewaschen und die Kontamination im Hochtemperaturofen verbrannt. 1m³ kostet aktuell knapp unter chf 600.-
Es gibt in der Schweiz aktuell eine einzelne Firma die eine solche Reinigung von Erde anbietet. Eine grossflächige Reinigung ist also vorerst weder Mengen- noch kostenmässig umsetzbar.
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Grundeli
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Danke Coyut
für deine Erläuterungen.
Du scheinst dich auch über die Gegebenheiten gut auszukennen.
Immerhin trifft es mit den Anrainer-Kantonen ZG und SZ solche die es finanzielle schaffen sollten ! potentielle Emissionsherde zu lokalisieren und soweit möglich zu sanieren oder zumindest abzudichten....
Ich hoffe wirklich das die gemessenen Werte im Zugersee die Extremwerte darstellen und sich nicht anderen Ortes wiederholen. - Man wird sehen.
Ich weiss aber auch, dass man trotz zunehmender Verlandung im Limmatstausee bei Neuenhof vom Abtragen der Sedimente Abstand nehmen musste. - Zu stark Belastet, zu teuer die Aufbereitung. Das war schon vor gut 15 Jahren bekannt.
Obwohl die Stromerzeuger natürlich froh wären über mehr Wasservolumen im See.
Legendär auch die Geschichte wo der Kanton die ausgebagerten Sedimente vom Klingnauer Stausee einfach im Rhein entsorgen wollte. Was zum Glück verhinder werden konnte.
Und das sind Tatsachen nicht irgendwo weit weg im globalen Süden sondern heute in unserer kleinen, sauberen, wasserreichen Schweiz.
Einfach nur traurig. Und sehr,sehr tragisch dass es schon übermorgen kaum mehr jemanden zu kümmeren scheint.
für deine Erläuterungen.
Du scheinst dich auch über die Gegebenheiten gut auszukennen.
Immerhin trifft es mit den Anrainer-Kantonen ZG und SZ solche die es finanzielle schaffen sollten ! potentielle Emissionsherde zu lokalisieren und soweit möglich zu sanieren oder zumindest abzudichten....
Ich hoffe wirklich das die gemessenen Werte im Zugersee die Extremwerte darstellen und sich nicht anderen Ortes wiederholen. - Man wird sehen.
Ich weiss aber auch, dass man trotz zunehmender Verlandung im Limmatstausee bei Neuenhof vom Abtragen der Sedimente Abstand nehmen musste. - Zu stark Belastet, zu teuer die Aufbereitung. Das war schon vor gut 15 Jahren bekannt.
Obwohl die Stromerzeuger natürlich froh wären über mehr Wasservolumen im See.
Legendär auch die Geschichte wo der Kanton die ausgebagerten Sedimente vom Klingnauer Stausee einfach im Rhein entsorgen wollte. Was zum Glück verhinder werden konnte.
Und das sind Tatsachen nicht irgendwo weit weg im globalen Süden sondern heute in unserer kleinen, sauberen, wasserreichen Schweiz.
Einfach nur traurig. Und sehr,sehr tragisch dass es schon übermorgen kaum mehr jemanden zu kümmeren scheint.
- JJwizard
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Vor ca. 30 Jahren habe ich im NZZ Magazin einen Artikel von mit Östrogenen, Pestiziden und Antibiotika belasteten Fischen und Wasser gelesen.Dieser mehrere Seiten lange Bericht war für mich schon damals sehr belastend. Die Stoffe sind via Abwässer in unsere Gewässer gelangt, weil man damals bis hin ins heute, diese menschlichen Ausscheidungen von Medikamenten und Antibabypillen und auch schon damals PFAS, mit unseren Kläranlagen nicht filtern konnten und diese so einfach in unseren Lebenskreislauf eingebracht und den Kreislauf bis heute ständig mit diesen Giften anreichern.
Die nachweisliche Folgen sind eine massive Zunahme von Geburten von Menschen mit undefinierbarer Geschlechtsorganen, träger werdende Spermien bei jungen Männern, Geschlechtsumwandlungen bei Fischen von männlich zu weiblich, auffallend massiv auftretend unterhalb von Kläranlagen und viele hässliche Auswirkungen mehr!
Was mich damals schon schockiert hat, es gab kaum eine Resonanz auf diesen NZZ Bericht. Ich hatte damals, als ich noch Prominente für das Schweizer Fernsehen betreute, die Chance den damals sehr populären Politiker Helmut Hubacher auf einer Fahrt aus den Fernsehstudio Leurschenbach Zürich nach Basel auf diese Bedrohung von Mensch und Tier anzusprechen, er zeigte sich bestürzt, da auch er nichts davon gewusst haben wollte und er bestätigte, dass dieses Thema damals kaum je ein Thema im Bundeshaus war. Da haben die Lobbyisten im Bundeshaus wieder einmal einen super Job gemacht.
Und was haben wir seit damals gelernt, eigentlich nichts! Der Bundesrat verpasste erst kürzlich wieder einmal eine Chance PFAS-Verbindungen zu verbieten. Eigentlich haben unsere Politiker den Auftrag die Menschen zu schützen, doch wie so oft schützen Sie nur die Bauern, die Wirtschaft und Grossunternehmungen. Doch auch wir Bürger verhalten uns viel zu passiv gegen die Vergiftung unserer Umwelt, eigentlich müssten wir uns vielmehr gegen unsere und die Vergiftung unserer Kinder wehren!!!!
Tight-lines
Steve
Die nachweisliche Folgen sind eine massive Zunahme von Geburten von Menschen mit undefinierbarer Geschlechtsorganen, träger werdende Spermien bei jungen Männern, Geschlechtsumwandlungen bei Fischen von männlich zu weiblich, auffallend massiv auftretend unterhalb von Kläranlagen und viele hässliche Auswirkungen mehr!
Was mich damals schon schockiert hat, es gab kaum eine Resonanz auf diesen NZZ Bericht. Ich hatte damals, als ich noch Prominente für das Schweizer Fernsehen betreute, die Chance den damals sehr populären Politiker Helmut Hubacher auf einer Fahrt aus den Fernsehstudio Leurschenbach Zürich nach Basel auf diese Bedrohung von Mensch und Tier anzusprechen, er zeigte sich bestürzt, da auch er nichts davon gewusst haben wollte und er bestätigte, dass dieses Thema damals kaum je ein Thema im Bundeshaus war. Da haben die Lobbyisten im Bundeshaus wieder einmal einen super Job gemacht.
Und was haben wir seit damals gelernt, eigentlich nichts! Der Bundesrat verpasste erst kürzlich wieder einmal eine Chance PFAS-Verbindungen zu verbieten. Eigentlich haben unsere Politiker den Auftrag die Menschen zu schützen, doch wie so oft schützen Sie nur die Bauern, die Wirtschaft und Grossunternehmungen. Doch auch wir Bürger verhalten uns viel zu passiv gegen die Vergiftung unserer Umwelt, eigentlich müssten wir uns vielmehr gegen unsere und die Vergiftung unserer Kinder wehren!!!!
Tight-lines
Steve
Born to fish - forced to work!
- Szenario
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Ist eigentlich bekannt, wie es um die anderen Fische steht? Wie sieht die Belastung bei den Saiblingen und Felchen aus?
- coyut
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Re: Zugersee - Verkaufsverbot für Egli und Hecht wegen PFAS
Ich hatte mit einer Mitarbeiterin der Untersuchung telefoniert.
Offizielle Aussage: Wir kommunizieren keine Werte vor Abschluss aller Tests. Die Resultate der Studien werden irgendwann im Frühjahr publiziert
Wo und in welcher Form sei noch nicht definiert.
Da ich die Testresultate von Hecht und Egli habe, habe ich sie gefragt wie denn die Werte bei anderen Fischarten wären.
Sie war sehr erstaunt, dass meine Infos den Testwerten bei ihr entsprächen und hat dann doch noch einige Infos erzählt.
Saiblinge/Salmonoiden (Rötel/Seeforellen)
Bei den Rötel hat man gerade erst mit den Testreihen begonnen, da diese Fische nun"saisonal" seien... Man habe noch keine Resultate. Seeforellen wurden, bei meinem Anruf, noch nicht getestet, seien aber auch eingeplant.
Sie könne daher erst im Frühjar dazu Stellung nehmen. Jedoch klang sie im Gespräch recht pessimistisch, da es sich hierbei auch um Raubfische handelt und dadurch sich die Belastung durch die Beutefische vermutlich kummuliert. Zumindest vermutet man aktuell dass bei Hecht und Egli die höheren Werte so zu erklären seien.
Auch dürfte die Belastung, im tiefere Wasser , durch weniger Durchmischung, höher sein. Dazu habe man noch keine Werte.
Felche und Rotauge
Diese seien aktuell noch unter den max. erlaubten Werten.
Auch hier wollte man sich nicht genau äussern. Jedoch wurde mir mitgeteilt dass diese Fische, in der aktuellen Testreihe, im Bereich des Hechts lägen.
Für diese Fische sind jedoch 5-fach höhere Werte, als z.b.für den Hecht erlaubt.
Es macht, in der Praxis, also keinen Unterschied ob man aktuell Felchen oder Hecht aus dem Zugersee verspeist. Die Belastung ist fast identisch.
Auch erschliesst sich, für mich, bei den Felchen nicht die Erklärung der Kumulierung durch Futter. Ausser die Nyphen wären auch alle sehr hoch belastet.
Zudem wurden keine Infos über Fangorte oder Fischgrössen kommuniziert.
Ältere Fische oder an bestimmten Standorten sind sicher jeweils unterschiedlich belastet. Das würde auch die hohen Differenzen in den Testreihen erklären.
Aber ich bin weder Biologe noch Chemiker. Ich kann nur wiedergeben was mir kommuniziert wurde und eigene Schlüsse daraus ziehen.
Wir dürfen also gespannt sein was im Frühjahr kommuniziert wird.
Kürzlich wurden auch erhöhte Werte in anderen Lebensmittel wie Kornprodukte, z.B Frühstückflocken gefunden..
Aufgrund der EU Richtlinien hat man vielerorts erst gerade mit Testreihen begonnen. Aufgrund der Hauptverursacher dürften die Belastungen schon seit Jahren, teilweise über dem Richtwert gewesen sein. Nur hat dies halt bis jetzt niemand getestet.
Offizielle Aussage: Wir kommunizieren keine Werte vor Abschluss aller Tests. Die Resultate der Studien werden irgendwann im Frühjahr publiziert
Wo und in welcher Form sei noch nicht definiert.
Da ich die Testresultate von Hecht und Egli habe, habe ich sie gefragt wie denn die Werte bei anderen Fischarten wären.
Sie war sehr erstaunt, dass meine Infos den Testwerten bei ihr entsprächen und hat dann doch noch einige Infos erzählt.
Saiblinge/Salmonoiden (Rötel/Seeforellen)
Bei den Rötel hat man gerade erst mit den Testreihen begonnen, da diese Fische nun"saisonal" seien... Man habe noch keine Resultate. Seeforellen wurden, bei meinem Anruf, noch nicht getestet, seien aber auch eingeplant.
Sie könne daher erst im Frühjar dazu Stellung nehmen. Jedoch klang sie im Gespräch recht pessimistisch, da es sich hierbei auch um Raubfische handelt und dadurch sich die Belastung durch die Beutefische vermutlich kummuliert. Zumindest vermutet man aktuell dass bei Hecht und Egli die höheren Werte so zu erklären seien.
Auch dürfte die Belastung, im tiefere Wasser , durch weniger Durchmischung, höher sein. Dazu habe man noch keine Werte.
Felche und Rotauge
Diese seien aktuell noch unter den max. erlaubten Werten.
Auch hier wollte man sich nicht genau äussern. Jedoch wurde mir mitgeteilt dass diese Fische, in der aktuellen Testreihe, im Bereich des Hechts lägen.
Für diese Fische sind jedoch 5-fach höhere Werte, als z.b.für den Hecht erlaubt.
Es macht, in der Praxis, also keinen Unterschied ob man aktuell Felchen oder Hecht aus dem Zugersee verspeist. Die Belastung ist fast identisch.
Auch erschliesst sich, für mich, bei den Felchen nicht die Erklärung der Kumulierung durch Futter. Ausser die Nyphen wären auch alle sehr hoch belastet.
Zudem wurden keine Infos über Fangorte oder Fischgrössen kommuniziert.
Ältere Fische oder an bestimmten Standorten sind sicher jeweils unterschiedlich belastet. Das würde auch die hohen Differenzen in den Testreihen erklären.
Aber ich bin weder Biologe noch Chemiker. Ich kann nur wiedergeben was mir kommuniziert wurde und eigene Schlüsse daraus ziehen.
Wir dürfen also gespannt sein was im Frühjahr kommuniziert wird.
Kürzlich wurden auch erhöhte Werte in anderen Lebensmittel wie Kornprodukte, z.B Frühstückflocken gefunden..
Aufgrund der EU Richtlinien hat man vielerorts erst gerade mit Testreihen begonnen. Aufgrund der Hauptverursacher dürften die Belastungen schon seit Jahren, teilweise über dem Richtwert gewesen sein. Nur hat dies halt bis jetzt niemand getestet.