Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Fragen und Antworten zum Thema: Der Fisch in seiner natürlichen Umgebung Verhalten, Habitat, Nahrung und Besatzmassnahmen/Bewirtschaftung.
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U96
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Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von U96 »

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Twisterboy94

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Twisterboy94 »

Dann sollten wohl auch einige der "Hobbyfischer" eingeschränkt werden...
Olle

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Olle »

Rolf Schatz hat geschrieben:Stellen Sie sich vor, die Kantone würden jedes Jahr Millionen Hasen züchten und aussetzen, um diese später abzuschiessen – das wäre undenkbar.
... oder stellen Sie sich vor, man würde Getreide oder Mais extra aussähen, um es später zu ernten... 8)

Sorry, aber den konnte ich mir nicht verkneifen. :D
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U96
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von U96 »

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Frenzen

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Frenzen »

Tja

wir alle wissen, dass unsere Mittellandseen eigentlich riesige Felchenzuchten ( bzw Hälterungsbecken ) sind. Die Felchen und ihr Besatz richten keinen Schaden für andere Fische an, soviel ich weiss. Für die Berufsfischer sind sie unerlässlich. Für uns Hobbyfischer fallen dabei auch ein paar Brosamen in Form von Felchenfängen an. Deshalb kritisieren wir es auch nicht.

Wir sollten uns überlegen welche Art von Besatz wir möchten. Sind Milliarden von Felchen wirklich das was wir wollen oder könnte man das Geld auch für etwas Attraktiveres ausgeben. Soviel ich weiss sind es nicht die Berufsfischer die das meiste Geld mit ihren Patenten in die Kasse bringen.

Gruss Franz
alpfish

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von alpfish »

"Der relativ nährstoffarme Zürichsee bietet für viele Fischarten keine idealen Bedingungen zur Fortpflanzung. So wäre ausgerechnet der wichtigste und beliebteste Speisefisch, der Felchen, in einem natürlich belassenen Zürichsee wohl eher selten."

Für mich stimmt obig Aussage nicht wirklich. Gerade die Felche ist doch im Gegensatz zu den Weissfischen der urspünglichere Fisch von eher nahrungsarmen Voralpengewässern. Wer weiss wie der Fischbestand im Zürichsee vor der "Düngerwelle" ausgesehen hat? Unter einer Fischzucht vermag man ja auch unterschiedliches verstehen: Die Zucht selbst findet nicht im See statt und beschränkt sich auf die Vermehrung der Fische. Das Fischwachstum im See erfolgt ja dann ohne Futterzugabe. Wäre interessantes Experiment, wie sich der Fischbestand entwickeln würde, ohne Fischbesatz.
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U96
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von U96 »

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smash

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von smash »

hättet ihr es denn lieber, wenn sich die berufs- und hobby(fleisch-)fischer vermehrt auf andere fischarten konzentrieren würden? :idea: lasst den berufsfischern ihr hart erarbeitetes brot und gönnt es ihnen! schlussendlich profitieren auch andere fischarten vom starken besatz der felchen.
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U96
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von U96 »

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Frenzen

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Frenzen »

Laut den Zahlen bezahlen die Hobbyfischer 25 Mal soviel wie die Berufsfischer.

Da wäre wohl ein wenig mehr Einflussnahme beim Besatz angebracht. Ich sage ja überhaupt nicht, dass Besatz gut ist. Aber wenn schon, dann könnte m doch ein bisschen mehr mitreden. Es sieht ja immer ein wenig so aus als ob die Hobbyfischer neben den Berufsfischern eifach geduldet werden.

@ Smash, stell Di mal vor es würde ein wenig mehr in Seeforellen investiert, weil sie attraktiv zu fangen sind. Ein bisschen so wie in den grossen Seen in den USA. Ist doch eine schöne Vorstellung.

Gruss Franz
Frenzen

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Frenzen »

Und wenn ich dann noch bedenke, dass ich als ausserkantonaler Hobbyfischer für ein Zürichseepatent whrscheinlich mehr bezahlen würrde als ein Berufsfischer, dann gibt mir das schon ein weg zu denken.

Ist wahrscheinlich auf dem Murten- und Neuenburgersee genau dasselbe.

Gruss Franz
smash

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von smash »

U96 hat geschrieben:Jetzt musst du mir noch erklären welche Fischarten vom starken Besatz der Felchen profitieren.
ganz klar egli, seeforelle und hecht.
U96 hat geschrieben:benimmt (selbst erlebt) ist schlicht und einfach "not the way to do it".
ich kenne den kurt weidmann nicht, aber seinen sohn. was passt dir denn an seinem benehmen nicht?
Frenzen hat geschrieben:@ Smash, stell Di mal vor es würde ein wenig mehr in Seeforellen investiert, weil sie attraktiv zu fangen sind.
da kann ich dich beruhigen. die seeforelle wurde noch nie so stark gefördert wie gegenwärtig! thx res! 8)
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U96
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Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von U96 »

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Schweizer Angler

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Schweizer Angler »

der zürichsee hatte immer einen gemischten fischbestand. felchen, egli, schwalen, trüschen, hecht und auch seeforellen sowie wenige saiblinge görten schon im mittelalter (ca. 1350-1500) zum fischbestand, auch lachs und maifische (ist kein felchen) die via rhein und limmat den see zu den lachgründen in den obligenden und in die einmündenden flüsse/bäche hochzogen.

berifsfischer gab es damals viel mehr als heute und auch der absatz von fischen auf den märkten war viel grösser. ausländischer fisch wurde nicht importiert. sportfischer gab es damals noch nicht, vielerorts war das fischen für nicht-berufsfischer verboten, vereinzelt wurde es für den einfachen bürger toleriert, abe er durfte schon damals nur mit haselstecken, schnur und einem haken dran angeln (die angelrolle ist erst 400 jahr später auf den markt gekommen). in mageren jahren wurde viel gefrevelt, und es gab schon schonzeiten und schonmasse für die fische. die ersten umweltprobleme gab es durch kanalisationen und gewässerverbauungen (besonders auch durch mühlen und fehlendes restwasser) schon damals (nur haben wir bis heute auch nichts daraus gelernt!), entpsrechende klagen der berufsfischer sind überliefert (die fischer klagen wie die bauern immer und loben selten etwas).

eine explosion im weissfischbestand ist in den 60`er und 70`er jahren durch den (damals zu hohen, heute ist er zu niedrig) hohen phospateintrag durch waschmittel erfolgt. wir sind und waren selber schuld, das wort "edelfisch" für forellen, felchen und saiblinge hat die anderen durchaus auch verzehrbaren und nur mit mehr gräten aber nicht schlechterem fleisch versehenen fische selbst degradiert. der bürger (damals im mittelalter eher der reiche bürger) wollte also edelfisch, der "büetzer" und bauer durfte die schwalen essen.
nun denn, in den 60`erund 70`er des letzen jh. versuchte man vom bund (steuergelder) unterstützt, die weissfische an den mann zu bringen, es gab einige erfolglose werbekampagnen, der "edelfisch" war zu fest in den köpfen der menschen (und ist es bis heute auch bei uns sportfischern, obwohl ein alet nicht weniger gräten hat als eine goldbrasse aus dem meer, aber goldbrasse tönt besser als "alet").


nachdem vorgeschrieben war, dass waschmittel nicht mehr phospate (oder kaum noch welche) aufweisen dürfen, hat sich die wasserqualität des sees verbessert, der weissfischestand gieng zurück.
heutige probleme sind eher einträge (strassenabrieb) durch die am see entlang führenden strassen, die landwirtschaft die bis in gewässernähe güllen und düngen kann, von hormonrückständen ungeklärte abwässer, etc.
felchen gab es immer, und sie haben schon vor jahrhunderten selbst abgelaicht, und zwar im see und in den zuflüssen (was sie im see zumindest auch heute tun). die fischzucht mit der künstlichen erbrütung von felcheneiern ist erst ca. 130 jahre alt, davor hatte man sie selbst ablaichen lassen und die naturverlaichung & bestand musste reichen (und er hat es auch). vergleichen kann man hierzu die brinzlig (eigene, lokale felchenrasse)-population im brienzersee,welche nie durch menschenhand gestützt wurde und natrürlichen schwankungen unterliegt - mal gibts wenig davon, mal sehr viel. aber als eher kleinwüchsige art ist diese weder von sportfischern geschätzt noch vom berufsfischer.

felchen sind für berufsfischer einfach zu verarbeiten und zu fangen, schmecken neutral und sind desshalb auch geschätzt. die nachfrage nach fisch als lebensmittel ist besonders ab 1940 enorm gestiegen und tut es immer noch. demensprechend reichte der natürliche felchenbestand nicht mehr und musste mit künstlich erhöht werden. durchzucht und besatz. bis in die neunziger jahre des letzen jh. hat man diverse felchenrassen inder ganzen ch eingeführt oder künstlich hochgehalten, auch ausländische arten die davor nie im zh- und anderen seen vorgekommen sind. die haben die einheimische angepasste urarten vermutlilch sogar durch kreuzungen geschwächt, würde man die felchen heute wieder selber machen (ablaichen) lassen und nichts mehr dazu tun, würde der bestand - zumindest nach allgemeinen erfahrungen in der besatzzucht aus dem aus- und inland - zuerst zusammenbrechen und sich dann auf einem bestimmten niveau stabilisieren. dieser würde aber vermutlich den berufsfischer nicht mehr ernähren, der sportfischer dürfte auch weniger, aber eher grössere felchen als vorher fangen, weil auch der nahrungsdruck innerhalb derselben art und auf bestimmte nahrungsarten minimiert wird, und die fische so besser abwachsen (auch dies weiss man aus versuchen im ausland).

nun, der schritt zurück zur natur wäre zumindest teilweise möglich, aber der berufsfischer will nicht weniger fangen, der sportfischer auch nicht, er hat lieber 20 felchen a 25 cm als 3 stk. zu 40 cm....
solange der bürger noch gewillt ist den massenbesatz mit steuergeldern (patenterlöse reichen niemals dazu, es wird quersubventioniert, fischzucht ist landwirtschaft) zu finanzieren, geht es weiter wie bisher. da der bürger aber eher nicht gewillt ist mehr steuern zu zahlen und die kantone in den nächsten jahren massiv sparen müssen, wird irgendwann- früher oder später- vermutlich der rotstift angesetzt werden - könnte sein, dass es dann auch in der fischzucht ist, denn ob die besatzfischzucht rentabel ist und vor allem der natur etwas bringt, ist immer mehr umstritten und die argumente dagegen häufen sich. logo hat die landwirtschaft und industrie sowie die gemeinden wenig interesse an renatuierungen (in zh läufts nicht so gut damit wie im kt.be), denn die kosten sind anfang enorm, der nutzen kommt erst mittel- bis langfristig zum tragen. fische in ein gewässer reinkippen und danenen "weitersauen" kommt kurzfristig immer noch billiger und ist günstige gewissenberuhigung.

viel interessantes zum zürichsee und wie der fischbestand früher war gibts hier;

Amacher, Urs, Zürcher Fischerei im Spätmittelalter (Mitteilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich. 63)- ist ein buch zum lesen, keine website :wink:

gruss

sa
Arts

Re: Aquarium Zürichsee wird hinterfragt

Beitrag von Arts »

Hallo Zusammen,

Anderseits, ist es sicher besser die heimische Berufsfischerei zu fördern und Fische aus Besatz oder Zucht zu konsumieren als Meeresfische aus fängen der hochindustrialisierten zerstörerischen fangflotten aus den überfischten Meeren zu "geniessen"

Das problem, selten findet man heimische Felchen in den Läden. Die Erträge sind wohl so klein das diese gerade für die Restaurants reichen.

Gruss
Thomas
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